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Der Israelit · 1922-06-15 · Heft 24 (15.6.1922) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 24 (15.6.1922)
Date
1922-06-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sette 9 Sk. 94 I lö. Juni 1922. _ Indern heiligen Lande war eine Angelegen- Weit, die er nur mit seinem Gotte und mit rMoschiach auszumachen hatte, aber sie ging if «einen Menschen und keine Behörde etwas an. e Mun wollte der Mann in der Bärenmütze Paß »lund Ausweis von ihm haben und wissen, wann x lund warum er nach Palästina gekommen sei. „Warum?" Er hätte dem Mann in der a «tzärenmütze ins Gesicht schlagen können und ihn «ragen, wann er gekommen sei und was er rMier in Moschiachs Land zu tun hatte. >l I „Also keine Papiere, staatenlos," entschied «er Beamte. „Kannst Ottomane werden oder 0 Mußt heute noch mit den andern über die Grenze." I „Ottomane?" Das Wort war so hart und »ekelhaft wie die Bärenmütze. Er schüttelte ab- Roetfenb mit dem Kopfe. I Und nach einer Stunde befand er sich mit »hundert Andern aus aller Herren Ländern am ^Sttaßenausgange nach Ludd. I Mrtschung folgt!) Kinderecke. Früh ü« sich.. Bon Dr. Felix Wertheimer in Düsseldorf. I Ein guter Haken krümmt sich bei Zeiten,! sagt ein Sprüchwort und der weise König Salomo spricht sich im selben Sinne aus: ityö vrri ö» “iw "ojrp di 1 „Schon in seinem Spiele gibt der Knabe! sich zu erkennen, ob rein und recht sein Tun [ fein wird " (Spr. 20,11). Von solchen spielenden Kindern will ich Euch erzählen nach einer Mitteilung des Midrasch (Rab. 1. M. 1). „Einmal, es war im Winter, an einem trüben Regentage, gingen die Gelehrten nicht in das Bersammlungshaus. Es gab aber daselbst Kinder, welche sprachen: „Kommt, wir wollen eine Gelehrtenversammlung spielen. Der Eine wird eine Frage aufstellen, der Andere wird sie beantworten. Warum sind im ganzen Alphabet gerade folgende fünf Buchstaben in doppelter Form: ö und D, 3 und s, L und f, 2 und *], 2 Uttd 1]?" Darauf erfolgte die Antwort: Die fünf Doppelbuchstaben bezeichnen das gegenseitige innige Verhältnis zwischen Gott und Moscheh. Das Doppel-v bedeutet “ifcKfcb „Von Ausspruch zu Ausspruch." Der Ausspruch Moschehs war wie der Ausspruch Gottes, er hat nichts hinzugesetzt und nichts abgeändert. Das DopPel-3 bedeutet: föittb svruv, „93mt einem Glaubwürdigen zum andern"- das Wort erging von Gott, der pm König der Treue genannt wird, an Moscheh, der auch svrtt/ „der Treue" heißt (4. B. M. 12,7). Das Doppel-rc bedeutet: P'NL'? PNLV „Von Gerechten zum Gerechten"; so wird Gott „der Gerechte" genannt (Pf. 145,17) ebenso Moscheh, der das Recht Gottes ausübte (5.M. 33,21): Das Doppel-ü bedeutet: nsb Höö „Von Mund zu Mund") aus dem Munde Gottes kam das Wort unmittelbar in den Mund des Moscheh, nach dem Ausspruch. Gottes selbst: 12 IjpK HS 28 ns „Von Mund zu Mund rede *ich mit ihm" (4. M. 12,8). Das Doppel-2 bedeutet: ^22 k)27> „von Hand zu Hand"- nachdem Hand in der Btbelsprache so viel als Macht bedeutet, so ist darunter zu verstehen, „die Macht Gottes gab sich durch Moscheh kund." Damit schloffen die Kinder ihren Vortrag und sie wurden