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Der Israelit · 1922-02-16 · Heft 7 (16.2.1922) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 7 (16.2.1922)
Date
1922-02-16
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 4 Nr. K glätte 16: WbWElWS. Orthodoxie betreibt mall iit Deutschland unter beut Namen Agudas Jisroel, genau wie in beit andern Ländern der Erde. Aber das grösste Propagandainittel ist der praktische Erfolg, den die Masse bei Ausführung der Ideen sehen zu müssen glaubt. Ter praktische Erfolg ist da, aber er kommt der Agndoh in Deutschland nicht zn Gute. Tenn die praktische Arbeit wird in Deutschland eben unter zwei anderen 'Namen betrieben. Nicht nur kommt der praktische Erfolg der Landesorganiftstion nicht zu Ente. 'Nein, sogar schadet' das sichtbare Fehlen praktischer 'Arbeit den Ortsgruppen. Das; die In gendgrnppen lebendig und, liegt daran, weit die zu erziehende Jugend in der Rege! noch keine vraktische Lebensarbeit leistet und daher non einem Menschen, den sie achten wollen und von einem Verein, die sie achten nwllen, praktische Arbeit weniger verlangen. Aber selbst im tätigen Leben stehende Ortsgrnppenmitgiieder verlangen wehr, ivie theoretische Ideen. Wollte man schon den Fehler maehen und Idee und praktische Arbeit teilen, so hätte man ivenigsleits dem Verband der Praxis den Namen Agudas Jisroel geben sollen. Tann würde die Landesorganisation wenigstens nicht dem Schimpfen derer aus den eigenen Reihen ansgeseht sind, die Taten und nicht Worte von einer Agndoh verlangen. Viele Agudisten wären freudigere, begeistertere Agudisten, denn die Propaganda sichtbarer Taten ist wirksamer als Siege in Wortgefechten. Die Forderungen, deren Durchführung inan von dem deutschen Gruppenverband der A. I. verlangen müßte, lauten also: 1. Wegfall der Dreiteilung „Freie Vereini- Öltlig", „Gesthestreuer Gcmeindebund" und ,, A gn doh-L an d c s o r g an i s a t io n". 2. Schaffung einer emheitlichen Landesorganisation ans den gesetzestreneu Gemeinden und, wo solche nicht bestehen, ans Ortsgruppen, die gemäß dent Frankfurter Programm in die Genieinden hineimvachsen müssen. 3. Eine Arbeitsteilung darf nur inbezug ans praktische Arbeit geschehen. Die Agndoh- Lalkdesorganisation bleibt jedenfalls auch bei geteilter Arbeitsmethode, den Gremien, die folehe Arbeit leisten, übergeordnet. Leider werden diese Z-ordernngen nicht zu erfüllen sein. Tenn es gilt bei der „Freien. Vereinigung" und bei dem gesetzestreneu Gej meindebnnd viele Imponderabilien zu überrvin-! den. Aber Personensragcn z. B. dürsten diesen! „Abbau der Obcrorganisation" der deutschen? Orthodoxie nicht beeinflussen. Dafür steht zu l viel aus dem Spiele. Den leidigen Personen-,; fragen zuliebe ist wahrscheinlich ein Teil unserer Führer dieser Frage ans dem Weg gegangen, da unsere Führer selbst zu sehr in diese Personcnfrageu verwickelt sind. Daher geht die. Aufforderung an die Jugend, die mit diesen persönlichen Fragen nichts zu tun hat, energisch diesen Abbau der Ueberorganisation, in dem sich bald kein Sterblicher mehr znrechtsiudet, zu unterstützen! Beschäftigt hat unsere Organisation