Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 63 (1922)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1922)
- Date
- 1922-01-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450189-2450190--69454-2526628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Israelit Ein Ceniralorean IBr das orthodoxe Judentum II II Begründet oon Dr. Lehoianit in Mainz (ssssi \\\ ir.Ki< i „ , ___ _ . _ 5. Januar 1922 <5289 Jt£ 1 DD. janryang. lÄscy jiunRiuri 8. m., ußn ^ebet 5682 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland bei den Postämtern sowie öei direkt.Bestellung u.Rechnungserteil. durch d. Verlag M. 12 — öicrt;!}., VolkS'chrrl-u. Religlonsrehrer ,owie Kultusbeamte tn. oirekt) M. 6.— toiertelj., Tschecho-Slowakei Kr. 15 — Ungarn Kr. 80.— vierteljählich, Deutsch-Oesterreich n. Polen (nur in deutscher Reichsmk.) Mk. 12 v ertelj. znzügl. Mk. 8.—Portogebübr. Rnmänien 15 Lei, Holland fl. 1, Skandiuav. Kr. 2, Schweiz fs. 1.50, Frankreich u. Belgien Fr. 3.—, England 18h. 6 p., Amerika 0.50 Doll. Viertels. Einzelnummer 1.20 Mk. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate : Mk.3.—, fürStellensuchendeMk.2.—, für die sechsgesp.Col.-Z. eiuschl.Teuergszschl.; Ausl.-Jns. Mk6.— pro Zeile. Rab. n. Tarif. Bei lauf.Jnseratauftr.tarifm. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G.m. b. H.. Frankfurt a-M., Gr. Eschenheimerstr. 33, Tel. 5842. Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 119 863 — erfolgen an: Postsparkasse Wien No. 79 605 Postsparkassenamt Budapest No. 18 434 Postscheckamt Zürich Xr. VIII 7*54 Postscheckamt Amsterdam No. *4 889 Böhmische Unionbank in Prag Banca Marmarosch Blank & Co. in Bucarest Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. Der HarfiOrucfe öer flrftftel unö Correfponflenjen öes /Asraelit“ ifi nur unter genauer Quellenangabe, unö, fomelt es fleh um größere Huffäfce bandelt, nur nach vorheriger öenehmigung gestattet. Inhaltsübersicht. Mdt biWe Sucher! aes „Ssroelif i. Prämien für MomiM 5. H. birrcb. Der PenrateucD § kde. gev. Inland, Deutsch-Oesterreich und Ungarn Mk. 1SV — statt Ladenpreis Akk. 250.--, zuzügl. Selbstkosten für Porto und Verpackung Ausland: Amerika Dollar 3.—, England Schilling 12.—, Dänemark-Norwegen Kronen 15.—, Belgien und Frankreich Frs. 2ö.—, Schweiz Frs. 12.60, Holland Gnld. 6.5y. Tschecho-Slowakei Kronen 125.—. $. R. Bir$cb, Uersacbe über Israels Pflicbten in der Verbannung. Inland, Dcutsch-Oestcrreich und llngarn Mk. 55 — statt Ladenpreis Mk. 71.30, zuzügl. Porto und Verpackung Anstand - Westländer 100 Prozent Valuta-Aufschlag, Tschecho- Slowakei und Rumänien 50 Prozent, Valuta-Aufschlag zuzngl. Porto, Verpackung tind Ansfnhrgebnhr. $ R. Rlrscb, Israels Gebete (Siddur mir deutscher Uevrrseirung u. Llkiärung) Inland, Deutsch-Oesterreich und Ungarn Mk. 65.— statt Ladenpreis Mk. 85,80. Ausland: Westländer 100 Prozent Valuta-Aufschlag, Tschecho- Slowakei uild Rumänien 50 Prozent Valuta-Aufschlag zuzügl. Porto, Verpackung und Ausfuhrgebühren. 8" bezieiieu nur direkt vom Verlag des Israelit G mb. H. gegen Voranszahlung oder gegen Okachnahme. ii. Bettlie BiOlioiöea in Jnraelif“ Inland: drosch. ged. Lehman», Zamuel ba-naglö .... ö.-, Iz.- Scdscbnoivitr. merclaika., i2 — „ LuNmenreben .... 6.-, 12. — „ Zenseirr.e.—, 12.— .. 3m 3uden$taat der Cbasaren omi) . . . 24.—, 2$.— zuzüglich Porto und Verpacknng. Ausland: Westländer 100 Prozent Valuta-Zuschlag, Tschecho- Slowakei und Rnmänien 50 Prozent Valuta-Zuschlag zuzügl. Porto, Verpackung und Ausfuhrgebühr. Zn beziehen durch alle Bnchhandlunlren sowie direkt öurcfj den Verlag gegen Vorauszahlung oder unter Nachnahme. Alle Preise freibleibend. Frankfurt a. M., 3. Januar 1922. Verlag des Israelit G. m. b. y. 1. L e i t a r t i k e l: W e i tz m a n n auf Reisen. — 2. Homiletik: Dr. Felix Kanter: Zu tpn — 3.KletnesFeuilleton: Aufforderung. — 4.Wochenrnndschau: Der tote Punkt der jüdischen Jugendvereine. — Der Warschauer Magistrat und der Eruw. — 5. Aufsätze: Die litauische Judenheit nach dem Welikriege. