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Der Israelit · 1921-06-23 · Heft 25 (23.6.1921) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 25 (23.6.1921)
Date
1921-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 25 b]em Ausdruck „nationales Hei mauerst an den sei, der in der Versicherung der britischen Regierung von 1917 enthalten tfi, und zwar: daß die Juden, zerstreut durch die Welt, aber deren Herzen immer Palästina zugekehrt waren, dorthin kommen und das Land zum Vorteil aller Bewohner entwickeln dürfen. Die jüdische Einwanderung wiid überwacht,, sowohl vom Gesichtspunkte der Zahl, als von dern des Charakters. Ueber die Zahl hinaus, die mit der wachsenden Entwicklung der Hilfsquellen des Landes versorgt werden können, werden keine Juden ins Land gebracht werden können. Es besteht kein Zweifel, datz gegenwärtig das Land stark unterbevölkert isst Jeder, der die jüdischen Kolonien besucht, wird einen starken Eindruck enipsangen von den Ergebnissen, die sie daebreten. Jeder, wer solche Arbeit vor sich s i e h t, m u tz f ü h l e n, d a tz die britische Regierung, nachdein sie ihre gegen w artige Haltung eininal eirigenominen hat, diese Ö a l 1 u n g ri i ch t aufgeben, oder gestalten kann, dah ein solches Werk von einer fanatischen arabischen Bevölkerung, die von nutzen an g re t f t, e n trv nr z elt oder überwältigt wird. Es würde eine Schande sein, so etwas zu erlauben gegenüber der möglichen geeigneten Entwicklung der Hilfsquellen Palästinas! Und wenn jüdisches Kapital erlangbar ist, zur Schaffung von Bewässerungsanlagen am "Jordan, so habe ich keinen Zweifel, datz Jahr für Jahr Mittel der Lebens» fristung für eine mäßige Zahl jüdischer Einwanderer vorhanden sein und dah dies zu einem allgemeinen Gedeihen des Landes führen wird. Ich sehe keinen Grund, warum nicht ein stetiger Zufluß jüdischer Einwanderung in das Land statthaben könnte, begleitet von einer allgemeinen Zunahme der Wohlfahrt der ganzen Bevölkerung. Wir können unmöglich zugeben, datz die jüdischen Kolonien zugrunde gehen oder die zukünftige Einwanderung verhindert wird, ohne damit gleichzeitig endgültig hin zunehmen, datz dasWorlBritani.ensimO st enoder mittleren Osten nicht länger gilt. Wenn Verlietungskörperschaften den Einwohnern Palästinas, wie ich hoffe, bewilligt werden, so werden endgültige Vereinbarungen getroffen werden müssen, um innerhalb vernünftiger Grenzen die Einwanderung von Juden in das Land zu gewährleisten/' Aus der anschließenden Debatte sind insbesondere die warmherzigen Worte M. Ormsdy Gore's hervorzuheben, der 'namentlich die Bedeutung einer jüdischen Siedlung in Palästina als Brücke zwischen Ost und West hervorhob und u. a. sagte: „Wenn mau die zionistische Bewegung verstehen wlü, so muß man etwas von der jüdischen Religion verstehen. Sie ist untrennbar verbunden mit religiösen Idealen und religiösem Empfinden. Sce ist wesentlich verknüpft mit der Idee, daß die Bibel von palästinensischen Juden geschrieben wurde, daß die größten Schöpfungen der hebräischen Rasse und ihr Beitrag zur Menschheit aus Palästina kamen. Die Psalmen kamen aus Palästina und wenn man wieder Psalmen schreiben wird, werden sie in Palästina von Julien geschrieben werden. Dies ist die Ioee, die hinter dem Zionismus steht und dieser Ausblick hat die Balfour-Deklaration hervorgerusen". Lord RobertCecil schloß sich dem Vorredner an und hob hervor, daß Palästina eine „politisch lästige" Verpflichtung für England sei, daß man aber diese Verrichtung lediglich aus idealistischen Beweggründen aus sich genommen habe. Auch im Oberhaus fand eine Palästina- Debatte statt, in der der Herzog von Sutherland für das Colontalamt sprach. Er teilte u. a. mit, daß ungefähr 1500 Einwanderer sich auf dem Wege nach Palästina befänden, die man noch hineinlassen wolle. Alsdann solle die Einwanderung in Verbindung mit der Zionistischen Organisation im Verhältnis zu den industriellen und landwirtschaftlichen Mögllchkeiten rationiert werden. Einwanderer mit kommunistischen Ansichten werde man nicht herernlassen. Die Angaben über die Bevorzugung der Juden in der palästinensischen