Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1921)
- Date
- 1921-07-14
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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>» l « t t er. Seite 6. Nr. Nürnberg. Aus der Erkenntnis, daß jedes zielbewußte Arbeiten in einer Agudagruppe erst dann ermöglicht wird, wenn sie aus einer Gruppe von Agudisten besteht, hatten wir es unternommen, der Anschauung unserer Mitglieder, besonders unseres Nachwuchses, ein gründliches Fundament dadurch zu verleihen, daß wir sie mit Breuers Schriften intensiv bekannt machten, die augenblicklich Wohl die Ideologie, d. h. die Wegzeichen auf unsrer Bahn zu unserem Hochziel zur Thaurooerwirklichung darstellen, durchbesprochen. Im ersten Referat legte stud. Phil. A. Rathaus die kritisch-analhsierenden Gedankengänge des Autors Wer das Wesen der Judenheit dar. Der Zweite Abend brachte, von demselben Referenten eindringlich vorgetragen, die Lösung der jüdischen Frage, in der Darlegung der Idee des Messianismus, der in seiner Einfachheit und zugleich höchsten Erhabenheit die Stellung des Juden zur Innen- und Außenwelt klar beleuchtet. Stud. jur. G. Münz behandelte den Roman „Ein Kampf um Gott", in dem sich die vielen Problemstellungen in großer Zahl zusammendrängen, um in dem Messianismus ihre Krönung und Vollendung zu finden. Alle diese schwierigen, aber grundlegenden Fragen wurden und werden in unserm Zirkel eingehend durchbesprochen, sodaß wir daraus unseren Zweck, bewußte Agudisten zu erziehen, vollauf erzielten. (Unliebsam verspätet.) Wie«. Wir haben in der letzten Nummer berichtet, daß die Aguda zwanzig der hier weilenden strenggläubigen Chaluzim in einem in der Nähe befindlichen Landgut zur praktischen Erlernung der Oe ko norme probeweise beschäftigt. Ter Versuch ist äußerst befriedigend, sowohl die Gutsverwaltung als auch die Chaluzim sind hochzufrieden. Tie Chaluzim erhalten nebst vollständiger Verpflegung während ihrer Lehrzeit 40—50 Kr. pro Tag. Der befriedigende Erfolg ermutigt zur Fortsetzung der Aktion und wird demnächst ein zweiter Zug orthodoxer Chaluzim ausgerüstet mit Betten und zweierlei Eßgeschirr auf das Landgut gehen. Anmeldungen im Büro der Aguda n. Malzgasse 12 a. Wien. Tie von der Sitzung des Zentralrates der Aguda mit den Vorarbeiten für die Wahl des Rabbinischen Rates betraute Kommission richtete dieser Tage ein Rundschreiben an sämtliche Landesorganisationen, worin diese aufgefvrdert werden, die Grundlagen für die Wahlmodalitäten in kürzester Zeit zu schaffen. Wien. Major Mindel, der Beamte der palästinensischen Regierung, ist in Wien angelangt, um den Stand der Palästina-Einwanderer zu überprüfen. Major Mindel hat auch das Bureau der Aguda'besucht, behufs Revision der Chaluzim-Listen und hat sich bei dieser Gelegenheit eingehend über die Ziele der Aguda informiert. Wien. Tie „Jüd. Presse" meldet: Wie mitgeteilt hat Obmann Pappenheim in Begleitung des Generalsekretärs Tr. Pollak eine Propagandarerse nach Siebenbürgen angetreten. Wir erhalten vorläufig folgenden telegraphischen Bericht aus Oraoea mare: „Begeisterte Stimmung, kolossaler Empsaug. Sonntag Massenmeeting" . Eine zweite Depesche lautet: „Riejenmeeting glänzend ausgefallen. Oberrabbiner Fuchs, Wolf Pappenheim, Tr. Pollak begeistert akklamiert. Jugendgruppe." Wien. Ter Gabbai des Rabbi von Kophzcince veröffentlicht folgende Erklärung: „Entgegen anders lautenden