Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1921)
- Date
- 1921-06-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit Ein EentraloraanlOr das ofthoinxe Judentum OStV 1II *S*BSSSS** Segrlitidef bob Dr. Lehmann in ülainz ssss ul W7 62 Jahraana <3S£) Sranhfurf a HI sign «SS M 24 d<s. janrgang. sranmurt a. hi., oen 10 @iraan 5681 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland bei den Postämtern sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnungserteil, durch d. Verlag M. 7.20 Viertels, f. Lehrer n. Kultusbeamte (n. direkt) M. 3.60 vierteljährlich, De «tsch-Oesterreich Kr. 50.— vierteljährlich: Dschecho-Slowakei Kr. 12.— Ungarn Kr. 50.— vierteljährlich, Polen (nur in deutscher Reichsmk.) M k. 10 vierteljährl., Rumänien 10 Lei, Holland fl. 1, Skandiuav. Kr.2, Schweiz ss. 1.50, Frankreichu.BelgienFr.2.50, England 1 ab. 6 p., Amerika 0.50 Doll, vierteljährl. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate: Mk.2.— für die sechsgespaltene Colonel-Zeile curfchl. Teneruirgszuschl.; Auslarrd-Jns. Mk.4.—pro Zeile Raö. nach Tarif. Bei laufenden Jnserataaftr tarifm. Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H., Arankfurta. M., Gr. Eschenheimerstr. 23 Tel. 3842, ÄmtHansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Zah lungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. Ro. 19 802 — erfolgen an: Postsparkasse Wien No. 79 005 Postsparkassenamt SSubaücV: No. 18 424 Postscheckamt Zürich 1fr. VIII 7284 Postscheckamt Amsterdam No. 24 809 Böhmische Unionbank in Prag Lao«» Harmarflsch Blank «& Co. in Bncarest Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. Der nadtflruch 0er Flrfihel und Correfponöenjen 9es „Israelit“ ifl nur unter genauer Quellenangabe, unö, soweit es lieh um größere Nuksäbe bandelt, nur nach vorheriger Genehmigung gebattet. AUFRUF! Von dem Boden der Ukraine schreit das Blut unserer Brüder zu uns auf! Nach einem Jahr quälender Ungewißheit dringt die Schreckenskunde eines graufenvollen Würgens und Vernichtens zu uns. Blutstropfen, die langsam und schauerlich durch die Lande sickern, künden von einem Morden, vor dem alle Heimsuchungen des Mittelalters verblassen müssen. Das ganze Land ein Letchenfeld — durchheult von dem Toben entmenschter Kriegerhorden, deren Weg über zerstörte Städte und verbrannte Dörfer führt. Wett über hunderttausend Menschen sind in diesem Blutbade zugrunde gegangen, Hunderttausende ihrer ganzen Habe beraubt und aus ihrer Heimat vertriebenalles Leid aber wird von weinenden Kinderstimmen übertönt, denn Hunderttausende von Waisen fristen heimatlos und ohne Annehmer in vernichteten Dörfern und öden Wäldern ein unglückseliges Dasein, das sie unfehlbar dem Untergang entgegenführt. Wer möchte es wagen noch länger tatenlos zu weinen ob eines Unglücks, wie es nur je Prophetenmund wehklagend vorausgesagt. Mitschuldig würden wir an dem völligen Untergang eines einst blühenden Volkes, ermannten wir uns nicht in letzter Stunde zu machtvoller Tat. So helfet, rettet, Brüder, Schwestern! Spendet den Opfern der Ukraine! Neiget Euch liebevoll zu den verlassenen, hungernden, welkenden Kindern — den Hoffnungen gemordeter Eltern! Erhebt Euch zu einem Werk der Hilfe, würdig der Größe dieses furchtbarsten Menschenleides! Die Bruderliebe, diese heilige Flamme, die in der leidvollen Geschichte des Judentums noch nimmer erloschen, lasset sie auch den Juden der Ukraine leuchten! Halberstadt, Im Juni 1921. KriegSwtNstNf0NdS btt AgU-HS AlSlM. flefl Spenden fletieoe man der Dlreffln der Dlafionto-oefBflftüafl. Berlin, für flrieasmaifpnfonfl (iwne-flllfe) PoiffffloMonfi) Berlin 1250 z» üPenoeifen. