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Der Israelit · 1922-03-16 · Heft 11 (16.3.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 11 (16.3.1922)
Date
1922-03-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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: Wummer 6. 16. März 1922. m VIII. Jahrgang 16. Adar 5682. herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Zugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland. Inhaltsübersicht. Protest. — Die Delegation an Lord Nortkcliffe, — Das Echo der Jerusalemer Vorgänge in der Diaspora. — Die Vertreter der polnischen Aguda beim polnischen Ministerpräsidenten. — Aguda-Literatur. — Aus der Bewegung. — Spendenlisten. Protest. Unter den „Schwarzen" versteht man ini allgemeinen „orthodoxe Finsterlinge", doch in Jerusalem hat sich eine andere Begrifssbezeichnnng gebildet. Eitle Rotte verantwortungsloser, der radikalen -Arbeiterpartei nahestehen der Jlin inigra nten fühlen sich berufen, bcu Namen Chaluzim durch ihr unverantwortliches Borgehen zil schänden. Wie inneren liefern schoic berichtet, wurde der greise Rabbiner Bernstein, das Mitglied der orthodoxen Delegation bei Lord Northcliffe nächtlicher Weile von einer nichtswürdigen Schar von Buben überfallen, und mit einen: Eisen lebensgefährlich verwundet. Diese Heldentat bildete den Auftakt zu dem Versuch, mit roher Gewalt die Stimme der berufenen Wortführer des alten Jischnw zu ersticken. Sowohl dem Rabbiner Souueuseld wie Diskin, als auch der Redaktion des „Doar Hajom" (ihrer objektiven Berichterstattunghalber), sind Briese zugesandt worden, welche unter Androhung blutiger Repressalien verlangen, im Kampfe der Weltanschauungen tzu schweigen. Unterzeichnet sind die Briefe mit dem lieblichen, an russische Zustände gemahnenden Namen „ S ch w a r z e H a n d Die Briefschreiber haben sich auch unterfangen am Sabbat in die Synagoge einznd ringelt, um dort Rabbiner zu verhindern, ihre Meinung über den Waad Haleunci ausznsprechcn. Eine imponierende Massenversammlung der Orthodoxie, von Agudas Jisroel einberufen, befaßte sich am Samstag abend in Jerusalem mit der Frage der Beteiligung am Waad Haleumi und auch hier konnte n u r :n i t Polizei g e - w a l t, na.ch B e r h a f t u n g des H e r r n Saphir, eines der Anführer der „Schwarzen Hand", die Ruhe gewahrt werden. Die Vorstände der Jugendgruppe der Agudas Jisroel, sowie des Waad Hair Hoaschkenasi haben um polizeilichen Schuh für ihre persönliche Sicherheit ersuchen müssen. Selbstverständlich rücken alle anständigen Elemente möglichst weit von der „Schwarten Hand" ab. Es steht aber dem offiziellen, zionistischen Organ, dem „Hanrez" schlecht an, nachträglich sein Bedauern über diese Exzesse auszudrücken, üachden: er vorher in Nr. '779 unter dem Titel „Verräter" wörtlich folgendes schreibt: „Eine Sache steht fest. Der ganze Jüschntp und auch unser Volk in der Diaspora, must diesen Verrätern zeigei: igeineint ist die orthodoxe Delegation), daß diese Elemente und diese Orthodoxie kein Anteil und kein Erbe in unserem Volke besitzt. Verstoßen und verbannt müssei: sie aus unserer jüdischen Gemeinschaft sein, soweit sich diese erstreckt. Diese Saat geht natürlich auf und zeitigt die aus jüdischem Boden bisher tingekannte Giftpflanze einer init Fünften, Eisen und gewalttätigen Drohungen arbeitenden „Schwarzen Hand". Wir aber sind überzeugt, daß die ffammeiide Entrüstung üb ex. derartige Erscheinungen weit über den Kr558 der Agudo hinaus alle erfassen tvird, denen die jüdische Wahrheit nicht durch Parteiinteressen verdunkelt tvird. Wollen wir gegen derartige Vorkomninisse protestieren, so scheint es unseres Erachtens nur einen wirksamen Protest zu geben: Mit allen verfügbaren Kräften, die seivständige. Orth)d ixie in Palästina zu unterstützen und ihr so den Einfluß zu sichern, welcher ihrer ideellen Bedeutung entspricht, die Legende zu z e rst ö reit, a l s o b die selb ftä n di g e Orthodoxie nichts von P n l ä st i n a wissen wolle. Acit Stolz weisen wir daraus hin, daß unsere Ortsgruppe in Jerusalem aus eigenen Mitteln im Laufe der letzten drei Monate gegen 300 Pfund für wirtschaftliche Betätigung in Palästina aufgebracht hat. Mit ehrlicher Genugtuung stellen nur fest, welch warmen Widerhall der Appell unserer polnischen Gesinnungsgenossen für Erez Jisroel bei der zweiten Landeskonferenz gesunden haben. (Hat doch trotz der polnischen Valuta die polnische Landeskonferenz die Mittel zun: Ankauf von 8000 Dnnaw Land ausgeb rächt. > Auch unsere deutsche Aguda wird nicht zurückstehen und tvird sich nicht kaltherzig der riesengroßen Ausgabe entziehen, daran mitznarbeiten, (Lottes Volk und Gottes Land durch ihre Unterstellung unter das Gortesgesetz zu vereiueu. Jedes Scherst ein, z u dies e m Fiele beiger r a gen, ivi r d d e r w i r k s a:n st e P r o t c st g e. g e. u d i e V e rg e lv a l t i g u n g d