Verwaltung seien übertrieben Hohe jüdische Beamte seien nur drei vorhanden. RrMand. Die neuesten 3u3enpogrome in Rußlanfl. Berlin, 17. Juni. Der Leiter des europäischen Bureaus des New Aorker „Vorwärts" erhielt ein vom Leiter des jüdischen Kommissariats, Mereschin, gezeich¬ »n Ksrattii netes Radiotelezramm aus Moskau, das folgenden Inhalt hat: „Am 24. April begannen Judenpogrome im Gouvernement Homel. Der erste Pogrom fand in der Stadt Keasnopol ftatt Die Pogrome, welche großen Umfang hatten, wurden von antibolschewikiichen Banden unter der Anführung Golaga (?) inszeniert. Pogrome fanden in Homel, Podobryn, Hefka und in den Dörfern Miknlitsch,Kabyliew,Nowa-Borsuk u. a. statt. Das r volutionär-milliärische Komitee organisierte zusammen mit den lokalen Truppenteilen eine energische Aktion, und es gelang, die Banden zu verscheuchen und die Pogromgefahr zu beseitigen. Die größte Zahl von Opfern ist in Riepka zu verzeichnen. Wie nachträglich gemeldet wird, kam auch in der Stadt Dobrowlozna ein Pogrom vor." Arnorröra. Die amerihanifche EinroanBerungsbill pröDiforifdi abgeängeU. Washington, 12. Juni. Reuter meldet unter dem 10. Juni: Der Einwanderungsaueschuß des Repiä'entantenhauscs hat sich für einen Vstchlußantrag ausgesprochen, der allen vor dem 8. Juni nach den Vereinigten Staaten ein geschifften Einwanderern die Landung gestattet. Diese Maßnahme wird getroffen, um der gegenwärtigen Ueberfüüung der Häfen abzuhelfen, nicht aber, um die nach dem neuen Gesetze für ein Jqhc zugelassene Zahl von Einwanderern, aus welchem Lande immer, zu erhöhen. Die zimMisclie Öppofifmn in flmeriha. Werv-Aork, 10. Juni. Ma ck und Brand eis beabsichtigen die Gründung einer selbständigen Föderation innerhalb drr zionistischen Weltorganisation sowie selbständige wirtschaftliche Aufbauarbeit, die unabhängig vom Keren hajeßod organisiert werden soll. Personalien. Trauerfeier zu Ehren des vcre »vigten Dr. David Schlesinger Harnburg, 20. Juni. Die hiesige Talmud Thara-R ealschule liefe es sich nicht nehmen, zu Ehren des so plötzlich aus seiner Zeitlichkeit abberufenen Dr. David Schlesinger, an der Stätte seiner amtlichen Tätigkeit noch eine besondere Trauerseier zu veranst.alten. In einer gediegenen Rede entwarf Herr Oberlehrer Badrian ein treffendes Bild van dem Verklärten als Mensch und Jehudt, als Gelehrten und Lehrer und zeichnete ihn auch in seinen vorbildlichen Eigenschaften als AmtskoUegen, als Berater u nd geistigen Führer tm Kreise der Lehrer. Herr Dir ektor Dr. C a r l e b a ch widmete der methodischen Nehrweise des Dr. 2). Schlesinger, mit der er im gew issen Sinne bahnbrechend an unserer Schule wurde, lies durchdachte Worte. Beide Reden htnterließen einen nack Halligen Eindruck in den Herzen der überaus zahlreich Erschienenen und führten noch einmal die volle Schwere des Verlustes uns vor Augen. Welch' segensreiche Wirksamkeit der Verstorbene im Mekor Chajim-V erein hier entfaltete, bewies der gestern in den Räumen des Vereins veranstaltete “ED”. Hier zeichnete nach den einleitenden Worten dankbarer Gesinnung seitens des Vereinsvorsitzenden, Herrn Ro s ensto ck, Herr Oberrabbiner Dr. spitzer ein glänzendes Gemälde von dem Leben und Streben des Betrauerten. Unter Anlehnung an Midrasch und Talmud, zeigte der Redner in warmen zu Herzen gehenden Worten die wunderbaren Gtgenfchaften dieser in ihrer Art einzigen Persönlichkeit und schloß mit einem innigen Appell, die drei Steine o*B3i moy mm, die Dr. David Schlesinger als die Bausteine seines segensreichen Schaffens errichtet hat, zu wahren und ihm als seinem Vermächtnis gleichsam zu einem Denkstein zu machen. Berlin, 14. Juni. Herr Lehrer Herrnann Wolfs in R., früher in Posen, jetzt in Berlin, Prenzlauer- Straße 7/8, vollendet am 4. nächsten Monats sein achtzigstes Lebensjahr. Derselbe ist am 4. Juli 1841 in Schrimm geboren, besuchte das Posenev Lehrerseminar und erhielt nach besonderem Lehrerexamen seine erste Anstellung in der jüdischen Volksschule in Hisus. Im Jahre 1863 wurde er nach Wreschen berufen und wirkte an der dortigen jüdischen Volksschule bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1901, wo er dann nach Posen überstedelte. Eine stattliche Anzahl von Schülern und Schülerinnen dürfte sich an dem Ehrentage ihres altgewordenen Lehrers erinnern. 