Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1922-04-06 · Heft 14 (6.4.1922) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 14 (6.4.1922)
Date
1922-04-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450189-2450203--69675-2526862
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

. _ UMrMü, MLÄW wmtMiWes WW LUiWrWn Schüler auf B fr iunq vom SchlUunterrichtlan 2'Ql'' 2'2ll2 gtzwährkeWn^ ^itt UWtfger neuer ,gerrkten' ift. 'Ter UnterriHtsminffter had am- 24.. ÄüWk 1924 'DeM'gt-':.. „W enn tzvangektschb Schu^, fen von Schülern katholischen Bekenntnisses besucht' nltvden,- so - sind" die von der katholischest Kirche MboteNett Festtage für diese Schüler'als schulfrei anZusehen, ohne daß es eines besonderen Antrages der Eltern bedarf. Es ist daher auch nicht zulässig, das Fehlen an diesen Tagen in den Schulzeugnissen als Schulversäurmus zu bemerken. Tas gleiche gilt sinngenräß . . für chdische Schüler in christlichen Schulen.^ Wenn demnach das Wegbleiben vom Unterricht auch ohne besonderen Antrag geschehen kann, so möchten wir doch allen Eltern raten, wenn nötig unter Berufung aus diesen Erlaß, den Schulen krytzdein vorher Mitteilung zu machen; der Erlaß war in'den Amtsblättern veröffentlicht und muß den Schulen bekannt sein. Aus Rah und Fern. Darmstadt, 25. März. A n a l l e K olle - Ken! Auf das Ansschreiben der vakanten Lehrerstelle in Michelstadt i. O. bemerken wir, daß es sich nur *ctne sehr leistungsfähige Mittelgemeinde handelt. Wir warnen aUe Kollegen vor. Bewerbung und Annahme, biD die Gemeinde ein Einkomm-eu nach Besoldungsgruppe 7 garantiert. Die Arb ei t s g ein eins ch nf t der israelitischen Lehrervereine in Hessen: I. Lebermann, I. Simon, Darmstadr. Darmstadt. Fmuksurler Krrilhtr. Weratungsstesse für ostztzdifche Atüchtkinge. Tie Tätigkeit der hiesigen „Beratungsstelle" im Zeitraum vom 1. August 192! bis 1. Mai 1922 ist/ Die bisher, von dem Gedanken getragen iv-orde:!, die Fürsorge für die ostjüdischen Flüchtlinge derart zu gestalten, das; die Fnteregen des deutschen Staates und der deutschen Judenheit ebenso wie die der Flüchtlinge selbst gewahrt bleiben.' Diese scheinbar sehr entgegengesetzten Interessen sind, wie die Praxis beweist, d ur ch a u s zu vere i n e n. Was zunächst die Stellung des deutschen Staates anlangt, so sind ihm, wie verschiedentlich Aenßerungen des preußischen Aiinisteriums des Innern zeigen alle Bestrebungen, die sogenannte Ostjudenfrage aus sozialpolitischem Wege zu lösen, außerordentlich willkommen, da eine zwangsweise Lösung dieser Frage aus staatsrechtlichen und politischen Gründen, deren Anführung zu weit führen würde, unmöglich ist. Tas deutsche Judentum hat ebenfalls großes Interesse, die ostjiidische Turchwanderung in einer Weise zu lenken, daß die deutsche Volkswirtschaft so gut wie gar nicht belastet wird, und dadurch dem Antisemitismus eine willkommene Waffe aus der Hand zu nehmen. Auch den Flüchtlingen selbst muß an einer geregelten Fürsorge, die ihnen an Stelle von zeitweiligen Almosen die Möglichkeit zur Existenz zu schaffen sucht, -gelegen sein. Die Beratungsstelle hat in ihrem Bestreben, das Oftjudenproblem in ihrem Arbeitsbereich auf sozialpolitischem Wege einer Lösung uäherzubringeu, zunächst