Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 Nr. 30__ Selbst wenn es bei alledem gelänge, die große Gefahr zu bannen und zu verhüten, daß man die sehnsuchtsvolle belebende Erwartung der zugeficherten Mcschiach-Begnadung zv einer örtlich, zeitlich oder logisch berechneten Notwendigkeit mache (pvjriJD nt) - selbst dann — vielleicht — wären diese Zeilen besser nicht geschrieben. Schon bevor sie geschrieben wurden, weckten sie solches Gefühl. Wegen der Sache und wegen gewiß mangelnder Ueberzeitlichkeit. Aber das Leid ist groß u> d wächst von Stunde zu Stunde. Und vielleicht ist's kein Ruf in die Wüste, vielleicht wird ein Echo vernommen, das zur Gemeinschaftsarbeit vieler, aller weckt- Und wer kennt die geheimnisvollen, wunderbaren Wege der nawn? :'n dm, opra jwö toi: toi — Dieser Artikel ist die nachträgliche Niederschrift eines vor mehr als elchkm Jahr gehaltenen Vortrages Trotz des inzwischen in die Oeffentlichkeit gebrachten „Frankfurter'Programms" blieb er so wie er war. — Aus -er Sewegung. Preßburg, 18. Nov. Infolge der cingetreteueu Verhältnisse, war die Brnlislavaer Zentrnlleirung deS^ Landesverbandes gezwuitgell, den für den 28. Tischri l. Js. angekündigten Delegiertentag der Jugendgruppen im letzten Augenblick bis auf Weiteres zu verschiebe)!. Der Telegiertentag ist nunmehr für den 25. Dezember l. Js. (24. Kislew) bestimmt worden und sind hiebei alle Instruktionen von früher gültig. 'DO Tagesordnung bleibt auch die gleiche, und zwar: 1. Eröffliung durch den Vorsitzenden, 2. W'ahl des Büros, 3. Berichte der Zentrallcitnng, 4. Allgemeine Aussprache über die Berichte, 5. Vorlage des endgültigen Statutcncntnmrfes, 6. Aussprache über die einzelnen Aktionen, 7. Wahl der Zentralleitung und Bestimmung des Sitzes. Warschau, 14. Nov. In einer der letzten Sitzungen der polnischen Landesorganisation der Aguda, an der auch Rabbiner Lalmnon Atzroniohn aus Ktzuv teilnahm, ivurde die Frage der u k r a i n i s ch e n F l n ch t l i n g e behandelt. Herr Krumpuh, als Vertreter der ukrainischen Orthodoxie und Rabbiner Ahronsohn gaben charakteristische Details vom Leben der dortigen Inden, die auch religiös sehr unterdrückt werden. Trotzdem ist eine starke religiöse Strömung in einem großen Teil der jüdischen Masse zu bemerken. Die dortige Orthodoxie sucht Wege und Mittel, den Juden in religiöser Hinsicht zu helfen. Die Arbeit wird jedoch durch die gegenwärtig traurige ökonomische Lage sehr erschwert. Herr Schachne Awr'ach referierte über seine Reise nach Wien und über die Aktion der Aguda zugunsten der ukrainischen Waisen. Er berichtet über seinen Besuch im Waisenhaus der Aguda in Baden. Außerdem wird die Aguda mehrere hundert Waisenkinder bei Familie)) in Deutschland, Ungarn liiib Tschechoslowakei unterbringen. In kurzer Zeit wird Herr Dr. Buttenwiescr 'nach der Ukraine delegiert werden, um die Lage der dortigen Waisenkinder zu studieren und um dort ein Waisenhaus zu errichten. Basel, 15. Nov. Die Schweizer Aguöas Jisroel-Orga)lisatiou hat in bot letzten Tag n eine eifrige Tätigkeit zugunsten des Keren H ajischuw entfaltet, für welchen Fonds sehr ansehnliche Beträge gesammelt wurden und außerdem hat die Organisation die monatliche Besteuerung der Rlitglieder cingesilhrt, rvelche Aktion ebenfalls ein sehr günstiges .Ergebnis zeitigte. Bisher sind über 1200 Francs eingelansen. Zugunsten der Jeschilvos in Litauen, für deren Aufbau Herr Rabbiner Dr. Cohn ans Basel vor kurzem in einem warmen Aufruf appelliert