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Der Israelit · 1922-02-23 · Heft 8 (23.2.1922) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 8 (23.2.1922)
Date
1922-02-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 8 Der Israelit. jüdischen Familien dieser Gemeinde in den letzten Jahren zu großem Vermögen gekommen und konnten ihre Kinder mit hohen Mitgiften versorgen. Der Lehrer ist Familienvater und zählt 25 Dienstjahre. In H., einer notorisch reichen Gemeinde, bezieht der Lehrer, ein Mann von 60 Jahren, vom 1. Januar 1920 ab M. 4000 Jahresgehalt, aus Schechita und Religionsunterricht in Filialgemetnden noch einmal zusammen M. 5OO0. Eine dieser Filialen läßt sich noch zu diesen Ausgaben einen Beitrag vom D. I. G. B. auszahlen. Der gleiche Lehrer kann sich auch sonst über allzugroßes Entgegenkommen seitens seiner Gemeinde nicht beklagen. Durch Schikane seines Hausherrn aus der Wohnung vertrieben, wird ihm vom Wohnungsamt ein Haus zugewiesen, das von allen Mitgliedern gemieden wird, für den Inden-Lehrer als gut genug erscheint. Aber auch in diesen Palast kann er nur mit Hilfe der Feuerwehr einziehen, da sich der neue Hausherr seinem Einzuge und dem Einbringen des Mobiliars mit allen Kräften widersetzt. Dabei wäre es der Gemeinde ein leichtes gewesen, mit verhältnismäßig wenigen Kosten die Lehrerwohnung neben der Synagoge in den Stand zu setzen. Eine dahingehende Bitte des Lehrervereins an den Gemeindevorstand wie an den zuständigen Rabbiner blieben unbeachtet. Das Wp üü fiK 1?bnn K?1 scheint in der Thora dieser Herren nicht zu stehen. Doch weiter: Der verheiratete Lehrer in W. bezieht.M. 3000 Jahresgehalt, wozu M. 2900 aus der Schechita und aufreibender Tätigkeit in mehreren Filialgemeinden kommen. — Der Lehrer in G. bezieht bei 12 Dienstjahren M. 2000 Gehalt und M. 3000 Teuerungszulagen. — Der Lehrer in S. am Harz sieht auf 25 Dienstjahre zurück und ist Vater von 3 Kindern. Sein Gehalt beträgt M. 1100 jährlich, samt^M. 400 Teuerungszulage bis auf Widerruf. Wenn er viermal in der Woche den viele Stunden weiten Weg nach zwei Filialgemeinden macht, so bringt ihm diese Arbeit noch einmal M. 900 ein, sodaß er im Ganzen M. 24OO jährlich für die Ernährung seiner 5 Köpfe zählenden-Familie zusammenbringt. — Der Lehrer in L. Oberhessen ist ein Greis mit 41 Dienstjahren und hat außer seinen Kindern noch zwei Enkelkinder zu ernähren. Sein Gehalt beträgt M. 5000 jährlich, zu denen M. 1000 aus der Schechita kommen. Da er sich im Rebenamte als Buchhalter in einem Privatgeschäft betätigt, so bringt er es auf ein Gesamteinkommen von M. 8400. — Etwas besser geht es dem Lehrer eines Ortes an der Bergstraße, einem sehr wür¬ Wenn Feuer ausgeht... Zum Wochenabschnitt, nwp nxstai Px xsn »a. „Wenn Jener hinausgeht und findet Dörner und es wird Getreidehaufen oder stehendes^Getreide oder der Acker verzehrt, so hat derjenige, der den Brand angestiftet, vollen Ersatz zu leisten". In Talmud Baba kama wird es als auffällig angesehen, daß der Satz von der Voraussetzung ausgehend, daß das Feuer v o n s e l b st (sirn »3) entstanden ist, zum Schluffe von einem 2'paa, einem „Anzünder des Feuers" spricht. Halachisch wird daraus geschloffen, daß erstens bipb :px, daß das Feuer wie alles andere Eigentum, etwa Ochse und Esel, der Obhut des Besitzers untersteht und dieser bet Jeuergusbruch aus Unachtsamkeit strafbar ist. Zweitens wird — wpa IPX — das Feuer wie ein Pfeil in der Hand deffen, der damit hantiert, betrachtet und das Strafmaß des n'j?aa