Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1922)
- Date
- 1922-03-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Sette 6 MÄrWMl E""' - """"•" /;r"^ statt b elebend gewirkt. Der Grund sei eben, öaßJews College ntchtvom Geiste der alten Jeschiwah erfüllt ist. Seine Zöglinge hätten an Schatz und Poskim kaum genippt. Die „höhere Kritik", nur eine neue Form der kritischen Seelenstimmung überhaupt, entwickele sich aus Geistern und Gemütern, die leer von Thora sind. Die Krisis sei ähnlich, wie sie in Deutschland bestand, als Samson Raphael Hirsch und seine Nachfolger auftraten. Die einstimmig angenommen Resolution verlangt im Sinne des Referates die Errichtung einer Ausbtldungsstätte für Rabbiner, Lehrer und Schochtim im Geiste des wahren Judentums. Weitere Beschlüsse verlangen von der Leitung des jüdischen Kriegserinnerungsfonds finanzielle Leistungen für die Brziehungsinstttutionen der orthodoxen Judenheit im gleichen Maße, wie die dem Jews College bewilligten. Auf eine Anfrage der Versammlung, welche Stellung die „Liga gesetzestreuer Juden" zum Zionismus einnehme, erwidert der Vorsitzende, die Organisation sei eine rein religiöse und nehme zu politischen Fragen keine Stellung. Personalien. Nürnberg, 28. Febr. Am nvm 'es ri2L> endeten die cPEOtf um Don Sichel r'UT, dem langjährigen elften Vorsitzenden der Adatz Jisroel. Nachdem in den letzten Jahren verschiedene Führer dieser Gemeinde leider entrissen wurden, müssen wir in tiefer Trauer auch das Hinfcheiden eines Mannes beklagen, dessen Leben und Streben ein Menschenalter dieser r6np gewidmet war, dessen rastloses Wirken das Aufblühen der Adatz Jisroel mitverursachte und dessen vornehmliches Wirke», den gottesdienstlichen Beranstallungen unserer Gemeinde galt. Seine Sorge darum, seine Liebe fürs Gotteshaus riefen Don Sichel y'ltT morgens stets als ersten ins n’2 und wer Gelegenheit hatte, sein Thillimsagen zu hören, wer die tiefe Inbrunst, die aus seinen Gebeten sprach, vernommen hatte, der hatte eine Ahnung von der tiefen Gottesfurcht, die Don Sichel V'iT erfüllte. Wer beobachtete, wie Don Sichel selbst in späteren Jahren seine Kenntnisse in der göttlichen Lehre mit stählerner Energie vervollständigte, wie es ihm eine Freude war ll'2^2 mwi durch rege UNd pünktlichste Teilnahme an den Schiurim zu fördern, wie er — der Vorsitzende der Adatz Jisroel — seiner dadurch auch ein Vorbild war, der wird begreifen, wie schmerzlich es ist, d H ein Mann von solch einheitlichem jüdischen Guh nicht mehr unter uns ist. Und wer es wußte, mit welcher Hingebung der Verblichene übte, wie er es war, der gerade bei der Erweisung der letzten Ehre an die Aermsten seiner Glaubensbrüder stets gerufen sein wollte, der wird verstehen, wie tief in unserer Gemeinde das Hinscheiden dieses Mannes betrauert wurde. Don Sichet hatte das M27, seine Kinder zu guten Jehudim erziehen zu können und heranwachsen zu seh?n, möge er auch das M2» haben, datz seine guten Eigenschaften den Mitgliedern der Adatz Jisroel als Vorbild voranleuchten. Der Verdienste des Verblichenen gedachte in einem tiefempfundenen evn Herr Rabbiner Dr. Klein an der ÄirrungAstlitle von Don Sichel in der Synagoge der Abätz Jisroel. -nft2X3n Altenstädt (Hessen), 