Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1921)
- Date
- 1921-06-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Der Israelit. Nr. 38 Sette 7 m Juni 1921 __ -ich sagte, brtfe sich seine Ausführungen mit denen des Herrn Dr. Klausner decken? Herr Dr. Klausner sagt doch ebenfalls, daß die Liberalen zu jedem Kompromiß bereit waren, während die um Rabbiner Kuk, jedes Kompromiß ablehnten. Jakob Hakohen und Dr. Klausner verlangen zum Nutzen der jüdischen Gesamtheit Konzessionen und diese kann und darf mieder ein Besdin noch ein einzelner .i8ii,i ^P2 machen. Schönlanke, 10. Nissan 6681. Rabbiner Dr. M. L. Bamberg er. * -tm Erhaltung hebräischer Manuskripte Kowno, 5. Juni. Ich weiß, daß eine große Anzahl litauischer Rabbiner und Gelehrten Manuskripte halachtschen, agadischen und historischen Inhalts besitzen, die vor dem Untergang bezw. Bergefsenwerden doch unbedingt zu schützen find. Könnte vie „Agudas Jtsroel" nicht eine Instanz schaffen, die in Palästina oder sonstwo für die Erhaltung solcher wertvollen Manuskripte Sorge trägt? Ich denke mir, daß ebenso wie in den großen nationalen Bibliotheken der europäischen Völker wertvolle Manuskripte erhalten werden, so doch auch die Gedankenarbeit unserer östlichen Großen zu schützen wäre. ES wäre zum Beispiel mit nicht allrugroßen Mitteln mösitch, hier in Litauen die Manuskripte auf einer hebräischen Schreibmaschine, wenigstens in einigen ^Exemplaren, abschretben zu lasten. Ich glaube, daß es dringend nötig ist, nach dieser Richtung hin etwas zu tu«, zumal die Zukunft doch nur geringe Hostnung zuläßt, daß solche Arbeiten in dem Maße lund Grade wie bisher veranstaltet werden. Ueber Einzelheiten würde ich dann noch ein Projekt vorlegen, wenn ich prinzipielle Aeußerunqen von „Agudas Jisroel", der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft Frankfurt a. M. usw., erhalten habe. <S._J Wir sind gerne bereit, Aeußerungen zu dem Gegenstände dem Verfasser weiterzuleiten. (Red.). Literatur. 'Ylö^n? ‘pT Einführungs- und Hilfsbuch zur Befähigung des Schülers für das selbständige Talmudlernen. Von JecheskelLiverhant, Selbstverlag des Verfassers, Frankfurt a. M., Wittelsbachec Allee 76. Die Schwierigkeiten, die dem Lehrer bet dem Anfangsunterricht im Talmud in den Weg treten, zumal im Westen, wo dieser Unterricht ans einige Wochenstunden knapp bemeffen ist, sind allbekannt. Hilfsbücher wie “piBi, ans np1? und bergt, mehr, haben kaum Erleichterung gevracht. Der im obige« Etnsührungsbuchr gemachte Versuch, aus langjähriger Erfahrung eines erprobten TUmudpädagogen heraus geboren, verdient volle Beachtung aller Schulen und Privatlehrer, denen die ersten — entscheidendsten — Talmudjahre des Kindes in die Hand gelegt sind. Das Ziel, das sich der Verfasser gesetzt hat, ist, das Kind zum selbständigen Lernen zu bringen, nach der Methode 122.1 *78 hpn ja und durch Anregung zum eigenen Denken und logischen Folgern. Das Buch beginnt mit einigen Mtschnastellen aus Aboth, dem zur Illustration schöne einschlägige Agadoth beigegeben sind, um dann auf die leichteren Mischnoth vonBerachoth (uupunkttert) überzugehen. Bon hier findet der Schüler wie von selbst den Weg zu den ebenen Stellen tn .