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Der Israelit · 1922-04-11 · Heft 15-16 (11.4.1922) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 15-16 (11.4.1922)
Date
1922-04-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12. 9h. 15 o. 16L L« AKr«kL 11. Aprll 1S3L aber die Kanzel in Mißkredit arroten se«, so feh'e eS mich an Nachwuchs für die Ravbtner, viele vreryen ihre rabbinischen Studien, die sie begonnen, wieder ab, um in eine andere Karriere einzutreten. Es müsse demnach etwas Ernstes geschehen: strenge Auswahl unter denen, die sich dem Rabbinerberuf widmen wollen, die Rabbiner mühten durch Lebenswandel und begeisternde Predigten die Gemeinden gewinnen, Bibelübersetzungen seien zu veranstalten, daß die Gemeinde» Mitglieder zum Bivellesen gebracht und für die in Mißkredit geratene Bibel wieder gewonnen werden usw. Ein besonderer Bortrag von Harry H. Mayer über die Geschichte der jüdischen Predigt, der sich besonders mit dem berühmten jüdischen Kanzelredner Jellinek beschäftigt, führt die Anforderungen, die an die Tätigkeit des Rabbiners als Prediger zu stellen sind, in großer Gründlichkeit aus. Es liehe sich hier ja vieles bemrkennamentlich liehe sich ja die Frage erörtern, wer denn die Schuld an der Mißachtung, die die Gemeinde gegen die Bibel empfinde, träge; doch alles, was hier zu sagen wäre, soll hier nicht erörtert werden. Allein, warum die Reform und namentlich die von Wise und Lilienfeld, die noch immer den Anhängern des „Minhag Amerika" als Jdealrabbiner gelten, inaugurierte, keine Erfolge habe und keinen hoben könne, darauf sei hier in wenigen Worten hin» gewiesen. Die Kanzel erzielt keine Erfolge, so klagt man; ja, für das Judentum des Amerikanismus besitzt die Kanzel keine werdende Kraft, weil diesem Judentum seine Lebenskraft fehlt: die Thora. Diese üben und um dies zu können, sie lernen, das hat dem Judentum bis jetzt seine Dauer verliehen und wird sie ihm auch weiter verleihen. Das Resultat, wie es ui s in diesen Berichten vorliegi, ist bk trübend. Jedoch nicht allein für die Reformpartel, sondern vielleicht noch mehr für diejenigen, denen die Thauro mahgebend für die Führung des Lebens ist. ES ist retrübend, sich sagen zu müssen, daß eine so große Menge des in Amerika lebenden Judentums durch die Formel des „Amerika» nismus" dem wahren Judentum entfremdet wmde. Aber in allem Leid auch ein Trost: der Umschwung der Zeilen hat neue Kräfte über den Ozean geleitet, die geeignet sein werden, dem allen Judentum eine Stätte der Thauro zu bereiten und die Minoritäten, die drüben niemals gefehlt haben, in ih'en Bestrebungen zu stärken und den Ansätzen zur schönen Entfaltung und zu einer Achtung gebietenden Stellung zu verhelfen. Allein es soll nicht unerwähnt bleiben, dah ein erfreulicher Punkt uns in den Verhandlungen begegnet. Der Joint hat den armen Flüchtlingen reiche Unterstützung zufließen laffen, die Mittel aber gingen zu Ende und nun hat die Konferenz an alle Rabbiner in den Vereinigten Staaten ohne Unterschied der Richtung einen Aufruf ergehen lasten, durch zu veranstaltende Sammlungen die armen aus Galizien geflüchteten Rabbiner und ihre Familien vor dem Untergange zu retten. Alle, alle folgten diesem Aufruf und es konnte schon die mangelnde Hilfe des Joint ersetzt werden.. Der Bericht enthält auch einige Nachrufe zu Ehren verstorbener bedeutender Männer. Natürlich fehlt einer auf Jakob H. Schiff nicht Daß dt« fer Wohltäter der Menschheit aus Frankfurt a. Ai. stammt und ein Schüler der von Rabbiner Hirsch gegründeten und geleiteten Realschule der Israelitischen Reltgionsgesellschaft in Frankfurt o. M. war, der er von Zeit zu Zeit in dankbarer Erinnerung seine Aufmerksamkeit bewies, sei hier noch bemerkt. Aus zwei lesenswerte Abhandlungen, die der Bericht enthält, möchte ich noch Hinweisen, die schon erwähnte History of Jewish preaching mit besonderem Hinweis auf Jellinek von Harry «. Mayer und Attitüde of the jews toward the nonjews von Jakob E vaurerbach, wenngleich ich gegen die einleitenden Worte zu letzterer Abhandlung einige Bedenken habe. " 8. 