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Der Israelit · 1921-12-08 · Heft 49 (8.12.1921) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 49 (8.12.1921)
Date
1921-12-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum 62. Jahrgang. GHS© Sranhfurf a. M.. gen —«ss M 49 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland bet den Postämtern sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnungserteil, durch d. Verlag M. 7.20 Viertels, f. Lehrer u. Kultusbeamte (n. direkt) M. 3.60vterteljährlich, DeutschOesterreich Kr. 90.- vierteljährlich: Tschecho-Slowakei Kr. 18.— Ungarn Kr. 40.— vierteljährlich, Polen (nur in deutscher Reichsmk.) Mk. 12 vierteljährl., Rnmänien 10 Lei, Holland fl. 1, Skandiuav. Kr.2, Schweiz fs. 1.50,Frankreichu.BelgienFr.2.50. E-ngland 1 sh. 6 p.( Amerika 0.50 Doll, vierteljährl. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate : Mk.3.—, fürStellensuchendeMk.2.—, für die sechsgesp. Col.-Z. elnschl.Teuergszschl.: Ausl.-JNs. Mk6.— pro Zeile. Rab. n. Tarif. Bei laNf.JNseratauftr.iarlfM. Preiserhöhung jeder;, vorbey. Jnseratenannahme durch den Verlag des Jsraelit G.m. b. H.. Frankfurta M., Gr. 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Wochenrundschau: Das Problem der englischen Paläslina-Polnik. ~ Gegen die Beschränkung des alltestamenilichen , ^"ms. — 5. Aufsätze: Die Rabbiner-Konferenz in Wilna. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, (Der Religionsunterricht in den Volksschulen). — Breslau, (Aus der Breslauer Synagogen- Getneinbe). - Hindenburg, (Lberschlesischer Rabbinerverband.) — Wien, (Die Abstimmung in Oedenvurg)^ "Budapest, (Ruhestörungen in Budapest). — Warschau, (Allerlei aus Warschau). — Warschau, (Boykott der orthodoxen Presse). — Kowno, (Aus der Kownoer Gemeinde). — Berlin, (Wahrheit über die Ukraine). — London, (Weizmann über den Sinn der Balfour- Erklärung). — London, (Das neue Testament in der Religtonsschule). — London, (Judenexzesse in Indien). -77 London, (Der Chief-Rabbi beim König). — London, (Die Schechlta Frage.) — JohamUsbmg, (Das Hilfswerk in Süd-Afrika). — Jerusalem, (Rabbi Salman Rubin ^"att). — Jerusalem, (Juden werden verlangt). — 7. Personalien. — 8. Vermischtes. — 9. Frankfurter Berichte. — Vereinskalender. — 10. Feuilleton-Beilage: L. Jonas: Elie Pereyra. — Als Ludendorff noch „Jüdisch" schrieb. — 11. Kinderecke: Heinrich Etnstädier: Sabbats Abschied. 9er flbonnenten-Vowtgspreis fttrölbtubnowit}, JmJudenftaatd. Ct/afaren '»•lischt) worauf wir aufmerksam macken, endgültig am i5. ‘Dezember. Vom 16. Dezember an ist das Werk nur -um allgemein gültigen Ladenpreis von Mk. 28 für das gebundene, Mk. 24 für das broschierte P.remplar durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlag (.zuzüglich Mk. 2.60 Porto und Verpackung) zu beziehen. Wer von dem Abonnenten- Vorzugspreis noch Gebrauch machen will, bestelle daher u n rerz iiglic h. Fr ankfurt a. M., -v. Dezember 1921. Vertag des Jsraelit“ Q. m. b. ß. Ser Seros des Judenhasses. Wenn alle Stränge reißen, — dann versucht man es noch einmal mit dem Judenhaß. Die Methode ist nicht neu. Das Schiff ist im Ertrinken, und die am Ruder standen und den Untergang verschuldet haben, werden mit in die Fluten gezerrt. Nein, da kommt eine Wrlle, die Welle des Judenhasses, und trägt sie noch einmal hoch ... An die Planken des Judenargumentes klammert sich auch Ludendoiff, der letzte Heros einer sinkenden Welt. Wer wollte es ihm verargen ¥ Faßt man die Sache so an, so erübrigt sich eine Erwiderung/ umso mchr als alle Angriffe und Ausfälle Ludendorffs altverblaßte Ladenhüter aus dem ältesten antisemitischen Laden sind. Ludendorff, der große Schlachtenlenker, kämpft hier mit schlechten Waffen ältester