Zeitungsnachrichten erkläre ich im Aufträge Seiner Ehrwürden des Herrn Großrabbiner Jsak Meier Heschel aus Kophzcince, daß derselbe aus dem Verbands der „Agudas Jisroel" nicht ausgetreten ist und auch nicht die Absicht hat, aus diesem Verbände auszutreten, sondern vielmehr auf dem Standpunkt steht, daß es die Pflicht eines jeden Inden ist, alle Institutionen dieses Verbandes und aller anderen Verbände, welche auf dem Grundsätze unserer heiligen Schrift anfgebaut sind, sei es im heiligen Lande oder außerhalb desselben, nach besten Kräften zu fördern und zu unterstützen, was der Herr Großrabbiner selbst bisher in einem, seine Privatverhältnisse weit übersteigenden Ausmaße geübt hat und mit Gottes Hilfe auch in Zukunft üben wird." Teitelbaum. Posen. Unsere Mitgliederzahl ist aus ein Minimum herabgesunken und manche, die da kommen könnten, bleiben auch fern. So haben wtr immer Wieder erneut versucht und wieder versucht, neue Jugend um uns zu scharen. Jetzt scheint es uns gelungen zu sein. Tie weibliche Schuljugend wird vielleicht zu uns kommen. Ein Lag beomer Morgenspaziergang vereinigte uns und hinterließ besonders bei den jugendlichen neuen Teilnehmern eine dankbare Stimmung. Wir hielten uns einige Stunden im frischen Grün auf und fühlten uns sehr behaglich. Ein auf mtP gelegter Sidra- und Haftauroschiur erfreut j sich einigermaßen regen Zuspruches. Ein Lefeabend vereint die Mitglieder einmal wöchentlich, bei dem die Aguda-Vlätter gelesen werden, Zeitfragen besprochen und sonstiges Aktuelle zur Sprache kommt. Mein Bericht entbehrt jeder Phrase, daher klingt er recht trostlos, aber ich will lieber mit hochtrabenden Worten sparen, bis ich Tatsachen sprechen lassen kann. Vielleicht gelingt es uns doch noch mit Hilfe i -pn jüdischen Geist und jüdische Leb-ensanschmmng in unsere so verödeten Reihen zu tragen. Budapest, 30. Juni. Am 21. und 22. Juni fand eine Sitzung der orthodoxen Landesrevrä.entanz statt. Ter Präsident der Landeskanzlei Adolf Franke führte in seinem Tätigkeitsbericht n. a. aus: Tie ungarische Orthodoxie müsse' sich zuerst neu organisieren, um dann als eine kompakte Einheit den Anschluß an die Aguda ansznsprechen. Er hebt besonders den Punkt des Agudaprogrammes hervor, in Palästina selbständige, auf streng konservativer Basis begründete Kolonien ju schaffen und appelliert an die ungarische Orthodoxie, schon jetzt diese Aktion durch Beisteuer zum Keren Erez Jisroel zu fördern. Er beantragt ferner das statutengemäße 100 gliebcige Komitee zu wählen. Tie ausgezeichnete Darstellung des Präses wurde mit Spannung angehört und die Anträge nach kurzer Debatte angenommen. Man beschloß nach den Jomim towim eine große Lanüesversammlung einzuberufen, an welcher diese Beschlüsse durchgeführt werden. Warschau. An Stelle des Sejm-Tepntierten des allzu früh verstorbenen Rabbi Moses Halpern s. l. ist, laut Beschluß der Lodzer Aguda am 30. Juni, Rabbiner Josef Feiner (Lodz), der als Ersatzdepntierter gewählt war, vorgerückt. Warschau. Eine Delegation der polnischen Aguda unter Führung des Radsiner Nebbe beim dortigen Unterrichtsministerium legte die Wünsche der Orthodoxie in der Chederimsrage dar. Der Unterrichts- Minister sagte weitgehende Berücksichtigung zu. Galant« Ter Csornaer Raw (Landesmitglied der orthodoxen Kanzlei Ungarns) hat den hiesigen Oberrabb. Tufchinskh, die maßgebendste gelehrte Instanz der Tschecho-Slowakei, durch Depesche angefragt, ob