Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1921)
- Date
- 1921-09-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 30 Der Israelit. 20. September 1921. Das ist schon der Grundgedanke der täglichen Lobcepsalmkn, mcH 'P1LL, die aber am riO nrtfrr alle ans den M'12?B'Ton gestittinrten Saiten unserer Seele ganz brsorüers hll erklingen lassen. Und brausend ergießen sick (nach polnischem Ritus) als Pialudium zum Schopharblusen die FX'jVb Töne aus Psalm 47: *pB XTI2 fV?r '*7 '3 3V *?VU ®ott, bisher nur als iV*?r »“113/ als hoch und unerreichbar über den Wolken, thronend gefeiert, werde nun als *pB der Welt sichtbar und steige so in iVr Auffassung und Erkenntnis der Mensch?n, n?I? nüTirB- „Es lobpreise die Wclr den König". IIBt I^BT'B^I^Bp Denn was verlnnde die Teruoh ander s, a-'s daß BV' 2'13 b2 Ti? 'pSx “^B lEHP SED bl', daß mit ©utnipn.4 Gottes als “pB in der gesamten Bö kergemeinde Er, Goit, endlich aus „d?m Throne seiner Heiligte t" in - er ganzen Full»: seiner Macht und Lrebe die Welt umfaßt. Und dlm sckö ttten aller Huldigungsgebete, dem liHi?, das die Anbetung des Höchsten von Seiten „aller Bewohner der Welt" zur Hoffnung des Tages macht, ist eine ganze Serie von Versen aus allen Teilen der biblischen Schriften angehängt, deren jeder das Wort *pB zum Mittelpunkte hat und Gott als König der erlösten Welt in Erscheinung treten lassen. Er war es immer, N2'^VN '2, wenn er auch bislang als 2^32 7-L?1B krzikheri'che Gewalt ausüben mußte. Ist aber der Tag angebrochen, da 12?i? TN B12DT lTX TT2 D'JT^B Vm als Resultat der lehren aöettichen Weltenabrechnung die He;lbringer den Zionsberg besteigen, N51'N1 NBI^BN 'NT, dar^n kann nur noch von Gottes!°D1TB allgemein die Rede sein, denn /hT 'tu pTXN T2 bv -jTBT - Gott ist brnn “pB der ganzen Erde. Kannte man Gott bis dahin in seiner Waltung unttr zwei Namen, *pB und TV1B, so wird „an jenem Tage — sonn DVD 'TU — „Gotl einzig und sein Name einzig (nur ‘‘jVb) sein." Tn« 1 BL? 1 thk '“7 'vn Wochenmndschau. Der neue Geist in Bayern. Der bayerische Miiusterprästd-nt Kahr uig mit ihm der deutsch-nationale Jusiizmunsler Dr. Roth haben demissioniert und im Ministerium einem freieren Geist Platz gemacht. So unerfr.-ulich die Ursachen dies s Rücktritts, der Konflikt mit Berlin, ist. so darf irau doch an diesen W-chsel i us dem n'tun rrn» von Rabbiner Samson Thenen in Verlad (Rumänien). Bon Mannheimer in Dettelbach (Fons.) D'BD" "T',BTN T?DD, Ehrung der Thoragelehrten Die Ehrfurcht, ivclche wir der Tho-a, mü-rem heilig" en Kleinod schnlden und zollcn, überi-ä)st sich na tu: gemäß ans di - Vernewr und Pfleger der göttlichen Letn.e, uns die Tdorameiien. Wenn wir Ehre ul'.d Eh;aesi>dt eines jed-m Är'ernchen schon achten un.d schonen müssen, so in das den L'vrn gegenüber in gestriger u m Maße, in ponnnzierrer Form Pflicht und Schuldigkeit. So lehrt R. Jose bar Cbauini in Wracho!: Wer einen Ti or agetehrren gastlich in, s in Haus au - u Nil kl! 1 und ii'm dort et Inas die et. hat g'eichsaui ein „beständiges Opfer" (Tomid), Gon dargebracht. einige Hoffnungen knüpfen, von dieser Entspannung arrch über die Beziehungen zur Reichsrrgierung hinaus eine Entg'.ftung'der Atmosphäre in Bayern selbst erwarteten. Die Aera Kohr war die natürliche Reaktion aus die Aera Eien er. Für die Juden war die eine wie die andere ein Unglück. Alle bösen Gttfter, die durch elftere heraufbeschworen wurden, traten unter Kohr krättlg in Aktion. Die Deursch- Nationalen kamen ans Ruder und unter deren „Politik der Ordnung" konnte eine Judenhktze in Stadt und Land hoch in die Halme schießen, wie sie Deutschland in den schlimmsten Tagen von Stöcker und Ahlwa-dt nicht