«Dp 822 und rrp'88 822. Einen weiteren Fortschritt bildet der sechste Abschnitt, wo bereits Mtschna und Gemoro auseinander gehalten sindletztere erscheint jedoch in eigener sachlich vorgenommener Zusammenstellung, unter Ausschaltung der auf die Kleinen verwirrend wirkenden paranth-tischen Auseinandersetzungen im talmuöischrn Texte. Auch hier ist der Stoff aus den ersten zwei nm gewählt, der in aufstrebender Linie sich mählich zu zusammenhängenden Sugoth verdichtet. Ein Anhang bringt Blüten aus dem Blumengarten der Agada, die bei richtiger Verteilung dem lernenden Kinde angenehme Abwechselung bringen. Wie man immer über solche Hilfsbücher denken mag, in diesem Buche ist Methode und logischer Aufbau und es zwingt das Kind auf den Wrg zur Quelle. Einige Mängel äußerer Natur werden bet richtiger Handhabung leicht ausgeglichen. Man kann dem Buche, dem weitere Teile folgen werden, nur weitgehendste Verbreitung wünschen. Frankfurter Berichte. Moritz Holde ^"Von^einem schweren Schlag wurde unsere Gemeinde betroffen durch den Tod Moritz Goldes. Wenn an der Bahre ihm das für unseren Lehrer Moses geltende Wort der Sidrah 8in }883 'n’2 ^21 wach gerufen wurde, so war es in diesem Falle keine leere Redewendung, so waren mit diesem Worte Persönlichkeit und Wirksamkeit des seltenen Mannes restlos gezeichnet. In20 jähriger rastloser, hingebungsvoller Amtstätigkeit hatte er sich als [881, als treuer Sachwalter der Gemeinde bewährt, der mit der nötigen Würde und Verschwiegenheit eine Sachkenntnis und eine Liebe zu der Arbeit vereinigte, wie sie ihresgleichen sucht. Keine Mühe und keine Anstrengung, nicht einmal die tückische Krankheit, die schon lange an seinem Organismus nagte, ließen ihn an seiner heiligen Aufgabe irre werden. Ja, heilig war ihm die Aufgabe, als Beauftragter der Gemeinde deren Geschäfte verwalten zu dürfen und „heiliger Dienst" war ihm alles, von der wichtigsten bis zur geringsten Handlung seines Amtes. Ob es galt, unter den vom Kriege und der Nachkriegszeit geschaffenen schwierigen Umständen die Sache der Gemeinde vor großen und kleinen Machthabern zu vertreten, ov er in stiller Nachtstunde daran saß, aus Einzelstrichen, aus den Zahlen, Daten, Ereigntffen eines Jahres, ein Gesamtbild in der Form eines Jahresberichtes znsammenzustellen oder die einzelnen und kleinsten Geschäfte des Bureaus erledigte, immer war das liebende Herz eines ganzen Mannes, der sein Ganzes gab, mit dabei. Nur die hohe Auffasiung von den Pflichten und Aufgaben einer jüdischen Gemeinde, nur die glühende Liebe zu dem tätigen Judentum, welches er im Rahmen einer solchen Gemeinde am besten gehütet wüßte, nur der tiefe unerschütterliche Glaube an die Zukunft des orthodoxen Judentums, wie ihm vor Jahrzehnten von Frankfurt aus neu der Weg gebahnt wurde, nur dieses Durchdrungensein von der ihm zugefallenen heiligen Aufgabe könnte ihm die Kraft geben, all' dieses unter Hintanstellung seiner eigenen Interessen und aller Rücksichten auf seine Gesundheit zu leisten. Eingeweihte und Näherstehende kannten aber Moritz Golde nicht nur als den Gemeindesekretär von hervorragenden Verdiensten, der sich in dieser seiner Stellung Vertrauen, Dankbarkeit und stille Freundschaft in höchstem Maße