Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1922)
- Date
- 1922-01-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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S/sJannar^S3S Der Israelit Nr. i Sette 7 nnh Sprache, diese Verkörperüng von echtjüdischem ^>cn ri^'vr, dieser liebevollste ^Freund aller Leidgebeugten, der treueste Ratgeber aller Gedrückten und Besorgten, der Freund seiner Kinder, war durchstrahl! von einer geradezu einzigartigen liebeatmenden Bescheidenheit und Freundlichkeit, deren Zauber jedem, der ihm nahte, Bewunderung, Freundschaft und Liebe abzwang. In stiller Ehrfurcht gedenken wir des unvergeßlichen Mannes V'ST, dessen Vorbild uns voranleuchtet, dessen Wesen uns begeistert und dessen ideales Wirken uns stets von Neuem anelsern wird, in seinen Wegen zu wandeln, mm Ara« Aetth Stern .Ttf- Ein Schatz von froher, werkbereiter Güte war in der jetzt zu ihrem ewigen Heim abberufenen Frau Betiy Stern, geb. Schwarzschild, ausgespeichert. Einer Frankfurter Familie von echtem Schrot und Korn entstammt, hielt sie die besten Traditionen ihres Elternhauses fest und aufrecht. Von der Welt unerkannt, baute sie in sich eine Welt des Goten auf. Eine Welt, über der sich als stets blauer Himmel ein hochgemutes, leuchtendes Gottvertrauen wölbte und die bevölkert war mit einem kraftvollen, Wind und Wetter trotzenden Drang zu ernsthafter jüdischer Pflichttreue, mit einer reichen Freude tfti raschwilligem Ge.nilulh Chesed und einer innigen, unwankbaren Liebe zum Gebet in den geheiligten Räumen des Gotteshaus-s. Am Kol Nidiei umfingen die geweihten Hallen sie zum letzten Mal am Vorabend des Tages, da besiegelt wurde, daß ihr irdisches Lebenslicht erlöschen solle. Aber warm und freundlich glimmt das Licht der Erinnerung an die einfache und in ihrer Einfachheit so starke und große Frau in dem Herzen ihrer Familie und ihrer vielen Freunde dauernd we.ter. mssm. Lina LölvenIHak n"y. Aufs liessie erschüttert stehen Verwandte und Freunde an der Bahre der im Alter von 4-3 Jahren abberusenen Frau Lina Löwenihal, geb. Kellermann Es scheint unfaßbar, daßsoviel Liebenswürdigkeit, Herzensgüte und Hilfsbereitschaft uns so früh entrissen wurde. In ihrer Selbstlosigkeit dachte sie nie an sich, ihre Freude war es, andere mit Worte und Tat zu erfreuen und ihnen mit ihrem klugen Ratbeizustehen. In unermüdlichem Jleiße und mit musterhafter Gewissenhaftigkeit erfüllte ste die vielen Pflichten, die ihr oblagen, als Hausfrau, im Geschäft und 'vor allem als Erzieherin ihrer fünf Kinder. Wie aufrichtige Frömmigkeit sie selber auszeichnete, erzog ste auch ihre Kinder im Sinne ihres ais2'02n N'v.i bekannten Vaters und Großvaters. Ihr Andenken wild bei alltN, die sie kannten nie erlöschen und ihren Kindern ein Ansporn zum Guten sein. rPastifl William Oppenheimer n"r. Ein Menschenleben läßt sich nicht schildern, nicht einmal das eines Sechzehnjährigen, zumal wenn er als echter Jehudi denkend und handelnd es durchschritten hat, seine Jahre und seine Monde und seine Tage. Und das war bei William der Fall. Wenn ein Sechzehnjähriger schon an der Schwelle der Oberprima steht, da fehlt es ihm nicht an Arbeit. Ost verließ Willam Oppenheimer erst zur Abendzeit die Schule, und einige Minuten später saß er — in der Jrschiwa vor dem Talmud als einer der eifrigsten Teilnehmer an dem Kursus. Das „Lernen" war und bieb seine liebste Tätigkeit. Und forderten ihn seine Kameraden an einem schulfreien Tage zu einem Ausfluge auf. so lehnie der heitere und gesellige Junge ohne Bedenken ab, falls an diesem Tage sein Vater nicht ins Geschäft oing. „Heute ist mein Vater einmal zu Hause, da will ich auch bet ihm bleiben!" Thauro und Mitzwaus betrachtete er als Lebensinhalt. — Selten vereinigt der Mensch in diesen Jahren soviel Lebensernst mit so viel ungezwungener Heiterkeit. Selten vermag er die ihm eigene natürliche Liebenswürdigkeit sich auch zu jed.