große »er JSraeltt._ Gelehrte in tzsroel. Nach der Meinung Einiger gehörten zu denselben: Rabbi Eltefer, R. Josua, R. Akiba. Darauf beziehen sich also die Worte Salomos: „Schon im Spiele gibt die Jugend sich zu erkennen, ob rein und recht ihr Tun sein wird." Das ist gewiß ein lehrreicher Bortrag spielender Kinder. Riltsellösmigen. Die Lösung der ni'n in Nr. 23 lautet: vib ör6- Richtige Lösungen sandten ein: Salinka SchmelkeS, Wien; Israel Marmarosch, Borgo Prund - Josef Oppen, hetmer, Wagel; Josef Kohn, Kattowitz - Bär Kalberg, Berlin- M. Malktel, Hamburg; Debora Warschauer, London - Leopold Feig, MaramaroS (Karpathorutzland). Personalien. Norden (Ostfriesl), 8. Juni. Der 4. Siwan war ein Freuden- und Festtag für unsere Gemeinde. Es galt dem hochgeschätzten, verehrten und weit über die Grenzen des hiesigen Bezirks hinaus bekannten Lehrer und Führer unserer Gemeinde, Herrn Klein, an seinem Ehrentage — 25 Jahre in Norden — Liebe und Dankbarkeit zu beweisen Im Lause des Tages stellten fich Gratulanten aus allen Kreisen der Stadt ein, insbesondere Herr StaaiSrat Jom F e y t e r, mit dem der Jubilar als einer der führenden Männer in der hiesigen demokratischen Partei in inniger Freund» schaft nahezu 3 Jahrzehnte unermüdlich gemeinsam für Wahrheit, Recht und Freiheit gearbeitet hat. Der Vorsitzende des Vorstandes und des Repräsentantenkollegiums der Gemeinde, Herr A. A. Cossen, feierte in herzlichen Worten die Eigenschaften und Verdienste des Jubilars und überreichte ihm ein namhaftes Ehrengeschenk von der Gemeinde als äußeres Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit. Mit dem Vorstand und der Gemeindevertretung hatte sich gemeinsam der Herr Landrabbiner Blum und eine Deputation von der Gemeinde Emden eingefanden, um die Glückwünsche und Grüße der größten Gemeinde unseres Bezirks, der Vereine, deren Vorstandsmitglied der Jubilar ist (Asyl, Waisenverein, AgudaS Jisroel, Zentralverein deutscher Staatsb. jüd. Gl.) zu überbringen und ihm insbesondere zu danken für das mannhafte und erfolgreiche Auftreten für das gesamte Judentum in der ganzen hiesigen Nordmestecke im allgemeinen und für das gesetzxstreue Judentum im besonderen. Herr Landrabbiner Blum verlieh, Herrn Klein durch Ueberreichung einer Urkunde den l2N-Tttel. Unter den zahlreichen schriftlichen und drahtlichen Glückwünschen waren ehrenvolle Schreiben der Anerkennung des Lehrervereins, Frauen. Vereins, des Landrabbtners von Oldenburg, Herrn Dr. de Haas, der Agudas Jisroel, des Zentralvereins, dessen Syndikus der Jubilar ist u. a. m. Abends fand ein Festkommers, veranstaltet von den ehemaligen und jetzigen Schülern im großen Saale des „Deutschen Hauses" statt. Auch dieser Jestsaal war mit Blumen prächtig geschmückt und der Jubilar wurde beim Eintreten vom Synagogenchor, deffen Dirigent er ist, mit einem Psalm begrüßt. Der Festredner des Abends, Herr Zahnarzt Dr. Weinberg, sprach im Namen der ehemaligen Schüler und Schülerinnen in herrliche« Worten aus, was in dieser weihevollen Stunde die Herzen der Versammlung bewegte. Ihnen schloffen fich die herzlichen Ansprachen der Herren Vorsteher I. P