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Der Israelit · 1922-05-11 · Heft 19 (11.5.1922) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 19 (11.5.1922)
Date
1922-05-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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berichten habe. Erwartet in Heil und Gesundheit Euren mit Adona zurückkehrenden Sohn Jtrmetas." Salomo hatte bereits unzählige Male den Brief gelesen, und er weckte immer von neuem glühende Sehnsucht in ihm. Es machte ihm jetzt besonders Vergnügen, in jeder freien Minute zu den Pilgern auf die Wiese hinauszugehen, um von ihnen zu erfahren, wie es drüben hinter Wasser und Wüste aussah, wie und wie lange fie gewandert, durch welche Länder fie zogen und welche Strecken sie noch zurückzulegen hätten bis Mekka, über welche Gegenden und Städte ihr Weg noch führte. Auch ließ er« sich haarklein berichten, wo und wie sie den Brief erhalten hätten, wie die Leute aussahen, die ihn überbrachten, woher diese kamen und wohin sie gingen. Und sie erzählten alles was sie wußten und nicht wußten mit bilder- und blumenreichsten Worten. Es war ihm eine Wonne, mit unterschlagenen Beinen neben den Turbanleuten mit den Nargilepfeft. a zwischen bunten Bändern, schillernden Tüchern und buntgesttckten Teppichen zu sitzen und ihr n phantastischen Erzählungen über allerlei Reiseabenten r zu lauschen. Wenig kümmerte er sich in di ,en Tagen um Bechers Hof und Acker und ve nachläsflgte sogar Malku. Die sah ihn traurig an und schwieg . . . »—i £=d t—i «—M, f—! fei i—7 Als man eines Morgens aufstand, war der Platz auf der Wiese leer, die Zelte abgebrochen. Die Pilger waren schon mit Anbruch der Nacht, da alles schlief, aufgebrochen und mit Sack und Pack, Mensch und Tier> im Dunkel der Berge weiter östlich gezogen. Man hatte Beamte des. königlichen Dtadta in der Gegend gesehen, da zogen es die klugen Pilgerhändler vor, sich vor diesen und den Zollschckanen in den Schutz der Nacht und Wüste zu begeben. An diesem Morgen war auch Salomo nirgends zu sehen, weder in Bechers Hos, noch in der Schmiede, noch in der Mesgid. Er war verschwunoen ohne Spur zu Hintersassen.- Zunächst vermißte ihn nur Malku. Sie ahme und schwieg. Als erst gegen Abend auch Becher und Vater Ntssim die Flucht Salomos bemerkten, waren bereits vterundzwanzig Stunden verstrichen und zum Nachsetzen aus den unbekannten und ungeebneten Wüstenwegen war es zu spät. zu spät. Familiennachrilvten. Barnnzwohfeier. Arthur und Edgar, Söhne deS Herrn Joseph Weichsetbaum, Berlin NW. 6, Albrechtstratze 14. Silberne Hochzeit. Adolf Deutsch und Frau, Wiesbaden. Frankfurter Krriiyrr. Iakov Irarrk n"*n 'tt dv kam dahier ein Mann zu map, der es wahrlich verdient, daß man ihm einige Worie des Gedenkens widmet. Jakob Frank entstammte einer angesehenen unrerfranktschen Familie und kam vor zirka 37 Jahren hierher, wo er an der Gelte seiner ihm gleichgesinnten Gattin ein echt jüdisches Haus gründete. Er fand neben seinem Berufe noch die Zeit, P2P zu sein, um das in der Jugend Bersäumte nachjuholen. Es gab kaum einen Vortrag, eine Veranstaltung oder sonstige Gelegenheit zur Belehrung, die nicht Jakob Frank in der vordersten Reche gesehen harre. An dem Kehtlloleben nahm er regen Anteil und war ein glühender Freund der Neltgtonsgesellschaft. Bon tiefer Religiosität beseelt, verrichtete er sein Gebet mit einer Andacht, die geradezu vorbildlich war, in der freudigen Erfüllung der nwcv fand er seine tiefste Befriedigung. Dabet war er ein rechtschaffener, biederer, bescheidener und anspruchsloser Charakter, von seltener Liebenswürdigkeit und von steter Hilfsbereitschaft. Das Gebot v'ipv mn V1X to D)b&2 