hat, wurden ebenfalls 1200 Francs gesammelt. Nürnberg, 11. November. (Gestern sprach Herr , Seminardirektvr Rabbiner Tr. Carlebach aus Eölu über „Palästinaarbeit" in einer put besuchten Versammlung der Nürnberger Agudöh-Grnpven. Den Vorsitz führte Herr Rabbiner Dr. Klein, der den Redner begrüßte miD für sein Kommen trotz der weiten und strapaziösen Reise dankte. Ter Redner des Abends machte mit einem warmen Appell an die (^ebeftelidigtcit des jüdischen Volkes ans die Wichtigkeit der Stunde atlsmerksam, die fordert für Er'ez Jisroels Wiederaufbau große Mittel bereitznstelien. Verantwortliche Redaktion: Rabbiner Dr. P. Koh _,«l älter." Reicher Beifall lohnte die interessanten, mit Thoraworten gewürzteit Ausführungen des Redners. In seinem Schlußwort richtete Herr Rabbi ner Tr.. Klein an die Versammlung die Aufforderung, dem herite bekundeten Wollen nunmehr die Tat folgen zu lassen. , . Wien, 11. Nov. Mit Beginn des Wintersemesters wird in der Wiener Agudas Jisrvel-Ortsgrnppe einem allgemeinen Wunsche Rechnung getragen. Leit dem Bestände der Ortsgruppe wird es vielfach als Mangel empfunden, daß den Gesinnungsgenossen, nur selten Gelegenheit gebotenwird, ihre Gedanken über aktuelle Fragen des Judentums und über laufende Angelegenheiten der Agudas Jisroel ungezwungen auszutauschen. Auch die auswärtigen Freunde der Aguda, die in jüngster Zeit häufig nufere Stadt besuchen, äußern oft den Wunsch, mit den Wiener Führern und Gesinnungsgenossen in engeren Kontakt zu treten. Um diesem Verlangen in weitgehendem Mage za entspreche», wurde beschlossen, allwöchentlich T o n u e r s t a g a b e n d s f r e i e k l» b m ä ß i g e Z u s a m m e n k ii ». fte z u v e r a n st a l t e n , an denen die Mitglieder der Ortsgruppe sowie eingeführte Gäste teilnehmen werden. An jedem Klubabend wird irgend ein Thema zur Tisknssion gestelltf mit) im Rahmen einer freien Unterhaltung vewrochen - werben. Tie Veranstalter der Abende hoffen, durch diese neue Einrichtung der Agudas Jisroel zur Belebung des Interesses für allgemein jüdische und lokale Angelegenheiten beizutragen. Tie Zusammenkünfte finden zunächst im R e st a u r a n t „W i e n e u" statt. Weitere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Zürich, 15. November. Für Samstag, den 12. ds. Monats, abends 8'/.- Uhr, hatte die A g u d a - Landesorganifation ihre Mitglieder und Gäste zu einem 'Vortrage eingeladen, den ' Herr Rabbiner Dr. P i n ch a s K' v h n , jetzt in Wien, der, wie ihn der Leiter der Versammlung, Herr Rosenzweig nannte, geistige Führer und praktische Förderer der Ägudah, gehalten hat. 'Aach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden, der betonte daß Hcrr Tr. Kühn seinem Vorträge keinen Titel gegeben habe, ergriff Herr Tr. Kohn das Wort. Er gab seiner Befriedigung Ausdruck, iu Zürich, der Stätte, die während des Krieges der Perbaudsteitung der Ägudah Gastrecht gewahr! hat und wo dem Kriege der erste Weltkongreß stattgesunden bat, vor seinen Freundet sprechen lind durch sie der Stadt Zürich seinen Tank aussprechen zu tonnen. Ein Thema habe ce säe seine Rede nicht angegeben, aber, wenn er Zeit genug ( hätte, um au jede» einzelnen seiner Frennae iit tu-= I innen- (Vc:m'äd'ic heranzutreten, dann würde er sie > f'.aaen: „Was ist die Agndah Euch und was seid Ihr der 'Agndah." „Wir'waren von Furcht erfüllt, oo unscie Kraft an der Kraft des Gegners gemessen, ans reicht. Unser Gegner ist, wie die moderne englische Sozialvhilosophie es bezeichnet, das