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Der Israelit · 1921-10-06 · Heft 40 (6.10.1921) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 40 (6.10.1921)
Date
1921-10-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Blätter herausgegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Zisroel sür Deutschland. ---- VII.. Jahrgang 4. Tischri 5681 Wummer 27 6. Kktoüer 1921 Aufruf! Auf dem heiligen Boden Erez-Jisroels reifen in diesen Tagen Entscheidungen von gewaltiger Bedeutung für die jüdische Gesamtheit auf dem Erdenrunde; Entscheidungen, die das sittliche Wohl und Wehe des jüdischen Volkes, damit aber auch, nach dem ganzen Lauf der Geschichte, auch sein Geschick in die weite Zukunft hinaus bestimmen werden. Unter Blut und Tränen einer ganzen Generation ist ein neues Palästina geboren worden, ein Palästina, das — unbeschadet vorübergehender Hemmungen — vor einer Periode kaum geahnten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwunges steht und dessen Pforten weit sich öffnen werdenfür jede rüstige Betätigung in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Technik. Soli dieses neue Palästina Erez Jisroel, Erez Hakedauscho, das heilige Land jüdischer Erinnerung, jüdischer Zukunftshoffnung und jüdischer Gegenwart werden oder nicht? Söll auf seinem Boden der Geist der Gesetzesentfremdung, Selbstverherrlichung und Unheiligkeit zur Geltung kommen oder soll das Land wiederum zum Schauplatz g^tterfüllten jüdischen Gemeinschaftslebens werden, in das G“ttes Herrlichkeit einzieht, um Volk und Land, Judenheit und Menschheit ihrer Erlösungszukunft entgegenzuführen? Diese Entscheidung liegt bei Euch, Euch allen, Ihr Agudisten, an die sich unser Ruf zunächst wendet, Euch allen, die Ihr Euch zu den Reihen der gesetzestreuen Judenheit zählet, oder die Ihr wollt, daß das alte Thoragesetz auf dem Boden Palästinas seine Heimstätte findet. Bekenntnis und aufbauende, schöpferische Tat ist jeder Pfennig, der im Sinne dieses Aufrufes dem Keren Erez Jisroel der „Agudas Jisroel46 hingegeben wird, Bekenntnis und Tat für den Aufbau eines heiligen Erez Jisroel. Die oberste Behörde unserer Organisation, der Zentralrat der Agudas Jisroel, hat im Adar 5681 unter Führung und Zustimmung der anerkannten geistigen Größen der rabbinischen Welt Ostens, den feierlichen Beschluß gefaßt, daß fortan in den Tagen vom 1. Elul bis 30. Tisebri eines jeden Jahres in allen Ländern der Erde, überall wo Organisationen der Agudas Jisroel bestehen, unter Einsatz aller organisatorischen Kräfte der Landeszentralen und der Ortsgruppen Sammmiungen für den Keren Erez Jisroel der Agudas Jisroel stattzufinden haben, über deren Verwendung im Einzelnen für den geistigen und wirtschaftlichen Aufbau Erez Jisroels der Zentralrat mit den Vertretern aller Länder beschließt. Die Sammlungen dieses Jahres sollen im wesentlichen Teile den Grundstock für den im Rahmen des Keren Erez Jisroel zu errichtenden Keren Hajisehuw (Wirlschäftsfonds des Keren Erez Jisroel) bilden. In dieser Stunde gilt es vor allem in möglichst großem Umfange Gerdas Hooretz, den Erwerb von Grund und Boden im heiligen Lande zu vollziehen und vorzubereiten, die Mittel bereitzustellen, Millionen und Milliarden in allen Währungen, um eine neue Pflanzung treu-jüdischen, vom Thorageiste befruchteten ländlichen Lebens zu schaffen, Männern des praktischen Wirtschaftslebens, Vertretern von Handel und Industrie die Möglichkeit und die Vorbedingungen für die Betätigung ihrer wirtschaftlichen Initiative im heiligen Lande zu geben, und so die wirtschaftlichen Grundjagen zu legen, auf denen sich in imponierender Erscheinung ein jüdisches Gesamtheitslehen überhaupt im Geiste der Thora entfalten kann. Wir erwarten die Hunderttausende