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Der Israelit · 1922-06-01 · Heft 22 (1.6.1922) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 22 (1.6.1922)
Date
1922-06-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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«r 18 fc-r. S 1. fluni 1982. ,FSlS »» « r." Htlfsamoit für russische Rotleidende. Frankfurt a. M, 29. 9Rni. Aus verschieden Städten tn Sowjet-Rußland gehen dem Wiener Zentrnlbürv der Agudas Jisroel. Berichte zu, wonach dort die Nachricht von der Einleitung einer allgemeinen Hilfsaktion zu Gunsten der Opfer der Hungersnot in den Synagogen verlesen und mit riihrender Begeisterung ausgienommen rvurde. Die Sanrmlung von Geldmitteln zur Beschaffung voll Lebensmittel für die hungernden Juden ist bereits in allen Ländern eingeleitet. Das Komitee konnte bisher 6 größere Sendungeil nach Rußland überweisen. Bei der Wiener Zentrale sind in der ersten Woche über fünfzehn Millionen Krollen eingegangen. Dem Beispiels der Aguda folgend veröffentlicht nunmehr auch die Israel. Allianz in Wien einell Aufruf zu Gunsten der Notleidenden und spendet ihrerseits einundeinhalb Millionen Kronen. Spenden ans Deutschland sind dem Deutschen G. B. der Agudas Jisroel, Halberftadt, Postscheckkonto Nr. 18901, Berlin, zu über- Eine Agudadelegaltvn bei Herbert Samuel. Frankfurt a. M, 30. Mai. A u f B e r - «lntassung des Geschäftsfüh renden Ausschusses des Z.e nt ralra tes der Agudas Jisroel haben sich führende Mitglieder der Agudas Jisroel nach London b egeben, um mit .Sir Herber t Samuel über schwebende Palästinafr agen Rücksprache zu nehmen. Aguba in Amerika. New-Aork. Am Montag, 3. Tag Cholhamod Pessach fand im Broadway-Zentralhotel ein imposantes Meeting der Agudas Jisroel statt, Nn welchem über 100 Synagogen durch prominente Delegationen vertreten waren. Alle Rewyorker chassidischen Führer und der größte Teil der gesetzestretten Rabbinett beteiligten sich an der Versammlung. Auch die Provinz war durch eine Reihe von Dielegierten vertreten. Nach den Begrüßungsreden des Herrn Rabbiner Dr. Rosenberg und des Modener Chassidim Rabbi Benzion Horoovicz, erstattete Herr Rabbiner Garfinkel, der Vorsitzende des amerikanischen Landesbüros, einen Tätigkeitsbericht, welcher in einem geistigen Appell an alle Gesinnungsgenossen, sich unter das Banner der Aguda schart. Aus der darauffolgenden Besprechung sind besonders die warmherzigen Worte des litauischere Rabbiner Schuchtawitz und des Vertreters und des Vorsitzenden der Broadwrller Jugendgruppe zu erwähnen. Letzterer teilt mit, daß seine Gruppe im Laufe des letzten Jahres bereits den Erfolg zu verzeichnerr hätte, daß über 25 Läden, welche Sabbat geöffnet wurden., geschlossen wurden. Nach längeren Diskussionen zeichneten sich alle antoesenden Delegierten und Synagogen in die Mitgliederliste ein und verpflichteten sich, ihre Synagogenmitglieder für die Agudo zu gewinnen. Es wurden einstimmig folgende Resolutionen angenommen: 1. Eine eigene Kommission in der amerikairischen Agudas Jisroel zu gründen, welche die Aufgabe hat, der Sabbatentweihung in Amerika entgegenzutreten. 2. Mit allen materiellen und ideellen Kräften die Gesamto rganisatio n der Agudas Jisroel, sowohl in der Diaspora, wie in Erez Israel zu unterstützen. 