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Der Israelit · 1922-05-25 · Heft 21 (25.5.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 21 (25.5.1922)
Date
1922-05-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Blätter herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland. sss Mmmer 11. 25. Wai 1922. ----- VIII. Jahrgang 27. Ijar 5682. Inhaltsübersicht. Der Völkerbung und Agudas Jisroel. — Für die Opfer der Hungerkatastrophe tn Rußland. — Oberrabbiner Sonnenseid bei Sir Samuel. — Aguba-Ver. ^amminng in New-York. — Omerbetrachtungen eines Kleinstädters. — Die „Neutralität" des Keren Hajessod. — Aufbau Palästinas und die Orthodoxie. — Der schlechte Schwiegersohn! — Aus der Bewegung. — Spendelisten. Der Völkerbund und Agudas Zisroel. Frankfurt a. M., 23. Mai. Vom 8 C. t x e t a X i a t des Völkerbundes in Genf erhielt unsere palästinensische Landesorganisation als Antwort auf ihr (in unseren Blättern wiedergegebenes) Memorandum die Zusage, daß bei der Behandlung der M and a ts-sra g e die im M e m o r a n d u m niedergelegten G e s i ch t spunkte Berücksichtigung finden werden. Für die Opfer der Hungerkatastrophe in Rußland. Wien, 19. Mai. Die Nachrichten aus den Hungergebieten Rußlands lauten immer betrübender. Direkte Berichte, Telegramme von Nansen und Mitteilungen in der Tagespresse wissen von Erscheinungen zu melden, die für Millionen Menschen und besonders für die in den Städten seßhaften oder dorthin geflüchteten jüdischen Massen das Schlimmste befürchten lassen. Lebensmittel haben selbst im Schleichhandel vollständig aufgehört und die von den ausländischen Hilfsaktionen überwiesenen Bedarfsartikel reichen für das Alternotwendigste nicht aus. Im Auslande regt sich das Mitgefühl mit den Äermstm in allen Kreisen. Mon scheint sich aber immer noch nicht ein richtiges Bild von der unermeßlichen Größe der Katastrophe zu machen, sonst würde es kaum einen Mann oder xinc Frau geben, die sich mit ruhigem Gewissen an den gedeckten Tisch setzen könnte, ohne zuvor zur Linderung der Not beigetragen zu haben. IM Zentralbureau der A g u d a s I i s r o e l fanden dieser Tage abermals Besprechungen statt, um Maßnahmen für die Ausdehnung der Propaganda für die Hilfsaktionen zu treffen. Die Sammlung von Geldern wird in allen Ländern emsig betrieben. Neuerdings hat die Leitung der polnischen Landesorganisation einen Appell an die jüdische Bevölkerung Polens gerichtet, in welchem die Not der russischen Juden geschildert und zu reichlichen Spenden aufgesordert wird. Frankfurt a. M, LI. Mai. Die Agudas Jisroel-Ortsgruppe gründete ein Komitee, das die Aufgabe hat, Mittel für die Hanger Leidenden in Rußland aufzubringen. Mitglieder des Komitees zeichneten als erste Rate 75.000 M. Oberravviner Somensew bel Sir Samuel. Heber diese Audienz berichtet „Kol Jis!- . roc(" folgendes': Am ersten Tage des Chol-hamoed-Pessach ist eine Deputation des „Waad hoir hoaschkenasi", bestehend aus Oberrabbiner R. Ehaim Sonnenjeld n. j. und den Rabbinern R. Moses L. Bernstein, R. Ruwen Schlomo Jungreiß sowie Professor de Haan bei dem High-Commissioner erschienen. Oberrabbiner Sonnenseld drückte vor allem im Namen der Orthodoxen die Freude über die Genesung des High-Commissioner aus, und sprach die besten Wünsche für das' Gelingen der fruchtbaren Tätigkeit des High - Commissioner^ aus. Äir Samuel drückte seine Freude darüber aus, daß er die ehrwürdigen Rabbiner wieder bei sich sehen könne; er hoffe von dieser Audienz gute Erfolge für den Frieden im Lande. Oberrabbiner Sonnenseld führte darauf aus, daß der F-riede in der jüdischen Gemeinschaft sofort da wäre, wenn diese ihre eigentliche Ausgabe, die Realisierung der Thora, erkennen würde. Tie Deputation legte den: High - Commissioner die Forderung der Orthodoxen dar, die Anerkennung der vollständigen Unabhängigkeit der Orthodoxen, die unter dem Namen „Waad hoir hoaschkenasi" orgauß siert sind, und zwar aus dem Programm der orthodoxen Weltorganisation „Agudas Jisroel". Sie wiesen aus die Inkompetenz des Waad ha-leumi hin, an dessen Wahl der Großteil der Orthodoxen in Palästina nicht — der Waad aschkenensi überhaupt garnicht — teilgeuemnren hat. Die Deputation überreichte auch ein Memorandum, welches diese Forderungen erörtert. Der High-Conunissioner durchlas das