Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1922)
- Date
- 1922-02-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Blätter b e x o n §> g e;) e b c n v o m Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Iisroel sür Deutschland. -- Wummer 2 ----- 2. Jevruar 1922 ------ VIII. Jahrgang 4. Schebal 5682 Inhaltsübersicht. Das Wilnaer Oberrabbinat für Agudas Israel. - Delegkertentag der polnischen Landesorganisaiion der Agudas Israel. - Schweizerische Palästinazentrale der Agudah - Schulen-Wirtschaft? - Gründung einer Augudas Israel Zentrale sür Ostgalizien. - Sprechsaal. Das Wilnaer oderrabviaat für Agudas Israel. Das in der ganzen jüdischen Welt at«? muv? der bervorragendsten Träger der Torakande anerkannte W i l n a e r. £ b e r r a b b i » a t mit Rabbi n e r C h. O i e r (M r o d s e u s k i '"2 an der Spitze tritt in einem soeben erschienenen Wniins aufs ivärmste für Agudas Iisroel ein. Tie zündende Sprache, des in klassischem Hebräisch erlassenen „Kol köre" liest sich in ilachsollender deutscher Uedersttmug nur mangelhaft wueder- K'ben. . „Tie Rotivendigkeit einer Organisation aller thoratrenen Inden steht über jedem Zweifel und ist von und schon längst anerkannt. Bor einer Reihe von Jahren bereits ivurde in Wilna der. „Ir Wem Biisroel", der Grund zu einer solchen Organisation unter dem Rainen „Knesech Iisroel" gelegt, Rach dem diese von Andersgesinwleu bekämpft wurde, fand der Organisatiowsgr-- danke neue, treue Vertreter in Deutschland. Gottesfürchtige und Männer der Tat haben mit Zustimmung der Thoragrößen unserer Zeit die Gründung einer alliveltlichen Agudas Iisroel begonnen und von dort fand dieser Gedanke in allen Ländern Widerhall und diente der Stärke unserer Tora. Doch der furchtbare Krieg, wZcher die Gesinnungsgenossen auseinanderriß und die Länder trennte, die allgemeine Unr wälznng und der ökonoinische Zusammenbruch •djivädjtc and] unser Volk und diejenigen seiner Iührer, welche seine geistigen Interessen zu fördern versucht hatten. Auch in der Welt nnserer jüdischen Ideen mar der Zusammenbruch gar gross. Schivere Breschen waren in die Beste des Judentums geschlagen, dft ^oiiiüen des (Gesetzes ivankten, es mehrte» sich die Zerstörter der Thora, sie inarfen die Pflichten von sich, sie eamveihten den Sabbat öffentlich. Auch in Titanen, Galizien nitd Polen, die einst starke Besten, der Thoratrene darstellten, hat die Linkspartei sich gegen die Thora verschworen und all ihre Kräfte daran gesetzt, die Schulen in ihre Gewalt zu bekommen und die ganze Iüdischh'il ans die Kenntnis der hebräi'chen und iddischen Sprache zu beschränken. Wer könnte solche Verirrung ertragen? In Sowjet-Rußland mit seiner großen jüdischen Bevölkerung sind Gesetze erlassen worden, die Ehadorim und Ieschiiroth zu sthlieften, das bedeutet, Gott behüte, Vernichtung: and auch in unseren Gegenden streben unsere inneren Ieinde an, die Kinder vorn Lernen, abzudringen und Thora und Mitzivot vergessen zu machen. Tas bedeutet ein Vernichten nnserer Seele. Wehe uns, dast in unseren Tagen sich solches ereignet. Hub da nur uns dies zu Herzen nahmen und darüber nachdachten, wie der wankende Gottesaltar zu stützet! sei, wie die Thora zu stärken, deren innere und äußere Ieinde so zahlreich, da finden >vir als unaufschiebbare Notwendigkeit der Stunde den Zusammenschluß aller derer, die zu Gott und seinem Gesetz stehen, um mit gemeinsamen Kräften die Erziehnngsfragen in al tsi'idi schein Sinne zu lösen, die Hut des Sabbats, die Reinheit, der Iamilie, wie auch alles andere, was die Stunde erfordert, gemeinsam zu fördern, und damit dies Streben zur Berivirk.ichnng gelangt, müssen wir von Neuem die „Agudas Iisroel" in Litauen' propagieren und die bereits bestehenden Ortsgruppen zur Tätigkeit ainporuen. Ter Zweck der Agudas Iisroel ist allbekannt: „Alle Ge^emoartsanfgaben, sowohl in der Diaspora wie in Palästina int (steifte der Thora zu lösen." Ein großer Teil der Tätigkeit der „Agn-. das .Iisroel" wird der wirt'chaftlichen Arbeit in Palästina geweiht sein, um in diesem Lande, auf das die Angen von ganz Israel gerichtet sind, den Aufbau in Heiligkeit vorznnehmen und auch dem alten Iischuv und seinen Thorastätten zu dienen. In allen allgemeinen Angelegenheiten wird die Litauische Agudas Iisroel mit der allweltlichen Agudas Iisroel sich vereinigen 'znm Besten des jüdischen Volkes und seiner Thora. Und siehe: wir wollen mit diesem unserem Schreiben nicht nur nochmals eine Sache begnlachten, für welche bereits die hervorragendsten