Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1921)
- Date
- 1921-12-22
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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W ^Dezember-LVÄi. . Tagung, daß sie eine grandiose Kundgebung der Polnischen Orchodöxre für die Gemeinsamkeit aller Thoratrenen der Welt bedeuten werde. Zur Durchführung der Wahil der polnischen Mitglieder Ln den großen R a b b i urschen Rat der Agudas' Iisroel wurden entsprechende Maßnahmen getrosfen. Essollen von sämtlichen Rabbinern Polens 50 Rabbiner designiert werden, die auA ihrer Mitte die auf Polen entfallenden Mitglieder in den Rabbinischen Rat entsenden. Ferner wurde beschlossen, in jeder Octslgrupipe der Aguda einen „Rat der Talmide Ehachomim" zu wählen, an dessen Spitze die DrtArabbiner stehen sollen und der in allen Agudasragen zur Meinungsäußerung attfgesordert werden soll. Unmittelbar vor der Tagung der Landeskonferenz soll die konstituierenden Sitzung d es Rabbiuischen Rates der Landesorganisation stattfinden. Für diese Sitzung wurde die Tagesordnung^ festgesetzt. Während der Chanukkatage sollen in allen Ortsgruppen Neuwahlen der Vorstände vorgenommen werden. Einen breiten Raum nahm in den. Verhandlungen die praktische Arbeit der Aguda in Erez Iisroel ein. Es wurde konstatiert, daß die Sammlung für den Keren Hajischuw einen sehr günstigen Verlauf nimmt. Für die Verwaltung des Keren Hajischuw bis zur Landeskonferenz wurde ein Direktorium gewählt, dem folgende Herren angehören: David Weidcnfeld (Warschau), Tobias Vieler (Lodz), Jakob Trockenheim (Warschau), Mendel Priewes (Warschau), Moses Schzeransky (Lublin), Moses Wojdyslawski (Lodz!) und Schachne Awrach (Warschau). Zwei Mitglieder des Direktoriums, die Herren Bialer und Wojdyslawski begeben sich sofort nach Erez Iisroel, um die beschlossenen Aktionen durchzuführen. Für diese Arbeit wurden ihnen bestimmte Direktiven erteilt. Zum Schlüsse wurde zu dem neuen Gemein best atut Stellung genommen, eine Kommission wurde gewählt, die die Gesichtspunkte der Aguda in dieser Frage zu einem der Regierung zu überreichenden Memorandum zusammenfassen soll. (Presseamt der A. I.). 1 ft 11 e r." __ Z io nist en. Muß Einzelheiten werde ich noch in einem späteren Artikel zurückkoMmen, Ich will vorläufig nur daraus Hinweisen, daß die Agudas Iisroel anfängt, beim Aufbau Erez Iisroels eine wichtige Rolle zu spielen. Ich habe Vertreter der europäischen Agudas Iisroel in Jerusalem getroffen, und habe sowohl aus der Unterhaltung mit ihnen, als ans ihrer Tätigkeit ersehen, daß die Agudas Iisroel planmäßig an der Besiedlung be^ Landes arbeitet. Es ist selbstverständlich, daß! nur religiöse Juden von ihr bei der Emigration nach! Palästina befördert werden. Agudas Iisroel hat auch schon bei Jaffa, sowohl für agrikultnrelle wie auch zu Bauzwecken Land angekauft, welches mir von thoratreuen Inden besiedelt werden soll. Die pnläftinensischerr Juden aller Richtungen, auch die weit linksstehenden, anerkennen die eben skizzierte Tätigkeit der Aguda sehr. Wer Palästina kennt, weiß, daß die Hauptsache ist, daß jüdische Menschen hie Herkommen, die Kapital und Initiative mitbringen. Diejenige Partch, welche die meisten Menschen hier haben wird, wird auch die entscheidende Rolle im jüdischpolitischen Leben spielen." Soweit Herr Wolowsky, der selbst in Pal'&jHnß im Aufträge seiner engeren Landsleute aus Kanada durch den Kauf von Land und Gründung einer Export-Gesellschaft sich stark betätigte und der in Montreal im