erworben, sondern sie kannten ihn auch als Menschen, als felsenfesten, tief in Gottesfurcht und Liebe zur Thora wurzelnden Jehudk, als warmen Freund den Freunden und heißliebenden, aufopfernden Gatten und Vater. Viel Liebe begleitet den Fünfzigjährigen, der in jungen Jahren aus dem Posenschen hterhergekommen war, um einer hohen und heiligen Sache innerhalb eines Kreises, mit dem er sich in der Folge auf das Engste verwachsen sah, seine Arbeitskraft zu weihen, über das Grab hinaus. Und ein treues Andenken wird ihm bewahrt bleiben unter den Männern, die zum Blühen und Erstarken unserer Gemeinde seit den ersten Dezennien ihres Bestehens beigetragen haben. Liebe und Dankbarkeit haben auch eine unübersehbare Menge am Montag nachmittag um die Bahre des Verstorbenen in der Israelitischen Religionsgesellschaft versammelt. Herr Rabbiner Dr. S.Breuer und Herr Jacob Rosen he im — im Namen des Vorstandes und des Ausschuffes — schilderten in markanten Worten die Eigenschaften des seltenen Mannes und die Größe des Verlustes für Familie und Gemeinde. Möge'' dem weiten Kreise der Trauernden seinen htmw tischen Trost angedeihen laffen. rr"2it;n * jg ft j; Aus Verwandten- und Freundeskreisen geht uns folgende Würdigung der Persönlichkeit Goldes zu: Es traien der 18. Tag und der mtr vor den 1122H 8D2 und sprechen: y'-en, du hast mich einen Tag des Lebens genannt. Wie sollte ich diesen Gerechten dem Boten mit dem Schwerte überliefern dürfen? Und es sprach der rav gleichermaßen: "21, offenbar ist und bekannt vor dir: r>2B>2 ms', roc2 iSmpb wie kann ich darum deinen Diener dir zuführen? Ihnen aber wird die Antwort: Recht habt ihr geredet, und darum soll dieses p'iit Seele.eingehen zu mir t-,iL>8V.i s'2, in dem Augenblick, da ich allein zu scheiden weiß rwsmn nr imh 'p'2V.i ov pa. Sckimerzzerwühlt, gramgebeugt, fingen wir seinen letzten Blick auf. Ob er der Gattin gelten mochte, ob seinen Kindern^ ob seine Gedanken schon hähenwärts gerichtet waren, sein Ohr schon die Svhären-Klänge vernahm, wer vermöchte es zu sagen? Wir können nur sagen mit dem Sänger Jonathan des Sabbatliedes: 'im "py ni2 (nSiP B8 . . . und wir vernahmen die riiwn '28ba, wie sie mit eben diesen Worten Moritz Goldes n"y reiner hbb>: ihr 'in nah zuriefen! Jawohl war sein |r6i2* jederzeit ~ny ni2. Nicht nur in seiner amtlichen Tätigkeit als Inkarnation der Pflichttreue, der peinlichsten Gewiffenhaftigkeit, nicht nur als Jude in seines Hauses Wänden — als Mensch lediglich, als würdiger Sohn seines BaterS Raphael Golde h"2r, der zu Posen in gleicher Eigenschaft amtirrte und Neffe seines unvergeßlichen Onkels Louis Golde V'yi, als 82“, der das Kommende voraussah, und in schwerster Krankheit Aerzten und Bekannten doch untersagte, seiner Familie irgendwelche Mitteilung zu machen, als 112:, der nir n8 8»212 war, konnte er, wollte er seinen sehen -ny ms, nur der Ttw werden, von dem der piS spricht. Aber er war ip^na N88', auch mit dem p2n, wie er den B'p'ix reichlich zugemessen wird an mannigfachen 2'118' und er war vollends, ganz wie 8817 ja das sagt, weil er nie nach irgendwelcher 1122 strebte, 12128! Die n'j'.ip mag sich trösten: 718112L s'8 . . . aber wir, die wir ihm nahestanden durch Bande des