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Der Israelit · 1922-02-16 · Heft 7 (16.2.1922) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 7 (16.2.1922)
Date
1922-02-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Blätter h e r a u s g e c\ e 6 e 11 v 0 m Gruppenverband, der Pockästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland. VIII. Jahrgang 18. Scheöat 5682 Yummer= . 16. Aevruar 1922 Inhaltsübersicht. Innen«'beit. — Schulen? — Wirtfchast? — Versorgung mit Koscher-Konserven! — Vom Agudas Jisroel-Krirgswaisenhaus in Baden. — Agudas Israel in Lettland. — Paiästina-Vavgeskllschaft der AuudaS Israel. — Unsere Gegner. — K>a-ckhAteri der OriS. gruppen. — Feuilleton. — Aus der Bewegung. — Spendelisten. Menarveil. Unter dieser Rubrik werden wup in den nächsten Wachen uns zugegangene Aufsätze, die sich mit der. Arbeit der deutschen Ortsgruppen beschäftigen, veröffentlichen. Die Redaktion. Schulen? - Mrtschast? In dem in voriger Nummer unter obiget Spitzmarke veröffentlichten 'Artikel von II. K. wird uns von hochgeschätzter, schulfachmännischer Seite geschrieben: Gestatten Sie mir einige Bemerkungeit zu dein Artikel „Schulen? — Wirtschaft?" Wenn man sich fragt: Schillen oder Wirtschaft, dann MUß cs unbedingt heißen: Schulen! Genuß ist beides nötig, mir, >"sr ns:p p« OX' aber Taurolernen mld Tanroverbreiten ist Hauptziel der Aguda. Solange der Weltwirtschaftsnrarkt der furchtbaren Krisis ausgefetzt ist, ist auch an eine Gesundung der Wirtschastsverhällnisse Erez Jisroels nicht zu denken. Sehr Wesentliches kann Agudas Jisroel vorerst darin nicht leisten. Auch die zionistische Organisation hat die Hoffnungen in wirtschaftlicher Beziehung, die sie all die Jahre erweckt hat, nun bitter enttäuschen müssen. Man erwartet auch in '"k von Agudas Jisroel vorerst noch keine großen Wirtschaftsaktionen. Die große Masse der Bevölkerung gehört ja zu uns, wenn sie auch nicht in der Aguda organisatorisch vereint ist. Aber wir müssen das Feld behaupten da, lvo nur einmal angefaugen haben, etlo-as zu leisten. Und - das ist ans kultnrellertt Gebiet. Erhaltet das Bestehende, die Schulen! Lasset nicht mühsam Erreichtes zu Grunde gehen! Was nützt Agudas Jisroel alle Politik und was helfen ihr Augenblickserfolge. Schasst dauernde Werte, erwerbt Kapital in den Seelen der Kinder, die Ihr Helsen sollt zu wahren Erez Jisroel-Jehudim erziehen zu lassen! Wenn Ihr dieses Hauptziel ans den Augen verliert, werdet Ihr niemals das Vertrauen der Spitzen der Erez Jisroel-Judenheit gewinnen und.behalten. Roch einmal: stützt die Jeschiwaus, die Talmud-Toras, schasst Kulturwerte! Ein Land wie das voraussichtlich für Jahre hinaus wirtschaftlich abhängig bleibt von: Auslande, k a u it seine Schulen nicht selbst erhalten. Wir dürfen nicht versagen, wenn es gilt, das Schulwerk zu stützen. Selbst wenn ein Teil der Jugend (es ist sicher der kleinere) später das Land verläßt, ist die Erziehungsarbeit auch nicht vergebens geleistet, sondern wirkt befruchtend und segenbringend weiter. Wie tonnt Ihr denken, daß Aguda durch irgend eine noch so großzügige Wirtschaftsaktion sich Vertrauen erwirbt, wenn sie nicht einmal imstande ist, das B e st eh e n d e zu erhalten. Wer denn soll . unsere Schulen unterstützen?. Sollen wir sie dem Wäad chachinuch^stberlasseil? Gewiß ist.für^x Hede P.rivatinitiativ.e und auch sonstige wirtschaftliche Aktion von agudistischer .Seite aufs; wärmste zu begrüßen, aber in der Beschränkung zeigt sich erst der Meister — erst Schulen! Versorgung mit Koscher-Konserven. Hatberstadt, 1. Febr. Der Gruppenverband der Agudas Jisroel in Deutschland schreiül uns: Hunderte frommer Geschäftsleute bereisen Deutschlalld das Jahr über. An den meisten Orten können sie nicht koscher essen. Eine Woche, auch wochenlang tragen sie ununterbrochen hrrte Entbehrungen. Bei erhöhter körperlicher und geistiger Anstrengung ist ein solches Opfer doppelt schwierig; und viele sind an der tagtäglich neu heranireteudcu Versuchung denn auch gescheitert. Dieser s)lot kann dadurch gesteuert werden, daß an allen bereisten Orten, wo es kein zuverlässig und sauber geführtes Speischaus gibt, .Koscher-Konserven bereitstehen. Da es sich um Tausende von deutschen Plätzen dabei handelt, ist die Aufgabe groß. Gelöst kann sie ans die folgende Art werden: 1. Zunächst können die interessierten Kausleute selber uns helfen; sie mögen uns die Orte bezeichnen, die für sie in Betracht kommen, und daselbst möglichst je einen ordentlichen Haushalt erkunden und uns nenmm, in dem Konserven hinterlegt und verabreichk werden können. 