Leben; 'denn das Leben ist die brutale Kraft, und Furcht ist das keusche Geheimnis der Ohuiuacht. Furcht kennt nur der, der die Kraft kennt. Kinder, denen noch das Empfinden der Kraft fehlt, kennen daher auch nicht das Gefühl der Furcht. Die Agudah ist nicht für einen kleinen .Kreis, nicht nur für Juden, sondern für die ganze Welt geschaffen, denn auch in den Kreisen der N i ch t j u d e n gibt es fucheitde Menschen, Wort nnd Tat'messen sich'am Erfolge oder an der Wahrscheinlichkeit des Erfolges. Wir haben die Furcht überwunden. Unser Ziel ist die Erkenntnis. Es gibt noch Ewigkeitswerte; denn der Krieg hat nicht alles zu Grabe getragen. Was jüdische Seelen an Ungeheurem gelitten haben, haben wir gesammelt und. allen Verlockungen zürn Trotz unser Ideal, das nicht . von dieser Welt ist, aufrecht erhalte», um es der stechen Wett zu bringen. Wir rechten nicht. Glauben andere, daß ihre Ideale aus anderem ^Gebiete lieget!, wir richten iticht. Es kommt die stunde, )’.>» wir uns ireffen, nnd das wird die Stunde des Friedens fein.. Nicht immer werden wir verstanden, aber was wir verlangen, verlangen wir für alle. Tie kranke Welt kann es nicht vertrage», daß die Frage des Weltheils ungelöst bleibt. Tie Kraft versucht sich znnteift an den Schwächsten. Tie Schwächsten im Weliorganismus sind wir Inden, an denen sich die Kraft am meisten versucht und um des Heils der Menschheit wegen wüsten wir eine Aende.rung verlangen. Unser heiliges Erbe, nufere Lehre, uruß für die-ganze Welt fein/ Das Weltgeschehen wie das jüdische Geschehen müssen durch die Thora gelöst Iverden, das ist die politische Theorie der Agndah. Wir sind noch nicht so weit; aber Agudas Jisroel verlangt, daß alle Fragen, die die Welt und besonders das jüdische Volk und das jüdische Land betreffen, leine andere Antwort finden, als die Gott 'vorgezeichnet hat. Wir glauben, daß Sieger und Besiegte sich finden iverden. Vor 15 Jahren kannten die Ostjnden die Westjnden nicht nnd diese jene nicht. Heute wissen wir, nachdem es uns die Allmacht furchtbar ernst gezeigt hat, )vie nötig wir einander haben. Nicht nur äußerlich. Dazu müssen Opfer, nicht nur materielle, auch seelische gebracht werden. Wir müssen zeigen, das das heilige Erbe ttns nahe ist, und das Fremde, das Unjnoische, entfernen. Agudas Jisroel hat diese heilige Aufgabe. übernommen nnd die Erkenntnis hat sich Bahn gebrvchen, dkch .Vas ' Ziel ^erreicht? Wird. Wir haben die Kraft des Geistes und der-jüdischen secle und deshalb find wir stark genug,, die Werte der Ewigkeit zu schaffen. Unsere Ausgabe ist es, diese Kräfte aus , Or. S. Ehr m a n u, I. S änge r. - Druck von 24. November 1921. Ost nnd West, der Judcnhelt, wem Judentum e und der Welt, diese heilige Lehre, zu bringen; Wir hnbegt auch Praktisches geleistet.- Jetzt stehen wir tft der gewaltigen Aufgabe, das Problem der Waisenk i n d e r iii der U krai n e zu lösen. Auch hier hat die Lebenskraft des jüdischen Volkes geholfen. Bewundernswert ist es, was im Schulwesen durch die Schlome Emunoh in Polen geleistet wurde. Redner schloß mit der Frage: „Was seid Ihr der Agndah und was ist die Agudah Euch? Die Agndah richtet nicht, aber in ihr findet j e d e s e h r l i ch e Wollen Platz. Großer Beifall der überaus zahlreichen Zuhörerschaft dankte für die Rede. (Jsr. Wochenblatt, Zürich). Spendelisten: Ukraine-Hilfe. Berlin: Else Jacobi, 2813, Rudolf Müsse 225. B i e b r i ch: Lehrer Sulzbacher 200. Danzig: Juwelier L. Nachmann 116. Eite r s e l d : Lehrer -Julius Schuster 205. F ü r t h : Jüdische Jngendgruppe 15, Fritz Offen* , b ach er, Sammlung hei .elfter Abendgesellschastl 22, Frau l sn rt,ä. gef. durch,Kli Posen Z , .iü,.,1rer.