3. Ter Jerusalemer Ortsgruppe der Agudas Jisroel den warmen Dank der Versammelten für ihre Tätigkeit'auszudrücken. Zum Schluß ergriff Herr!Dr. Sintern von Heidelberg, welcher augenblicklich in Amerika Weilt» das Wvrt und gab seiner Freude darüber Ausdruck, den uErkenEren Fvrkp-ritt der Aguda in Amerika konstatieren zu können. Wie uns die amerikanische Exekutive mitteilt, hat der Erfolg dieser Versammlung dazu Veranlassung gegeben, weitere Versammlungen von Synagogenbesuchern einzurichten und werden wir Ge- , legenheit nehmen, hierüber zu berichten. Aus der »e»e-uns.! Warschau. Wer die destruktiven Wirkungen der jüdischen linksradikalen Arbeitergruppen tu religiöser Beziehung auch nur oberflächlich kennt, wird es als eine höchst bedeutsame Tat unserer polnischen Landesorganisation begrüßen, daß diese jetzt an die Bildung einer Poale A g u d et. s Jisroel einer gesetzes'treuett Arbeiterorganisation im Rahmen der Agudas Jisroel herangetreten ist. Wir entnehmen einem diesbezüglichen Aufruf folgende Ausführungen: „ . . . Ein großer Teil der jüdischen dlrbettermassen hat sich durch die Wirtschaft- . lichen Verbände mm dem wahrhaft jüdischen Milieu, von Gott und seinem Gesetz hinweg- : reißen lassen. Wenn auch anfangs der Arbeiter lediglich eine Vertretung seiner wirtschaftlichen Interessen sitcht, sv wird ihm schließlich von seinen, auf anderen Weltanschauungen stehenden j Kollegen der Glaube beigebracht, als ob matt - sich erst von der Thora abwenden und die jüdij schm Heiligtümer erst verleugnen min je, um! seine ökonomische Lage zu verbessern. So ent-! stand allmählich in beit jüdischen Arbeite rorgcmi- { sationen eine. Atmosphäre des Unglaubens und j der 'Demoralisation, welche auch in Presse und! Versammlung gepredigt wird. Stellt sich der! einzelne 'religiöse Arbeiter diesen Anschauungen! entgegen, so fühlt er sich einsam und verlassen, k Er wird tvegett feiner religiösen Anschauung ver-! lacht und schikaniert, bis er schließlich nicht mehr l die Kraft hat, gegen den Stront zu schwimmen. Soll es so bleiben? Soll der jüdische Arbeiter sich ztt einent Typ gestalten, der jedem Uesetzestreuen Inden Schrecken und Widerwillen einflößt? Soll der fromme Vater Angst haben, aus feinem Sohn einen Handwerker zu machen? und soll im jndischetr Lager zwischen Arbeiter und Gesetzes'treuett ein Zwiespalt verewigt werden? Um dies zu verhindern, fordern wir die jüdischen Arbeiter und Angestellten aus, iich zu vereinigen, um die jüdische Nschomo und das jüdische .Herz des frommen jüdischen Arbeiters zu schützen, um sich gegen Fanatismus zu verteidigen, um die eigenen religiösen Anschauungen zu pflegen und zu vertiefen. Unsere Gruppe will nach wie vor rein wirtschaftliche Angelegenheiten den Fachverbänden überlassen, aber sie wird ihren Einfluß dahin geltend machen, daß kein religiöser Arbeiter durch feine Anschauungen leiden soll. Sie wird sich ausschließlich mit den kulturellen Angelegenheiten der Mitglieder befassen, wird jüdische und profane. Abendkurse einrichten und Vorlesungen über religiöse Themen veranstalten, um das religiöse Bewußtsein und den berechtigten jüdischm Stolz in die Herzen ihrer Mitglieder zu verpflanzen. Unsere Arbeitergruppe tvill auch Arbeiterheime titit Bibliotheken einrichten, um so das geistige Mveau der Mitglieder zu hebelt. 'Ta, wo die religiösen Anschauungen pekuniäre Opfer verlangen, wird die Arbeitergruppe mithelsen. Das bloße Vorhandensein unserer Arbeitergruppe wird jedem Einzelnen das Gefühl der Isoliertheit nehmen, weil er das Bewußtsein hat, daß, feine Gesinnungsgenossen ihm in seinen seelischen und materiellen Kämpfen beistehen. Me Arbeiter und Handelsangestellte, welche die Wahrheit und Heiligkeit unserer Thora anerketmen, die ja die erste Lehre der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit als Postulat aitlfstellen, werden ersucht, der Arbeitergruppe betzutreten." Sn die Leitung sich durch anfängliche ge nicht entmutigen läßt und zunächst in den Ländern jüdischer Mafsensiedlungen ihre Arbeit beginnt, dürfte mohk der Gedanke ein«, orthodooxen Arbeitergruppe auch für die gesamte Agudo fick als ausführbar erweisen. Wie werden unsere Leser über die Entwicklung der Arbeitergruppe auf dem laufenden halten. Emden, 14. Mai. Hier fand heute der erste Bezirkstag der