Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1921)
- Date
- 1921-10-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israeli Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum rcgga^a Begründet hob Dr. Lehmann in Mainz Vranfefurf m a«« 13 Oktober 1921 «sss M 41 u. 42 11. Tischri 5682 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland bei den Postämtern sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnnngserteil. durchd. Verlag M. 7.20 viertelt. f. Lehrer u. Kultusbeamte (n. direkt) M. 3.60vierteljährlich, Deutsch-Oesterreich Kr. 90.- vierteljährlich: Tschecho-Slowaket Kr. 12.- Ungarn Kr. 40.-vierteljährlich, Polen (nur in deutscher Neichsmk.) Mk. 12 Vierteljahrs., Nmnänien 10 Lei, Holland fl. 1, Skandiuav. Kr.2, Schweiz f& 1.50, Frankreichn.BelgienFr.2.50. England 1 8h. 6 p., Amerika 0.50 Doll. Vierteljahr!. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag j Inserate; Mk. 2.— für die sechsgespaitellc Colonel-Zeile elnschl. Tenernngsznschl.; Ansland-Ins.Mk.4.—pro Keile Rab.nachTarif.Bei laufenden Jnseratanftr tarifm. Preiserhöhung jeder;, vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H., ftrankfnna M.,Gr.Eschenheimerstr.23Tel.8812, AmtHansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. P l a tz v o r s ch r i f t e n ohne Verbindlichkeit. ' Zah langen anszer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M No. 10 803 — erfolgen an: Poftsparkasto Wie:: No?:>* Postsparkassenamt Budapest No 18 421 Postscheckamt Zürich Xi'. VIII Postscheckamt Amsterdam No. 31 860 Böhmische Unionbank in Prag Banca Marmaroseh Blank & Co. in BucareMt Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. 0er Ilachöruch 9er flrtiftel un9 Correfpon9en?en öes „Israelit“!ll nur unter genauer Quellenangabe, unfl, soweit es (ich um größere Rufiabe hanöelf, nur nach vorheriger Genehmigung gestattet. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: E h rfurch t, Liebe u ud Freud e. — 2. Homiletik: A. Mannheimer: Aus dem rvna bon Rabbiner Samson Thenen in Verlad (Rumänien). — 3. Kleines Feuilleton: Dr. Arthur Kahn: Jüdische Melodien an öffentlichen Plätzen. — Bon der. orthodoxen Presse. — Sukkos-Eindrücke eines christlichen Arztes. — Unser Anrecht auf das Grab Rahels. — (Kaurim an: Sirnches-Thora.) — 4. W o ch e tt r u n d s ch a u: Indische Erziehung und öffentliche Schule. — Ein Kommissariat des Völkerbundes für russische Flüchtlinge. — Die neuön Buirdestafeln des Herrn Bialik. — 5. Aufsätze: Das Bekenntnis eines Heimkehrenden. — Jüdische Volksschulen oder Talmudthoraschulen'? — Dr. John Jacobsohn: Die Behandlung der NeligionSgescllschaften in den neuen Reichssteuergesetzen. — Die Valuta Palästinas. — Lehrerbildungsanstalten und Lehrermangel. — 6. Korrespon^ denzen und Nachrichten: Berlin, (Ostjudendebatte im Stadtparlament). - München/ (Der ständige Ausschuß des Gemeindeverbaudes in Bayern). — Wien, (Die Invaliden gegen die Antiscmitenkrakeeler). — Wien, (Lohnbewegung des Personals in Wiener jüdischen Spitälern. — Karlsbad, (Misrachi-Konferenz). — Paris, (Zur Lage der Juden in Tunis). — Prag. (Jüdische Emigrationskonserenz). — Warschau, (Aus dem Warschauer Stadtrat). — Kowno, (Aus Litauen und Lettland). — Riga, (Aus Lettland). — Riga, (Das russisch-jüdische Htlfswerk). — Genf, (Der syrisch-arabische Kongreß). — Genf, (Teilnahme der Juden an der Konferenz in Angelegenheit der russisch ukrninischen^Flüchtlmge). — Zürich, - Sabbatdispens in bürgerlichen schulen). — London, (Missionsersolge im heiligen Lande). — Jerusalem, (Aus Palästina). — Jerusalem, (Das Obcrrabbinat). — Jerusalem, (Ein mos emisch-christlicher Beirat). — Jaffa, (Industrie in Palästina). — Washington, (Neue Eiuwanderuugsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten.) — 7. Personalien. — 8. Vermischtes. — 9 Sprechsaal. — 10. Frankfurter Berichte. — Vere.nskalender. — Gebetzeiten. — 11. Feuilleton- Beilage: Simchas Thora im Städtchen. — Ein Druckfehler. — Eine Laubhütte in New-8)ork. — 12. Kinderecke: Heinrich Einstädter: Es war Suttaus. — Ehrfurcht, Liebe und Freude. Im „K u sa x i" heißt es (Kap. 2,49,56) in der Aussprache zwischen Chaber und Kasarenkönig u. a.: „Es sei festzuhalten, daß die Thora drei Wege der Gottannäherung kennt: den der Furcht, der Liebe und der Freude. Der