jüdisch-öfsentlichen Leben eine führende Rolle spielt. Kür den Keren Sajischuw. Aus Anlaß der Abreise von zwei Mitgliedern des Direktoriums des Keren Hajischuw nach Erez Iisroel verössentlicht das Präsidium und die Palästinazentrale der polnischen Aguda- Landesorganisation einen Aufruf an sämtliche Ortsgruppen, worin zu erneuter und energischer Sammlung von Geldmitteln für den Keren Hajischuw aufgefordert wird. Der Ausruf ist unterzeichnet von den Rabbinern Rabbi A. M. Alter (Gor). Rabbi M. I. E. Leiner (Radzin), Rabbi I. Z. Morgenstern (Sokolow), Rabbi M. D. Gorski (Ostrowo), Rabbi E. Lipschütz, (Grojec)l und Rabbi N. M. Silberstein (Workä). (Presseamt d. A. I.). Eine zionistische Stimme öder die Aznd Tätigkeit in Palästina Bon der Karlsbader Konferenz der zionistischen Organisation unternahm einer der Kanadaer Delegierten, Herr Wolowsky aus Montreal, eine Reise nach Palästina, über die er in dem „Kanadier" vom 18. November 1921 einen eingehenden Bericht veröffentlicht, welcher sowohl die Eindrücke in Karlsbad als auch in Palästina umfaßt. Wir werden noch in der Folge Gelegenheit haben, auf diese sehr ausführlichen und interessanten Berichte zurückzuikommen. Für heute möchte:: wir den Passus zitieren, welcher von der Tätigkeit der Agudas- Jisroel in Palästina handelt: „Ich muß in Wahrheit gestehen, daß ich die Agudas Iisroel stets mit Mißtrauen angesehen habe und glaubte, daß sie zwar nicht mit Absicht, aber unbewußt dem jüdischen Volke mehr Schaden als Nutzen bringe:: wird, und zwar deshalb, weil ich vermutete, daß ihre Gegnerschaft gegen die national-jüdische Bewegung, oder besser gesagt, gegen den Zionismus, ihre Ursache darin habe, weil sie glaubten, daß man nichts für das jüdische Volk tun dürfe, sondern warten müsse, bis Moschiach käme. Aus diesem Grunde hielt ich die Agudas Iisroel für eine dem jüdische:: Volke schädliche Bewegung. Als ich aber nach Palästina kam, habe ich meine Meinung völlig geändert, weil ich sah, daß die Agudas Iisroel eine reiche praktische Tätigkeit in Erez Iisroel aufzuweisen hat, i mindestens ebensoviel, wie der Mis-! ruchi, die orthodoxe Fraktion de'rl Zwei Staatsmänner über das Palästinamandat. In einem Interview über das Palästinamandat mit einem Vertreter der Jüdischen Pressezentrale, erklärte Prof. Rappard, Direktor der Mandatssektion des Völkerbundes: „Im Lause des Monats Januar 1922 wird eine Sitzung des Völkerbundsrates ftattsiudeu. Ich kann Ihnen aber noch nicht bestimmt sagen, ob die Frage des Palästinamandates dort verhandelt werden wird) da diese Frage mit dem Vertrage von Seures eng zusammenhängt." „Darf ich Sie um Aufklärung bitten, inwiefern diese beiden Fragen zusammeiihängen?" „Bis znm Inkrafttreten des Vertrages von Sevres ist Palästina de jure noch als Teil des ottomanischen Reiches zu betrachten, der von England militärisch okkupiert ist. Erst durch Ratifizierung des Vertrages von Sevres erhält England endgültig das Mandat über Palästina. Nun ist es aber kann: zu erwarten, daß nach den von Frankreich durch Franklin Bouillon getroffenen Abmachungen :nit Angora und den letzten Ereig::issen in Kleinasien der Sevres- Vertrag unangetastet aufrecht erhalten bleibt. Trotzdem kann ich Ihnen versichern, daß die englische Regierung die Bestrebungen des Zionismus zu verwirklichen beabsichtigt. Auf diese Weise ist nunmehr ein circulus vitiosus entstanden. Die zionistischen Führer verlangen von der engl. Regierung die Ratifizierung des Mandats durch den Völkerbund, da ohne eine solche itt 83 Sette 