eine Auswanderung aller derjenigen Ostjudengefördert, die die Möglichkeit zum Perlassen Deutschlands hatten. Durch Gewährung von Reisegeld. Verschaffung von Pässen, Sichtvermerken und Erledigung sonstiger Konsularsachen gelang es, in den Berichtsmonaten die Auswanderung von 274 Ostjuden zu «rrreicheii, die sich nach Frankfurt und Umgebung gewandt hatten Dazu kommen noch über 109 Personen, denen außerhalb Frankfurts Arbeitsstellen nachgewiesen wurden. Dieser auf die Entlastung Frankfurts gerichtete Zweig unserer Tätigkeit hat insbesondere auch die Anerkennung dos hiesigen Polizeipräsidenten gefunden. Natürlich ist die Abwanderung vorläufig einen.! großen Teil der Ostjuden unmöglich, solange die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im' Osten derart ungünstig und ungeklärt sind und insbesondere Polen keine Amnestie für Deserteure und Militär- Flüchtlinge erlassen hat. Ferner ist zu berücksichtigen, daß ein Emigrationslaud, das, wie Nordamerika vor dem Kriege Hunderttausende Ostjuden aufzunehmen vermag, gegenwärtig nicht vorhanden ist. Tie Fürsorge der Beratungsstelle für dtejentgen Ostjuden, die aus den angegebenen Gründen vorläufig in Deutschland verbleiben müssen, richtete sich insbe- Der - MraMW E LMdZev-Llrür der Isr. Reiig.-Gesellsehalt. Sonntag, den 23. April präzis 7</s ühr abonds C R Ö R F E I ER in , den ' Räunien der „FRAN K FU f\’T- L'OO E“ unter Mitvvirkung des rerstiirkti-n jüdischen Orchestervereins! Künstlerische Leitung: Herr .IÜAX NEU9IANBL Karten sind zu haben bei: A. J. Uolmnnn. Sänger & Friedberg Allerheiligehstraße. B. Haehelsohn, Zeit und K. Michaelis, Langestraße 19 Preise der Plätze inlcl. Steuer: ä Mk. (0*—, MIc. 90—. MIc. 15— sämtlich numeriert. Büffet während der Panse! (TO.HOj Keine Tombola! ■Bi sondere auf eine systematische Pwduktivierung. Es - gelang im 'Einvernehmen mit dem Perein „Berufsberatung und ''Arbeitsnachweis für Juden" über 90 Prozent der Flüchtlinge dauernde Arbeit zu verschnß fen, ein Erfolg, der nur instlge der außerordentlich günstigen Lage des deutschen Arbeitsmarktes möglich war. " Tie vermittelten Arbeiter wurden in folgende» Wirtschaftszweigen untergebracht und zwar ungefähr . 79 Prozent als ungelernte Arbeiter: Handel- und Transportgewerbe 20.90/0, Bekleidungsgewerbe 23.3° of , Metallgewerbe 17.1 °/o,Landwirtschaft'7.1 ".s. Rahrnngs n. Geuußmittelgewerbc 70/0, Perbielfültigungsgewerbe 4.3u,o, Baugewerbe 4%, -Lederindustrie 4,:,o, ^pinn stoffgewerbe 3°o, Holz- und Zellstofsgewerbe 1.8"0. Gast- und Schantgewerbe 1.3°/«, Bergbau 1.2»-o, Papierindustrie 1"/o. Tie Erkenntnis, daß ein Ostjnde auf die Dauer nur als gelernter Arbeiter die Möglichkeit zur produktiven Eristenz besitzt, und daß der ungelernte ostjüdische Arbeiter in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Konjunktur und ungünstigen Arbeitsmarktes ans Mt leicht zum unproduktiven Händler wird, verantaßte die Beratungsstelle, in den Berichtsmonaten die Ausbildung v 0 n F l ü chtlingen z u Handwer - ■ f c r n in ding riss zu nehmen. Diese Ausbildung erstreckte sich.zunächst auf die Ban de rufe, in denen Juden bisher so gut wie gar nicht vertreten sind. Daneben wurde auch mit der Ausbildung in anderen Handwertszweigeu begonnen. Wie folgende