8. März. Am 26. Februar ist Herr Lehrer Heinemann Neu mark, hier, unter großer Beteiligung zur ewigen Ruhe begleitet worden. An seinem 70. Geburtstage im Juni des vergangenen Jahres war es ihm noch vergönnt, das 50 jährige Amisjubiläum festlich zu begehen. Schwere Schicksalsschläge — im Kriege ist ihm ein hoffnungsvoller Sohn, der. Lehrer war, gefallen — hatten den Verewigten wohl auss heftigste erschüttert und seine Gesundheit angegriffen, aber mit Anspannung aller Kräfte war er Sabbat-Anfang und Ansgang. awri '2 nsv- Ott: Anfang Datum AüSgang UhriRtn. Uhr Mtn. Frankfurt a. M 6 18. 18. 7 20 Berlin .... 6 Cö Mä z Adar 6 55 München . . 6 — 7 02 Töltt. 6 10 7 25 Etnttgart. . 6 15 7 15 Breslau . . ■ 5 41 6 41 Nürnberg tt — 7 08 Hamburg. 6 11 7 11 Der JSraeltt. bis kurz vor seinem Tode in seinem mühevollen Amte mit bestem Erfolge tätig. Da die einzelnen Gemeinden seines Unterrtchtsbeztrks emfe.nt und voneinander getrennt liegen, hatte der Verewigte mit erhöhten Berufsschwierigkeiten zu kämpfen. Die ausgleichende Gerechtigkeit offenbarte sich darin, datz er als erster jüdischer Religionslehrer vom hessischen Staate mit allen Rechten eines Volksschullehrerö definitiv angestellt »vurde. Am Grabe entwarf Herr P ovinzialrabbiner Dr. Sander, Gießen, das Lebensbild des Verewigten und schilderte das gründliche Wissen, das große Lehrgeschick, den unermüdlichen Fllitz und die tiefe Frömmigkeit des Verblichenen. NamenS der Familie lief Kollege Hetz, Düdelsheim, dem verklärten Oheim liebevolle Abschiedsworte in die Ewigkeit nach und im Aufträge des Vereins israelitischer Lehrer Hessens zollte Kollege Halber st ad t, Büdingen, dem Heimgegangenen Anerkennung für seine treue Kollegialität. n"2i»n. Wien, 8. März. Der verdienstvolle Oberrabbiner Moritz Herzog in Stupava (Stampfen), wird infolge der ehrenvollen Berufung zum Oberrabbiner der orthodoxen Gemeinde in Agram (Jugoslav'en) veranlatzt, seinen hiesigen Wirkungskreis zu verl >ssen. Das Scheiden des seit 24 Jahren in Stampfen wirkenden außerordentlich beliebten Führers und Lehrers, der eine vielseitige segensreiche Wirksamkeit entfallet, wird allseitig bedauert. Die Berufung nach Agram erfolgte ganz spontan, ohne datz Rabbiner Herzog sich um den Posten bervorben hatte. Briefkasten. Angesichts der enormen Porto Erhöhung werden wir, in größerem Ausmaße nls bisher, die uns zugehenden zahlreichen Anfragen, denen Rückporto nicht beiliegt, auf dem Wege des Briefkastens beantworten. Wir bitten die Attfvagenden also, wenn sie unmittelbaren Bescheid nicht erhalten haben, die B r i e s k a ft e n- Rub rik beachten zu wollen. H. A. M. in Berlin Das Theater ist für uns kein Tempel, die Bühne kein Altar, darum können wir den Artikel nicht bringen. Eine sehr alte Abonnentin. Wird gelegentlich geschehen. S. St. in Harburg. Wie uns Herr Dr. Hugo Salvendi mitteiit, wird demnächst »vieder ein Spenden- Verzeichnis erscheinen. Oberseemen. Die Barmizwoh findet unserer Be. rechnung nach 's 1922 statt. Hmertaveike 5682. Mit Rücksicht auf die hochgesteigerten Heistellungs. kosten werden wir in diesem Jahre die Omertabelle nur denjenigen Abonnenten gustellen, d'e st' verlange»,. Wir bitten also bis spätestens 1. April bei uns zu