Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette II. Nr. « vollen brausenden Tönen eines Harmoniums und deS öfteren betrat etn Herr das Podium und redete in einer Salomo unverständlichen Sprache zu den Leuten. Stand Mister Goodwon da oben und predigte, so war es ihm immer, als wollte er ganz besonders ihn ins Auge fassen, und Grodwon gebrauchte auch mit Vorliebe hebräische Worte, die er, Salomo, verstand. Eigenartig war es nur, daß, so oft die Orgel erklang und die Pedigt ertönte, s< oft er nur des schwarzen Kreuzes auf dem Tische ansichtig wurde, er immer des Vaters Gesicht in der Schmiede sah und Aba Zagues Grabesstimme vernahm: „Salomo! . . Als ihn nach wenigen Tagen Pastor Goodwon fragte, wie es ihm im Heime gefalle, sagte er traurig: „Ich bin nach Jerusalem gekommen, um bei meinen Brüdern zu sein." „Wer sind deine Brüder?" „Die Juden." „Die wollen aber nichts von dir wissen, du bist nicht ihrer Farbe und ihres Stammes und sie lassen dich hungern. Willst du verkommen?" „Aber ich esse hier fremde Speisen und bete zu einem fremden Gotte," klagte Salomo tränenden Auges. „Junger Mann," sagte der Pastor, „ich höre, du lebst hier von Brot und Tee oder Kaffee, das sind keine verboten Speisen. Aber wenn auch! — Hast du das Wort der Schrift nicht begriffen, daß nicht das, was in den Mund kommt, den Menschen unrein mache? Aber gleichwohl, wir wollen nicht drängen. Und was du vom fremden Gotte sagt, so wisse, es ist der alte Gott, unser aller Vater-" „Aber ihr sprechet auch vom Sohne-" „Ja, Salomo, höre wohl aus das, was dir von ihm gesagt wird, und hast du ihn ganz in dein Herz ausgenommen, dann sprechen wir noch davon." „Ich will arbeiten." „Das kannst du hier im Hofe, im Hause oder im Garten wie die Anderen, der Lohn wird dir gutgeschrten." „Nein, hier nicht." „Warum nicht hier." „Ich will arbeiten für den Erlöser, den Erlöser, der kommen wird und nicht für einen, der schon gekommen ist . . „Du bist noch nicht reis, Salomo, für die Lehre des Heiles. Bleibe hier und sammele Kraft." Kinderecks. Erez Chitto us’auro. Festspie» von Ben Jair. (Schluß.) Ehittoh: Nicht lebt der Mensch von, Brote nur, Doch ohne Brot was sing er an? Sproßt Weizen ihm aus brauner Flur, So denk' er dran: Wie geht des Schöpfers Gute weit, Ter mehr noch, denn er braucht, ihm leiht, Und der an Weizenkornes Kleinheit Verknüpft hat sein Gesetz der Reinheit. (Tanz). G'a u r o h r Dev Mensch lebt nicht von Brot allein. Doch.ohne Brot was fing er an? Ich bin das Brot vom armen Mann, Sticht wie der Weizen weiß und fein. Wenn Pesach hat den Frühling eingeleitet, tat man aus mir das Omerbrot bereitet, as Omer auch ist Maß. Und wenn das erste Ter neuen Brote muß aus Weizen sein, Zum Omer vorgeschrieben ist die Gerste. Lasset etc. (Musik und Tanz). Gefen : Tn Noah aus der Arche trat, Tie Freude ist dem Herrn genaht. Sieh Herr, wüst ist und leer die Welt. O laß mich nieder zu der Erde, Taß ich dem Menschen ein Gefährte mag werden, der sie ihm erhellt. Ta ihr Gewährung ward gegeben, Tie Freude schlüpfte in die Reben. Seit jener Zeit erfreut allein Des Menschen Herz der Wein. Drum ist der Wein die Frucht der Wethe, Arum ist Zsrael Vorgezeichnet Der Mael«. Ml Wein, wo Freude an der Reihe, Ter Lobspruch: Dem die Freude eignet. Lasset etc. (Musik und Tanz). Teenoh: Ihr Schwestern billig voraus schreitet? Die Körner kann man auch genießen, Eh' daß