Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1922)
- Date
- 1922-01-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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»W8E Ein Centraloraan lir Jas orlliota Judentum (( |VU||P III gaagjgFsa Begründe! oen Dr. Lehminn in ITtaiitz ssss 63. Jahrgang. sasjranMuira. M.. Öen — ®®® M a^m Abonnement pro Viertels ahr: Deutschland bet den Postämtern sowie bet direkt.Bestellung u.Rechnungsertetl. durch d. Verlag M. 15.— viertes., Volks'chul-u. Religionslehrer sowie Kultusbeamte (n. direkt) M. 7.50 viertel)., Xschecho-Slowakei Kr. 15.— Ungarn Kr. 80.— vierteljählich. Deutsch Oesterreick u. Polen (nur in deutscher Reichsmk.) Mk. 15 viertelj. zuzügl. Mk. 8.—Portogebübr. Rumänien 15 Lei, Holland fl. 1. Skandiuav. Kr. 2, Schweiz fs. 1.50, Frank» reich u. Belgien Fr. 5.—, England 1 sh. 6 p., Amerika 0.50 Doll, viertelj. Einzelnummer 1.80 Mk. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate : Mk.3.—, fürStellensnchendeMk.8.—, für die sechsgesp.Col.-Z. eluschl.Teuergszschl.,' AuSl.-Jns. Mk6.— pro Zeile. Rab. n. Tarif. Bei lauf.Jnseratauftr.tarifm. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G.m. b. H.. Frankfurta-M., Gr. Eschenheimerstr. 33, Del. 5843, Amt Hansa, sowie sämtl. Anuoncen-Exped. des In- und Auslands. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 19882 - erfolgen an: Postsparkasse Wien No. 7» ««8! Postsparkassenamt Budapest No. 18 434 Postscheckamt Zürich Dir. VIII 7354 Postscheckamt Amsterdam No. 24 899 Böhmische Unionbank in Prag Banen Marmarosch Blank & Co. in Bncmiit Filiale des Wiener Bankvereins in Agram Der Iladiörucb 0er Artikel unö eorrefpenflenjen öes „Israeli“ ist nur unter genauer Quellenangabe, unö, soweit es fidi um größere fluffä&e banöelt, nur nath vorheriger kenekmigung gestattet. Wertvolle billige Sicher! LfrililUMiHili As „3srneflr $. K. Rlrsth, Der Pcmaleud) s KSe. gev. Augenblicklich vergriffen. Erledigung'rückständiger Bestellungen in 8—14 Tagen. 5. ft. Wseb, Uersucbe über Issroels Pflichten Ui der Verbannung (Cftatirew). Inland. Deutsch-Oesterreich und Ungarn Mk. 7«.— statt Ladenpreis Mk. 93.50, zuzügl. Porto nnd Verpacknng Ausland : Westländer 100 Prozent Valuta-Ausschlag, Tschecho- Slowakei und Rumänien 50 Prozent, Valuta-Ausschlag zuzügl. Porto, Verpackung nnd Ansfnhrgebühr. 5. ft. fiirscb, Israels Gebete (Siddur rnttSeuirever Ueverretrung u. krftiärung) Jriland, Deutsch-Oesterreich und Ungarn Mk. 8a — statt Ladenpreis Mk. 111,65. Ausland: Westländer 100 Prozent Valuta-Ausschlag, Tschecho- Slowakei nnd Rumänien 50 Prozent Valuta-Aufschlag zuzügl. Porto, Verpackung und Ausfuhrgebühren. Zu beziehen nur direkt vom Verlag des Israelit G. mb. H. gegen Vorauszahlung oder gegen Nachnahme. As Jsraeüf“ Inland: brofch. geb. Lehmann. Samuel ha-nagM .... H.—» lr.- ScdacUnovttr. merelaik«.6.—, i2,— „ L«ftmenrchtn .... , 12.— „ 3en$ciu.H.-, tr — ff 3m Jutimtaat der 0ba$aren (n?w) . . . 24.—, 2$.— zuzüglich Porto und Verpackung. Ausland: Westländer 100 Prozent Valuta-Zuschlag, Tschecho- Slowaket und Rumänien 50 Prozent Valuta-Zuschlag zuzügl. Porto, Verpackung und Ausfuhrgebühr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt durch den Verlag gegen Vorauszahlung . oder unter Nachnahme. Alle Preise freibleibeüd. Frankfurt » M., 3. Januar 1922. Verlag des Israeli« S. m.». S. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Wann kommt der Tag der Versöhnung? — 2. Homiletik: Mutzar-Gedanken zur Bilanz. — 3. Kleines Feuilleton: Dr. Ariel Benzion: Eine Marannenstadt in Portugal. — 4. Wochenrundschau: Die Wahlen in Wilna.— Ein Interview mit Adolph Frankl. — 5. Aufsätze: Die Tragödie der 600000 obdachlosen jüdischen Kinder. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (Dank für Toleranz). — Breslau (Die Tagung der Liberalen Vereinigung). — Berlin (Optionsrecht für ehemals deutsche Bürger tn Polen). — Berlin (Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband im antisemitischen Fahrwasser). — Darmsladt (Hessische Religionslehrer). — Wien (Die Streikstimmung in Wien). — Bratislava (Die orthodoxe Landeskanzlei beim Ministerpräsidenten). — Warschau (Die polnische Division in Oberschlesten) — Warschau (Ukrainische Versprechungen). — Kowno (Die zweite Kehilla-Konserenz in Litauen). — Warschau (Religionsverfolgungen in Sowjet-Nutzland). — London (Nachklang zu den „Weisen von Zion"). — Jerusalem (Abessinier und Juden). — Jaffa — Jerusalem — 7. Frankfurter Berichte. — 8. Feuilleton-Beilage: Zurückgekehrt. — 9. Ktnderecke: Heinrich Einstädter: Ein kleiner Schlingel. — Beim Gebet. — Rütsellösungen. — 10. Personalien. — 11. Briefkasten. Wann kommt der Tag der Versöhnung? Wir waren uns von vornherein klar darüber, daß die Worte, die wir vor vierzehn Tagen an dieser Stelle den Weitzmann-Besuchcn in Berlin und Wien widmeten, im Lager der Zionisten und Misrachisten keinen besonders freundlichen Widerhall finden würden. Wenn wir trotzdem, entgegen unserer Gewohnheit, einmal auf die innerpolitischen Gefahren des politischen Zionismus in einem Augenblicke hingewiesen haben, in dem dieser sich anschtckt, sich — wie in manchen anderen Ländern — auch tn Deutschland zum maßgebenden politischen Wortführer u^n d Vormund der Gesamtjudmheit des Landes emporzuschwingen, sc haben wir damit einer heiligen publizistischen Pflicht genügt, deren Erfüllung uns die giftigen Anwürfe der zionistischmisrachistischen Presse ruhigen Herzens verwinden läßt. Die gegnerischen Blätter erweisen uns — warum sollten sie das nach erprobter^z-onisttscher Ethik auch nicht? — natürlich die Ehre, uns neben den Grafen Rkventlow und Genossen zu plazieren und entweder blinden Bruderhaß oder den Wunsch, die „Liberalen von der Beteiligung an der Palästina-Arbeit abzuschrecken" als Motiv unseres Warnungsrufes zu unterstellen. Woraus dann, quod erat demonstrandum, folgt, daß die Liebe der Agudas Jisroel zu Erez Jisroel nur „erh euche lt" und — das zionistische Herrschaftsmonopol in Jewlsh Agency und sonstigen politischen Palästtna-Angelegenhetten innerlich vollkommen berichtigt ist Naiver Weise schließt das Berliner Mtsrachi- Organ an eine ganze Blutenlese ausgesuchter, z. T. raffiniert erfundener Gehässigkeiten gegen „Israelit" und Aguda die Frage au: „Wann wird der Versühnungstag da sein, an dem man spricht: Ebnet den Weg, räumt weg die Hindernisse aus dem Wege meines Volkes". Wir wollen dem Berliner Blatt, trotzdem es nach seiner ganzen, lediglich auf Haß und Verachtung gegenüber der gesamten nichtmisrachtsttj chen Orthodoxie eingestellten Taktik, eine Erwiderung wahrlich nicht verdient, ausnahmsweise die Antwort nicht vorenthalten. Der „Versöhnungstag" wird - unbeschadet aller Verschiedenheiten der Weltanschauung, die uns vom Zionismus, und grundlegender Prinzipien, die uns vom Misrachismus trennen — gekommen sein, sobald beide Parteien sich entschließen, Weltanschauungs - Differenzen und prinzipiell verschiedene religiöse und politische Auffassungen mit demjenigen Respekt zu behandeln, den die Orthodoxie zu beanspruchen daö Recht hat. Es wird gekommen sein, wenn Misracht und Zionstmus (wir denken bei letzterem lediglich au die Berliner journalistische Vertretung) auch der Orthodoxie das geringe Maß von Anstand entgegenbringen, das sich in der vorurteilsfreien Würdigung, statt der schamlosen Verdächtigung der sittlichen Motive des Gegners betätigt. Und nun zur Sache. Wir haben die Gründe, aus denen uns die mit der Person Weitzmanns von seinen Berliner Parteifreunden vorgenommenen politischen Aktionen als ein verantwortungsloses Spiel mit