ganz darnach angesetzt. Asadistisch findet der scheinbare Widerspruch an gleicher Talmudstelle einen anderen Ausgleich. Das digen und gelehrten Herrn mit 34 Dienstjahren. Nach langem Warten und Kämpfen erhält er jetzt von den 4 Gemeinden E , B., I. und H. in seiner Eigenschaft als Lehrer, Vorbeter, Gemeinderechner, Friedhofsrechner und Friedhofsausseher insgesamt M. 11000. — Der Lehrer in G. bezieht ein Gehalt von M. 6000, wofür er noch in 4 Ftltalgemeinden Dienst versehen muß. Eine dieser Filialgemeinden zahlt für den Unterricht (2 Stunden wöchentlich) 10 Mk., die anderen nur 6 Mk. und 5 Mk. Wie es dann den Hinterbliebenen, den Lehrerwitwen und Lehrerwaisen in derartigen Gemeinden ergeht, davon kann man sich nach den hier angeführten Beispielen, die noch lange nicht die krassesten Fälle sind, selbst ein Bild machen. Herr Lehrer Hirschberg vom „Bunde jüdischer - Lehrer" erzählte ergänzend von einem hochverdienten Lehrer-Veteran, der sich im hiesigen Rothschild'schen Krankenhause einer schweren Operation unterzog und als genesen, aber mit der Weisung „gut zu leben", entlassen wurde - nach einem Vierteljahre verstarb der Unglückliche, da er mit seinen 1200.— Jahresgehalt den Anordnungen des Arztes natürlich nicht Nachkommen konnte. — Ein anderer Lehrer, ein Mann von 73 Jahren, fragt verzweifelt an, was er machen sollte, um nicht mit seiner Familie zu verhungern, da Alter und Schwäche anderweitige Beschäftigung ausschließrn und er mit Rücksicht auf die Ehre des jüdischen Namens sich dagegen sträube, die allgemeine Armenun'terstützung in Anspruch zu nehmen. — In einem anderen Briefe, der zur Verlesung kommt, Bittet ein Lehrer um Beihilfe für die Krankheitskosten seiner Frau, die er nicht aufbringen könne. Die nötige Unterstützung konnte nicht rechtzeitig genug aufgebracht werden und in einem Briefe späteren Datums bittet der gleiche Lehrer um Beihilfe für einen Denkstein auf dem Grabe seiner Frau, den er aus eigenen Mitteln nicht errichten könne. — Bei einem älteren Lehrer vom Lande, der längere Zeit in einem hiesigen jüdischen Krankenhause lag, wurde von den Aerzten als Quelle der Krankheit langjährige Unterernährung festgestellt. Es sind dies nur Etnzelfälle, den Referaten kurz nacherzählt. Aber jeder dieser Fälle ist, eine Anklage, ein Menetekel, das mit Flammenschrift am Horizonte des Judentums allen in Stadt und Land zuruft: „Wollt ihr das Judentum auf demLande erhalten oder zugrunde richten- Wollt ihr, ihr Gemeinden, die ihr euere heiligste Pflicht letzten Endes gegen euch selbst, gegen Feuer ist das Unglück, das über die Welt kommt, schuld am Unheil find in allen Fällen dis a'Sip, die a*yp“i, die die Dörner im Garten der Menschheit darstellen. Leider aber trifft es auch, und sogar zu allererst, die a’pHX, die mit phs und nap bezeichnet werden. Wie es auch im Jirmejahu heißt “aa 'msni j?pn pnx, zuerst wird hier der Fromme genannt. Der ganze Satz stellt sich darnach folgendermaßen dar: xsr '3, wenn der Brand ausbricht, B'itip nxxai, so kommt es nur daher, weil die „Dörner", die Bösen, sich zu seiner Anstiftung einfanden. Aber PN) ^3X3i, schon ist Getreide, d. h. der Fromme verzehrt. R. Joses, erzählt der Talmud weiter, weinte beim Lesen dieses Satzes und seiner durch die Erfahrung des Lebens tausendfach bestätigten Ausdeutung. „Ist dies unser ganzer Lohn"?, fragte er. Tröstend gab Abaja zurück: „Ja, der Fromme kann ein Glück darm sehen, daß ihm Leid und Unglück zu schauen, aus diese Weise erspart bleibt, wie es ja heißt