er den Anschluß der orthodoxen Landesgcmeinde an die „Aguda" befürwortet, woraus mit „Ja." geantwortet wurde. Amsterdam, 28. Juni. Die Versammlung der holl (indischen Oberrabiner nahm auf ihrer letzten Versammlung offizielle Kenntnis von den Schritten des Oberrabbiners Orwerwyzer zwecks einer Verständigung zwischen Agudas Jisroel und zionistischer Organisation. Tie Versammlung würde einen Erfolg dieser Versuche mit Freuden begrüßen. London, 1. Juli. Wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wird, ist der frühere hiesige Rabbiner Dr. Schönfeld bereits seiner jetzigen Stellung als Misrachi-Sekretär in Palästina müde und wünscht sie mit seinem früheren Wirkungskreis zu vertauschen. London. Auf einer öffentlichen Versammlung der Londoner Aguda, wurden nach einem Referate von Tr. Leo Jung, Cleveland (Amerika), folgende Resolutionen angenommen: 1. Tie Versammlung beschließt, der Leitung der Agudas Jisroel-Weltorganisation ihr volles Zutrauen auszudrücken für ihre energische Arbeit für Klall Jisroel in Erez Jisroel. Insbesondere begrüßt die Versammlung die Palästinareis: des Gerrer Rebben, die sie als Anfang eurer segensreichen, praktischen Ansbautätigkeit der Orthodoxie in Erez Jisroel betrachtet. — 2. Tie Versammlung richtet an die englische Regierung das dringende Ersuchen, das Verbot der Einwanderung nach Erez Jisroel sofort aufzuheben, damit es insbesondere auch der Orthodoxie ermöglicht werde, am Aufbau des Heiligen Landes im Geiste der jüdischen Tradition mitzuhelfen. London. Tie Jugendgruppe in Glasgow hat für 50 ukrainische Waisen die lieberfahrtsspes?n nach Palästina und sonstige Mittel der Verpflegung gesammelt. New-Nork, 25 Juni. Das erste, von etwa 3000 Personen besuchte Massenmeeting der Agudas Jisroel am 21. Juni war von großem Erfolge begleitet. Folgender „Tie Erste Probe überstanden" betitelter Leitartikel im New-Aorker Jewish Morning Journal berichtet hierüber: Tas erste Auftreten der europäischen Agudath Israel-Führer vor dem Newhorker Publikum ist von Erfolg gekrönt, und das ist bereits ein gutes Vorzeichen für den Erfolg ihres Besuches in Amerika. Die Looper Union-Halle (gemeint ist das Me'tingslokal), ist ein Ort, wo Menschen und Bewegungen auf die schwierigste Probe gestellt werden, nicht etwa in Newyork allein, sondern in den gesamten Bereinigten Staaten von Amerika, und nicht etwa bei 14. Juli 1821 den Juden allein, sondern bei sämtlichen Einwohnern dieses Landes. Seit jeher, seit der Zeit, da Abraham Lincoln, vor ungefähr sechzig Jahren nach seiner Rückkehr aus einem kleinen Orte des „Mittel-Westens" an der. Plattform der „Cooper Union" erschienen ist, um die Sklaverei zu bekämpfen und das neue republikanische Programm zu propagieren, von dieser Zeit bis znm gestrigen Tage, an welchem die Vertreter unserer allweltlichen Orthodoxie dortselbst die feierlichen Erklärungen abgegeben haben, war die Kritik des Publikums im „Eooper Union Hall" oftmals für den Erfolg einer Bewegung ausschlaggebend. Tie Vertreter der Weltorganisation der orthodoxen Juden kamen zu einer Zeit, da Taumel und Unwissenheit im jüdischen Lager herrschen; und die falschen Beschuldigungen ,die man gegen sie erhoben, hinderten anfangs etwas, die Gäste mit der ihnen gebührenden Ehre und Achtung, die sie wohl verdienen, zu empfangen. Es war sehr schwer, das Ohr des Volkes zu gewinnen; es bestand die Gefahr, daß die Stimme der Wahrheit nicht nur