bestellen. Die Zusendung an Abonnenten e»folgt soweit Vorrat reicht, unenigeltltch. Frankfurter Krrichte. Jüdische Irauenvereiuigung. Bor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach Herr Emil Gold schmtdt. Sonntag, den 5. März, in gewandter, feffelnder Weise, die ernste Studien und einen reichen Wissensschatz bekundete, über Purim-Alleg orten. Der Redner erklärte zuerst die verschiedenen Arten der im Talmud eingefügten Erzählungen und ging dann genauer aus die eigenartigen und doch so tiefsinnigen Purim-Allegorien des Rabba Bar Bar Chvno ein. Gleichnisse, die zuerst sonderbar anmuten, sich aber an Hand der Erklärung überraschend wandeln und uns einen Einblick in die Gedankenruelt unsere» Chachomim gestatten, in eine Welt gewaltiger Denkarbeit. Düse Purim-Allegorien versinnbildlichen das Walten der göttlichen Fürsorge über Israels Geschicke. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuhörertnnen dem hochintereffanren Vortrag und dankten mit reichem Beifall. Kauptverfammkung dcs Ilranenvereins. Donnerstag, den 7. März, fand die Hauptver. sammlung der Jüdischen Frauenvereinigung statt. EATOSAN 'L' Fleischkost, „iV welche für „ncs u ia keinem jüdische» llnuse fehlen darf, wo bisher Fleischextrakt verwendet wurde. 1 Flasche, pro Person ca. 14 Tage ausreichend Mk.30.— Fabrikationsstätte München. Hergestellt unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden des Herrn Rabbiner Dr. Ehrentren, München ■ Alleinvertrieb S.Thalmann,Frankfutta.M ,Ostendstr. 12 Telefon Hansa 4022 Wiedervcrkaufer, Hotels und Krankenhäuser erhalten VfTi:i'MStignng. In friedlicher Zeit gegründet, hat der junge Verein nicht nur die Stürme der Kriegsjahre überdauert, sich nicht nur in dieser jammervollen Zeit glänzend bewährt — er hat sich wunderbarer Weise sogar ge« kräftigt und ist zu einem segensreichen Liebeswerk geworden. Wie der Verein arbeitet, wie er nicht nur bestrebt ist, bei Not und Kummer, bet Siechtum und Krankheit helfend einzugreifen, sondern auch vorzubeugen sucht, wie er sich in der Kinderfürsorge, rvie auf geistigem Gebiet bewährt, zeigt der Jahresbericht, der folgen wird. Nachdem das Geschäftliche erledigt, der Bericht vorgelesen, die den Statuten gemätz ausschetdenden Vo.standsdamen, Frau H. Cramer und Frau N. Le v i, sowie der zum Vorstand gehörende Herr Prof. Bondi, wiedergervählt, für den aus eigenen Wunsch auSscheidenden Herrn Dahlheim, Herr Schaptro und auch wieder die bisherigen Reoisortnnen, Fräulein Mayersohn und Frau Schlank gewählt worden, sprach Frau Stiebet der Vorsitzenden und dem Vorstand herzlichen Dank für ihre unermüdliche opferfreudige Tätigkeit aus. Ghorfest des Synagogenchors. Man schreibt uns: Nach 14 jähriger Pause veranstaltet der Synagogenchor der Israelitischen Reltgionsgesellschaft hier, s. G. w. am 23. April d. IS., ein Chorfest für seine Knaben und Herren. Da»an anschtletzend findet im großen Saale der „Frankfurt-Loge" ein Fesrobend statt. Diese Feier soll, wie auch früher stets, ein K' h t l l o f e st werden und aus ihre Art eine angenehme und wünschenswerte Belebung tm Kreise der ganzen Gemeinde auslösen. Der Chor har zur Zeit, dank der hervorragenden Führung feines jetzigen Dirigenten ein hohes künstlerisches Niveau