e r T o r a und i h r e r T r äg e r i n P a l ä st i n a d a r st e t l e n. Postscheckkonto der Palästinazentrale der Agudas Jisroel. Nr. 68 900 Frankfurt a. M. Die Delegation an Lord Aorthcliffe. Tie mindestens teilweise bewußte Irre suhrnng der jüdischen Oeffentlichkeit seitens der z-ivnistischen Presseorgane, als ol> die Agndndelegativn bei Nvrtlutiffe sich gegen den Aufbau Palästinas gewandt bade, peranlaßte den Sprecher der Telegativn, Herrn Professor de Haan, ,;n nachfolgendem, in der „Times" und den palästinensischen Zeitniigen veröffentlichten offenen Brief an Lord Avrthelisfe: „Sehr geehrter Herr! Bei der Zusawmeuknnft, welche die Delegation des „Waad Hoir Hoaschkenasi" mit Ihnen hatte, scheint ein Mißverständnis in Bezug auf die. Forderungen der Delegation vorzuliegen, welches geeignet ist, den wahren Sinn derselben völlig zu entstellen. Biete Leitungen haben dieses Mißverständnis benutzt und den Sachverhalt völlig fatsch dargestellt. Die Delegation hat niemals daran gedacht, sich gegen den zionistischeu Grundgedanken, die Rückkehr des jüdischen Voltes in sein Heimatsland, anszusprechen, und selbstverständlich auch nicht gegen, die Batftnr-Deklarntion, ivelche dein ganzen jüdischen Volke ungemein wertvoll ist. Die Ursache des Mißverständnisses liegt meines Erachtens in dein Wort „Zionismus", welches inanchnial als Andruck für die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land seiner Väcer betrachtet, wird, manchmal aber auch als organisatorischer Begriff der z i 0 n i st i s ch e n Partei. In ersterern Sinne, welcher die Hofft nnng des jüdischen Volks darstellt, sind fast alle. Juden Zionisten und insbesonders ausnahmslos die orthodoxen Inden, welche täglich dreimal in ihrem Gebet den Wunsch aussprechen. camn tpxS “pwa im nrinm Aber nach der zweiten Auffassung des Wortes „Zionismus" sind keineswegs alle Juden Mitglieder der zionistischen Organisation. Ein. Teil der Orthodoxie ist im „Misrachi" organisier, ivelcher eine Föderativ!: innerhalb der zionistischen Organisation darstellt und ein anderer Teil der Orthodoxie, ivelcher auch der Waad Hoir Hoaschkenasi augehört, sind in der „Agudas Jisroel" organisiert, deren Palästinapro-» gramm darin besteht, das jüdische Volk mit' dem jüdischen Land durch ihre Unterstellung unter den (Leist der Tora und der religiöseil Tradition zu vereinen. Ans religiösen und knltnrellen Gründeil hat bis jetzt „Agudas Jisroel" noch nicht den Weg zu einer gemeinsamen Arbeit milder zionistischen Organisation ge-fnnden. „Agudas Jisroel" steht nicht in: Gegensatz nrit den: Gedanken des „nationalen Heims" für Juden. Es haben auch schon Verhandlungen zwischen der zionistischen Organisation und der Agudas Jisroel stattgefnnden, nn: eine gemeinsame Arbeit zu ermöglichen. Agudas Jisroel ha: bereits für den Ausbau Palästinas gearbeitet und wird weiter dafür wirken. Sie hat speziell für wirtschaftliche Betätigung in Palästina schon mehrere Delegationen entsandt und einen eigenen Fond für den wirtschaftlichen Ausbau Palästinas eingerichtet. Ich iväre sehr verbunden, wenn Sie gestalten ivürden, diesen Brief in alten Zeitungen, die Ihnen unterstehen, zu veröffentlichen 'und verbleibe mit Hochachtung I. I. de Haan." Schon nach der ersten Kundgebung Oberrabbiner Sonnenfelds wußte es jeden: Wahrheitsliebenden — in achte er der Aguda noch so übelwollend gegenüberstehen ----- klar sein, daß die 'Delegation sich strenge an ihre Ausgabe, die Forderung der G l c i ch b e r e ch : i g n n g gehauen, und selbstverständlich mit keinem Worte sich gegen den positiven Inhal: der Balfonr- Erklärung geivandt hatte. Beschämend bleibt nur,, daß nicht nur das misrachistische englische Ober-' rabbinat, sondern auch das palästinensische sofort gehorsam aus die verleumderischen Anschnldignngen der zionistischen Skandalmacher mit' auf Komma11do eingeschwe11kt sind und sich nicht scheuten, eine PersönZchkeit vom Range Rabbi Ehajim Sonnenselds der Ueberschrerlnng ihrer legitimen Vertretnngsbesngnisse anznklagen. Es scheint in London und Jerusalem wirklich ein beträchtlicher Mut dazu zu gehören, mitten im zionistischen Terror ein Fünkchen Gerechtigkeitsgefühl zit bewahren, ein Beweis mehr, wie bitter not Nils eine starke orthodoxe Organisation tut. Das Echo der Jtrufaiemer Vorgänge in der Diaspora. Oeffeittliche Kuu-aebuttg in Wie«. (Telegraphischrr Boi b< r!cht.) Wien, 13. März. Eine v v n de r h i e si g'e n Ag nda- O r t s g r n p p e a n f g e st e r n e i n b e r u f e n e g r o ß e uff e n t! i ch e B e r s a m m l n n g , d i e ü b e r a u s iv ü r d i g n n d e i n d r n ck s voll vertief, g e st a l t e t e f i ck) z n e i n e r b e - geisterte n V e r t1 n u e n s k u u d g e b n u g f ü r d ie. I e r u fa l em e. r G efi n nu n gs gen o. s s e n, i n s b e s o n d e r e d e n h o ch v e r e h r-

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