'ibximi mim bs'jvm rsts rviisvj ibd Leopold Grünewald, Kriegstagebuch. Budapest 1922. Katz« berg. kt. 12. 128 S. Im Jahre 1915 ist der Verfasser in die österrnngarische Armee eingetreten und hat bis zum Friedensschlüsse au bcrschiedeuen Fronten gekämpft. Erweis; viel zu erzählen und erzählt schön und unterhaltend. Aber nicht nur von den Leiden der Strapazen, des Hungerns, des Lebens in den Unterstünden des Jammers in den Lazaretten weih er zu berichten - es weist mehr zu erzählen als andere, die ihre Tagesblätter veröffentlichen, er weiß uns über die Leiden eines Juden im .Kriege manches mitzuteilen. Für sein geliebtes Ungarn hatte sich der Verfasser )rendigen Herzens nach Erlau zur Gestellung begeben, fein Vaterland aalt eS ja zu verteidigen; wie freute er sich, beider Militärkoinmission sich anmelden zu können. Tie Antwort: «Gut, Jude, stell dich in die Ecke und warte!" Ein kräftiges Schimpfwort hallte noch hinterdrein. Enttäuschung! ES war der Auftakt zu drei Monare langen Beschimpfungen und Schmähungen und Ohrfeige». Püffen, Stockhieben und- Anbindungen. Tie körperlichen Mißhandlungen waren allerdings interkonfessionell, aber des höheren Prozentsatzes erfreuten sich die Juden. Nach drei Monaten tainen andere Führer, da wurde es besser, allein die Zeichen des Antisemitismus hörten nicht auf sich zu offenbarten, wenn auch nicht gerade immer als beteidigend aber immer verletzend. ' Ob dies nun grade allein in der üsterr.-ungarischen Armee so war? Tie Beobachtungen, die bei kurzen Urlaubspausen der Verfasser zu machen Gelegenheit Lutte, tote Mer das Leben der Juden in der Bukowina, der Herzegowina, in Albanien, die Feststellung der Grabstätte des Sabbatai Zewi u. a. machen die Schrift noch interessanter. Kleine mit Humor vorgetragene ergötzliche Erzählungen^ die der Verfasser' gelegentlich 'einzustreuen weiß, oder Erinnertuigen an seine Jugendzeit und sein Elternhaus, wenn Fästeszeiten die Parallele von Einst und Jetzt hervorzwingen, heben über die traurige Stimmung hinaus, in welche uns die Vergegenwärtigung der Märtyrerzoit des Krieges versetzen könnte. Zn bedauern ist nur, daß der Korrektor nicht besser seines Amtes gewaltet hak. und wundern muß man sich über den Verfasser, der doch wahrlich kein Neuling in der hebräischen Literatur ist, daß er mit der schon im Deutschen — aus dem Französischen .überrrommen als unglückliche Redensart empfundenen Redensart vom „Platz nehmen" das Hebräische belastet hat, wie I. 88, das :np uuo Dipa :jnpb beweist. Als Resultat seiner Erfahrung gilt dem Verfasser: Antisemitismus überall! Was haben wir nun zu tun? Thauro lernen und Thauro üben! Das find die Waffen unserer Abwehr und unserer Erhaltung. Wer, der die Geschichte der Judenheit kennt, wollte die Wahrheit dieser Schlußgedanken unseres „Kriegstagebuchs" bestreiten?! S. Lamms Pracht Havadah «"»ob bu> m:n. R.u übersetzt von Dr. B. Königsberger. Illustriert von M. Kunstadt. Verlag Louis Lamm, Berlin, 1922 Der Titel besagt nicht zuviel. Es in eine Prachtyagadah, jedes Blatt ein Kunstwerk für sich und k>as Ganze eine Wonne für das Auge des Kindes wie des Erwachsenen. Jede Sederhandlung, wie auch sonst manche Uebung aus dem religiösen Leben des Jahres finden mitten im Texte ihren schönsten bildhaften Ausorl. ck. Eigene eingefügte Kunstblätter zeigen die „Fronarbeit in Mtzrajim", die „Bier Söhne", „Israel am Meere" und die „Zehn Plagen".