erreicht und hierdurch auch den Kreis seiner Kräfte bedeutend erweitert. Die allgerühmten Leistungen des Synagogenchores, die naturgemäß in der Synagoge auf ein begrenztes Gebiet beschrankt bleiben müssen, geben Gewahr dafür, datz durch das Programm an diesem Abend, an dem sich die Kräfte auch auf erweitertem Gebiete voll entfalten werden, die seitherige Ane»kenuung sich bestätigen wird. Die künstlerisch- Oberleitung des Abends liegt tn den bewährten Hä» den des Dirigenten, Herrn Max Neumann, der für den orchestralen Teil den bedeutend verstärkten jüdischen Orchesterverein zur Mitwirkung gewonnen hat. Das Programm bringt weiter tn abwechslungsreicher Folge Ernstes und Heiteres, hebräische und deutsche a capella Chorgesänge, sowie Chöre mit Orchester, Solls und deklamatorische Darbietungen. Tombola ,'e., findet nicht statt. Da nur eure beschrankte Anzahl von Plätzen, die sämtlich nummeriert sind, für Ntchunttgiteyer ausgegebe,» werden kann, empfiehlt es sich, sich jetzt schon mit Karten zu versehen; am Saatetngang findet kein Kartenverkauf stall. Im Vorverkauf find solche zu haben in den jüdischen Buchhandlungen A. J. Hofmann, Sänger u. Frieoverg, AllerhelUgenfiratze, B. Rochelsoyn, Zeit 4 und Zigarrenyanolung st. Michaelis, Langestr. 19. Machzis ßafchekek. Durch Synagogenanschlag wird bekanntgegeben, datz das Rabbinat u.it Rücksicht auf die Gelderneniwertung üen Betrag für die Halbschekel-Spende auf 7 Mark festgesetzt hm. Korn Krankenhaus der israelitischen Gemeinde. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde, tn der der Steuersatz für das am 81. März ablaufende Steuerjayr mit 5 "/„ der staa»Uchen Einkommensteuer angenouuuen wurde, beschäftigte man sich hauptsächlich mit den Anträgen der Fmanzkommtsfio.» bezüglich des Krankenhauses, deffen ungeheueres Destzt» der Gemeinde große Schwierigkeiten dereiter. Der Rahmen der Anstatt, bet deren Aufbau man natürlich dte verhängnisvolle Entwick-ung der Dinge nicht ovrnuöseyen konnte, ist ein so gewaltiger, datz es nunmehr dle Hauptsorge der Verwaltung sein muh, für ausreichende Ausnützung oeS großen Apparates durch ständlge volle Belegung der Gesamtbetlenzaht zu sorgen. ES wurde daher beschlossen, etnen Appell an dte jüdischen Aerzte und an dte Mitglieder der Gemeinde zu richten, das Krankenhaus ungeachtet der Hohen Gebühren möglichst rege zu vrnugen. Zu erhöhten Sätzen sollen auch Kranke, die nicht Mitglieder' der Gemelnde sind, soweit die Interessen der letzteren dadurch nicht berührt werden, Ausnahme finden. Für dte erste und zweite Klaffe wud freie Aerztewahl etngeführt. Auf eme Verminderung der Zahl 'der An« gestellten — heute kommt auf jeden Kranken ein Angestellter — soll Bedacht genommen werden. Der Änt»ag auf Schließung der Hnfekttonsabtetlung wurde abgelehnt. Eine Ehrung der Maroni» ItotHschitd. Die städtischen Körperschaften in König stein ernannten Freifrau Mathilde von Goldscymidt- Rothschtld an atzltch ihres 90. Geburtstages zur Ehrenbürgertn der Stadt. Iür ferne Kriegergräber. Rach gemeinsamen Beratungen mit Vertretern der Regierung (ReichsMinisterium des Innern, NeichSministerium Auswärtiges Amt, Kultusministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung), hatte sich der