Weg des Fastens am Fasttage liegt Gott nicht näher als der der Freude an Sabbat und Festtagen, so die Freude aus des Herzens Tiefe kommt. Denn wie Fasten und Flehen der Andacht und Inbrunst bedürfen, so muß die Freude an Seinem Gesetze der Liebe zu dem Gesetze und der Erkenntnis der dem Gesetze innewohnenden Glückseligkeit entströmen. Und steigert sich solche Freude bis zum Singen und Tanzen, so kann dies eine höhere Form des Gottesdienstes und der Gottesanhänqlichkeit sein —- Freilich sind diese Dinge, Fasten wie Freude, von der Thora nicht der menschlichen Willkür überlassen, sie sind vielmehr an Gesetz und Uebcrlieferung gebunden, da es nicht im Vermögen des Menschen liegt, die Kräfte von Körper und Seele in ihren Funktionen und Auswirkungen richtig zu verteilen." Indem Rabbi Sangori dem Chasarenkönig dergestalt das Wesen des Judentums und den Begriff der Gottannäherung in seinen drei Merkmalen NNVV, ranx, nxT klarlegt, denkt er, wie es sich aus dem Zusammenhänge ergibt, nicht zuletzt an unsere Tischrisefte und deren Verhältnis zueinander. Im Zeichen der nK*V stehen die zwtt ersten Feste, die wir nicht umsonst D\ST)3 D’d1 nennen. Wie der König mit seinen vorauseilenden Herolden und seinem Hofstaate, so ziehen sie mit einem Anhänge von Tagen heran, die der Feste Ankunft mit Gebet und Posaunenschall ankündigen und Herz und Sinne für ihren würdigen Empfang frei machen. Zitternde Furcht vor unbekannten, in der Zeiten dunklem Schoße ruhenden Geschicken löst sich in Ehrfurcht auf vor Ihm, dessen Allmacht und Alliebe Vertrauen erheischt uub sich wie milde Sonne über alle Nebel schweren Ahnens lcgk. Das ist die nx”V in ihrem doppelten, kleinen und erhabeneil Sinne: Furcht und Ehrfurcht. Dann ist der Weg frei zu der nsn»/ derglühenden Liebe, die unsere Hand führt, da wir, kaum daß die letzten Jomkippnriöne verklungen sind, an die Vorbereitungen für die Laubhütte Herangehen, die unser Herz bewegt, da wir den vierartigen Festbund, einen sinnigen Gruß der verlassenen, unserer harrenden Mutter Zion, in die Rechte nehmen. Israel hat gerungen und — hat sich die nsnx errungen. Ein Symboliker unter den alten Lehrern, die gern alles aus der Schrift herauslasen, kleidet dieses sinnig in den Bibelsatz vom Zusammentreffen der Brüder: mw 12^N7i TO' Kinn DVD Dw'1. Nach dem großen letzten Treffen, das wir nach gründlicher Feuervorbereitung am zehnten Tischri mit dem Esaugeist in uns hatten, zog Esau — der Geist des Bösen — dahin nTOT, mit dem “TOT/ der Israels Sünden ttt die Berge trug. nniDD J7DJ TOT Jakob aber kann in seine Hütte einziehen, wo ihn unter dem Laubdach, 'das die Sicht zu den Sternen freiläßt, als Kampfeslohll und Siegespreis ein warmer Hauch der göttlichen nunN empfängt. St b so n« V und nan« Wurzel und Blüte am Baume der Gottesannäherung, so heißt die reise Frucht: finötP- Und die Blüte fällt in des Festes letzten Tagen, da wir die Hütte verlassen und den Feststrauß aus der Hand legen nur, um ruls diese reife Frucht der Freude zu schenketl. Wo das Wurzelwerk tief und fest und stark ist und die Blüte sich bei guter Sonne voll entwickelte, kann köstliche Frucht erwartet werden. Dann ist es so, wie es der Chaber in Kusari so schön ausspricht: “TOVD PK1 TO “innötpo 'p^an >2 nsnp nnv nvrnn DDDi nvDD innöir '\n;TO, D'nriöm mnrro D?w „die Entbehrung und Kasteiung am Fasttage liegt Gott nicht näher als beine Freude am Feste, so d i ese Freude aus Jrtbrunst und vollem Herzen kommt." “ITOJ1 DX1 mpnm nniBP rvn mpnm n^n Sx nnötpn 12 VVKn P3J7D „Und wächst die Freude bei Dir bis zu einem Grade an, daß sie sich in Sang und Tanz äußert, so ist dieses eilte höhere Art von Gottdienen und Anhängen an göttlichen Dingen." Und merken wir uns noch eines: Die goldene Frucht der Freude vergeht nicht mit den Tagen des Festes. Kusari spricht tticht bei dieser Gelegenheit allein vom „Feste der Thorafreude", sondern ganz allgemein von DTOIDm JYlflBttfn ■’D’1 und von allen Arten der nnai!?/ die uns die Gebote tagetu tagaus als reiches Entgelt für deren Erfüllung bieten. Wochenmndschau. Jüdische Erziehung und öffentliche Schule. Unsere Artikelreihe über d:e jüdischen L-chulfragen in Deutschland hat naturgemäß in der pädagogischen Welt ein rascher hörbares und bis jetzt auch lebhafteres Echo gefunden als in den