hat er mit großer Gewissenhaftigkeit erfüllt, ja, es wurde ihm nachgesagt, er grüße jedes Kind auf der Straße. Seine legte Zeugnis ab von der Wertschätzung und Beliebtheit, deren er sich in allen Kreisen erfreute, denn es war ein sehr siattiiches Trauergefolge, das ihm die letzte Ehre erwies. mir am Eiohtnhtlmer Turm TANZ-PALAST Kaffe» ersten Ranges Wainlclaum. SOHUUANN- Theater mit dem sensationellen großen VARIETE Programm ist heute das Tagesgespräch Täglich 71/» Uhr: Grolle Vorstellung. Näheres siehe die Anschlagsäulen. Sein Andenken wird in uns fortleben als das eines braven, wackeren Mannes und eines aufrichtigen Jehudi. n"2m Aas Israelitische Krankenßeim „Kumperhsches Siechenßans" in Not. Wer mit den Verhältniffen der Krankenfürsorge vertraut ist, der wußte schon lange, daß das hier so segensreich wirkende Gumpertzsche SiechenhauS mit feinem Kränkendest««!» einen schweren, sorgenvolle« Kampf um die Existenz der Anstalt zu führen hatte. Wenn man berüastchtigt, daß selbst die mit Klaffen versehenen Krankenhäuser trotz ihrer hohen Forderungen kaum erhaltungSsähig in der Jetztzeit bleiben, läßt es sich ermessen, was es heißt, die chirurgische bezw. medizinische "und wirtschaftliche Versorgung einer großen Zahl armer Schwerletdender durchführen zu müssen. Nur durch eine von einem wundervollen Idealismus getragenen Hilfsbereitschaft von Freunden, Gönnern und Mitarbeitern der Anstalt konnte bis jetzt das Schlimmste verhütet werden. Jetzt aber vor die Unmöglichkeit gesetzt, das Siechenhaus in der bisherigen Weise fortzuführcn, um zu verhüten, daß hilflose Menschen in grausame Not geraten, hat fich neben der Verwaltung aus allen Kicetsen ein Hilfskomitee gebildet, um durch Aufbringung der dringendst erfordelichen Mittel die dem Krankenheim drohende Gefahr des Zusammenbruchs abzuwenden. Wir sind überzeugt, daß der Hilferuf, der hier an die Judenhett ergeht, diesem herrlichen Ltebeswerke gegenüber nicht umsonst verhallt unb daß jeder einzelne sich bewußt ist, daß es gilt, jüdischen, von schwerem Leid betroffenen Kranken helfend beizustehen. Aeratungsstesse für ostjüdische Alüchtlinge. Die genannte Beratungsstelle Langestraße 30, teilt uns mit: Laut Mitteilung deS Polnischen Generalkonsulats Berlin, können bet Vorhandensein bestimmter Voraussetzungen nur diejenigen männlichen Personen einen polnischen Patz erhalten, die der RegistrterungS» pfltcht nachgekommen sind. Zur Registrierung verpflichtet find gegenwärtig die Jahrgänge von 188s bis 1902 und falls eS sich um gewesene Offiziere handelt, auch noch die Jahrgänge von 18<9—1885. Es ist ganz gleich, wie lange sich die in Frage kommenden Personen in Deutschland aufhallen. Auch diejenigen, die bereits vor dem Kriege hier ansässig gewesen sind, fallen unter die vorstehenden Bestimmungen. Der Termin zur Registrierung war, was im allgemeinen unbekannt ist, der 8. Mat 1921. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich nachträglich registrieren zu taffen. Zu näheren Mitteilungen sind wir in unserer Sprechstunde gern bereit. Saööatausgang-Norträge im Mekor A-ajim. Die Midrasch vörträge deS Mekor Chajim vor SabbatauSgang, die sich von früher her großer Beliebtheit erfreuen, werden mit diesem non 'D rat? wieder ausgenommen. Die Borträge finden im Hörsaale Jriedberger Anlage eine Stunde vor Nacht statt. Knrtst«mssteMm-. In der Kunsthandlung Trittler, Coetheplatz find unter anderem ausgewählte graphische Arbeiten von HauS Thoma, besonders landschaftliche Motive, ausgestellt Bon den Probe- und ZustandSdrucken Hans MeidS wären an erster Stelle die ganz vorzüglichen Jllustratiomen zu Lenaus Faust zu erwähnen. Jntereffant find ebenfalls die Radierungen von I. Thiel, Freiburg, von dem jüngere und ältere Arbeiten zu sehen sind. Ferner erschien im Verlag der Kunsthandlung Trittler eine neue Rdaierung des bekannten jüdischen Radierers Hermann Struck „Wandernder Jude", die wir sowohl Sammlern als auch als echt künstlerischen Wandschmuck empfehlen können. Verein-kalender. Verein Mekor Chajim. SamStag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dimm"; Herr Rektor Falk. — mittag 12 Uhr „Melochim"; Herr Prof. A. Wen!. - nachm. 