Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1922)
- Date
- 1922-02-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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.1 -M .fi H\iS Hlurnmer 4 23. JeSruar 1922 Heransgegeden vom ir In SW mi l;l; ll MJ;!!)llin >\'i ll’li (!/n in imlni'O •.•!• i >-/ ■'1 II') 1! ’i f) fj fl 1' II i!!:1! J! yo 'Out s.wüg!^ nn Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Zugend-Organisation der Agudas Zisroel für 'Jtni.fjrii v';d ii'jfjiinfj Wegen Dringlichkeit der Gerichte erscheint eine Ssnder-Ansgave der „Wlätter". Attentat in Jerusalem. Arankfnrt a. W., 18. Febr. Wir erhalten von der Agndas Jisroel in Jerusalem folgendes Telegramm vom 17. d. M.: ^Schändliche Ketze seitens des ZionisNrns gegen die von Agndas Iisroel zu Lord Aortycliffe entsandte Depntatio«. Kavöiner Nernstein, der Aorsttzende der afchkenasischen Gemeinde, der jener Delegation angestörle, ist überfallen und mörderisch mißl-andett worden. Die Hiaöbiner Sonneufeld und Diskiu werden non zionistischen Gewalttaten bedrostt. Wir bitten in der Geffentlichkeit Protest zu ersteöeu und alle Uatästina-Ierrtraten zn verständigen. Agnda.!T>ie schmerzliche Kunde, die dieses Aufsehen erregende Telegramm aus der heiligen Stadt bringt, ist eine unerwartet rasche Illustration zu dem vor einigen Wochen in der Presse mitgeteilten Gefühlsausbruch eines zionistischeil Blattes im Osten, das seiner Sehnsucht n a ch der Anwendun g des Faustrechtes g' e g e ll über der u na bhängigen O r t h o - d o x i e E r e z Ji s r o e 1 s in einer llicht mißzuverftehenden Art lind Weise Ausdruck verliehen hat. Zur Erläuterung des Vorganges sei folgendes bemerkt: Wie an anderer Stelle gemeldet, befindet sich der Besitzer der „Times" und zahlreicher anderer englischer Blätter, der weltbekannte und in England gefürchtete Lord Northcliffe zurzeit in Palästina. Northcliffe ist voil der gefaulten Bevölkerung Palästinas mit Recht als einer der einflußreichstell Politiker des heutigen England mit größter Aufmerksamkeit empfangen und von allen Seiten geehrt worden. Er wohnt im Regierungsgebäude, ist stäildig voll einem Vertreter der palästinensischen Regierung begleitet und hat beispielsweise einzelne jüdische Kolonien in Gesellschaft von Mr. Norman, Bentwitch, dem jüdischen Justizsekretär Palästinas besucht. Nicht nn r M o h a ln ln e d a rr e r lmd Christel:, sonderll auch alle fiihreit* den zionistisch en Persönlichkeiten des L a n deshaben ihn umworben unb suchen ihn, da er mit der erklärten Absicht, sich unparteiisch zu informieren, ins Land gekommen ist, nach MÄglichkeit aufzukläreu uub ihren Wünschen geneigt zu machen. So hat Lord Northelifse u. a. mit U s s i s ch k i n, vr. R u p p i ll, David Jellill, eingehende Aussprachen gehabt. Es war unter diesen Umständeil eilte selbstver-i stündliche Pflicht der unabhängigen Orthodoxie Palästinas^ au derell Spitze die Rnbbinen Sonnenfeld und Diskin steheil, die so schnell nicht wiederkehrende Gelegenheit zll benutzen, tun dem hervorragendsten