Ausstellung ersehen läßt, sind bisher 3 9 Flüchtlinge einem Handwerksberufe zugcführt worden: Maurer 4, Zimmerleute 3, Schlosser 2 Schreiner 2, Bauspengler 1, Installateur 2, Elektrotechniker 3, Elektromonteure 2, Schriftsetzer 3, Schuhmacher 2, Schäftemacher 3, Pvrtefeniller 3, Anschläger 4, Friseure 1, Bäcker 1. Zwecks Kosteuersparung hat es sich als zweckmäßig herausgestellt, die Flüchtlinge zunächst in einem Zweige eines Handwerks, der in wenigen Monaten zu erlernen ist, zu unterweisen. In den anderen Zweigen des betreffenden Handwerkes können sie sich dann im Lause der Zeit, ohne weitere Unterstützung zu benötigen, vervollkommnen. Solche Teilberufe sind beispielsweise Anschläger und Schüftemachev, die eine Vorstufe für Portefeuiller bezw. Schuhmacher sind. Die Erfahrungen, die mit diesen ostjüdischen Lehrlingen bezw. Volontären gemacht wurden, sind sehr gut e. Fast alle arbeitterr bereits über ein halbes Jahr zur vollen Zufriedenheit ihrer meist christlicher! Lehrherren. Ter Gedanke der BerufSumschichtung gewinnt unter den Flüchtlingen immer mehr an Boden. Tas wird verständlich, wenn man weiß, daß es sich größtenteils um junge Leute im Alter von 18—25 Jahren handelt, die meist, ohne einen Beruf erlernt zu haben, nach Deutschland gekommen sind und die hier aus richtiger Erkenntnis ihrer ökonomischen Lage und nicht in erster Linie nur aus ideologischen Gründen wie ein Teil der Wcstjrcden, errr Handwerk ergreifen wollen. Wir hoffen, in Anbetracht dieser Verhältnisse diesen Zweig unserer Tätigkeit, der vom sozialpolitischem Standpunkte ans zweifellos mit der wichtigste ist, immer mehr ausbaüen zu können, sofern uns die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Hand in Hand mit dieser beruflichen Ausbildung geht die Einrichtung von theoretischen Lehrkursen in deutschen Elementar- und technischen Fächern, -um deren Organisation Herr Lehrer Albrecht und Herr Architekt Epstein sich in außerordentlich dankenswerter Weise bemüht haben. Diese Einrichtung wurde dadurch notwendig, daß ein Besuch der Fortbildungsschulen für die Lehrlinge meist deshalb nicht in Betracht kam, weil ihnen die erforderlichen Elementargrundlagen fehlen und ferner von Ausländern das fünffache Schulgeld gefordert wird. Wir sind im Begriff, ven Unterricht "in Deutsch. Rechnen ustv. so zu gestalten, daß auch ein großer Teil der nicht als Lehrlinge tätigm Ostjnden an ihm teilnehmen kann. Unsere Beziehungen zu den in Frage kommenden Polizei- und Regierungsstellen sind ebenso günstig wie bisher. In fast'allen Fällen, in denen unsere Intervention zilgunsten unbescholtener Flüchtlinge notwendig wurde, konnte ein Erfolg erzielt werden. So ist es uns auch nach langen 'ergebnislosen Verhandlungen ln den letzten Tagen gelungen, die Erteilung von Personalausweisen an Flüchtlinge grundsätzlich zu beschleunigen und dadurch zu verhindern, daß Leute Nr. 14 . Seite 7 - sin Esohcnhclmer Turm TANZ-PALAST Kaffe* ersten Ranges Wainklauae fEX SCHUMANN- Theater mit dem sensationellen großen VARIETE Programm ist heute das Tagesgespräch Täglich 7Vf Uhr: Grolle Vorstellung« Näheres siehe die Anschlagsäulen. mangels genügender Legitimatianspapiere von unteren-"Polizeiorganen in unnötiger ,Weife behelligt