man Mehl daraus bereitet. Die Beeren, eh' in Keltern fließen Die Säfte. Nicht so gut es hat D-eS Sinnenrauschs geschmeidige Frucht. Doch war es nicht der Feige Blatt Draus, da die Schlange sie versucht, Das erste Paar sich Schürzen wand? Die Fe,ge ist seit jenen Tagen, Wenn Sabbat eingekehrt im Land, Maß, was an Speisen man darf tragen. Lasset etc. (Musik und Tanz). R i m a u n : Granatäpfel! Ter Träumerei Süßschwere Frucht. Ten, Menschen eigen Nur zum Genuß. Nicht bringt herbei Zum Opfer man sie, Wein gleich» Mehl und Doch hohe Ehre ward auch ihr verliehn, sFeigen. Denn ihrer 72 hingen Kurzum und himmelblau und karmesin, Wohl zwischen Glöckchen, die da klingen Vom Mantel Aharons herab. Wenn er ins Heiligtum sich eiust begab. Lasset etc. (Dttrftk und Tanz). S a j i s: Vielfältig ist des Oels Gebrauch. Es dient ja nicht nur zum Genuß, Tie Finsternis zu bannen auch, Vor ihm auch Krankheit weichen mutz. Wie salbte man, wer ragend stand. Wenn Del den Menschen nicht zur Hand? Und die Olive ist das Maß Für den, der da Verbotnes aß. Lasset etc. (Musik und Tanz). D e w a s ch: In Oasen, wo Getreide Sich nicht wiegt auf schlankem Halme, Feigen, Oel, Granaten, Reben, Nicht sind, wächst die Dattelpalme. Wer mich ißt, mit Kühlung lohn' ichs. Man bereitet aus mir Honig, Und nach meinem Kern man mißt, Was man am Jaum Kippur ißt. Lasset etc. (Müsik und Tanz). C h i t t o h: Auf uns alle seid Ihr angewiesen. Zwar kann man von Brot alleine leben, S'a u r o h: Tuch nach Wechsel geht des Menschen Streben, Und er will auch Anderes genießen. Gefen: Darum ward von altersher gepriesen Blut der Traube, Taumelmatz der Reben. Teenoh: In dem Menschen Stunneskräfte webend, Tie von mir sich leicht entfesseln ließen. N i m a u n : Glatt wie meine Schale seine Sinne» Dunkel wie mein Fleisch ist fein Gemüt. Sajis: Wird er aber seines Gottes inne, Helle strahlend seinem Geist erblüht,; Dewasch: Und im Spender meiner süßen Nahrung Wird ihm kund des Daseins Offenbarung. C h i t t o h: Im einzigen Lande, das uns sämtlich trägt, S'aurvh: Im Gottesl«nd ülühn wir dem Gottesvolk, Gefen: Das den, der ins verheißene Land es brachte, Teenoh: Mit unfern Erstlingen alljährlich preist. R i m a u n : In seinem Menst wir bieten uns dem Menschen, Sajis: Taß er in seinein Dienste nütze uns. De wasch: Sein ist das Land! Laßt seinen Namen preisen. (Musik). Chittoh: Wieget Ihr Schwestern, wiegt Euch im Winde, S'a u r o h: Windet im Reigen geschwisterlich Band. Gefen: Wiegt Euch im Winde, fächelnd uns linde, Teenoh: Rühmend ihn, der uns bereitet das Land! R i m a n n: Stengel und Blüten, Zweige und Mnde, S ag i s: Bildet geschwinde, Krangangebinde, Dew asch r Daß Er zu seinem Dienste uns finde. Alle: Wiegend im Winde Weizen und Gerste, Rebe und Feigen, Oel und Granaten und Datteln, Ihm eigen, Danken im Reigen. (Musik und Tanz). — Musik dauert fort. — A«S dem Testamente des R. Ascher b Miel M»)*) (ged. 1327). Sei nicht zanksüchtig, halte dich fern von Schwüren und Gelöbnissen, von Gelächter und Ausbrüchen des Zorns,- sie verwirren des Menschen Sinn. Vermeide lügenhafte Handlungen, sprich den Namen Gottes nicht unnützerweife aus, auch nicht an schmutzigen Orten. Tu ab die Stützen, welche dir Menschen reichen, mache Geld nicht zu deiner Lebenshoffnung - das ist der erste Schritt zum Götzendienst. Vielmehr wandte in Demut vor deinem Schöpfer, und gib, wo es