Vertreter der öffentlichen Meinung Englands ihre Anschaullllgen uub Ueberzeugungen hinsichtlich der schwebenoen Fragen, sowohl in politischer als iit religiöser Hinsicht mit möglichster Klarheit zu unterbreiten. /Dies scheint geschehen zu fein, denn der „Times"- lKorreftwndent berichtet vom Dienstag voriger Woche seinem Blatte telegraphisch, daß Lord Northcliffe vor einer Bersalnmlung von Notablen folgendes erklärt habe: „Er glaube, daß das britische Publikum unvollkommen unterrichtet sei über die palästinensischen Empfindungen. Zunr Beispiel habe er hervorragende orthodoxe Juden aus aschkenasischen Kreisen empfangen, die ihre tiefe Unzufriedenheit mit beit gegenwärtigen zionistischen M e tho d en, sowohl voul politischen als voln religiösen Standpunkte, ausgesprochen hättet!. Dennoch scheine das britische Publikttm 511 glauben, daß jeder Jude in Palästina ohne iveiteres auch d ll r ch ll u d d u v ch Zionist sei!" Es ergiebt sich aus dieser Erklärung, daß die orthodoxe Deputation offenbar eine scharfe Grenzlinie gezögert hat, zwischen detn Zionismus selbst im Simle einer — allseitig ersehnten - Wiederaufrichtung Erez Jisroels und den politischen und religiös-kulturell eil Extra v a g an z e n, welche die zionistische Politik kennzeichnen und sie zu einem Unheil für das jüdische Volk haben werden lassen. Matt kann nun die große Wut der vom Zionismus fanatisierten Parteigänger und Beamten darüber begreifen, daß eine Gruppe, die man dllrch einen nun seit Jahren währenden Terror moralisch totgeschlngen zu haben glaubte, intnler noch den Mut besessen hat, ihre Sache vor dem hervorragendsten Exponenten der englischen öffentlichen Meinung mannhaft zu vertreten. Daß aber der Zionismus seine Anhänger bereits bis zur Ausübung eines ll i ch t s w ü r d i g e u Attentat s au f einen im Tho ra studium ergrauten ehr lu ürdi g e n G r e i s v e r w i! 0 c r t hat, das hätten wir nicht für möglich gehalten. Wir hoffen, daß die öffentliche Meinung! der Welt die Konsequenzen aus diesem bedauerlichen Ereignis zn ziehen weiß und daß die anständigen Elemente im Zionismus von dieser Art politischer Polemik — Einzelheiten bleiben zu erwarten mit Entrüstung abrückcn werden. Selegierlentag der polnischen Agudas Iisroel- Landesorganifatton in Warschau vom iS.—18. Schwat 5682. I. E r ö f f n u 11 g s s i tz u n g. Der am 15. Schewat cröffnete Delegiertentag unserer polnischen Landesorgauisation stellt schon rein äußerlich eine solch imposante Verkörperung des Agudagedankens dar, wie ihn Wohl keine sonstige jüdische Landesorganisation aufweisen dürfte. Von den 1200 angemeldeten Delegierten waren zur Eröffimugssitziing 1020 Vertreter von 545 Ortsgruppen uub 190 Jug-.'ndgrnppen im festlich geschmückten Kaminskisnaüanwesend. Die erste Sitzung wurde von dem ältesten polnischen Rabbiner, dem greisen Rabbiner Perlmutter eröffnet. Mit tiefdurchdachten Toraworten weist der Redner daraus hin, daß auch heute noch die Einheit des jüdischen Volkes iw Geiste von Vater Jakob — '3D Ipvwi — den