e l s - Emden, Landrabbiner Blum und Karseboom- Ernden an. Ein prachtvoller Klubseffei, viele andere Angebinde vom Jugeudbund u. a. zeigten, wie man allerseits dem Gefeierten Liebe und Dankbarkeit entgegenzubringen sich bemühte. Der Vorsitzende der Agudas'Jisroel-Jugendgruppe(Talmud-Thora-Veretn) einer Lieblingsschöpfung des Jubilars, sprach in kurzen Worten das Gelöbnis ferner treuer Gefolgschaft aus. Ein Orchester, in der Hauptsache auS de« Mitgliedern des Talmud-Thora'Vereins bestehend, würzte unter Leitung des Stadtkapellmeisters, Herrn Gottschalk, das Fest mit musikalischem Genuffe. Der Mannergesangverein „Arion" trug einige Lieder vor und zollte ihm ehrende Worte der Anerkennung durch seinen Sprecher. Ein lebendes Bild von den ehemaligen und jetzigen Schülern dargestellt (Eltern und Kinder), bildete einen würdigen Abschluß des ersten Teiles. Dann dankte der Jubilar mit beredten und herzlichen Worten allen, die ihm heute und allezeit Liebe und Vertrauen geschenkt. Viele Borträge, Gesänge und Einzelleistungen hielten die Festversammlung bis in die späte Nacht in Harmonie und festlicher Stimmung beisammen. Möge rqpr? unserem allverehrten Führer, Lehrer und Kämpfer die Kraft und Frische verlethen, noch ferner zu wirken wie bisher, zum Segen der Gemeinde, des Gelamtjudentums und der Menschheit. nap nso ip. Faluslatina. 29 Mat. Die hiesig: Orthodoxie hat. einen schweren Verlust erlitten. Der in wetten Streifen bekannte und hochverehrte, n"fl; Sulem Tabak aus Maramoroßziger, der Versaffer mehrerer halachischer Werke ist tm Alter von 71 Lebensjahren abberufen worden. R. Sulem Tabak war in Gesinnung und Lebensführung eine Stütze der Thoratreuen und obwohl Kaufmann oon Beruf, gehörten alle seine Sinne dem Thoralernen und den ’maf. Auch seine Kinder erzog er wivrr.it mwn Tn b». An der Bahre wurden von verschiedenen Rabbinern warme Hespedtm gehalten. Vermischtes. Fulda, 12. Juni. Herr Lehrer Spiro - Fulda schreibt uns: Die in der „Pädagogischen Beilage" deS „Israelit" ln Nr. 23 gebrachte Notiz betr. Emgruppterung der Kultusbeamten, bezieht sich nur auf die Reltgtonsgesellschaften Mainz und Gießen. Offenvach a. M., 30. Mat. Der Vorstand deS „Allgemeinen RabbtnerverbandeS" schreibt uns: Der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland hält es für seine Pflicht, fich an die deutschen Juden mit einer ernsten Mahnung zu wenden. »LS Bedürfnis der Erfrischung und Ausspannung Mrt viele unserer Glaubensgenossen, zumal in den Sommermonaten, hierhin und dorthin. In der Art der Erholung ganz wie in seiner Arbeit tut das Wesen de» Menschen sich kund. In der einen, wie in der anderen wird er von den Mitmenschen gesehen, an der Stätte seiner Arbeit. Das Urteil über ihn, über den Juden und die Jüdin, wird dort zumal gefällt und wird zum Urteil über das Judentum. Auf allen seinen Wegen sollte jeder von uns deffen bewußt bleiben, daß die Würde deS Judentums ihm, seinem Tun und Lassen, seinem Sprechen und Treiben, anoertraut ist. Wir rühmen unS unserer Geschichte- Geschichte ist Adel, ist Vollkommenheit. Wahre Vornehmheit zeigt sich in der Schlichtheit, dieser Würde