Blutes, durch der Freundschaft Ketten, durch die Fessel unauslöschlicher Dankbarkeit, die wir mit ansahen, wie Himmlische kämpften mit Irdischen um deS Bundes Lade, D'li'blM 1121* jiixn napjT was füllt uns die Leere?! Da vernahmen wir den ^d, wie er sein “]i*i2 sprach zu den unzähligen Stimmen der 8'28*78 den Zähren der Witwen und Waisen die Moritz Golde n"p getrocknet, der Kranken und Hilfsbedürftigen, denen er Annehmer gewesen, sie künden sein Lob, das Lob des Gatten, des Vaters, des herrlichen vollendeten Menschen, deS INI an v"8-und wir hatten nur das lähmende Bewußtsein: Es ist nicht mehr unser 8N8*7 nby ,1L>8. 'd.i wird die Leere füllen, unser wundeS Herz heilen. Moritz Golde wird nicht vergessen, solange es in Frankfurt eine piw riiv gibt und darüber weit hinaus auf weitem Erdenrund, wo D'8T wohnen, ist ihm sein Andenken gesichert.1^118 8p '1188 7m jBen Jair. Grass-Bondi (vorm. M. C. Kirchbaum Nachf.) Frankfurt a. M., Große Eschenheimerstr. 4. Spezialität: kömptette"8 Braut-Ausstattungen Verwendung nur guter Qualitäten bestens in Wäsche und Haltbarkeit Baby« Ausstattungen Sorgfältige Bedienung Sauberste Ausführung 3535 a Beste Verarbeitung Samstags geschlossen. 11 •-; s :■: Vereinskalender. Verein MekorZChajim. 2 Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge: „Dinim": Herr Rektor Falk. — Jrhrzeitsstiftungslernen Susanna Marburger-Stlftung. — mittags 12*/« Uhr, im Hörsaale'Friedberger Anlage: „Mikro"; Herr Paul M. Aron. — Der „Newiirn"-Bortrag des Herrn Pros. Weyl fällt im Monat Juli aus. - 43/4 Uhr im Vereins« lokale: „Tefilloh": Herr Red. Schachnowitz. — iS1/, Uhr im Hörsaale: „Midrasch"-Herr Michael 1 Kahn. Sonntag vorm. 9*/« Uhr und Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho, tm Vereinslokale: „Gemoro": Herr R. B. Posen. Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"? Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Mittwoch, JahrzeitstifmngSlernen, Jette Kallman», geb. Moses-Stiftung. Donnerstag, nachm., eine Stunde vor Mincho im Vereinslokole: „Mtschna"- Herr Rektor Falk. Allmorgenlich Mtschnalernen tm Hörfaale." Allabendlich 83/4 Uhr: „v"tv-Lernen tm Vereinslokale - Herr H. Halpern." Agudas Jisroel-Jugendgruppe. 1 «W Sonntag vorm. 8 Uhr: „Rafchi": Herr Leopold Oppenheimer. — nachm. 2'/, Uhr: „Tehillim"- Herr Herrn. Frankenthal. ' — abends 8 Uhr: „Hebräische Sprache": Herr Lehrer I. Je len. (Herren und Damen.) Dienstag abend 8 Uyr: „Gemoro"- Herr Dr. Hofmann. — 9 Uhr: „Tefilloh"- Herr Oberlehrer Kaufmann. Mittwoch abend 8 Uhr: „Dinim": Herr Oberlehrer Munk. — 83/« Uhr: „Newttm"- Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag abend 8V* Uhr: „Chaurew"- Herr Dr. Ehrmann. (Herren und Damen). SamSiag vorm., 9 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 38. — 11Y« Uhr: „Gemoro": Herr H. Halpern. — 11*U Uhr: „Mtschna"- Herr A. Hirschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger- Herr Leop. Oppenheimer. Der Schiur r>i28 'bi von Dr. S. Ehrmannn findet jeden Morgen um a/47 Uhr statt. Allabendlich •/« Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Groß-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater Neu eröffnet: KAFFEE ersten Ranges Weinkiause Eingang nur StiftstraBe