Memorandum sehr ausmerksaur und sagte, daß er die Angelegenheit womöglich noch vor seiner. Abreise erledigen werde. Die Audienz dauerte nahezu eine Stunde und wies einen herzlichen Eharakter auf. Drei Tage nachher besuchte Mr. Beutwich den Oberrabbiner Sonnenseld in seiner Wohnung, nur über die Ordnung der Gemeindeangelegenheiten zu beraten. Das Gespräch dauerte zwei Stunden. Oberrabbiner Sonnenseld erklärte deziorcrt, daß nur die vollständige Autonomie der Gemeinden die Möglichkeit des Zusammcnarbeitens der verschiedenen Strömungen verbürge und daß tlur eine gerechte Mitbeteiligung der Aguda an der I elvi st) Agency die Mitarbeit der jüdischen Gesamtheit an dem Werke der Entwicklung von Erez Jisroel bewirken könne. - Mr. Bcntwich versprach das Thema dieser Besprechung dem High-Cornmissioner zu unterbreiten. Aguda-Versammlung inAew Aork. Am 24. April fand in Ncw-Pork im Broadway-Eentral-Hotel ein Meeting der Agudas Jisroel statt, an dem 100 Synagogen durch ihre Delegierten vertreten waren. Nach einer Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Mr. Goldstein, tvurden unter anderem Referate gehalten von Rabbiner Dr. Rosenberg (Uonkers), Rabbiner Ben Zion Horowitz uud anderen. Rabbiner N. Garsinkel, der Leiter der Aguda-Zentrale in Amerika, erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Aguda in der Diaspora und in Palästina. Es wurde einstimmig beschlossen, die Kotumissiou zur Heilighaltung des Sabbat zu vergrößern, alle thoratreuen Juden Amerikas unter dem Banner der Aguda zu organisieren und dieselbe moralisch und materiell zu unterstützen, ferner telegraphisch der Jerusalemer Aguda Dank zu Volieren für ihre unermüdliche Arbeit, Palästina im traditionellen Geiste aufzubaueu. Die Schlußrede wurde von Dr. Simon aus Heidelberg, der gegenwärllg in Amerika weilt, gehalten. Omer-Vetrachlungen eines KleinWters. (Fortsetzung.) Wenn die nach Kanaan zurückkehrenden Zionisten in freier Sicherheit wieder die Sichel an das eigene Getreide legen können, wenn sie die Güter gesichert glauben, die uns Pessach gebracht hat, so ist das Ideal ihrer Wünsche erreicht. Das Gesetz, das uns Schwuos gebracht, zählt bei ihnen nicht, und ihm zählen sie nicht, ihre Tage und Wochen entgegen, wie das die ganze Judenheit tut, die aus der Ueberlieferung der Väter weiterb aut. ')£• Wer steht uns höher als Moscheh? Von ihm sollen wir doch wie von keinem anderen die rechte Gesinnung lernen können, die uns für den Besitz des heiligen Landes begeistern soll. Denn auf die mosaische Religion muß er sich doch wie wohl kein anderer sonst verstanden haben. Nun denn, warum sehnte sich Moscheh, unser Lehrer, das Land Israel zu betreten? fragt Rabbi Simlai im Talmud, Traktat Sotah 14a: „Wollte er von seinen Früchten genießen und sich au deren Vorzüglichkeit fälligen?" „Gewiß", würden unsere Zionisten auf diese Frage antworten, „gewiß wollen wir das. Wir wollen unseren armen Brüdern eine öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte schassen, und sie sollen die Früchte des heiligen Landes genießen und sich an ihrer Vorzüglichkeit sättigen." Das ist ihr höchstes Ziel. Aber wie unvergleichlich höher steht die Gesinnung, die Rabbi Simlai unserem großen Lehrer zuerkennt, wenn er ihn sprechen läßt: ntt>ö -löK "p »St ro’Vfio pw >Viw* nnxa ro-a lö^pfT® ns ptf DiS’K >rr-»V' pK3 So sprach Moscheh: „Biele Miztvos wurden Israel geboten, die nur im Lande Israel erfüllt werden können, ich möchte das Land betreten, damit sie alle durch mich erfüllt werden." An diese Pflichten denken die Wortführer unserer Zionisten nicht, dürfen sie nicht denken und können sie nicht denken. Wiie könnten sie auch die Pflichten, die sich an das heilige Land knüpfen, für dasselbe begeistern, wenn sie nicht einmal denjenigen Pflichten gerecht werden, die auch außerhalb Erez Jisroels unerfüllt auf ihnen tasten. 'Deshalb haben die zionistischen Bestrebungen nichts mit der großen N12LV von 31V?1 ’jTW p» gemein. Wenn es von dieser Mizwo heißt, daß sie so schwer auf Gottes Mage wiegt, wie alle übrigen Mizwos zusammen, so begreift sich das Verlangen derer nach dem heiligen Lande, deren Leben auch außerhalb derselben in der Sehnsucht ausgjeht, Gottes Gebote mit treuer Gewissenhaftigkeit zu erfüllen. Me edel

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