p’*rsn sjaxa nmn ys3. „Vor dem Unglücke geht der Fromme dahin". Die Schlußworte des Satzes werden auch noch in anderem Zusammenhänge auf die Wiedererrichtung Jerusalems und des Tempels bezogen. Gott hat die heilige Stätte in Flammen ausgehen lassen, er wird sie wieder im Jeuerglanz neuerstehen lassen, px »rin ’ox PX3 nmjs^ vny LX". jvxa. Doppelt ersetzen 23P' d^p den Brandschaden wird 'n, der myan rix Tj?aa, der dieses Feuer angezündet hat. x“’22. Vielleicht erklärt sich aus dieser Bedeutung des a*?P> a°7'p, daß man nach Frankfurter Minjag damit die Karscha „ausläßt". ««»«SW lostgk eure Kinder, gegen was ihr von euren Hut übernommen, so gr -wollt ihr in eurer Li.e Pflichtvergessenheit so die letzte Spur von religiösem Leben aus e gewichen ist? Denn wo und wie soll 1 schwere Sorge in die Schule, an den Tisch und in den S Ruhe und die Muße, die <s Berussfreude für sein heilig Man klagt zuweilen über, wtlderung, über die Unwifs^ auf dem Lande. Was aber gen Umständen von den und wird, ist ein Wun„ einem Idealismus und bung, wie sich deren kam oder eine Berufsklasse rül" Wer wird unter diesen Verhältnissen* in der Zukunft noch seine Kinder dem Elende des Lehrerberufes aussetzen wollewATAjachpA, daß von den jüdischen Lehrerseminaren luDsuWland zwei, in Kassel un schloffen sind, und -in fern Schicksal entgegensieht.j'Moyi0M,AWiMutesij„j,, die Mehrzahl sucht sich auf"Gnmw der -tzvwoGß-^ >. 1 nen Bildung in anderer?" oder sich weiter bis zu fortzubilden. Aus dem LehrpDaM tet alles, was noch die Kraft und den Mut zu flückten hat, in privateweiter, dann erleben wirMW HMigssZ Mh giöse Verödung in den LaKdgSjkMdmy Me für im das deutsche Judentum gen sem wird. J9d nf;) ■ Was ist da zu tun? un<2)' In der Versammlung MA vom Vorstandstische aus Eine durchgreifende und da Verhältnisse sei nur auf dorm sammenschlusses der ejH^A'rÄ Gesinnung zu Bildung von Verbandszk a-fcheAg MM WriMkiius recht erreichbar. Dank deMDWm«jMZe»LchAofl5 neuen Reichsoerfassung ist"Me'° ss »s den, daß sowohl der meinden", als auch derküMmrschMME ' ' " ' ~ )öffervt'lwh- (1 löufj äuönw) .(i(hnuri3 ns«b*/ _} 1 1*9 f 4M® ißfisö* 3(hii bund" in absehbarer Zeit^als3 öfservtlH-viflhkli^wo Verbände mit SteuerreM vÄm StÄM.-äWEMft' -- und alsdann die MttKKfMtWWWK^ Gemeinden mit in den?-- Menst tzgph WstynM-, „ s schwächeren werden stellet Upnen.-n^iMKrsäuch.^1 - n -flrr l rf ijtffii Uli** hc£ '.nUhH IbfHiffi - JLinlmlUS f\iTn’TTfj?TjTiK'l'Ki :T*- §ni5ijp]5 ■■iu'liW-— .S8üö jnmchT .91 §ii) .ut GlN - Mofe ShMÄWiSvs. In der Schrift des furt a. M. verstorbenen chnvergeMVK^Mifl lehrten A h r 0 n Ma r c usä„MtÄetnemWtrydK' lungstheorte in der jüdischMMW^Mt^GeMHzzO erzichlt^ ^awburg) wird Im Jahre 1725 wekl^'ÜU^iÄWuLMlGhAlo ekw^j 18 jähriger Jüngling, naiäens^MoLNhKlmZflMzatzorauKchjn Padua, den selbst Graetzg alß zWistKc ^?MhEcket^9^ Poesie und Prosa, dem k"“ R. Juda Halevi, Jeschaia Baffani, _ und seinem Zeitgenossen R. Jsaa^/EnprimtftidWn rühmten Verfasser der Jizchak als Mann lagen überaus geehrt, _ __ ... _ . x „ Rabbinatskollegiums aus durch seine vernichtenden MtgsgvmiKeuiiMtkdiösMkS-got mischen Schriften des Juda Arje di Medona. LtzMw Laue es aeMa', km Alter von 18 Jahren den sche Mystik in öer Sprache^dH^Wrrr Nebuchint zu einer phtlosoMWnlMWnschäst lynMaA gestalten, namentlich aber Kosmogenie, das in der MMia,Waä!aa'lll1 , als solches erwähnt ist, zum ÄIen Mal^irroWntchkterw" J Hebräisch der Schrift anznoÄtraMil MWW-lltVMsjur)l

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