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Der Israelit · 1922-03-02 · Heft 9 (2.3.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 9 (2.3.1922)
Date
1922-03-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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' Nummer 5 2. Warz 1922 VIII. Jahrgang 2. Ädar herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Zisroel für Deutschland. Inhaltsübersicht. Die orthodoxe Delegation bei Lord Northcliffe. — Delegiertentag der polnischen Agudas Aisroel-Landesorganisaiion in Warschau vom 15.—18. Schwat 5682. — Unsere Gegner. — Neue Agudo-Literatur. Die orthodoxe Delegation bei Lord Northcliffe. Eine Kundgebung des Oberrabbi iiers I. CH. Sonnenfeld. Seit dem Erscheinen unserer vorwöchent- Uchen .Sonderausgabe, welche über die traurigen Exzesse berichtet, die sich in-Jerusalem abspieltoll, sind uns nähere Nach-richte.lt über die Delegation unserer dortigen Gesinnungsgenossen an Lord Northcliffe zugegnngen. Es dürfte keinem Zlverfel unterliegen', das; die Ausschreitungen sarratisierter Chaluzim, welche mit Polizeigewalt abgeivehrt »verden mußten, von alleil Seiten, hüben wie drüben, auss schärfste verurteilt inerden. Aber auch die Presset)ehe, welche bereits in zionistischen Organeil gegen Agudas Iisroel eingesetzt, die Absicht, eines der Mitglieder der Delegation, Professor d e H a a n, in seiner beruflichen Tätigkeit zu boykottieren, der Versuch in einem misrachistischerr, nach London gerichteten Protesttelegramm, die Resonanz der orthodoxen Delegation durch die thörichte Erklärnng abznschivächeii, sie habe nur in ihrem eigenen Namen gesprochen, daß aber niemand hinter ihr stä'.lde, beweist, wie wenig Absicht vorhanden ist, auch denr politischen Gegner sachliche Würdigung zuteil werden zu lassen. Wohltuend sticht hiervon die relativ objektive Art der Jerusalemer Tageszeitung „Doar Hajom" ab, die sich, ehe sie sich eine eigene Urteilsbildung zutrante, an den Ehrenvorsitzenden der palästinensischen Landesorganisation" der Agudas Iisroel, S. Ehrw. Hcrril Oberrabbiner I. Eh. .Sonnenfeld, und all beit Sprecher der Delegation, Herrii Professor de Haan, mit einer ösfentlichen Anfrage wandte, ob es aus Wahrheit beruhe, daß sich die Delegation, lote Reuter gemeldet, gegen die zionistische lvirtschafttiche Betätigung in Palästina ausgesprochen habe. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Sonnenfcld, und Herr Professor de Haan, geben irr genanntem Blatte folgende Erklärungen ab, die lvir ihrer Bedeutsamkeit halber wörtlich wiedergeben: „Die - Delegation, die im Namen der orthodoxen Inden bei Lord Northcliffe. varsprach, h a n d e l t e in m eine m A n s - t ra ge. Sie übergab ihm eine vorn „Waad hoir hoaschkon-a.fi" ansgearbeitete Denkschrift. Auch die Worte, mit denen sie die Uebergäbe begleitete, mußten gesprochen werden. M e i n e p o s i l i v e S t e l l u n g z u d e r F r a g e d c s A rr f b a n s der j ü d i s ch c rr S i e d l rr n g i n E r c z I isroel h a t s i ch nicht im mindesten geändert. Ich vertrete dieselbe Anschauung wie vor ztvei Jahren und wie von jeher, und meine Hingebung an derr heiligen Gedanken der Besiedlung unseres heiligen Landes, die aus dem Borne unserer