Konstruktion. Er kämpft aber im Grunde weniger gegen jemand als für sich, für die verlorene Sache seiner militärischen Ehrenrettung. Sollte man sich mit ihm überhaupt noch auseinandersetzen? Wir glaubten all' die Zeit, es nicht tun zu müssen. Aber nun ist doch die Sache im innerjüdischen Kreise zu einer weltbewegenden Affäre gemacht worden. Der Zentralverein macht die Judenkapitel im Ludendorff-Buch auf großen Versammlungen in Berlin, in Frankfurt und anderswo zum Gegenstände öffentlicher Diskussionen. Jüdische Studentenverbindungen verlangen von Ludendorff Auskunft, die er verweigert, weil er Juden nicht Rede und Antwort stehen möge. Aus Kreisen der Bene-Brith-Loge werden, in politischen Zeitungen Offene Briefe an Ludendorff gerichtet. Das Ludendorff'sche Werk wird nun gefährlich durch den Namen seines Verfassers, freilich nur für solche, die es nicht gelesen haben. — Wer es liest, merkt die letzte Absicht und ist schon weniger verstimmt. — Auf alle Fälle hat die Sache e nen Grad erreicht, daß die jüdische Presse bei allem Widerstreben nicht mehr stillschweigend daran vorübergehen kann. Und wäre es nur, um den Uneingeweihten zu zeigen, welche Bewandnts es mit diesem letzten Dokument des Hasses hat. An vier Stellen des Buches behandelt Ludendorff die angebliche Mtnierarbeit des „internationalen Judentums" gegen Deutschland. Dabei befleißigt er sich einer antisemitischen Dogmatik^ die nachzuprüfen oder auch nur kritisch zu durchdenken, er sich nicht die geringste Mühe gibt. Es sind Klischees, stereotypierter Sitz aus dem „Judenspiegel", aus Aufsätzen und Reden von Stöcker, Ahlwardt, Graf Pückler, Arthur Dtnter u. a. m. Ein Jammer, wie wenig vorurteilsfrei und selbständig urteilende Köpfe es auch unter den heutigen Führern der deutschen Parteien gibt! Es ist für Ludendorff Axiom, daß das jüdische Volk nach Weltherrschaft strebt und daher durch seine „Oberleitung" den Weltkrieg herbeigeführt hätte, einzig und allein in der Hoffnung uub der Absicht, auf den Trümmern Deutschlands und Mittel-Europas sich eine überstaatliche und überkapttaliftische Vor Machtstellung zu schaffen und Palästina für die Juden zu erobern. D.e Geschäfte der Juden in diesem Sinne und nach dieser Richtung besorgten der Orden Bene- Brith, die Zionistische Organisation, die Alliane Jsraelite Universelle in Verbindung mit der Internationalen Freimaurerei und mit Hilfe der sozialistischen Internationale, die für ihn ja auch nichts anderes ist, als ein jüdisches Gebilde unter anderem Namen. Es ist gut, daß Ludendorffhier wenigstensNamen genannt hat, an denen man die ganze Erbärmlichkeit und Lächerlichkeit dieses seines letzten, unglückseligsten Feldzuges gegen einige- Millionen auf dem ganzen Erdenrund schwer leidender und von allen harten Menschenschicksalen doppelt betroffener Menschen Nachweisen kann. Dr. Alfred Gold schm idt, Mitglied des Präsidiums der deutschen Bene-Brith-Loge, aus dessen Schriften über den Orden B. B. in Deutschland Ludendorff viele Stellen zittert, um daraus, obwohl sie sich klarerweise auf rein deutsche Verhältnisse beziehen, internationale Bindungen zu konstruieren, zeigt in einem „Offenen Brief" in der „Vossischen Zeitung", nach welchen bewährten Mustern Ludeudorff dabei zu Werke gegangen ist. Aus dem in der Schrift präzisierten Programm des Ordens läßt Ludendorff die Worte: „Die deutschen Logen des Ordens stehen auf dem Boden getreuer vaterländischer Gesinnung" einfach aus. Den Satz, der die Einrichtung des Kriegslazarettes der Logen, die Institution der Krankenpflegerinnen, eines Vereinslazarett-Zuges als eine vornehme Kriegsleistung der deutschen Loge schildert, kennt er nicht und so weiter. — Wahr ist

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