7,5 Uhr im Vereinslokale: ^Mikron- Herr Leopold Oppen hei me r. — Eine Stunde vor Nacht im Hörsaale Friedberger Anlage: „Midrasch"-Herr Redakteur S. Schachnowttz. Sonntagvorm.97« Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — abends präzis 8»/« Uhr: GeschichtS. vortrag über ,.Von Rabbi Jakob Baal hatturim bis Rabbi MoseS JfferieS" (Entstehung des Schulchan Aruch); Herr Redakteur Schachnowttz. M on tag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr ^Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 6 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. Donnerstag abend 6 Uhr: „Mlfchnah"; Herr Rektor Falk. Allmorgendlich „Mischnalernen". Allabendlich „Schatz-Lernen"- Herr H. H a l p e r n AgndaS Jisroel-Jngendgrnppe. SamStagvorm. 7,11—7,12 Uhr: „Chaje Odom"; Herr Dr. W. H o s m a n n, Eschenheimer Anlage 1. — 11'/, Uhr: „Schatz"; Herr H. Halpern. — 117. Uhr: „Mischna"- Herr A.Hirschberg. — nachm. 4 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hof. mann. — 7. Stunde vor Nacht: „Sefiroh. Lernen"; Herr Dr. Ehrmann. Sonntag vorm., 8 Uhr: „Ehumtsch mit Nascht"- Herr Leopold Oppenheimer. — 7,* Uhr abends: Generalversammlung. — 7, Stunde vor Nacht: ^Sefiroh-Lernen" - Herr Rachel so hn. Montag vorm., sowie an allen anderen Wochentagen von 7.7—7,8 Uhr: „Sanhedrtm-Schiur"; Herr Dr. Ehrmann. — 7, Stunde vor Nacht: „Sefiroh-Lernen*; Herr Dr. Markus Lange. — 9 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herrn. Htrschberg. Dienstag abend 7, Stunde vor Nacht: „Sefiroh- Lernen"; Herr Dr. Hofmann. — 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hosmann. Mittwoch abend 7, Stunde vor Nacht: „Sefiroh- Lernen"; Herr Pros. Sulzbach. — 9 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna, Kleine Obermatnstr. 30. Herren und Damen. — 9 Uhr: „Sukkoh"; Herr Leop. Oppenheimer. Donnerstag abend % Stunde vor Nacht: „Sefiroh, Lernen"; Herr Rakow. — 7,9 Uhrr BücherauSgabe. — 9 Uhr: „Mischna" für Forrgeschrtttene; Herr Herrn. Htrschberg. AgudaS Jisroel-Mädchengrnppe. SamStag vorm. 117, Uhr: „Tehtllim";HerrLoutS Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. M 0 n t a g a b e n d 7-9 Uhr: „Hebräischer Sprachkursus"; Frl. E. Horoviez. Dienstag abend 7,9 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufm ann. Donnerstag abend 9—10 Uhr: „Htrschlektüre"; Herr Dr. Ehrmann. Verein sn SamStag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage und Sonntag nachm, eine Stunde vor Mincha Langeftratze 18; Herr Pros. Dr. Sulzbach. veshamidrasch, Osteudftrafte 18. Sonntag früh 8—9 Uhr, Montag u. Mittwoch abend 8-9 Uhr: „Gemoro-Schtur" HQp Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Täglich 7, Stunde vor Nacht „via m"; Herr Röfenzwetg. Ostendstratze 18 DW man- Rabbiner S. Weber „jvp npw sevivs»"; Sonntag bis Freitag früh und Samstag 67,-77, Uhr nachmittags. Beshamidrasch, Rechneigrabeustrafte 5. Täglich 7, Stunde vor Nacht sowie rut? 41/, Uhr: Herr Rabbiner S. Weber jvdk *piß. HeSetzetterr. rotp. rettag abend 7.30. amsrag morgen 8.—. SamStag nachm, 5.—. SamStag abend 8.55. Wochengott es dienst: Morgens 6.15. Nachm. 7.—

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