- Hebräischer wie deutscher Text sind umrahmt von allerliebsten farbenfrohen Vignetten und Stimmungsbtldchen sind und gut und deutlich gedruckt, und die Uebersetzung gibt den klaren einfachen Wortsinn getreu wieder, ohne sich in zweifelhaften rhytmischen Nachbildungen zu versuchen, was diesem religiösen Prachtbuche ebenfalls als Üortetl angerechnet werden muß. •«oxöxni'nnnanv'Virivn nwrv ISO Budapest 5682 (1922). Gebr. Kotzburg. Diese etwa im Jahre 1790 anonym unter pseudonymer Druckortangabe erschienene Schrift, die sich gegen die Umtriebe einiger Schüler oder Anhänger des R. Nathan Adler wendet, die scharfe Maßnahmen gegen sie, aber auch gegen den Meister, seitens des Rabbinats und Vorstandes der Gemeinde zu Frankfurt a. M., beranlaßten, wieder auszugraben, fühlt sich die genannte Buchhandlung veranläßt. Mit einem Vorwort, das den Streit und die Persönlichkeit R. Nathans behandelt, begleitet sie Herr Grünwald, der dieses mit einem recht vernünftigen Worte beginnt. Er habe sich zuerst besonnen, als die Bnchhandlung ihn um eine Einleitung für diese Schrift ersuchte, ob es nicht besser wäre, den Streit nicht wieder aufzurühren, und die Vergangenheit oergangen sein zu lassen. Nur schade, daß die Vernunft ilicht gesiegt hat. Eine Schrift, die zwei Verfehmnngen gegen R. Nathan enthält, läßt von diesem für den' naiven Leser kein günstiges Bild entstehen, und daran ändern die Lobeserhebungen in der Vorrede nichts. Rabbinat nnd Vorstand aber, die es si ue.tich w wh keweim, futi j doch tu ötuiUuum unmifien haben, werden nicht entlastet, was doch eigentlich Herr G. wie er schreibt, bezwecken wollte, da es seine Absicht war, zu zeigen, wie jene Männer, wenn es der Wahrheit galt, als tapfer sich bewährten und auch die Größten nicht schonten. Ten Streit, nur eia Sturm im Wasserglas, ganz ohne geschichtliche Bedeutung, längst vergessen, hätte man nicht durch Wiedererweckung des auch ganz vergessenen Pamphlets wieder in Erinnerung bringen sollen: Schweigen wäre vernünftiger gewesen. b. Slügegangene Sucher. Das Wesen des Judentums. Von Lev B a e ck. 2. bearbeitete Auslage. Frankfurt a. M. 1922. 1. K ansfma n n , Verlag. Preis geh. 45 Mk. geb. 60 Mk. Tie Josephscrzählung. Von Rabbiner Tr. Jakob H 0 rv v i tz. Frankfurt a. M. 1921. I. K n nffmann. Preis geh. 32.50 Mk. Ercz Israel. Geographie von Erez Jsroel für Mittel- und Volksschulen (hebräisch) mit Karten und Zeichnungen. Von Tr. Samuel K l e in. Wien. Hebräischer Verlag „M e n o r a h". Bildertafeln für den hebräischen Anschanungsunterricht. 1. Getreide, Kräuter und Blumen; 2. Ter Körper des Menschen und seine Organe. Wien. Hebr. Verlag „M e n v r a h". Das Buch der Richter. Uebersetzt und erläutert von Tistriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer. Franbsurt a. M. 1922. Verlag von Sänger - L Friodberg. Preis geb: 40 Mk,; HtkKÜgl. Sörtim enterzüschlag. Tic mündliche Lehre und ihr Dogma. 