23 Juni 1921 Nürnberg, 14. Juni. Am 11. Jjar verschied hi^ im Alter von kaum 48 Jahren, Frl. Lina Wer^ v e i m e r Ihr Leben war reich an Arbeit und Mühsa^ Sah sie doch schon in den Jugendjahren in rasche Folge ihre Liebsten und Teuersten ins Grab sinken' Mit festem Gottverlrauen trug sie all die Schickungen' Ihre seltene Selbstlosigkeit, die das Wohl anderer stets im Auge behielt und das eigene in den Hintergrund stellte, rang allen, die ihr nahe traten, Bewunderung und Verehrung ab. Ihre Bescheidenheit erwarb ihr auch hier, wohin sie vor mehreren Jahren aus ihrem Heimatsort Künzelsau über siedelte, viele aufrichtige Freunde. Armen und Dürftigen gab sie mit vollen Händen. n"2X3n. Frankfurter Kerichte. WorLraa in der Agudas Aisroet-Jugendgruppe. Am nachmittags fand unter reger Beteiligung in den Räumen der hiesigen Agudas Jisroel-Jugendgruppe ein Bortrag des Herrn Rabbiner Löwinger aus Budapest statt. In sehr intereffanten Ausführungen beleuchtete der Redner die Idee des Agudismus und schilderte die Ausgaben des Einzelnen, die zunächst in der Vervollkommnung im Sinne der mm besteht. Erst dann und nur dann führte der Redner aus, wird der Boden für die endgültige rn'83 geschaffen. Die warmen von Herzen kommenden Worte fanden allgemein reichen Beifall. Vereinslalender. Verein Mekor Chajim. Samstag vorm, nach Schluh der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — mittags 12*/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage: „Mikro"; Herr Lehrer Goldschrnidt. — nach m. 4 Uhr im Hörsaale: „Newiim"; Herr Prof.. Weyl. 4'Y, Uhr im Vereinslokale: „Tefilloh. Herr Red. Schachnowitz. — 8-/z Uhr im Hmsaale: „Midrasch": Herr B. Rachelsohn. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag nachm, eire Stunde vor Minch", im Vereinslokale: „Gemoro"; Herr R. B. Posen. Montag und Mittwoch abend? Uhr: „Gemoro"; Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Mittwoch, Jahrzeitstiftungslernen, Erna Weil- Stiftung. Donnerstag nachm., eine Stunde vor Mincho im Vereinslokole: „Mischna") Herr Rektor Falk. Allmorgendlich Mtschnalernen im Hörsaale. Allabendlich 8% Uhr: „v"ö>-Lernen tm Vereinslokale- Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Sonntag vorrn. 8 Uhr: „Nascht"- Herr Leopold Oppenheimer. — nachm. 2h, Uhr: „Tehillim") Herr Herm. Frankenihal. — 3 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Uhrtürmchen, Friedverger Anlage. — abends 8 Uhr: „Hebräische Sprache"; Herr Lehrer I. I e l e n. (Herren und Damen.) DienStaa abend 8 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. Hofmann — 9 Uhr: „Tefilloh") Herr Oberlehrer Kaufmann. Mittwoch abend 8 Uhr: „Dinim") Herr Oberlehrer Munk. — 83/4 Uhr: „Newiim") Herr Simon Unna, Kleine Obermainstr. 30. Donnerstag abend 81/* Uhr: „Chaurew") Herr Dr. E h r m a n n. (Herren und Damen). Samstag vorm., 9 Uhr: „Gemoro") Herr Dr. I. Posen, Am Tiergarten 38. — llVa Uhr: „Gemoro") Herr H. Halpern. — ll^Uhr: „Mischna") Herr A. Htrschberg. — nachm. 5 Uhr: „Gemoro" für Anfänger) Herr Leop. Oppenheimer. Der Schiur vvv '03 von Dr. S. Ehrmannn findet jeden Morgen um s/47 Uhr statt. Allabendlich ®/4 Stunde vor Nacht findet Lernen von wechselnden Dozenten statt, Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag nachm. 4 Uhr, Ausflug: Treffpunkt Allerheiligentor. (Nachtessen mitbringen). Mittwoch abend 9 Uhr: „Thauro"; Herr Dr, E h r m a n n. Samstag vorm. 11'/, Uhr: „Stdrah") Herr Louis Kahn. — nachm. 4 Uhr: „Thauro"Z Herr A. Htrschberg. nachm.5 Uhr: „Thtllim"; Herr Louis Kahn. Verein sn Samstag nachm, nach „Mincha", Hörsaal Friedberger Anlage) Herr Prof. Dr. Sulzbach. Beshamidrafch, Ostend strafte 18. Sonntag früh 8—9 Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch abend 8 9 Uhr: „Gemoro- Schiur" «Dp 822) Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. OV rr^2N, Ostendstrafee 18. Täglich vorm. lla8—V,9 Uhr, njt’2; SamStag nachm. 8/45—3/46 Uhr: Herr Rabbiner S. Weber.

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