uns vorgezeichneten Weg darstelle. Leider war der Vorsitzende der polnischen Landesorganisation, der Gerrer Rebbe, durch den Tod seiner Krau verhindert, an der Versammlung teilzunchmM. (Die tausendköpfftze Versaminlimg ehrte das Andenken der HcgMgapMeii'/KfMHufl steherl.) if^dTfirfiij uvl/ior Zur zweiten BegMffpgffxM ^rgM >Patinaim Krrschbraun das M^rw,^ss gzoßep^Mgen weist er auf die wichtigiai(,Dnsgabeil,-bVp '^elegiertentages hin. ZunM ghfte ,gqgen die antisemitische Presiehetzg-^chd ,,Potckol,Mwegung zu protestieren,apepxaM,.gogen die Feinde aus denr .,'ei^pel^,Mffckeh,^A^ger, welche sich nicht gescheht,^M^chchMlWwDnstanzeil unser Cheder, ,pute^'npwr^ chld, nmeren Talinlw altzugreifen. qgch,.uhder KeMlofrage Stellung zu ilej)ttlew-,inaxiuex jReihe beklagte, den die jüdisKe,,^,Msalnthezj,RuxLfhen Aiärtyrertvd des Rnbhinx-rs^spspo.vql^Plozpjerlitten, und als er danil,Mch,dex,HochgMM,fpsfellen Lücke gedachte, lveM.hep,,fM^Mimgqng von Rabbiner Halperß s p, 1 txz st im; P,elheiP chrp t erlassen ' hatte. In polnischf^.HH-Mw Ranv.anll Kirschbrann; hierMj, ffi-kANWMöMAcgierungsvertreter und sprach.hjq;Kqffmplgsigus, daß die Regierung ip,KgchLgi,der,KolplMHpuhe die Willensäußerung -dzesch die Vertretung der selbstäphjgM.NHoggKjgjHAens klärnug: W.U-Vafl ,,-vZin 'NalNWi HM Ii Meiste ripms x des Innern, wie iip^KMtzp dgx M^sa^ltrMerung habe ich die Ehre, Ihre Koy,Wenz ztl begrüßetl, w e t ch e d i e M a j 0 r x l ä t der j ü d i s ch e ll B c v ö l k e r u n g Polcus rcprUixjMMt. dtach langjähriger Kitettpschaft des polnischen Volkes, welche auch^ iliMEe. lPürtZkälüpfe und Streitigkeiten zwischest dMeiltMliÄlRstsscül'berursachte, ist jetzt die MfrWkWsPMnS'M^Tatsache geworden/ 4cvchl>Münteti! lwIVeH/llÄergnngszcit nicht alle Differenzen -'kältÄMWen werden, und viel Hatz Pvleit^stüch'^nocksZür seine Unabhällgigkeit zu ätbeiwn,'>lsteldsllgM>M'iäuch noch zu schaffen, biAW''Pof<KtUMli'1Mlneiilsäüles D>ach gebaut wird, uitPlK iMchtziw >MeHvlUMeii Bürger, ohne UnlerschwR'dtst' Räffe üllh NÄigion ein en Schlitz finden,^ i ( in1 Pölen ein Heim, als sie voü^äüdOM Mjitzbrn!0oöWlgt wurden. Polnische DöWAiitz drückt'WZ'N itWförei: iicucit KonstitutionJ'Wäg-.0''D-^ZWechtÄt^'Fvrderungen dieser KonstchH/ib^rd Me'MgMtM'Nlit großer Aufmerksamkti^^jst'üseit)'°EN Äicke ll .Jude n P 0 l e n ntie rt iv erden ,1 -deTl RbZpgier B ä t e r g e m ä ß W& cW. pNOkW grüße und begtückiviÜVfchü Siäiust Delßgierteutag der Agndas Iisroel." ^ILMg lWhMender Beifall. Die Absendnng^ eines BogrüsMngstelegramins mi beu RegieramgÄheflmuM' einstimmig angenommen.) nrjtl ifi Mirit Die beiden chäsffdischiMlMhxerh ld'ieüGVoßradbinen von Radzin und Socköldich weMUen die Konferenz ilaintcklS'-desiAlWbÜnsch^ii Rates. Der erstere weist M"Agüdä chä-rakteristische, herzerlMckttde 'Tatsache'"hin,"fläß^bei dieser Konferenz sv/">pie"beilbtü lhtsteu'-jÜÄischcu Volkskonferenz <Mr/ Gegensätze zwischen Jung und" Alt''Mstehvitp! fbtidtlxip' sie alle ill einmütiger"'HüÄnöiiil. sichWgvnstziti^ ergänzen. Ter SvMPNustbRMw 'Mirht >