erlebt hat. An die Spitze der bayeri'chen Regierung tritt nun Graf Lerchen selb und mit ihm Männer drnwkratt'ch n Geistes, vornehmlich aus der größten Partei, der Bayerischen Bolspartei, die ident: ch ist mit dem Zentrum. Bleiben die von diesem auf dem letzten Kathollkentage ausgestellten Grundsätze Richtschnur der Politik, so wäre von der neuen Regierung das Beste zu hoffen. Sin Znde als Bester des badischen GroßherzogShanses. Im Badischen Landtage hielt der Staatspräsident Trunk, herausgesordert durch eine dcmschnationale Interpellation, eine Rede, aus der man sich einige Sätze von hoher historischer Bedeutsamkeit wird merken müssen. Der Staatspräsident, fragte die Deutschnationalen, wo sie in den gefährlichen Novembertagen 1918 gewesen seien. „Als in der Nacht vom 9. auf ben 10. Novewber d ie großherzogliche Famil ie im Karlsruhe r E ch l o ß b e d r o h t g e w e s e n ist, habe ich vergeblich darauf gewartet, daß sich von den vielen Hunderten von Offizieren, die damals in Karlsruhe wohnten, ein einziger zum Schutze des Großherzogs einsinde. Der damalige M -. - nister des Innern, Dr. Ludwig Haas, ein Jude, hat an der Spitze von 40 Soldaten für den Schutz d es Großh erzogtsorget'. müssen, sonst hat sich darunr überhaupt niemand aekümtuett." Aas ben gmailichen Feststellungen in brr Angelegenheit des' Erzb ergermordes machte StaorsprästdeoL Trunk sodann noch die bemerkenswerte Mitteilung, daß in München eine Geheimorganisatton besteht, deren. Ziele, nach den ausgefundenen Statuten, in der Ausbreitung des nationalen Gedankens, Bekämpfung alles Anti- und Internationalen, und Bekams p f u n g des Judentum s, gesehen wert eu.! Wie .stünde es heute um das badische Großherzogßhaus, wenn das Programm der Münchener Moral ga schon früher zur Ausführung gekommen wäre und es in der kritischen Zeit keinen Juden in Baden gegeben hätte, der über 40 Soldaten verfügte! Darüber wögen die De nt schnati o nal en und die von ihnen gehaltenen Trutz- und Schutzbündler im Stillen Nachdenken! Zum Schausorblasen. Von Willy Wolf in Köln. Zwei bedeutsan e Momente sind an der Jahreswende mit der Schanfvipsticht eng verknüpft.' Die Trompetentöne, die Israel in der Wüste das Zeichen zum Weilerzuge gaben und der S chauforklang, der am Jaum K ppur des Jubeljahres den Knechten die volle Freiheit kündete und die Felder in den Besitz ihres Eigners zurücksührte. Diese enge Verbindung rührt nicht allein da"'er, daß bei beiden Anlässen die gleichen Tonarten wie am Rausch Haschonoh geblasen wurden. Vielmehr besteht ein tiefer, innerer Zusammenhang — und es ist in hohem Grade bemerkenswert, in welch lehrreicher Form der Schnsttext denselben aufweist. Neun Töne umfaßt ursprünglich die Schauforpflichr des Rausch Haschonoh: Dret Teruoty ulld sechs Tekiorh. Das SchristworL erwähnt aber bet dusem Feste nur zwei Teruoth, während die mündliche Lehre die dritte Teruoth dem Joum Kippur des Jobel entnimmt und hinsichtlich der Tekto th zwei Neberlieferungen vorhanden sind, von denen die eine auch diese Töne dem Jobeljahre und die andere sie den Trompeten der Wüste entlehnt. Wenn aber auf diese Welse von den Tönen des Festes, das als einziger von j-'ncn brel Anlässen in alljährlicher Wiederkehr zu allen Zeiten erscheint, nur zwei in den ihm gewidmeten Abschnitten genannt sind und die übrige s sich im Schristtcptt durch die beiden anderen Gelegertheiten ergänz e, so geht daraus mit voller Dmilichkeit die nahe Beziehung hervor, in welcher der Schaufor des Rausch Haschonoh zum Schaufor des Jobeijahres und zu den Trompeten der Wüste sieht. Einstimmigkeit herrscht darüber, daß die Tekioh einen einheitlichen, geraden und die Teruoh