sich mit dieser Frage schon lange. Aber leider ist es bisher noch immer beim Alten geblieben. Je eher wir hier gegen das Trägheitsprinzip Erfolge bringen, um so besser. Und wenn die Vereinheitlichmig unserer Orgaiiisation uns in der Feit des teuren Portos und der teueren Eisenbahnfahrten auch nur eine finanzielle Ersparnis bcivirkte und alle anderen Momente hinfällig waren. Fritz Cahn-Cölu. Aus drr Bewegung London, >0. Febr. Auf einer in Whitechapel statlgefundenen Versammlung der Agudas Fisroel wurde einstimmig die Gründung einer Agnda-Fngendsektion beschlossen, als Zentrale der 'Agnda-Jug..>itdgeuppen rn England. Ein ^provisor isches Kouii.ttc wurde gewählt, mit Rabbi Pomberg an der Spie.e, das einen Aufruf an die vrthodvre Fugend veröffentlicht, sich dieser Organisation anznschließen. Zürich, 27. Januar. Pom A g u d o l, - B it v c a n berichtet mau uns Folgendes: „Aus den verschiedenen Artikeln der Netzten. Nuimnern könn teniari schon sehen, wie Intensiv die Beteiligung an unserer li k r a i n e -« a in in l u u g ist. . Heute wollen wir erzählen, wie oft wir die Freude hakten, hinter den nüchternen Paketen das legendenhaft alte und heute noch so frisch und warm pulsierende jüdische Herz zu entdecken. Ta gibt es kein starres, mechanisches Zusanimenrasfen alter Fetzen aus noch älteren Kleiücrühränken. Den meisten Spendern , ist chas Beste gerade gut genug, mn die frierenden Glieder unserer östlichen Märtyrer zu decken. Gewiß haben unsere vom Unglück gepeitschten Brüder einen.Lichtblick wenigstens, wenn sie all die guten nützlichen Tinge erhalten, aber gerührt, wären sie, wenn sie wüßten, in wie evler Art oft gegeben wnroe: Ta beauftragt ein einfacher Privatmann eine Schuhfabrik, 50 Paar neue Schuhe an die Snuimelstelle zu schicken, ein edelmütiger R. R. läßt uns von einem hiesigen Konfektionsgeschäft 2 ganz neue Anzüge senden, ohne daß Sam-- meistelte voer Geschäft die Persönlichkeit ahnen. Ein Kleiderhändler überweift uns einen ganzen Ballen vorzüglicher Kleidungsstücke, obwohl er bei der heutigen schwerett Lage nur mit der größten Mühe sich und feine Familie durchbringt. Ein altes Mütrerchetr bringt uns selbst ein 'mühsam zusammengesuchtes Paket: es ist alles, was sic entbehren könne, sagt oie alte Frau, daS letzte 4Nnl schon habe sie sich an der Sammlung beteiligt, urtb obwohl sie nicht viel besitzt, tonne sie es nicht übers Herz bringen, die Sendung abgehen zu lassen, ohne ihr Schcrflcin hinzuzusügen. Tre F ra u e n v e r e t n e natürlich haben ihr Bestes geleistet. Tie hiesige Mädchengruppe. gab uns eine ganze 'Anzahl selbstgefertigtetft Kleidungsstücke, für Mnochen; die Berner Blanweißgrnppe ließ unS eine Sendung niedlicher, von Hand gearbeiteter Kinderwäsche z'nkommen. So könnte man noch lang erzählen, vo'.l Briefen, die den Paketen beilagen und die uns sagen, mit wie viel liebevoller Sorgfalt wie einzelnen Stücke zusammengcsttcht wurden, von reichen Geldspenden, die ost die Lendungen begleiten, von einer vielbeschäftigten Haussrau, die ein Paar zerrissene Hose schickte, aber die Flicke dazu beilegte usw. Tie Beispteie häufen sich, sind aber noch lange nicht