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Balfour-Erk läruug und Ja ssaer Pogrom. —2. Homiletik: Rabb. Dr. M. Lewin: Der Priestersegen. - 3. Kleines Feuilleton: Dr. F. Kanter: Der Lehrfilm. — Ein Fund altägyptischer Wäsche. — 4. Wochenrundschau: Die ukrainische Hilfsaktion. — Die Rede Herbert Samuels. — Jos. Wohlgemuth: Die Sephirazeit und die Ukraine. c>. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. (Vom „Bund gesetzestreuer jüdischer Gemeinden"). — Berlin (Das Internierungslager in Stargard.) — München (Ehen jüdischen Rechtes in Deutschland.) — Stuttgart (Rabbinerverein in Württemberg). — Wien (Die Auflösung des Wiener Joint.) — Warschau (Waisenversorgung.) - Warschau (Die Warschauer Messiwta.) — Warschau (Polen für die ukrainischen Juden.) — Warschau (Der Pinsker Mord vor dem polnischen Sehm.) — Lodz (Feuersbrunst). — Bukarest (Gemeindeorganisation in Rumänien.) — Bukarest (Unglaublich.) — New-Iork (Weizmanns Sieg in Amerika.) — New-Dort (Die Sabbat-Gesetzgebung in Amerika.) - Jaffa (Zur Lage in Palästina.) — Jerusalem (Ein arabischer Kongreß.) — 6. Personalien. 7. Vermischtes. — 8. Frankfurter Berichte. — 9. Verein skatender. - Gebetzeiten. — )10. Feuilleton-Beilage: Von Cordowa nach Chasarien. — Herm. Seckbach: Der Sumpf. Nalsour-Erklarung und Zaffaer Pogrom. Die siege Herbert Samuels. Die im englischen Parlament mit einer gewissen Feierlichkeit angekündigte Rede Herbert Samuels, die nach den Erklärungen des Regierungs- Vertreters die Richtung der englischen Palästina- Politik öffentlich feftlegen sollte, ist am 3. Juni anläßlich der Feier des Geburtstages Königs Georg in Jerusalem gehalten worden. Wir geben im folgenden den genauen Wortlaut der Rede, soweit sie sich auf jüdische Dinge bezieht, nach dem englischen Text wieder, der von Jerusalem an die Zionistische Organisation nach London telegraphiert worden ist, und der wohl als authentisch gelten darf. Samuel führte aus: „Ich wende mich nun zu der politischen Lage. Ich bedaure schmerzlich, daß die Harmonie zwischen den Religionen und Rassen Palästinas, die ich aufs ernsteste zu fördern den Wunsch hatte, noch nicht erreicht worden ist, und ich habe sorgfältiges Nachdenken den Maßnahmen gewidmet, die am besten geeignet sind, um diese Harmonie zu sichern. Lassen Sie mich vor allem noch einmal auf das unglückselige Mißverständnis Hinweisen, das hinsichtlich eines Satzes in der Balfourerklärung: der „Errichtung eines nationalen Heimes für das jüdische Volk \n Palästina" entstanden ist. Ich hörte in manchen Kreisen sagen, daß die arabische Bevölkerung Palästinas niemals damit einverstanden sein wird, daß ihr Land, ihre heiligen Stätten und ihr Grundbesitz ihnen genommen und Fremden gegeben werde) daß sie niemals zustimmen werden, daß eine jüdische Regierung eingesetzt werde, um über die mohamedanische und christliche Mehrheit zu herrschen. Die Leute sagen, sie könnten nicht verstehen, wie die britische Regierung, die in der ganzen Welt ob ihrer Gerechtigkeit berühmt ist, jemals einer solchen Politik zugestimmt haben könnte. Ich antworte, daß die britische Negierung, die in der Tat Gerechtigkeit über alle anderen Dinge hinaus pflegt, einer solchen Politik in der Tat niemals, zugestimmt hat und ihr niemals zustimmen wird. Dies ist nich 't