Gatteslehre quillt, ist bei mir, Gott behüte, auch rricht rrm ein Iota schwächer geworden. i Wir, die lvir nnt das Wort Gottes! bangen, rv i r l i e b e n d a s W c r k d e r i S i e.d l u rr g n tt b geb e n n rr i e r L e v e n l dasnr hin, wie'von je» so auch heute, i Was lvir wünschen ist nur, daß diese Sred- I lnng wenigstens, solveit die Orthodoxie bei teiligt ist, sich entfalten könne, ans Gcnndi tage der Gerechtigkeit, die volle! Freiheit allen Gemeinden und j B ekerr rrtni s s e rr ge rv ä h r t, damit eine I jede Thora rrrrd Mizwos hüten könne nach! ihrem Willerr und ihrem Ideale. Ans! deir Worten, die an Lord Northeliffe ge- - richtet wurden, spricht nur der Protest! gegen den Machtrvitten der ft i on i ft e n , die die K e h i l l o s n jede r -- z rv i rr g e n rr ri d -n n s nr i r H e r r s ch g e - rv alt g e g e rl ll rl s e r e rl W i l l e u u u d e n t g e g c n u n s e r e n A n s ch a u n n g e n v e g icrc u rv olle n. Die geehrte Delegation schloß sich mündlich ferner der allgemeinen Rechtsv e r lv a h r u n g d e r W e l t o r g a n i - s a t i o ii ,, A g n d a s I i s r o e ( au, gegen die von den ftionisten usurpierte Vollmacht an, als Vertreter der jüdischen G e- - s a rn t h e i t vor der Regierung anszntreten, rv'v d n r ch d e r O r k h v d v x i c v v r l ä nf i g d a s R e ch t der Teil n a h m e a n d e v „ I e io t s h A g e n e y f ii r E r e z Ii s roc l" e n t zo g e n w Orden i st! Pergegenwärtigen wir uns in Kürze Israels Ausgabe, die nichts anderes ist, als die Ansrechterhaltnng der Thora itirb ihrer Mizwos, deren Wege die Wege der Anmut sind, und deren Pfade Friede — hier allein wohnt das äußere mtb innere Glück fitr Individuum und Gesamtheit —. und ans dem Boden des heiligen Landes soll es sich entfalten. llm unserer Sünden willen gingen lvir hinaus ins Exil und nur durch volle Rückkehr werden wir des göttlichen Erbarmens teilhastig werden, ans daß das Propheteuwort sich erfülle: ssi- I. Ch. Sonneuseld." Die Antwort des Professors de Haan lautet: „Es ist unrichtig, daß die Delegation, welche im Namen des Waad hoir hoaschkenasi Lord Northeliffe besuchte, s i ch gegen den Gedankeu des nationalen H e i m s oder g e g e n d i e B a lf o n r - T e k l a r a t i o rr e r k l ä r t Ij ii t t e. Die Delegation hat lediglich ihre Wünsche dahin ausgesprochen, daß in dem Palästina-Mandat, die' religiösen Rechte und die Gewissensfreiheit der nichtziorr i st i s ch e n I n d e u in b e m s e fb e n Bi a ß e g a r a n t i e r t sei e n , wie di e R e ch t c de r N i ch t j u d e n u u b z io e i - teris, d a ß „Agud as Iisroet" in d e r „Je rv i s h A g e n c y " vert r e t e rr sei. vr. de Haan." Es ist für den Eindruck, den diese Erklärungen machten, bezeichnend, daß „Doar Hajom", ein zionistisches Organ, in seinem Leitartikel vom 18. Schivat die Aeußernng von Oberrabbiner Sonnenfeld als eine erfreuliche. Bestätigung der Tatsache registriert, daß „auch die extremste Orthodoxie in unserem Lager, lvetche in dem Nationalismus der Linken eine schioere Gefährdung der Religion erblicke, dennoch mit ganzem Herzen und ganzer Seele g n t e ft i o n i st e n s e i e n und ihre End ab sicht die nämliche ist wie die nnsrige." „Die Worte