Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1922)
- Date
- 1922-05-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Sette 8. 25. Mai 1922. tausendjährigen Agudaprogramms: 22?!N2s “Tn« 2^2 nrrx 22x2 - 2nn 233 *innvv die Wiederherstellung der nationalen Einheit auf Grundlage der sin ai-' tischen Verfassung!, dieser einzigen, historischen, violks b e gründende n Kraft Israels. Ich vertraue in die Macht der ewigen jüdischen Wahrheit, in die Macht, der in den tiefsten Tiefen eines jeden jüdischen Herzens schlummernden heiligen Pietät, für die verlassene, vergessene, verkannte, verhöhnte, ja verfolgte Mutter Zion, daß auch unsere Brüder, die sich darum bemühten, das Recht der Wiederaufrichtung des nationalen Heims, in der jüdischen und nichtjüdischen Welt populär zu machen, sich allmählich zur Erkenntnis emporschwingen, werden, daß ein thoratreues! Israel am vorzüglichsten geeignet ist, die Erez Jisroel- Nation groß und stark nnd einig zu machen. Eine Erez Jisroel-Nation ohne inckhaltslose Anerkennung des nationalen Thorarechtes, wird die jüdische na2?3» die Drn na2?3^ das Seelenleben des alten jüdischen Volkes, niemals gutheißen. Und jedes Ausweichen, jedes Wort- und Versteckspielen mit dieser Hauptfrage, wäre eine Beleidigung der jüdischen Gotteswahrheit, wäre Treubruch, einseitiger Bruch des Bundes, denn"2 222,22 mit seinem VolkeLgeschlossen hat und deswegen auch die größte Gefä h r d u n g des jüdischen Einheitsi'deaIs. Nicht Zersplitterung oder Isolierung will das gesetzestreue Judentum, sondern: geschichtliche Erfüllung, Vollendung der einzigartigen, unvergleichlichen Einheit des jüdischen Volkes. Deswegen müssen wir unsere Kräfte sammeln, um das! Versäumte nachzuholen, um dem heiligen Lande seine nationale Verfassung in unverfälschter Heiligkeit j und Reinheit zu erhalten, um die Thora in Erez Jisroel auf der ganzen Linie heimisch zu machen. Alle gehören wir nach ' x, ob wir schon jetzt nach dem heiligen Lande ziehen, oder einstweilen.noch hier bleiben, hier bleiben müssen —nach '"x gehören wir alle. Die göttlichen Leitsätze 2*22 - “pmx ivxt* na«? ü2nx m?x 22>n ai^t* nx bilden die geschichtliche Synthese für die doppelte Aufgabe, die wir im Galnth zu lösen haben. Jeder .Sohn uub jede Tochter in Israel 2213,2 ntXian ^>22 hat die Pflicht, in Wissen, in Thorakennwis, in Gesinnung, in werktätigem Berus, sich für '"x vorzubereiten. Vielleicht haben dir Weisen aiuf uns und ans unsere Zeit hingesckrau:, als sie programmatisch verkündeten: D'Tani min 'aain ^X32?'a .222.2 1223N' ->2 '22 2’\S' 27’X .D^n*>2 22?'n.2^1 ^X22>'?nX2 X21?, 221 nrarcäa Q'32n 2'va 2nx - 12^ ra~u Es sollen die Thoratreuen sich sammeln und in Jerüscholaiin sich mederlassen. W soll jeder sein Scherflein betragiein und' von heiliger Liebe, für Erez Jisioel beseelt sein. Jede Stadt, jeder Kreis, jede ,Familie soll einen oder zwei Vertreter dort haben. 3UP2 pX2 1^ 2T2? 'ö X2.2 öAy pVo- Wer Grund und Boden in Erez Jisroel hat, oder mit 'seinem Vermögen an sonstigen Unternehmungen dort beteiligt ist, der hat schon hienieden einen Anteil, einen Vorgeschmack von X2.2 Nur nicht länger zögern! Dem heiligen Bäterlande müssen wir uns unbedingt zur Verfügung stellen! In der zweitansendjahrigen Leidensgeschichte unseres Volkes hat eine jüdische Bewegung uoch nie eine solche Zugkraft ausgeübt, als der in unserer Zeit erneute machtvolle Weckruf nach der alten Heimat Zion. Eine gewaltige Verantwortung ist mit der offiziellen Vorzugsstellung dieser Bewegung verbunden. Ihr Häupter und Führer und leitenden Männer! Der wirtschaftliche Aufbau Palästinas befindet sich! in einer mtscheid enden Phase. Soll auch in Erez Israel die Siaat der friedlichen Verständigung erst nach jahrelangen Kämpfen, wie in den Galuthländern ausgehen?! Die kostbaren Kräfte und! Energien, die in den Abwehr- und Verteidj-. gungsstellungen absorbiert werden, bedeuten ___«am nt.