^iö;:% J-Ar-.-RelMes. 120, H.e r s f e l d OTelxersamnilung .'durch I. K. aut Zaum (pedaljah. 'Levi gratuliert L. Oppenheim 10, LO Oppenheim aul. seiner B. B. 10, der Jsra wünscht Levp. Oppenheim herzl. 10, Jonas Katzenstein 25. H ö ch st : Lehrer Kallmann Levi, Sannnlung anläßlich eines bei Herrn Püul Schiffer 270. M a n n h e i ttt : Dr. I. Unna, Rabbiner aus einer Sammlnttg gelegentlich einer Brismilafeier bei Herrn Berthold Strauß 1.00, L. Reis 50. Mainz: N. N. 1VV. 4t e rk a r st e i n a ch : Josef Ledermann 20. Nord e ck : Nt. Stern als Thoraspende der isr. Gemeinde 40. O l d e n b n r g : Israel. Franetiverein 100. N. N. 15, Teilbetrag der Synngogenspendc -105.50, I. Seelcnfreund 100, Gemeinde Vechta 25, Geschwister v. Wien 42.70, Ilse de Beer 4.65, Landrabbiner Dr. de Haas 15, Frau Mehberg anl. der Jahrzeit 10, I. Hellberg 10. P l a n e n : Frau Jaeobsoh» 20. T r c nchtlingen : Israel. Kultusgältttztttde l0 600. A l t e n m n lxr : Jsr. Kultusgemeinde 40. Berlin: csammluiig durch S. Buttenwiescr: Baumeister (tzotlhold Levh-Charlottenburg 100, Salomon Ttzk, Messingwerk bei Eberswalde 100, Stanislaus Ntnrgulies, Messingwerk 100, Gebr. Rektor 100. B e r l i n - S ch ö n e b e r g : Rudolf Mäher 100. - Tarmstadt: Sammlung Tr. Rofenwasser: Tr. M. Fabian 100, Rest A. I., I. O. 11,75, Deritbnrg 100, I. Marx 5, Rest A. I. I. O. 11.) 5. Frankfurt a. M. : N. N. 50, Hugo Oppenheim 100, Frau R. Kahn 50. G e nt ü n d e n : Sammlung Lehrer Spier: Sußtimiti, Marx-Grusen 100, Jakob Marx Grusen .15, Bernhard Marx Grüsen 35, H. Harths Gemündet: 50, S. Spier 50, Jakob Andorn-Gmünden 50, Jakob Marx-Gemünden 30, Willy Ntarr-> Grüsen 50, Lehrer Isaak, Gemünden 20, Isidor- Höxter, Gemünden 20, Elias Höxter, Gemünden 50, Anselm Höxter, Gemünden' 10, Gemeinde Rvsenthal 20, Atoses Buchheim, Rvfenthal 10. Halle: Tr. Baer, 200. H a n a n : durch Herrn Oppenheimer gesammelt beim Hauschanvh-Rabboleme» des Herrn Rabbiner Tr. Gradewitz 525. H inte v st e i » a u : Synagogengemeinde 290. M a n n h e i m : Hauptlehrer Schloß 10, Julius Kujawsli 20, Wildberg u. Co. 25, Ntar Marx 50, Julius Wertheim 100, Alfred Kalter anstatt Teilnahme an der Beerdigung seiner Tante Frau Horkheimer, Stuttgart 100, Ungenannt 100, Ungenannt 100, Ungenannt 100, Ungenannt ioo. dt iederaula : Sammlung Gans: F. Gans 10, Fritz Plant 50, H. Apt. 1' 10, S. Jakob 5, L. Speier 5, L. Steigerwald 5, B. Apt 6, H. Apt ii 10, S. Andorn 5, M. dtnßvaum 2.50, Wwe, Levi 2.50, Salti Speier 5, D. Jakob 5, Goldmeier 10, I. Oppenheim II 5, Helene Apt 5, Leopold Plant- Newyork 50. K i tz i n g e » : Sammlung der Gemeinde Offenbach ans Veranlassung des Herrn Lehrer Einftüdter 240. ' .K l e i n h e n b n ch : Shnagogen'penden der Gemeinde 300. Land s b erg: E. Bernstein 50. L a u p h e i m : Jsr. Frauenverein 50. Leer: Arbeitsgemeinschaft des jüdischen Jugendbnndes, Ergebnis einer Kuchenversteigerung 50, von den Schülern der jüdischen Schule 42, Harry Abi von einigen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Oldenburg: Shnagogenspende 107.40, R. Netter . 30, Hofmann aus Berlin 100. S ch w eich: Egon Faß 5. S e e s e n : Richard Hamm 633. L ö g c I: Lehrer Speier 20. , Sprendlingen: Albert Wolf 25. W ü r z b u r g : L. B. Gutmann 1000. Rupert Ba u mb ach, Frankfurt am Main.