erschöpft und wir wollen aufhö.ren, die seit Jahrtausenden bewährte jüdische Bruderliebe weiter darzustellen. Wir wissen alle, oaß nur bei uns das Unzulängliche Ereignis weroen kann, daß nur bei unS eine unscheinbare K l e i d e r s a m m l u n g zur Offenbarung wird und uns zeigt, daß wir noch intmer stolz sein können, einem Volke von Brüdern anzugehören, von Brüdern, die für einander bürgen und in jeder Art einstehen, ein für den andern, mit der größten Liebe und mit dein größten Opfersinn/' Jerusalem. Tie hiesige Jugendgruppe der Agudas Jisroel hat ctneit bedeutsamen Schritt in ihrer Entwicklung durch die Einrichtung besonderer Scyiurim in sepharoischen Kreisen vörgenommen. Unter dem Namen „Ose Chesed Lalovim" haben sich eine Gruppe sephardischer Juden zusammengetan, ntn täglich lind besonders am Sabbat Schümm zu lernen; die Leitung geschieht durch Mitglieder der Jugendgruppe. — Ebenso sind Schiurim für diejenigen Ehaluzim eingerichtet worden, welche durch Vermittlung unserer Jugendgruppe handwertsinäßigc Ausbildung erhalten. Die Leitung hat Herr M. Blau, der ehrenamtliche Sekretär unserer Jerusalemer Ortsgruppe übernommen. Neben den hebräischen Disziplinen wird auch in Handelsfächern Unterricht erteilt. Am Chanuka fand eine eindrucksvolle Chanukafeier für die Chaluzim statt, welche durch eine längere, geistvolle Rede des Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Eppstein, eingeleitct wurde. Warschau. Unter Führung von Herrn Tr. 4 c imozcwitsch begab sich eine Agudadelegation in die ttkraüro, zwecks Verteüring der von Deutschland und der Schweiz gesandten Kleider und Geldunterstütznngeu. Tie Delegation hat außerdem die Absicht, zunächst 160 Waisenkinder nach ärztlicher Untersuchung zur Unterbringung in unseren Waisenhäusern, resp. in Privathäusern mitzunehmen. Bis jetzt hat die Delegation die Orre Rowno, Lutz und Barnnowitich besucht. Lodz. Eine Gruppe Lodzer jüdischer Teriilsavrikanren, Mitglieder der Agudas Jisroel, verfrachtete die ersten Tertiiladungen nach Palästina. Man ist in diesen Kreisen hinsichtlich der Entwicklung reger Handelsbeziehungen zwischen Polen und Palästina optimistisch; besonders günstig feien die Aussichten für den Absatz der Textilindustrie aus Polen, wodurch auch zahlreichen Inden aus Polen die Ucbersiedlung nach Palästina ermöglicht werden Spendeliflen- I. - Jugendorganisation: Isidor.Viktor-20/ M. MmneNthal 20, L. Bacharach - ' 'W, S,' Klebe,-30, E Katz II l S0,- S. Mtzenstein r I - 20, I. Pfifferling, 20, Witwe Levi ,0. E. -Nuß bäum 20, Frau Geis 10, Röschen Katzeustcin 30, Jette. Oppenheim 10, Wetterhahn 50, L. Kan 20, : Burbaum. 10, N. N. ö, L. Klebe IV 80, A, Klebe 1 80, Seckel Klebe 20, .Samuel Klebe, 50, Josef l .«.ilcbc 111.20, Lehrer Oppenheim 20, Sinnon Katz! 50, Geschwister Pfifferling J0, N. Nnßbattm Ii 50, I. Nußbanm 15, di. Ist. 5, N. Nußbaum Hl 20, M. H. Katzenstetn 50, Ein an. Blumenthal 40, S. 'Nußbanm 20, M. - Bachrach 10, I. Katz 50, 3. Bacharach 20. . Insgesamt. K50. . I tt l d a : durch Rabbiner Tr.' Leo Enhn JÜ06,' Tr. Mar Rapp anläßl. seiner Hochzeit L10, gesammelt durch Resi Straus, Salzschlirf beim Frauen- . berein Obcrseemen 55, durch Tr. Herz von' Dr. Erlanger, Luzern schw. 5 Franken. Gruppe. Vallendar: anläßlich' des Vortrags des Herrn Dr. 