des Kapitalisten für den Keren Hajisehuw wie die bescheidenen Leistungen des Mittelstandes und die Pfennige des Armen und der Aermsten! Welcher treue Sohn der jüdischen Gemeinschaft, in dessen Brust eine Ahnung davon lebt, was Erez Jisroel der jüdischen Psyche bedeutet, wird Geld und Gut ängstlich wägen, da es um das Ganze der jüdischen Zukunft geht! Welcher treue Sohn des jüdischen Volkes wollte Zurückbleiben, wenn die großen anerkannten Führer der Gesamtheit, die im Dienst und im Studium des G“tteswortes ergrauten Führer in Ost und West den alten Ruf ertönen lassen, der zum Aufbau des Heiligtums ladet. Auskünfte über das Erez Jisroel-Programm der Agudas Jisroel, die Satzungen des.: Keren Hajisehuw und seine Verwaltung, sowie über die Methoden der Sammlung erteilen sämtliche Landesorganisationen, Palästina-Zentralen, Palästina-Vertrauensmänner und Gruppenvorstände in allen Ländern. Namens der Zentralrates der Weltorganisation: „Agudas Jisroel44. Die Zentralverwaltung des Keren Hajisehuw: Kommerzialrat Sigmund Bondi, Wien. Bankier Alexander Carlebach, Lübeck. Dr. Emil Hirsch, Halberstadt. Sotlicitor J» Landau, London. Bankier Siegfried Löwenthal, Frankfurt ä. M. Kallmann Pappenheim, Wien. Nachum Rosenfeld, Warschau. Bankier Dr. N. E. Weill, Frankfurt a. M. Leo Wreschner, Frankfurt a. M. Inhaltsübersicht. Aufruf. — Ueber die Bedeutung des Keren-Hajischuw. — Die Arbeitsweise der Ortsgruppen. — ^Dle Sitzung der Landesreprnsentanz der Agudas Jisroel in der Slowakei. — Endlich? — Die Ukrainer Waijenkinder. —• An die Orls- und Jugendgruppen. — Die Ukraine- Aktion der Agudas-Jisroel. — Zum Delegiertentag. — Aus der Bewegung. — Spendenliste. Lieder die Vedeutung des Keren-Hajischuw. Zinn ersten Mole hat es die Agudas Jisroel-Organisation unternommen, in großzügiger Weise wirtschaftlich-praktische Erez Jisroel-Arbeit zu treiben, indem sie den Keren-Hajischuw gegri'lndet hat. Tie Sammeltätigkeit, die in den I Monaten Eünl und Tischri in großem Maß-?! stabe in allen Ländern, in denen die ''Agudas j! Jisroel Anhänger hat, entsetzen soll, dient nach! : dem Beschlüsse des Zentralrates, der obersten s | Behörde der Agudas Jisroel, in diesem Jahre i vornehmlich dem nnrtschastlichen Aufbau in; Erez Jisroel. Tie Wiener Konferenz hatte §aj fangs dieses Jahres den Besch last gefaßt, daß für j die Mitglieder der Agudas Jisroel-Lrganr; sation eine Beteiligung an dem zionistischen Ker^n-Hajessod unstatthaft sei. Tiefes Verbot bedingt schon in sich die Notwendigkeit, für die Agudas Jisroel nicht Geivehr bei Fitst zu stehen und garnichts sür den Aufbau von Erez Jisroel zu leisten,, sondern erst recht auch ihrerseits u.ud in. ihrem Geiste sich an der irirt'schafliichen Wiederherstellung des heiligen Landes zu beteiligen. Ans diesen Erwägungen heraus erfolgte die Begrüikdung Des Keren-Dajischmv. ß 1. seines Statuts laut et daher: „Ter Keren-Hajischntv dient dein wirtschaftlichen Aufbau des Zeitigen Landes im Sinne der Thora. Tie vom Keren- Hajischuw gesammelten Gelder sind in erster Linie zum Ankauf von Bodeit in Erez Jisroel zu verwenden, ferner kann sich der Keren-Hajischuw mit der Bearbeitung und Melioration des Bodens, sowie evtl. Erstellung von Häusern befassen. Die Fötdernng geschäftlicher llntcrnehnmng.en, die der Besiedlung des Heiligen Landes dienen, sitld zulässig." Wie ans diesem Paragraphen klar hervorgeht, handelt es sich bei dem Keren-Hajischuw nicht am einen Zedokvhzweck im üblichen Sinne, d. h. um Spenden ans denr Maaser, ztt denen jeder Fehndi verpflichtet ist, die, wie ein armer Mann einmal zu einem Geber treffend sagte, „ja gar nicht dessen Eigentum sind." Der Keren- Hajischnw will mehr; da er direkt der Kr-

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