sein Wille ist, dein Geld fort, den Ersatz kann er dir gewähren. *) Gedruckt unter dem Titel mirm 1. Harri IE Gib leichter Geld als Worte von dirdas böse Wort lege auf die Wage des Verstandes, bevor du es aussprichst. Was man in deiner Gegenwart, wenn auch nicht als Geheimnis, gesprochen, das bleibe bei dir verborgen. Erzählt man dir etwas, so sage nicht, du habest es schon gehört. Nicht wie der Faule sollst du schlafen, stehe aus mit der Sonne und mit dem Gesang der Vögel. Sei kein Schlemmer und kein Säufer, du möchtest deines Schöpfers vergeffen. Sieh nicht auf den, der im Reichtum über dich emporgestiegen, sondern auf die hinter dir Zurückgebliebenen. Aber in dem Dienste und der Furcht Gottes sieh auf den größern, nie auf den geringern. Freue dich mit Zurechtweisungen, nimm Rat an und willig die Belehrungerhebe dich nicht stolz über die Menschen. Rede nicht mit harter Hoffart, bleibe nicht hartnäckig, sondern sei gottesfürchttg. Hebe die Hand nicht auf gegen deinen Nächsten, auch wenn er vor dir deine Eltern lästertrede von niemandem Böses, verspotte und verleumde keinen Menschen, und hat jemand Unschickliches gesprochen, so gib ihm keine freche Antwort. Auf der Straße soll man dich nie hören, schreie nicht einem Vieh gleich, sondern sprich anständig. Beschäme keinen öffentlich, mißbrauche -eine Gewalt gegen niemanden - wer weiß, ob du nicht dereinst machtlos wirst. Nach Ehre jage nicht und stelle dich nicht hin, wo du nicht hingehörst. Nie unterlasse, dir Freunde zu erwerben, und halte auch einen Feind nicht für zu gering. Gilt es einen treuen Gefähtten, so sei nicht lässig, ihn dir anzuschaffen, und sorgfältig bewahre ihn, aber Schmeichelei und Falschheit halte fern von chm. Strebe nicht nach dem eitlen Ruhm, Recht zu haben gegen einen Weisendu wirst nicht weiser davon. Werde wegen Kleinigkeiten gegen niemanden böse, du machst dir unnötig Feinde. Bohre nicht nach fremden Geheimnissen - verweigere aus Eigensinn nichts deinen Mitbürgern, ordne vielmehr ihren Willen dem deinigen unter. Mit schlechten Menschen, mit Jähzornigen, mit Narren lasse dich nicht etndu kaufst dabet nichts als Schanderichte deine Rede an keinen Unsinnigen, von dem du weißt, daß er sie nicht annimmt. Bleibe dankbar jedem, der dir zu deinem Brote geholfensei aufrichtig und wahr gegen jedermann, auch gegen Nichtjuden - grüße jeden zuerst, ohne Unterschied des Glaubenserzürne keinen fremden Glaubensgenossen. Reisende, die bet dir einkehren, nimm gütig auf, gib ihnen Zehrung, Geleit und etn freundliches Wort. Gewöhne dich nicht an Gelage außer dem Hausehüte dich vor Trunkenheit, und du wirft gemeines Betragen und unschickliche Rede nicht zu beklagen haben. Nimmst du Speise oder Trank zu dir, so sollst du vor und nach dem Genüsse Gott danken - wenn du den Namen Gottes aussprtchst, bedecke dein Haupt. Ehe dein Gebet und die Mahlzeit beginnt, wasche dir die Hände: sei anständig, nicht bloß in der Synagoge, sondern auch in deinem Hause. Vor dem Essen und Schlafengehen beschäftige dich eine festgesetzte Zeit mit dem Gesetze, und ein Inhalt bilde dein Tischgespräch. Das Gebet st der innere Gottesdienst: fei andächtig dabet, aber sprich die Worte aus, daß du dich beten hörst. «rnrh Von M Weinreb in Ludwigshafen a. Rh. '2 b» ybx 2*ip *S)K *]*n 1815? ’3 'V ^2 »2- DK 7K 0)2 HK DH12K nbn onte D'irv 2pj?’ 02 nmiK »An rm dj pjki .min *xm riv*i2v