Agudas Jisroel--Jugend,-, Organisation für OstfrieÄand und Emsland statt. Die Beteiligung war außerordentlich groß, sodaß der große Saat des Zentralhotels überfüllt war. Bereits am Vormittag harte eitle Besprechung der Vertreter der in der dortigen Gegeud bereits bestehenden Agnboh-Jugendgruppen sowie von Vertretern verschiedener Gemeinden stattgesunden, in der die Gründung eitler Bezirksgruppe beschlossen wurde. Es tvurde in Aussicht genvmntett, für die dortige Gegend eite Bezirkssekretariat zu schaffen, und wenn attch vorerst keilt im 5)auptamt tätiger Bezirkssekretär gefunden werden könnte, so sollte doch wenigstens eilt geeigneter Herr im Nebenamt diese Stellung bekleiden. Tie Hauptversammlung nachmittags tvurde eingeleitet durch einige Begrüßuttgsworte des derzeitigen Vorsitzenden der Jngendgrnppe in Emden, Herrn Lehrer Apt. Es erhielt danndas Wort .Herr Dr. Max Cohen aus Köln, der in kurzen Zügen die Bedeutung der Agudas- Jisroel-Betvegung für die Jndenheit darlegte. Er sprach vott ihrer Bedeutung für die Gefamtjudeuheit, für die deutsche Jndenheit. insbesondere aber für die Jugend. Das zweite Referat hielt Herr Rabbiner Blum aus Emden, der in markigen Worten bi© versammelte Jugend insbesondere ans den großen Wert des Thaurowisfens und Thauroübens hinwies. Er sagte, daß sowohl in der Jugend, als auch im Judentum Leben, Bewegung und Idealismus zu finden sei, ttttb daß die Jugend in^ dieser Beziehung auch in jüdischer Weise sich als Jugend zu führen habe. Es folgte dann eine rege Diskussion, die weniger eilten Angriff als ein Unterstreichen der Ausführungen der beiden Redner enthielt. In vorgerückter Stuttde folgten dann noch die Referate der Herrett Lehrer Klein, Nordet» und Ruda, Wilhelmshaven. Beide Referenten wandten sich in kräftigen Worten an die Jugend. Mer auch an die Eltern richteten sie einen Appell, daß sie das Streben der Jugend unterstützen müßten; denn mir in einem Zusamntenwirkett von Eltern und Kindern könnten die Erfolge erzielt tverden, die die jüdische Erziehung erheischt. Beide Referenten ernteten für ihre glänzenden Ausführungen lebhaften Beifall. Nach einer weiteren kurzen Diskussion wurde die Versammlung, in der allmählich eine wahrhafte Begeisterung für das Judentutn ttnd für Agudas Jisroel zum 'Durchbruch gekommen war, geschlossen, uttd hochbefriedigt sind alle Teilnehmer von der gelungenen Kundgebung für unsere Bewegung von dannen geschieden. Die Tagutlg bedeutet nach Aussage aller einen Markstein in der Geschichte des gesetzestreuen Judentums in Ostfriesland, uttd wir knüpfett gertr die Hoffnung hieran, daß von diesem Tage eine weitere kräftige Entwicklung für die Thauro und für Agudas Jisroel ansgehen möge. Warschau. Aus der letzten Sitzung der Sepii- Kvmnnssivn für militärische Angelegenheiten wurde beschlossen, daß Geistliche aller Konfessionen vom Uftlitürdienst befreit werden. Ans Antrag des ngudistiscken A b g. M e n d e l s o h n ,‘ tvurde nach längerer Debatte die Bestimmung angenommen, wonach außer den Rabbinern auch die Rabbimttskandidaten vom Militärdienst befrei werden. Wien, 25. Mai. Wie wir der soeben mit einiger Perspätuna erschienenen Kownocr agudistischen hebräischen Wochenschrift „Haschowna" entnehmen, fand am letzten Tage Pessach in Kowno unter dem Vorsitz des Slobodkaer Gaon Rabbi M. Epstein eine große Demonftrationsversammlung für die Agudas Jisroel statt. Oberrabbiner Epstein hielt bei dieser Gelegenheit eine bemerkenswerte Rede, in der er aus die traurige Lage hinwies, in die die litauische Jndenheit ans Mangel an einer straffen, alle gubge.- sinnten tradütionstreuen Jttden umfassenden Organisatton geraten ist. Die Tatsache allein, sagte Rabbi Epstein, daß es in Litauen, dieser Festung der Thora

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