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: München, (Das Judenedikt im Ber« faffungsausschuß). — Karlsruhe, (Die Arbeit der Gesetzestreuen in Baden). — Altona. — Warschau, (Die jüdischen Schulen in Polen. — Warschau. — Wilna, (Das Waisenhaus des Gaon). — Wilna, (Wilnoer Wahlen). — Kowno, (Ein literarischer Nachlaß). — Kowno, (Die Legalisierung der jüdischen Emigration in Sowjet-Nußland). — London. — Bukarest, (Waisenkinder an der Grenze). — Jerusalem. — Bagdad, (Vom Leben in Bagdad). — Beirut, (Einführung des Oberrabbiners). — New-8)ork, (Einwanderungsbeschränkungen). — 7. Personalien. — 8. Vermischtes. — 9. Franksuri er Berichte. — 19. Feuilleton- Beilage: — Nadbi Leib, der Chaffid. — D.r Schulbetrieb im alten Aegypten. — 11. Kinderecke: Heinrich Einstädter: Sabbats Abschied. — Nätsellöiungen. Weihmann aus Reisen. I. Der Vorsitzende der zionistischen Executive, Professor Weitzmann, hat — entgegen den vorherigen Ankündigungen — auf seine Amerikareise verzichtet und ist über Berlin zu einer an sich bedeutungslosen Sitzung des großen Aktionskomitees nach Wien gefahren, um an beiden Orten auf die öffentliche Meinung und die politischen Faktoren in Deutschland und Oesterreich im zionistischen Smne etnzuwirken. Man mutz es den Zionisten lassen: sie verstehen die politische Reklame ganz vortrefflich, und je weniger der bisherige Verlauf von Balfours „§r6s.t ad venture“ in Erez Jisroel geeignet ist, die Parteigänger in guter Laune zu erhalten, desto willkommener sind die in Berlin und Wien arrangierten Empfänge des ungekrönten „Königs von Juda", die der blinden Volksmasse den trügerischen Kitzel jüdisch-nationalen Machtgefühls verschaffen und ahnungslose Gemüter deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens für die zionistischen Parteizwecke gewinnen sollen. Daß die Herren Ebert und Wirth in der Lage, in der sich Deutschland heute befindet, von jeder Freundschaft gerne Gebrauch machen und eine immerhin über internationale Beziehungen von einigem Gewicht verfügende Organisation durch kostenlose Liebenswürdigkeiten bereitwillig erfreuen, läßt sich begreifen und ist vom Standpunkt der deutschen Außenpolitik zu billigen. Erstaunlich scheint uns nur, daß die Rückwirkung nach innen, die Wirkung auf die Stellung der deutschen Judenhett innerhalb Deutschlands, offenbar in keiner Weise erwogen worden ist. Die deutsche Judenhett lehnt in ihrer übergroßen Mehrheit die politische Bevormundung durch den Zionismus mit aller Entschiedenheit ab) sie erblickt in Herrn Weitzmann einen sicherlich sehr talentierten und ideal gesinnten Stammesg messen, aber in keiner Weise ihren politischen Führer, noch viel weniger ihren religiösen. Wenn die Berliner jüdische Großgemdnde trotzdem, zum Erstaunen aller denkenden orthodoxen und liberalen jüdischen Kreise im Lande, HerrnWeitzmann ebenfalls einen offiziellen Empfang bereitet und damit den Zionisten vorzügliches Material zu ihrer Stimmungsmache geliefert hat, so sind wir sicher, daß hier lediglich die sprich wörtliche polittscheNaivttät einiger Berliner Vorstandsmitglieder liberaler Richtung vor der überlegenen Rührigkeit der z i 0 n i ft t s ch e n Kollegen den kürzeren gezogen hat. Wären sich die Berliner Gemeindeführer nicht zionistischer Gesinnung der Konsequenzen ihrer Handlungen auch nur im entferntesten bewußt, so hätten sie sich sagen müssen, daß sie mit ihrem Verhalten der antisemitischen Theorie und den „deutschvöikischen" Juden um Naumann die glänzendsten Argumente in die Hände spielen. Aber diese sogenannten „Führer" sagen sich überhaupt nichts. Sie sind imstande, vormittags um elf Uhr den „Souverän" des jüdischen Volkes, Herrn Chaim Weitzmann, huldigend zu begrüßen und nachmittags um drei mit der gleichen Unschuld zu erklären, es existiere gar kein jüdisches Volk, sondern nur eine mosaische Konfession. Wir sind gewiß die letzten, die aus Furcht vor dem Antisemitismus irgend eine religiöse Wahrheit verschleiern möchten, und der lebendige Fortbestand eines nur und nur dem Dienste