-r Zeit und jedermann gegenüber zu b.wahren. Bet William Oppenheimer wunderte man sich nicht darüber. Er besaß diese kostbaren Eigenschaften als Erbteil Aber wie verstand er sie zu pflegen! Wer mit im sprach, stand unter dem Zauber seiner Persönlichkeit. Seine Kameraden stellten ihn an die Spltze des „Krias Hathaaro-Vereins". Was er anordnete, oesolgten sie willig. Seine Pflichttreue war vorbildlich. Und sie wird es bleiben, während er im pj? p ruht. Dem von ihm immer so verehrten Vater und seinen lieben Geschwistern werden jetzt zwei Sterne leuchten, zum Andenken und zum Tröste. n"3ifjn. E. Khanuükafest des Kortes für jüdische Mädchen. Dienstag, den 27. Dezember feierte unser Hort sein Chanukafest in den alten gewohnten Räumen des Turnsaals der Jsr. Volkschule. Aber die Halle harte ein Festgewand angelegt, sie prangte im Schmuck bunter Guirlanten und schien sich mitzufreuen mit dem kleinen Völkchen, das sie täglich beherbergt. Barg sie doch heute große Schätze für ihre Kleinen. Rings auf auf den Tischen lagen die reichen Geschenke. Das Notwendige, das Nützliche, auch was Kinderherz erfreut, was den kleinen Leckermäulchen schmeckt — nichts war vergessen. Die Vorsitzende des Horts, die unermüdliche Frau Be st ho ff, erössnete die Feier, indem sie die Anwesenden begrüßte, liebevolle Worte zu den Kindern sprach, an die Leiterinnen, die mit ganzem Herzem und t unermüdlicher Geduld mehr als ihre Pflichten tun, I Worte der Anerkennung richtete und den Damen dankte, f Grass-Bondi (vorm. M. C. Kirchbaum Nachf.) . Frankfurt a. 0!., Gr. Eschenheimerstr. 4. Spezialität: komepief.e"g Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby'Ausstattungen Sorgfältige Bedienung Sauberste Ausführung 3535b Beste Verarbeitung ~ Samstags geschlossen. die mit großem Eifer, vielem Verstandms und treuer Hingebung das Gelingen des Festes ermöglichten. Hierauf zeigten die Kleinen ihr Können, und sie machten ihre Sackte gut, sehr gut. Deklamationen, kleine Stückchen, Gesänge, Reigen, alles gut einstudiert, alles klappte und brachte den kleinen Kiinstleriunen reichen, wohlverdienten Beifall. Die C »anukattchter wurden angezündei und Mvous Zur klang uus den frischen Kinderkehlen so rein, so freudig, so erhebend — unsere geliebte Melodie — im Kindermund riß sie unwillkürlich mit. Die Vorsitzende fügte wiederholtem Danke die SBtite bei, daß das Interesse für den Hort weiter so treu gewahrt bleibe. Und endlich konnten sich die Kleinen an den Tisch setzen, wohin schon längst die Kuchen verführerisch gelockt hatten. Sie g'iffen nmcf v zu und ließen sich auch die Chokolade schmecken. Dann verteilten die Leiterinnen die schönen Geschenke und Kindesaugen leuchteten, die Mäulchen plapperten, ein jedes hatte reichlich erhalten. Hier wollten wir nicht versäumen, den hochherzigen Gebern zu danken, die aus gütigem Herzen und mit vollen Händen gespendet. Ahanukkafeier in der Jeschiwah. Kein Makkabäerfest, aber eine Chanukkafeier im besten jüdischen Sinne vereinigte am Sonntag abend alle Jahrgänge der Thoralehranstalt, sowie einige Dozenten, „alte Herren" des Nebenichiur und Vertreter des Kuratoriums in den Räumen der Jeschiwah. Reden vvn sprühendem Geiste, besonders über das älteste aller jüdischen Probleme, das Kultur- und Vildungsproblew, bekam man zu hören, auch Gesang und Humor kamen zu ihrem Rechte, jugendlicher Frohmut füllte den hellveleuchteten Saal, wo die langen Ttsche reich und festlich bedeckt standen, und löste auch die Zungen der „alten". Die jungen Herren aus den älteren Jahrgängen der Jeschiwah sind aber in der Beziehung „Selbstversorger" bester Art, die in jüdischer Gedankenarbeit schon was zu bieten vermögen. Der gute Geist, der j tzt in der Jeschiwah waltet, spiegelt sich auch bei diesem kleinen Chanukka - thorafeste in den herrlichsten Farben wieder. Dank für den schönen harmonischen Verlauf gebührt dem im Schoß der Thoralehranstalt entstandenen Vereine pp nö’in1? und seinem tatkräftigen Vorstande. Israelitische Volksschule. Die Verwaltungskommission der Israelitischen Volksschule hat sich damit einverstanden erklärt, daß bei einer etwaigen Uebernahme der Schule durch die Stadt die ihr zur Unterhaltung der Schule gewährten städtischen Zuschüsse in Anrechnung gebracht werden. Infolge dessen wird jetzt der Antrag der Stadtverordnetenversammlung aus Bewilligung von 70000 Mk. zur Ausführung kommen. Zur Bekämpfung