* . .'einen unersetzlichen Verlust für die großen unaufschiebbaren, in s eh r kri tisch e r Lage steckenden Aufgaben von B inj an Haarez, die nur von der Gesamtheit des! jüdischen Volkes und nur in einer Atmosphäre der Verständigung, im Wege praktischer Kombinationen, gelöst werden können. Keinen Augenblick dürfen wir esaus dem Bewußtsein verlieren, daß die jüdische Nation — trotz der tiefen, schwerwiegenden prinzipiellen Gegensätze, die in unserer Mitte herrschen, zuweilen sinds gar ernste Gewissensfragen, deren Lösung man nicht den Zufälligkeiten einer jeweiligen parlamentarischen Majorisierung aussetzen kann — vor Gott und Menschen, vor der Gesamtheit des jüdischen Volkes und vor den Völkern der Erde ein einheitliches! Ganzes ist. r Es soll und muß ein Weg gefunden werden — das ist mein fester Gtauhe — zum freiwilligen Zusammenschluß zu gemeinsamer Zionsarbeit, durch Klarstellung der Grundsätze, ohne zwanghaste Bevormundung, zu friedlich!em Zusammenarbeiten mit oder nebeneinander, ohne Demütigung, ohne Preisgabe von Prinzipien. Das ist das mindeste, was immerhin geschehen müßte. Je bald er, desto besser! Nur solchermaßen wird es uns gelingen, allenthalben Freude und Begeisterung auszulösen und die jüdische Nation auf geheiligtem Väterboden an materiellen, geistigen und sittlichen Schätzen stark und reich, beinahe könnte man sagen: nationaler, jüdischer zu machen. .* * * j G. V.! Gestatten Sie mir, daß ich rmeine Ausführungen mit einem ernsten Worte schließe. Ein begeisterter Wortführer unseres Engeren Kreises, hat das feinsinnige Wort geprägt, von dem Geheimnis der jüdischen Nation 'und von der doppelten Geschichte, die ihre Glieder Am Schoße der Nationen leben. Die eigene messianische Geschichte und die Geschichte der Nationen.*) Doppelte Geschichte — Geheimnis der jüdischen Nation. Jawohl! Es ist das Geheimnis von der „N e s ch o m o h I e s e r o h" des jüdischen Volkes. „Seguloh" nennt es das Thorawort. 22130 '2 on’vn '51'22 nx amawv a'avn 22a Hütet meinen Bund. Ihr müsset mehr als alle Völker mir angehören. Auch der sprachliche Begriff des Wortes „Seguloh" ist ein Geheimnis und kann in einer anderen weltlichen Sprache kaum übertragen werden. Die Schrifterklärer sind sich darüber einig, daß „Seguloh" jedenfalls ein Kleinod bedeutet. Ein Kleinod, das einzig ist und das nur ein Einziger im Besitz hat. Das ist das süße Geheimnis im trauten Verhältnis zwischen Gott 1B2? 11221 xin 1122 und seinem Volke. nnxpX2 2NX 23 bx22?' '21 2NX 1-222 2NX WieDu,OGott, unvergleichlich einzig Lift und Dein Name einzig, so unvergleichlich einzig ist Dein Volk Israel. .22125 mxannn3 i-vr^ rrampi nnua «2W majn Ein so einzigartiges Diadem des Heils, ist nur noch der Sabbat, der Tag der Ruhe und Heiligkeit, den Du Deinem Volke gegeben hast. Auch andere Völker haben ihren Sabbat, 1.25'v2ix N22? haben ihren Rast, und Ruhetag, doch X2 rHW nat*5 mrinix das Geheimnis der sabbatlichen u e b e r - Seele, der Sabbatgedanke als höchstes Huldigungszeichen, ist ihnen nicht bekannt geworden. Ein sinniges Wort der Weisen berichtet: Als der Sabbat der Schöpfung vor Gott hintrat mit den Worten: nn3. X2 >21 31? p nro 222, 51? p, alles in Deiner Welt ist mit seinesgleichen gepaart, nur ich bin allein geblieben, da antwortete der Schöpfer: 151? p '\T bx2V na32, Israel wird Dein ebenbürtiges Paar sein. drvb xin nix bxw 22;p2i?3'2. Zwischen mir und den Kindern Israels sollst