1. Heft. Von Rabbiner Tr. S. Kaatz. Leipzig 1922. Verlag von M. W. K a n s m a n n. Preis geh. 20 Mk. Der große Maggid und seine Nachfolge. Von Mar- . . iin Bube r. Frankfurt a. M. 1922. Literarische Anstalt Rüttten L Löning. Gespräche mit Gott. Von Paul Mühsa »-/.Dresden. Verlag von Rödel L Cv. Ans dem Lchicksalsbuch der Menschheit. Von Paul M ü h s a m. Mehr Mensch. Von Paul M ü h s a in ., Leipzig. F. W. G r u n o w. Worte an meine Tochter. Von Paul Mühsam. Dresden. Verlag von. Rödel & Eo. Kriegstagebuch. Von Leopold G r ü n w a l d (hebräisch). Budapest 5682. M. K a tz b u r g. Wissenschaft und Zukunft. Eine Schriftenreihe, herausgegeben vom Bund für antropvsophische Hvchschularbeit: a) 11 n g e r, Tie Autonomie des philosophischen Bewußtseins; d) B a e ck h, Es werde Licht; c) R v m e r , lieber die Zahnkaries. Stuttgart 1921. Ter kommende Tag,. A.--G. Kurze Geschichte der Juden in England. Von Rev. H. P. Stokes. London 1921. Rilfsifch-jüdifchc Flüchtlinge in Osteuropa, cEnglisch). Bericht über die Konferenzen in Genf unter den Auspizien des Völkerbundes im August und September 1921. Bon Lueien Wolf. London 1921. Joint Foreign Committee. Der Jude. Eine Monatsschrift, herausgegeben von Tr. Martin Bub er. Heft 2 bis 5 des 6. Jahrgangs. Abonnementspreis. 20 Mk. vierteljährlich. Berlin 1921 — 22. I ü d i s ch e r Verlag: Ost nnd West. Illustrierte Monatsschrift, heransgegeben von Leo Winz. Heft .1—2 des 22. Jahrganges. Berlin. Verlag „Ost und West". Zinai. Tie Gebote Gottes als Ethik des reinen Sollens. Für ihre jungen, denkenden Befolget' und Befolgerinnen in aller Menschheit. Dargestellt von Tr. Benjamin Cohen. Rabbiner der Jüd. ReligivnSgesellschaft zu Heilbronn. Gießen 2921. Buchdruckerei Otto M e n e r. Die Jüdische Religion in Gegenwart und Zukunft. Von Neman. Leipzig 1921. Gustav Engel. Indische Probleme in Palästina. Von Dr. A. I. S n ß n i tz k i. Berlin 1921. Verlag George stilke. Das .Hohe Lied, Neu übersetzt und ästhethisch nnd sittlich beurteilt von Privatdozent Tr. Martin Thilo-Bonn. Bonn 1921. A. M a r - kuS L E. Weber. Zwischen zwei Zeiten. Erzählung von Louis A s ch e r. Berlin 1922. Philoverla g. Henriette Goldschmidt. Ihr Leben und ihr Schaf seu. Targcsteltt von Josephine siebe nnd Tr. Joh. Pinter. Leipzig 1922. Akademische Perlagsgesellschaf t. Der Weg durchs Jenseits, lieber den Tod als Neugeburt und über das Leben jenseits des Grabes. Bon F. V. Schöffel. Pfnlligen. Joh. B a u m , Verlag. Die okkulte Welt. (Nr. 39—40 Peter, Phantome Lebender; Nr. 54—55 N e it nt a n n , Tie seelische Behandlung von Krankheiten; Nr. 73 Mikuska, Tas Problem des Lebens; Nr. 82 bis 83 von R e che n b e rg -L i n te n , Die innere Stimme und das höhere selbst; Nr. 100 Peter, Tas Phänomen der eingebrannten Hand.) Zionismus und Völkerbund. Von Tr. Siegmund Kaznelson. Berlin 1922. I ü d i s ch e r V e r - l a g. Der Xll. Zionistenkongreß. Karlsbad 1.—14. Sept. 1921. Berlin 1922. Jüdischer Verlag. David Wolfsohn, sein Leben und Wirken. Bon Abraham R o b i n s o h n. Berlin 1921. I ü - bischer Verla g. Verrat am Deutschtum. Eine Streitschrift zur Judenfrage von Wilhelm M i ch e l. Hannover und Leipzig. Perlag Paul Steegemn n n. Erinnerungen ans meinem Leben. Bon Tr. Joseph S. Bloch. Wien und Leipzig. Verlag R. L ö w i t. Judenproblem. (Vierte Auslage). Von Isaak Breuer. Frankfurt a. M. Verlag I. K aufs m a n n. Vice Jahrtausende jüdische» Palästinas. Bon Prof. Dr. Samuel Krauß-Wien. Frankfurt a. M. Verlag I. K a u f f m a n n. Ostjüdischer Humor. Von Chaim Bloch. Berlin. Vertag von Benjamin Harz. Hersch,OstroPoler. Von Chaim Bloch. Berlin. Vertan von Benjamin Harz-. Der Born Judas. Legenden, Märchen und Erzählungen, gesammelt von M. I. Ben Äorion 6 Bände, 4. Band Weisheit und Torheit. 5. Band Volkserzählungen. Leipzig. Insel- Verlag.

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