'Cohen, Cöln/75. - L e ip.zlg : Samuel Eifemnnn . l00. : > A n t w e r p e n : Frau Hella Slagter zum Einzug in die eigene Wohnung 50. H albe r st a d t : Jenny Kntzenstein dankt Erna- Eoben für ihre opferwillige nächtliche Tätigkeit 10. Keren Hajischnw: Fultda : Tr. L. Herz,. A.. I. 120. Berlin: R. Krabowitz 500. Schenkt cm g s f e l d : Lehrer Grünewald . 421.' L n d e n b n r g : Gebr. Kaufmann 1060. Fürth: K. Fellheimer 10, H. .Felsenstein 70, G. Felsensrein 50,, Fr. Kas. Jgenhauser 10, Dr,?l. Kahn 18, Fr. Ofsenbacher 83, I. Roscnbaum 90, L. Zucker», nun 50, 4k. 4t. 10, N. .4t. 10, Tr. Peiscr 18, Lnvz. Fernberg 20, 4Nädchett-Gruppe 420, I. Zimmer 20, Prüfer 18, T. Drutsch 30, Obstseld 80, I. KönigShöfer 18, 4Nt NKönigshöfer 144, Freundlich 20, 4N. Rosenbauin 18, Tr. Feilchenseid 30, 4Nandel 18, 'Neumann 18, L. Iimmer 18, Tr. Kahn 18, L. T. 36, Hochzeit-Ablösung 8, K. Zimmer 50. T ü s s e l d o r fTr. Mayer 5. .st artsrtthe: b. I. Altntann 1400. Furth: M. Lyon 500, I. Felsenstein 385. H e i I b r o n n: Kelz 50, Sieg bürg.: I. Strauß 100. ' Ft-antfu.rt .a. ,1.: 5t. 4t. 200. 4N a i n z: 4t. 4t. 200, Hochz. Tr. Heigmaun mi- Erna Löwettstein, München-Gladbach 1185. Frankfurt a. 4.N.: I. Jeidel u. Frau oO, Mädchenschule v. Tr. E. 100, anl. des 13. Krslew. L a d e n b tt r g: Kaufmann 250. Jarvne: Siegburg: Jos. Strauß 50. Baßsrennd-Hans. Halberstadt: M. Baßsreund am 9. Kislew z. And. an f. 4Nutter s. A. 20. Thale: Baßfreund aus demf. 4lnlaß 20. Diskin-Waisenhaus. 4)tarburg: durch H. Strauß: .E. Bür 250, Als. Stern 250, Tr. Wertheim 200, Btoni ben Bloni 100, H. W. 106, C. Siegelstein 50, A. Herz 100 S. Strauß 50, S. Sonneborn 50, N. N. 50, Fr. Levi 20, M. Wolf 20, I. Adler 20, Fr. M. Strauß 20, 'I. Strauß 20, Fr. Rosenbusch 10, Lehrer Blumenthal 10, Kuchelmarut 10, Ft. Oppenheim 10, I. Rotschild 10, A. Spier 10 H. Blllmenfeld 10, I. Blumenfeld 10, 4N. Jonas 10, L. Stern 10. poMekttonü: Grnppenverband der Agudas Jisrv el in Deutschlckvd , tz alb erst ad t: Postscheckkonto 18 901 Berlin. P alästin azentrale d er Mgudas Jisroel in Deutschland, Frankfurt a. M.: Postscheckkonto 53 900 Frankfurt a. M, Agudas Jisroel Jugendorganisation, Cöln am Rhein: Postscheckkonto „Fritz Cahen" 66124 Eöln a. Rh. kriegsiva i sensond der Agudas Jisroel, H alb er stad t: > v u p p a R h i n a : Synagogenspendon: S. Katz 5, L. 4Netzger 3, I. Pfifferling 10, B. Katz 10, 4N. Bacharach 10, M. Bacharach 5, I. Bacharach in Köln 200, H. Bacharach 20, T. Pfifferling 10, , H. Wetterhahn 10, 4N. Blumenthal 50, S. Klebe; Postscheckkonto „Direktion der Diskonw-Gesell- 50, Salli Klebe 20, S. Klebe IV 3, E. Nuschaum . u , MM" 1250 Berlin -? ' 10, N. Nußbaum II 20, H. Katzenstein I 5, Gold-! ' } 1 1 * , " schmidt, Oberseemen 10. Insgesamt 451. — ' Saiumlnttg der Damen Gerta urrd Jettchen Beranttvortliche Redaktion: Rattiner vr. P. Kohn, Vr. D. Thrm ann, I. Gänger. — Druck von Rupert »aumbach, Frankfurt am Main.

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