2. Sodann möchten alle diejenigen Leser dieser Mitteilung, au deren Wohnort eine uusreichende Speisegelegenheil nicht vorhanden ist, sich bei uns zur Verabreichung von Koscher-Konserven bereit erklären oder uns ein geeignetes Haus am Platze oder >'n 0er Umgebung namhaft machen. Die Adressen lverden gesammelt, zunächst in den Zeitungen veröffentlicht, Ansragern brieflich mitgeteilt und später in Buchform den Interessenten zugänglich sein. Uw religiösen Zweifeln vorzubengen, ivird der Reisende gut tun, sein Besteck mit sich zu führen. Aus demselben Grunde sollten die Konserven grundsätzlich (statt mittelbar in Wasser) unmittelbar auf Gas, Spiritus oder auf dem Herd (mit umgcdrchtcm Herdring; augewärmt werden. Den freundlichen Berabreichern erwächst die Mühe, die Dosen zunächst bei uns, dann fortlaufend zur Depot-Ergänzung bei der liefernden Firma zu bestellen Zn der Regel erfolgt der Versand unter Nachnahme oder nach Vorauszahlung) und die Tosen wärmen und auf nett gedecktem Tisch mit Brot und Salz servieren zu lassen. Vom Gaste einznziehen ist der Originalpreis der Büchsen nebst einer mäßigen Gebühr für Wärmen, Brot und Wäsche- \ Abnutzung. Die Konserven sind erprobt gut. Hergestellt sind sie unter Aussicht des ehrwürdigen : Herrn- OberraMners von Altona. Der Mühe i Preis wird den gütigen Wirten außer dein meist j angenehmen, unterhaltenden und oft wertvoll bej lehrenden Verkehr mit den Gästen das Bewußts sein werden, die abrahemitische Edelsitte der selbstj losenGnstsreundschast, HachiwssasOrchirn, zu üben, j und die Dankbarkeit Derer, die aus lieberzen-' gung ihrem Gotte fortgesetzt Entbehrungsopfer; bringen und darin nun eine kleine Erleichterung erfahren, sei ihr, der Bewirtenden, Lohn. ' i Vom Agudas Moel-Kriegs- - Waisenhaus in Süden. Die Verwaltung des Agudas Jisroel Kriegswaisenhans in Wien ließ soeben ein Album, bestehend ans 6 Karlen Herstellen, die in anschaulicher Weise die Anstalt darstellen. Die Anßenansicht des Gebäudes, die Einrichtung der Schlaf-, Speise- und Lehrräume, der Spielplatz, die Kinder und die Leitung sind photographisch ansgenonnnen und in künstlerischer Ausführung zu einem ' schönen Album vereinigt worden. Dieses 'Album wird in vorzüglicher Weise die AusmerEamkeit weiter Kreise ans die Notwendigteit der Waisenhilse im Judentum lenken und wird gleichzeitig zeigen, weich wertvolle Leistung die Agudas Jisroel mit der Errichtung des Badem r Waisenhauses bereits ausznweisen hat. Die Erträgnisse aus dem Verlaus des Albums sind der Erhaltung dcs Waisenhauses gewidmet. Cs ist zu beziehen durch den Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel, Wien II, Malzgasse 12a. Agudas jisroel in Lettland. Wien, 16. Januar. Herr Abranr Horllftcill, Mitglied der Exekutive der Agudas Jisroel besuchte die Aguda iu Riga und gab seiner Befriedigung über die fortschreitende Entwicklung der Lettischen Orgmnsmwv. Ausdruck. Er stellte fest, daß besonders in Riga das orthodoxe Judentum sich der bedeutungsvollen Ausgabe bewußt ist, die ihm in der Gegenwart erwachsen ist. Tie Aguda hat sich dort in kurzer Zeit zu einer hervorragenden Stellung im öffentlichen Leben emporgernngcn und ist auch in der jüdischen Gemeinde ein Faktor geworden, Mit dessen Anschauungen auch die Gegner aller Schattierungen rechnen müssen. Palästina Vaugesellschast der Agudas Jisroel. Dieser Tage sind die beiden Delegierten der Aguda, die Herren Tobias Bialer und Moses W o j d i s kw a s k y , die mit der Erledigung der FormmlitätcU zur Gründung der Vaugesellschast beallftragt waren, aus Palästina zurückgekehrt. Die Gesellschaft ist nunmehr endgültig aegründet und von der palästinensischen Regierung als Aktiengesellschaft nt. b. H. legalisiert. -Es werden zunächst Aktien im Werte von 15 000 Pfund Sterling ausgcgeben. Jede Aktie kostet 10 Pfund Sterling. Ter Preis der gezeichneten Aktien ist in englischer Währung zugleich mit der Zeichnung zu entrichten. Ein großer Teil des Aktienkapitals ist bereits in Händen der Gesellschaft. Auch ein ivertvolles Grundstück, ausreichend zum Bail von 50 Geschäftsiäden im Zentrum der Stadt Jaffa ist iu ihrem Besitze. Ebenso ist geeignetes Banmaterial, in Palästina lagernd, bereits Eigentum der Gesellschaft. Mit dem Ban der Häuser wird sofort begonnen. Wer an diesem soliden, eine gute Rentabilität sichernden Unternehmen des orthodoxen Judentums im Heiligen Lande Anteil haben will, sollte seine Zeichnung zu Händen einer Agudas Jisroet- Ortsgruppe, Landeszentrale, Palästina-Zentrale oder des Wiener Zentralbüros schleunigst gelangen lassen. Sofort nach Erlegung d«k g^

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