des Lebens. Legt alle überall und stet» Zeugnis davon ab, wie der wahre Jude, die wahre Jüdin ist. * * * Ebenso wichtig aber auf alle Fälle nützlicher wäre tr. E. ein Hinweis auf die zuverlässig rituell geleiteten Restaurants in den Sommerfrischen von Seiten der Herrn Rabbiner. D. Red. Lemberg, 30. Mai. In Sanok wurde der Rabbi Meir Schapiro, bisher in Glimiani, in sein Amt als Rabbiner eingeführt. An den Feierlichkeiten beteiligte fich die ganze Gemeinde. Seine Reise von Lemberg gestaltete sich zu einem wahren Triumphzuge, da fich auf jeder Station neue Ehrenbegleiter dem Rabbi anschloffen. Lemberg, 9. Juni. Wie aus Lemberg gedrahtet wird, stürzte dort im jüdischen Stadtteil ein dreistöckiges HauS ein. Bisher wurden acht Leichen und 17 Schwerverletzte geborgen. 15 Personen werden noch vermißt. Breslau, 30. Mai. Vom Breslauer Bunde jüdischer Frontsoldaten wird geschrieben. „Bor mehreren Wochen fetzten wir in einem Inserat in dieser Zeitung eine Belohnung von 10,WH) Mark für denjenigen auS, der den Beweis für die in einem artisemitischen Flugblatt aufgestellten, völlig unwahren und erlogenen Behauptungen erbringt. Daß die Verfasser des Flugblattes zu feig sein würden, um sich zu melden, haben wir von vornherein erwartet. Aber es hat sich auch sonst nicht einer gefunden, der diesen Beweis zu erbringen vermöchte »der auch nur versucht hätte, ihn zu erbringen. Wir stellen deshalb nochmalsöffentlich fest, daß das ganze Flugblatt nichts war als eine gemeine Verleumdung, die auch des geringsten Anhalts entbehrt". Vrieflasten. Lehrer S. G. in H. Von der am 21. Oktober geleisteten Zahlung sind M. 6 pro 1922 verbucht. Die Gefamtverrechnung erfolgt am Ende des Jahres. B. Guntersheimer in W. Sie sind bei uns nicht abonniert, sondern wahrscheinlich unmittelbar bei der Post. H. M. Sch-, Berlin. Hirsch Pentateuch ist vergriffen, eine neue Auflage wird vorbereitet. Dr. Jos. M., Berlin-Halensee. Rabb. Isaak Halevy Titt ist, soviel wir feststellen können, 1848 in Litauen geboren. Der Geburtstag und Geburtsort ist uns nicht bekannt. D. O., Berlin, Wetßenburgerstr. Hirsch Pentateuch ist vergriffen, eine neue Auflage befindet sich in Vorbereitung. E. W. in Ch. Wir erinnern uns nicht, einen derartigen Bericht gebracht zu haben. B> E in G. Besten Dank für die freundlichen Worte. Einen Bericht über die Schmückung der Synagoge am Schwuausfeste zu bringen, dürfte zu weit führen. Rabbiner Dr. M. in Berlin. Ein Abonnent wünscht Aufklärung, wie eS sich mit der Schokolade verhält, bei welcher die Siegelmarke nicht über dem Verschluß, sondern auf der Rückseite angebracht ist, sodaß jeder imstande ist, ohne Beschädigung, der Marke, nichtkoschere Schokolade in dieselbe Hüllung zu stecken. Erbitten Antwort im Vrieflasten unter H. B G S. K. L. in L. und Andere Auch die Anfrage be. zügltch der PtjUtstelle brachte uns eine größere Anzahl von Zuschriften ein, die wir, sofern sie nicht veröffentlicht werden, dem Fragesteller zusenden. Famlliennachrlchten. Silberne Hochzeit. Salomon Hamburger und Frau geb. Hamburger, Alzenau (Unterfranken).

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