Rabbiner Sonne.nfelds" fährt der „ Dv a r H a j o m " fort — „rverden ihre Wirkung bes»nders d t nicht verfehlen, rvo man die Hoffnung. genährt hatte, in der Anschannrtg der Orthodoxie eine Gegnerschaft gegen unser nationales Heim finden zu können. Viellei ch 1 w e r - d e n d u r ch diese A e u ß e r u n g en d i e g e g e n s e i t i g e n A n s ch n l d i g n » g e n i n n n s e reu L a g cm ein Ende n e h m en, i n d e n e rl e s s ch o n M o d e g e n> o r bcu i st, s i ch g e g e n s e i t i g „ B e r r ä t e r " z n schimpfen." Die Redaktion des „Doar Hajom" versichert außerdem, daß sie Einblick in das Bi emoranbum genommen habe, welches die orthodoxe ' Delegation Lord Northeliffe überreichte und in demselben auch nicht ein Wort von Gegn e r s ch a s t g e gen die z i o u i st i s ch e O r - g a u i i a 11 o n o d e r d n s „ N a t i o u a l e H c i m " g! e f n n b e u h a b e. Der „Doar Hajom" hat schließlich der orthodoxen Delegation nur den 'Vorwurf zu machen, daß sie jüdische Streitigkeiten vor ein nichtindisches Forum bringe, vergißt aber dabei — oder l)at es niemals gewußt —daß w t r nicht diejenigen waren, welche zuerst als Partei vor ein nichtjüdisches Forum getreten sind und daß es nicht nufere Schuld war, lvenn damals unser Anerbieten, gemeinsam mit der zionistischen Organisation als Vertreter des jüdischen Volkes' vor dem Rat der Nationen zu erscheinen, sabotiert rvnrde, daß ferner, nicht w i r cs waren, weiche die Staatsgewalt irr Palästina dazu mißbranchten, um die Anfänge einer religiösen ftivangsgemeirtschasl zu schassen. Jedenfalls rväre es erfreulich, ivenii, die europäische zionistische Presse dem Beispiele ihres palästinensischen Schrvesterorgans Folge leisteten und einmal nnnimvnnden der „Agudas Iisroet" das.-Zugeständnis machte, daß sie ihrerseits mit dem nämlichen Ernst und" der Energie ivie es Rabbi Ehaiin Sonnenfeld in seinem Briese ausspricht, die Besiedelung Palästinas wünscht nnd fördert, ohne daß es hierzu erst der Zugehörigkeit zur zionistischen Organisation bedarf, daß lvir die Balfonr-Deklaration freudigst begrüßen, das Palnstirramandat nur mit dem einen Fehler behaftet sehen, daß in demselben e i n s e i t i g nur die z i o n i st i s ch e O r a a n is fl t i o n a l s V e r t v e t n it g d e s j ü d i 's ch e n V o l k e s b v r g e s e h e n i st n n d n> i r u n s v o r uns e r e rn e i g e itcir G e loi s s e n v e r p f l j ch - t e t f ü h len, ii b e r a l l, iv o e s il n s z >v e cke n t s p r e ch e n d s ch e int, im s e r c n P r o t e st g e g e it di e s e Ungerechtigkeit zu erheben. Auch der denkende Misrachist wird ja früher oder später zu der Ueberzengnng kommen müssen, daß. es Grenzen auch für die konzessionssrendigsten ^catnren gibt; man darf wohl als erfreuliches csl-mptom eines solchen Anfsichselbstbesinnens die Tatsache registrieren, daß nach dem Beschlüsse des palästinensischen Misrachi dessen Delegierte aus religiösen Gründen sich bei der d i e s j ä h r i g e n V e r s a rn m l u n g d e s „ Waad H a n i rv ch v r i m " > p a! ä ft j ii e n - s i s ch e r L a n d e s r a t) s i ch e b e rr s o rv e n i g beteiligen wewden wie ein großer

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