der GuöerKulose. Zur Bekämpfung der Tuberkulose hat sich hier eine Arbeitsgemeinschaft aus allen hiesigen Hilfs- und Frauenvereinen gebildet. Ein Arbeitsausschuß ist daran, die Hilfsaktion in sanitärer und phiianlropischer Beziehung in die Wege zu leiten. Die ArauKfurter Mundart, in ihren Grundzügen So betitelt sich ein Buch von Dr. H. L. Raub (32 S. Verlag von MoritzDiestertveg, Frankfurt a.M. .1.921.. Preis 6 Mk.) Zwei charakteristische Merkmale sind dem Werke eigen, die in gegenseitiger Verbindung den Gesamtinhalt durchziehen: Zunächst die Untersuchung des Frankfurter Dialektes als der sprachlichen Ausdrucksweise innerhalb des ehemaligen engeren Stadtbezirks einschließlich Bornheim und Bockenheim und seiner allmählichen, wechselseitiger Berührung mit den benachbarten Mundarten? zweitens — und darin liegt die Bedeutung der Schrift für weitere Kreise — werden diese rein lauilichgramwatischen Erscheinungen mit allgemeinen Momenten aus der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und ihre näheren Umgebung in Verbindung gebracht. Aus dieser von einer Spezialarbeit zur allgemeinen Bildungsschrift herauswachsenden Darstellung wird der Fachmann wie auch der Mann aus dem Volke mit Befriedigung und Genuß zu schöpfen verstehen. Jamlliennachrichten. Geburten. Eine Tochter: Rabbiner Weber und Frau, Rechnetstr. 5, am 23. Kislew. Varmizlvohfeier Arnold, Sohn des Herrn Paul Aron, Rückertstr. 44sDroschül1 Uhr) — Simon; Sohn b'e§ Herrn Leopold Schwab, Nückenstr. 45, Synagoge Frte-vergerArilag?. — Hermann, Sohn des Herrn Karl Kaufmann Lindenstr., Synagoge Unterlindau. Vereinskalender. Verein Mekor Cbajim. Freitag abend nach Schul: „Mikro"- Herr Kantor Sleinberger. SamStag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dtnim"; Herr Rektor Falk. — mittag 12 Uhr „Melochim"; Herr Prof. A. Weyl. — nachm. 3^ Uhr im Beretnslakale,: „EnJaakow"; Herr Redakteur S. S ch a ch n o w i tz. Sonntag vorm. 9l/4 Uhr: „Gemoro" r HerrR. A. G. Posen. — abend 0 Uhr, Langestr. 18. „Jecheskel" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro" Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Donnerstag abend eine Stunde vor Mincho ' „Mischna"; Herr Rektor Falk. Allabendlich 8*/« Uhr: „v"rr»-Lernen im Vereins« lokale; Herr H. Halpern. Jahrzett st ist ungslernen: Mittwoch: Sara Moos, g"b. Hirsch-Stiftung. Donnerstag: Justizrat Dr. .RastattHirsch-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Freitag abend nach Schul (Herren und Damen) Sidravorirag : Herr Oberlehrer Katts mann. 8 Uhr: Geselliges Zusammensein. SamStag vormittag ll3/^ Uhr: „Mischna"; Herr A. Hirschberg. — 11 */* Uhr: ^Schaß": Herr H. Holpern. — 11V* Uhr: „Chase Odom- Schiur"; Herr Dr. Hofmann, E'chenhetmer Anlage 1. — nachm. 3 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. — abends 6l/.t Uhr: „Chumtsch mit Nascht"; Herr Leopold Oppenheimer. Montagabend8 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herrn. Hirschberg. — 9 Uhr: „Sukkoh"; Herr Leop Oppenheimer. — Sprechstunde des Angestelltenausschusses. — 9 Uhr Sanhedrin- Schiur; Herr Dr. Ehr mann. Dienstagabend 9 Uhr: „Gemoro" Herr Dr. Hof. mann. Mittwochabend */,9Uhr: „Zirkel";Dr. Hofmann. — 9 Uhr: „Newijim"; Herr S. Unna. Donnerstag abend ^9 Uhr: Bücherausgabe. — 9 Uhr: „Mischna" für Fortgeschrittene; Herr Herm. Htrschverg. Agudas Jisroel-Madcherraruppe. Freitag abend nach Schul: „Sidrahvortrag". SamStag vorm. 11 l/a Uhr: „Tehilltm"; Herr L. Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer A. Hirschberg. Montag abend 9 Uhr: Sprechstunde deS Angestelltenausschusses. Mtttwochabend 9 Uhr: „Newijim"; Herr S. U n n a. Donnerstagabend Va9 Ufot: Bücherausgabe. — */49 Uhr: Chaurew Kursus; Herr Dr. S. Ehrmann. Verein zur Pflege jüdischen Wissens. Sonntag, den 8. Januar, abends 8*/, Uhr, Langestraße 33: Vortraz des Herrn Dr. H. Speyer; „Der Einfluß des Judentums auf die Frühzeit des I lams". Gross Frankfurt am Eschenheimer Turm T ANZ-PALAST Kaffee ersten Ranges Weinklause & SCHUMANN^ Theatsp mit dem sensationellen großen VARIETE Programm ist heute das Tagesgespräch Täglich 7l/8 Uhr: Große Vorstellung Näheres siehe die Anschlagsäulen. *»