etwa zurückgewiesen würde, sondern daß man solche von vornherein überhaupt nicht würde hören wollen. .... T as Eis ist a uf d em am Montag Abe nd (2 2. Juni) stattgefundenen M e e t i. n g d u r ch b r o ch e it worden. Ter historische Bersamm- -lungsplatz war überfüllt, und die Anwesenden lauschten begeistert. Was die Agudath Israel den Juoen in Amerika zu sagen hat, hat sie gesagt, klar und überzeugend, und es ist anfgerrommen worden von einem Publikum, das eigentlich selten von seiner Gleichgültigkeit aufwacht. Nunmehr ist der Weg für eine weitere Entwicklung der Agudah in Amerika frei. Nach einer solchen Versammlung kann die Arbeit in Synagogen und Bothei Midroshim fruchtbarer jein als früher, und die anderen Städte Amerikas werden „sich irr der Reihe anstellen" wie sie es immer tun, wenn Newhork irgend einer Bewegung ihre Anerkennung und günstige Zustimmung verleiht. Wenn die Grundsätze der Agudath Israel richtig verstanden werden, kann letztere der Unterstützung des jüdischen Publikums, das sein Judentum ernst nimmt, auch sicher sein. Tie Agudath Israel repräsentiert in Wirklichkeit eher eine Stimmung als erne Bewegung; in ihr ist auch der Standpunkt der „Sabbath-Hueter" in allen ihren Tätigkeitsgebieten, die irgend eine Beziehung mit jüdischen Angelegenheiten haben, vertreten. Diese Prinzipien müssen andere jüdische Bewegungen beeinflussen, oder richtiger, die Juden, die an diesen Bewegungen teilnehmen, beeinflussen, und die angesehenen Gäste werden dies dem großen orthodoxen Publikum in den Vereinigte Staaten mit Erfolg klar zu machen wissen. Newhork. Tie Aguda-Delegation erwirbt sich erfreulicherweise hier stets größere Sympathien, vor allem bei den führenden Petsönlichknten der amerikanischen Orthodoxie, welche dank der zionistischen Presse bisher völlig falsche Vorstellungen vom Wesen der Aguda hatten und nunmehr mit b«ur Gedanken eiltet selbständigen' Organisation der Weltorthodoxie aufs wärmste sympathisieren. Eine Tagung der amerikanischen Ortsgruppen ist in Bälde vorgesehen. Spendelisten: Agnda-Hanptfond. Asch aff enbnrg: Martha Emanuel-Hamburg, verlorene Wette 5, Markus Emanuel drausgelegt 15 Mk. ' Frankfurt a. M.: Familie Levi Lindenbaum zu Marthe Goldfchmrdts Hochzeit 50, Josef Rosenbaum für eilt gefülltes Brückenauer Ei .10. Fulda: Durch Prov.-Rabb. Dr. Cahn: Ergebnis verschiedener Sammlungen 364, durch A. Liebstädter-Hettenhausen 150, durch Menko Freudenthal-Tann 166, durch Lehrer Gundersheimer- Wüstenfachsen 1330, durch, Lehrer Oppenheimer- Rhina 2350, zus. 4360. H a 1 b e r st a d t: Fanni Goldschmidts Sammelbach buch 40, durch Hirsch Auerbach 19. H a n n.- M ü n d e n: Zu Marthe Goldschmidts Hochzeit 5. Homburg (Pfalz): Heinrich Levh 50. Oldenburg: Jos. Helberg anläßlich der Silderhochzeit des Lehrers und Kantors Meyer Meyberg lemispor chaj 18. Recklinghausen: H. Fernbach, Büchsensammlung 62. Würzburg: Cand. med. Seckbach zur Jahrzell s. sel. Mutter 20. _^_ Zusammen 4644 Mk. Markerr-ErWs: Breslau: H. Sichel 250. Brückenau: Mädchengruppe 60. Frankfurt a. M.: Durch Jugendgruppe: verkauft von H. I. Hosmann 300,: von Bettina Katz 297,55, von Jugendgruppe Tarmstadt 200, von Jos. Wohlfarth 50, Aron Kober-Breslau 38,60, Jugendgruppe Frankfurt 263,85, zus. 1150. Halber st adt: Heinrich Eichelberg 100. Leipzig: Dr. Dzialowski 4, Fäll. Weinberg 10, durch Elfriede. Strauß' 11. Zusammen 1585 Mk. ’ ' ■ ■ -:t»;*v - V&hrrfftSa&a