Du ein ewiges Wahrzeichen sein. n'22 '2 2?' ,22ia ,23na ♦nattf 71222 255 In meiner geheimen Schatz- *) Breuer, Messiasspuren. kammer befindet sich ein köstliches Kleinod, das ist der Sabbat, das Liebespfand zwischen mir und meinem Volke Israel. '2d rnw pan nnattn* Auch das heilige Land muß seinen n22? haben — pm2? m2? pX3 — auch Erez Jisroel muß einen Jahressabbat zur Huldigung Gottes feiern mt*, n'2?X22 n22?2 2BX32? BttD ~;22 ganz in demselben Sinne, wie der siebente Tag ein Wochensabbat ist. pxn — nbl5D 'b Du gehörst mir und das Land gehört mir. '2 2ÖX51S? Dlpö 22 021^2 paan ib px Wenn das Gotteswort '2 sagt, so bedeudet das eine ewige, ununterbrochene Hörigkeit. □na 2?vn pxni. Und das Land mußte entblößt werden von seiner Nation, N221 deshalb, ja deshalb, weil wir uns damit begnügten, Auch-Nation unter Nationen zu sein, unsere Eigenartigkeit aber, als '15 22Pa '15, als verinnerlichte Nation, unsere „Nefchomoh Jeseroh", den Gottessabbat, als besondere nationale Huldi» gung des jüdischen Volkes, in seinem Lande, arg vernachlässigten. a2'nin2BD .2/12«? X2 21vx nx /'2J? L2H2V2 — Die Geschichte hat uns das amtliche Programm jener Zeit aufbewahrt. Führende Persönlichkeiten, 2X222 »5P?a a'V5X, Männer von den ältesten Israels, haben es in öffentlicher Auseinandersetzung mit dem Profeten proklamiert. Es lautete: nifiat£?a2 D'15D '\23ni2£2xn Wir wollen gleich sein mit den Völkern, wie die Familien der Länder. Der Galuthprophet 2XP1N' kündet im Namen Gottes: N21VM- ''nn x^ 1'.2 a2N12 2r Was Euch in den Sinn kommt — es wird doch nicht geschehen. — Die lange vorher verkündete Katastrophe war bereits zur Tatsache geworden. Das Thorawort hatte sich erfüllt, ''ninntt nx pm, die nichtgehalte. neu Sabbate mußten wieder ersetzt werden. Denn a21v rna' nia - 'rn mt*/ der Gottes, sabbat Israels, der Gvttessabbat seines Landes, ist das Geheimnis des weltgeschichtlichen Sabbats. Kennet Ihr den uralten, verbürgten und verbrieften Geulahspruch der jüdischen Nation? Er lautet: p Ta mmtp w 2X2V' I2ar* 12X. s'^X55 Sobald die jüdische Nation seine zwei Gottessabbate, den Wochensabbat der Schöpfung und den Jahressabbat des Landes, in pstichttätigev Gottesdiencrschast gefeiert, gelebt haben wird, dann ist die Erlösung Israels, die Erlösung seines Landes, die Erlösung der Menschheit, die Erlösung der Zettender Sabbat der Geschichte, angebrochen. Dann sind wir das geworden, was wir zu sein berufen sind, 222,3 25, ein heilig Volk im Lande der Heiligkeit, pxa 2nx 25, ein einheitlich Volk in Erez Jisrael. Der schlechte Schwiegersohn! Mail berichtete einmal dem Rabbi Levi Jizchak von Berdytschetv (Kduschas Levi) Mll einem berühlnten, hochangesehenen Manne, der in religiöser Hinsicht freidenkend lvar und die Vorschriften der Religion nicht beachtete, sollst aber ein Wolksmann war, die Jnteresserr feiner Glaubensbrüder vertrat Und dchiir strebte, das jüdische Volk aus der Zerstreuung zu sammeln. Darauf erzählte Rabbi Levi Jitzchak von Berdytschew folgendes Gleichnis: „Einst war eilt reicher Mann, der eine einzige sehr schöne und gebildete Tochter hatte. Als er ftir sie eineil Mann suchte, gab ihm einer seiner Freunde den Rat, einen 'Schwiegersohn Ms armem HMse zu nehmen, und begrülldete dies damit, daß ein reicher Schwiegersohn, der in einem reichen Hause auferzogen wurde und die Vergnügungen gewöhnt ist, sich aus dem Reichtum seines Schwieger^ Vaters nichts machen und seine Frau nicht gut behandeln werde. Ein armer Schtoiegersohll werde aber seine Frau wegeil ihres Reichtums zu schätzen wissen, und sie werde bei ihm ein gutes und glücAiches Leben haben. Dieser Rat gefiel dem Brautvater, und er nahm für seine