Thoragrößen der ganzen Diaspora ihre Zustimmung ausgesprochen haben. Wir ivollen vielmehr zu Taten anfrnfen. Wacht ans und merkt auf Ihr Brüder, die ihr dies liest. Macht euch selbst stark und stärkt andere, sich zur Jahne der Agudas Iisroel zu bekenne». Tenn nur mit vereinter Kraft werden wir Großes ivirken können. Zögert nicht, Brüder, und säumet nicht, Gottes Wohlgefallen ruhte ans unserem Werk, welches 'einem großen Namen, und seiner Thora geweiht ist." Außer dem zehiupiedrigen Wilnaer Rabbinat trögt dimer Ausruf noch die Unterschrift voll z i r k a öl) d e r l) e r v o r r a g e >> d st e n litani'chen Rabbiner, deren warmer Appell bei den jüdischen Massen Litauens sicher lieh Gehör finden wird. DelegieltenlagUr polnischen Landesorganisalion der Agridas Zsroel. Tie am lö. Schwall beginnende Konferenz der größten Landesorganisation der Agudas Iisroel hat in unseren polnische» Gruppen bereits eine starke Wahlbeivegnng hcrvorgernfe». Tie überaus reichhaltige Tagesordnung ist solgenderniaßen festgesetzt: Rl o »tag,' den l ö. S d) m a t, 4 11 h r n!.i d) in i 11 a g s: Eröffnung der Konferenz, Begrüßung der Delegierten und (Niste, Gene* ralbericht über Tätigkeit und stand der Agndabctvegnng im allgemeinen und speziell der polnischen Landesorganisation Referent I. M. Lewin, die politische Lage (Referent Ratmann A. Kirsthbrann, Warschau. Dienst a g , 11 Uhr v o r m i t lng s: Wahlen znm Präsidium und zur Permanenz- Kommission, Tätigkeitsbericht des Zentralrats (Referent Rabbiner 4)r. P. Kohn„ Organisation, Propaganda Referent A. S. Iriedmann, Warschau, Tisknssion. T i e n s t a g , ö U b r n ach m i t t a g s: Erziehitngsfragen Referenten zwei Rabbinen und Ratmann L. Münzberg, Lodz, Stärkung des religiösen Lebens ^Referenten Plinskcr Rabbiner und S. Avrach, Warschau, Tisknssion. M i r t w och, 11. 111) r v o r m i t t a g s: Palästinaarbeit Referenten M. Kaminer, D. Weidenfeld, Diskussion. Ri 111 io o d), ö U 1) r h a d) m i t t a g s : Prefteivrsen Referent M. Deutscher, Krakau, Gemeindefragen Referenten Rabbiner M. T. Plotzki und Ratmann I., Trockenheim, Diskussion. T o n n e r s lag, 11 U h r v o r m i t t a g s: Bndgetfragen, Wahlen des Landesvorstandes, Resolutionen, Schlußsitzung. Schweizerische paWnazentrale der Agudah. Zürich, 27. Jan. Bei der letzten Sitzung des Landeskomitees der Agudas Iisroel wurde beschlossen, zivecks Zentralisierung eine Palästinazentrale sür die Schweiz zu errichten. Tie Ortsgruppe Zürich hat sich zur provisorischen Konstituierung bereit erklärt. Tie Arbeit dürfte vorerst bestehen in Uebernahme der gesammelten Gelder für a Iisthnm-Erez Iisroel .Ansiedelung , d) Keren Hajischnw, c) Rosch-Ehandesd)spendeil llnterstütznwg der patästinensisehen Schulen , ft) Ro'enheim-Kolonie. Abt. Immigration ''sowie Beteiligung an Fabriken, Plantagen etc. soll für eil! späteres Arbeitspensum Vorbehalten werden. Laut Beschluß des Zentral rates hat jede Palästinazentrale das Recht, ststbständig über die Gelder zu verfügen. Es wäre zu begrüßen, wenn durch die Arbeit nnstwes Büros der Grund gelegt werden könnte zu einer Schmelzerkolonie 'in Erez Iisroel. Leute, welche ans diesem Gebiete Mitarbeiten wollen, werden gerne von der Ortsgruppe Zürich Aufschluß erhalten. Schulen? - Wirtschaft? I. Agudas Iisroel hat im letzten Jahre die erste Etappe tätiger Palästinaarbeit erreicht. Znm mindesten teilweise erreicht. Nämlich: rin groß Teil der notwendigen Vorbereituilgsarbeiten lind erledigt. Man hat znw ersten Male Telegationen nach Erez Iisroel gesandt, die sich an Ort und Stelle über politische, wirtschaftliche und kulturelle Angelegenheiten informieren sollten. Tie in den gesetzestrenen Massen Erez Iisroel s rin tätiges Interefte für Aguda iuad)- znrufen hatten. Und schließlich: die den Grundstein für eine gelingende Erez-Iisroel Arbeit im Galnth legen sollten: dnreh Errichtung zuverlässiger Informationsbüros. Effekt: In Erez Iisroels ehrlicher Iudenheit blüht wieder Hoffnung, daß mit Hilfe Agudas Iisroels bald eine Wandlung dahin eintritt, daß die bisher schmerzlich erkannte Einflnßlofigkeit schwindet. Daß Erez Iisroels ehrliche Iudenheit loieder znm Iaktor wird. Tie Orthodoxie des Galnth fühlt: Man trifft alles Vorbereiten zur umfassenden gelingenden Erez Iisroel-Arbeir. Jetzt liegts an uns. Man ruft uns auf Keren .HajEchub, von uns also .hängt 'jeder Erfolg, ab. Jetzt, da die erste Etappe mühevoll erreicht zu sein scheint, muß gefragt werden: Wie denkt man sich mit den Mitteln, die vorhanden,