8. die jüd. Unmigranten und Finanziers' keine Möglichkeit haben, ihre konstruktive Arbeit in Palästina fortzusetzen. Andererseits verlangt die engl. Regierung von den Zionisten vorerst die Erbriugung des Beweises ihrer Leistungsfähigkeit. Vielleicht könnte die Washingtoner Konferenz diese Sachlage zun: Guten ändern." Sir Alfred Mond äußerte sich in einem Gespräch mit dem Redakteur des „Doar Hajom" unter anderem folgendermaßen über das Palästinamandat: „Palästina soll ein nationales Heim für Juden werden. Dies ist der feste Beschluß von Lloyd George und muß auch der Beschluß jeder künftigen Regierung sein. Auch die arabische Delegation konnte sich jetzt überzeugen, daß dem so ist. Aber der Wille der engl. Regierung, die Bnlfour-Deklaratwn und die Zustimmung des Völkerbundes sind noch immer wenig, drehmen sie z. B. Irland, Aegypten oder Indien; niemand wird leugnen, daß England in diesen Ländern .Rechte besitzt, Rechte, die auf Vergangenheit und Macht basieren, und trotzdem tritt es in Verhandlungen ein, mit den Iren, Aegyptern und Indiern und vielleicht wird Lloyd George das Glück haben, all diese Fragen zum gemeinsamen Wohle zu lösen. Dasselbe ist auch mir Palästina der Fall. Wir haben alle Ansprüche auf dieses Land, die aufs neue bestätigt worden sind, aber es wohnen dort Tausende von Arabern und ivir müssen deshalb einen Weg suchen zu freundschaftlicher Verstäi:dignng und gemeinsamer Arbeit. Ich bin überzeugt, daß ein solcher Weg vorhanden ist, man braucht ihn nur zu suchen. Die Palästinenser müssen noch eines bedenken: England ist bereit, am Aufbau des na-tionalen .Heims behilflich zu sein, aber England glaubt bloß an Tatsachen. Den Palästinensern fehlt das Verständnis für Maß und Proportion, die Fähigkeit, die Lage so zu beurteilen, wie sie wirklich ist. Der richtjkge Weg nach Zion ist, in allem Maß zu wissen. Seid bescheiden, macht keinen Lärm und lernt von England; wenn die Palästinenser, Juden Jute Araber, dies begriffen haben werden, wird die Krise für iimner verschwunden sein." der Die polnische Landesorganisation der AgudaS Jisroel verössentlicht einen Aufruf an die Ortsgruppen und die Mitglieder der Agnda, uin Abonnenten für ihr Organ, den täglich erscheinenden „Jud" zu werben, in dem Ausrufe wird die Bedeutung dieses Organs, des einzigen, das unentwegt für die Interessen des Judentums im Sinne der ileberlieserung eintritt, für die zukünftige Gestaltung de.' jetzigen und sozialen Verhältnisse des polnischen Judentums dargelcgt und es allen Anhängern des Agudagedankens zur Pflicht gemacht, den „Jnd" zu fordern. Rabbi Wen Don plotzki. Aus Aul aß der .Heimkehr des Gaons Rabbi Meir vou Plotzki aus Amerika in seine Geineinde, veranstaltete die Getneinde. große Ovationen und nahm Gelegenheit, ihm ihre Anhänglichkeit zu beweisen. Unmittelbar nach seiner Ankunft versammelten sich säintliche Mitglieder der Gemeinde, festlich gekleidet in seiner Wohnung und der Leiter der Ieschiwah Rabbi Jzschar Srabernik, richtete eine begeisterte Begrüßungsansprache an den Gaon. Rabbi Plotzki antwortete tief gerührt auf diese Ovationen. P. A. d. A. M. Agudas Zisroel in kettland Zwischen der Agudas Iisroel Orts-- und Jugendgrnppe in Riga ist dieser Tage eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die beiden Körperschaften gemeinsam eine Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel für Letland errichten. An der Spitze der Zentrale steht ein Komitee von 9 Mitgliedern. Die Palästina-Zentrale hat die Aufgabe, die Palnstina-Ar-