werden. Diese Ergebnisse waren nur dadurch möglich, daß wir, wie bisher, eine Fürsorge für moralisch und politisch nicht einwandfreie Elemente grundsätzlich ablehntcu. Unsere Beziehungen zu den in Frage kommenden Arbeitsämterrn haben sich in den letzten Monaten bedeutend gebessert Vor allem hat das für Die Zukost sung ausländischer Arbeiter zuständige Landesarbeits-- amt uns in vielen Füllen ein erfreuliches Entgegenkommen bewiesen und uns regelmäßig bei der Genehmigung von.ostjüdischen Arbeitern zur Beratung herangezogen. Ebenso wie diese politische Arbeit ist auch die soziale Fürsorge eine Voraussetzung für jede ans eine Produktivicrüng gerichtete Ostjudenfürsorge. Rur dadurch, 6afj wir die Möglichkeit gehabt haben, neu hinzukommende Flüchtlinge solange zu unterhalten, bis sic Arbeit gefunden haben oder weiterwandern konnten, vermochten wir sie davor zu bewahren, auf unredliche Weise ihr Brot zu verdienen. Insbesondere hat sich die Einrichtung des „Jüdischen Poik'sheims" bewährt, das arbeitslosen Flüchtlingen tagsüber Unterkunft bietet und sie dadurch von dem Besuch zweifelhafter. Wirtschaften abhült. An Essen haben wir für Mittag und Abend je über 60 0 0 Portionen verabfolgt, Schlafguartiere haben wir in nahezu 4 00 0 Füllen nachgewiesen. Ferner erstreckte sich unsere soziale Fürsorge auf K r a n k e n p f l e g e und K i n d e r s ch u tz. Ten infolge des strengen Winters außerordentlich großen Bedarfs tm warmen K leidungs st ü ck e n gelang es uns, durch Sammlungen bei Privaten zu decken. Hierbei wurden wir in dankenswerter Weise von der Sozialen Kommission der „Agudas Jisroel" unterstützt, die auch die Verivaltung und Verkeilung der äesäminelteu Kleidungsstücke im Einvernehmen mit uns regelte. In den letzten Wochen haben wir mit Vorarbeiten zur Errichtung eines F l ü ch t l i n g s a s h l s begonnen. Eine solche Einrichtung hat sich als besonders notwendig erlviesen, weil die bisherige Unterbringung der Flüchtlinge in bestimmten Wirtschaften der Altstadt vor allem in hvgicnischer und sanitärer Hinsicht außerordentlich viel zu wünschen übrig ließ und wir dort auch nicht die Möglichkeit hatten, Frauen und Kinder zu beherbergen. Ghorfest des Synagogen-Gjiors der Israetitifchea Mekigionsgeselrfchaft. Wir wollen nicht verfehlen, heute nochmals auf das s. G. w. am 23 April d. Js. in der „Frankfurt- Loge" stattstndende Chorfest hinzuweisen. Infolge der starken Rdchsrage ist nur noch eine beschränkte Anzahl von Karten in den bereits bekanntgegebeneK Beiknufsstellen (siehe Inserat) zu haben. Sämtliche Plätze sind numeriert. Beginn abends 7*/, Uhr präzis. Sprechsaal. Oeffeutliche Ltufrage du -re Vorstätt-o-erheide» Israelitischen Gemeinden zu Frankfurt«. M. I ft c S d e n P v r st ä n d e n der I s r a e l in tisch e n G'e m einde u n d der I s r a e l i t i - s ch e n R e l i g i v n s g e s e l l s ch a f t in Frankfurt b e k a n n t, da 's; d i e i h r e r A u f s i ch r u u -- t e r st e l l t e n Metzger Teil einer Reihe von W 0 ch e n die gleiche Qualität F l e i sch u m vier b i s sechs Al a r k t eurer pro Pf u n d vertan f e n , als die n i ch t j ü d l s ch e tt Ai e tz -- g e v, obgleich ihre besonderen Lasten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.