einen gebrochenen Ton bezeichnet. Jedoch bestehen in betreff der Teruoh zwei Möglichkeiten, indem il're Zusammensetzung ebensowohl aus längeren Tönen (unsere Scheworim) als aus kürzeren, schnell aufeinanderfolgenden (• untere Teruoh) denkbar ist. Beide Er len ft den ©Fiu’ti ins vauS. So wurde auch Pot phars Haus nrt Josephs Eunttu sofort nese^nkt. Wer an einer Ma'atzpit rtttnimmt, an der Gelegne : sitzen, der hoi gleichsam beim Abglanze der götUiche-i ( Majestät gespeist. So heißt es von Ahron und den j Aelteflen Is.aels, daß sie mit Moses zusammen „vor [ Gott' speisten, eben weil der große Mosche zugegen war. Jerusalem wurde nur daruin ze>stört, weil sie dort keine El-rstncht gegen Talniche-Chachomiw zeigten (Ladbar 110). An anderer Stelle werden die Verächter der Weisen mit dem Ausdeucke „Apikorvs'^ (Goitesleuguer) gebrandmmkt. Di.' Docht-.r Achers (EUscha b'N Abujaßs, der auf ttrrivege geiiet), kam ein t zu N< bvi Jehnda mit der B'-uc: „Mein Herr, ernähre min/". — „Werbist dett siegte R. Iehadg. Sie sagte, daß Acher ihr Vater gewesen. Da wunderte sich N. Jehuda, daß noch N'ch- Lvlnmen die'es Mann-s existierten,' beiße es doch vom Frevter (Jjob 18) „nicht Svhn und Enkel bleibt ituu*. Ta tat sie: „Gedenke doch stirer Thoragelehrsamkeit und nicht seiner Tuen". Sogleich siel Feuer vom Himmel und versengte den Lehnstuhl Rabbi Iehudas. Weiland ries letzterer: „Wenn schon die im' Gesetze Gestrauchelten solche Schonung ihrer Ehre finden, um wieviel mehr erst die in ihm Ausgezeichneten^. Norvo erkiä-tö hierauf die Lchriststelle' im Ho he olle de „In meinen Nutzgarten ging ich hinab"' folgendermaßen: „Die Thovaweistn sind einer Nuß vergleichbar. Fällt sie in den Schnrutz, so fanti sie leicht gereinigt werden. Fhr ^inneres blieb unberührt. So auch der -entgleiste Weise,- seine Thoiakunde ist doch nicht zu schmähen". “i'KJtB "1BUM 71 HWI? n^IB/ Demut, Hut vor Stolz. Das schon dern kleinen SllnSeigene Ehrgefühl entartet beim Menschen so!-icht u, Eyrsuchst Ehrgeiz und Stotz. Bor soichei Entar.ung des an sich berecht-glen' und gestn-de;'. Ehrtrieves seien wir auf der Hut. Stete Wachsamkeit ist nbng. Wer bescheide:'. auf das fromme Verdienst anderer hinweist, der findet schori dinch das eigene S'chus Erhöhung. Mosche sagte in seiner Fürbitte nach de' Kalbesiünde: „Gedenke doch d-s Abraham ee." In Tehillim (Kap. 100) wird die Verzeihnng des schreck^ ltchen Abfalles aber auf Mosches Verdienst zurückgeführt: „Wenn nicht Mosche, sein Auserwählter, sich in den Ritz gestellt hätte . . . Umgekehrt bei König Hiskijahu im Reiche Juda. Beim Gebete pochte er auf die eigene Frömmigken. Gott erhörte ihn jedoch nur, „um seines Knechtes D-roid^ roiUen". Joseph starb früher als alle seine Brüder. Den Grtrud findet Robbt Chama darin, daß ee Herrschsuchl gezeigt. Bon Rabba rühmt man, daß er alle Jahre, solange er Oberhaupt des Lehrhauses gewesen, keinen Barbier zu sich ins Haus rief. sEr ging selbst zu ihm hin). Als Moscheh die Thora zur Erde gebracht hatte, trat der Sa,an vor Gott hin mit der Frage: „Wo ist die Thora .-ingekommen"'? „Ich gab sie zu-' E,de", ta«!e-e Die kurze Antwort Nun suchte sie dortselbst der Saran überall, fand sie jedoch nicht. Er ging zu Gott Z' rück unb meldete: „Ich habe sie nirgends gefunden". Da sagte man ihm: ' „Gehe zum Sohne Amrams" (Moscheh). DaS tat Satan und fragle Moses: „Die Thora, welche dir der Httltge, gelobt sei Er, gab, wo ist sieH?l' Und Moses antwortete voll ':'e;i!'u und Bescheid'ntzn:: „Wer bla ich. daß Gott wir seine Tiroia geben sol!;e"? Gott sagte dann z" Moscheh: „W'l!st du viestpicht es ableugnen"? Aber Moscheh enigegveie: „Sollte ich mir etwa was zugute