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Der Israelit · 1921-05-12 · Heft 19 (12.5.1921) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 19 (12.5.1921)
Date
1921-05-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein tafriforpn für das orthodoxe JttMtun Begründet oon vr. ' ' Mainz TfihrnfinÄ n M flon ^21 SSW M 19 Uu, Juiui|uii8* srannmn u. In., ubu Sjcit 5681 Abonnement pro Vierteljahr: Deutschland bei den Postämtern sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnungserteil, durch d. Verlag M. 7.20 Viertels, f. Lehrer u. Knltusbeamte (n. direkt) M. 8.60vierteljährlkch, Deutsch-Oesterreich Kr. 50.— vierteljährlich: Tschecho-Slowakei Kr. 12.— Ungarn Kr. 50.—vierteljährlich, Polen (nnr in deutscher Reichsmk.) Mk. 10 Vierteljahr!., Rumänien 10 Lei, Holland fl. 1, Skandiuav. Kr.2, Schweiz fs. 1.50,Frankreichu.BelgienFr.2.50, England 1 sh. 6 p., Amerika 0.50 Doll, vierteljührl. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Jsralit erscheint jeden Donnerstag! Inserate: Mk.2.— für die sechsgespalteneColonel-Zeile i elnschl. Tenernngsznschl.; AnSland-Jns. Mk.4.— pro Zeile; Rab. nach Tarif. Bei laufenden Jnseratauftr tarifm. j Preiserhöhung jederz. vorbeh. Jnseratenannahme j durch den Verlag des Israelit G. m. v. H., Frank- < surta M., Gr. Eschenheimerstr. 23Tel. 5842, AmtHansa,! sowie sänitl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands, i Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. Ro. 19 832 — erfolgen an: Postsparkasse Wien No. 79 605 Postsparkassenamt Bndapest No. 18 421 Postscheckamt Zürich »fr. VIII 7254 Postscheckamt Amsterdam No. 84 869 Böhmische Unionbank in Prag Ba::cn üannsiroscii Blank & Co. in SSuearcst Filiale des Wiener Bankvereius in Agram. Her Hadiöruch 9er flrtlbel un9 Cörrefpon9en5en 9es ,/Israelit“ ist nur unter genauer Quellenangabe, unö, soweit es sicli um größere Nutsäbe bangest, nur narb vorheriger Genehmigung gestattet. Hirsch Perrtalench ÖJir finö In Ser Lage den Abonnenten des „Israelit" bis auf weiteres noch einen kleinen Vorrat von Hirsch, Pentateuch 6. Auflage 511m Vorzugspreise von Mk 48.— (statt Mk. 91.20) für das brosch. Mk. 75.— (statt Mk. 127.70) für das geb>. Exemplar zur Vertilgung zu stellen. Potto UNS Verpackung betragen Mk. 6.— für Sas Exemplar, man wolle Saher mit Ser vsstellung einfenSen: Mk. 54 — für Sas brofckierte Mk. 81.— für Sas gebunSene Exemplar auf PostfckeckKonto 16802. Verlag des „Israelit", Gm. b. H., Frankfurt a. Al- Zur gefl. Beachtung! Wir öegirmen am 17. Mai mit der gnu* Ziehung der aus dem Jahre LSSv rückständigen Abormementsgebüyren durch. Wostrmchnahme und bitten dringend um prompte §intöfnng der WachnaymeKarten bei Morzelgung. ' Z-railK/«rt M, 9. Mai 1921. Verlag deS Israelit, G. m. b H. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Napoleon I. und die Juden- — 3. Homilet: Dr. M. Lewin: Sestro-Betrachtungen. — 3.Kleines Feuilleton: Die Palästinafahrt des Gerrer Rebbe. — 4. Wochenrundschau: Die Unruhen in Erez Jisroel. — Der Antisemitismus bei. den Sanktionen. — 5. Aufsätze: Der neue GemeindeSund und die Orthodoxie. — Jüdischer Kindertod in der Ukraine. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. — Berlin, (Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden). — Haniburg, (Eine Jeschiwoh in Hamburg.). — Hamburg, (Deutsch-Israelitische Gemeinde und Gemetndebund). Wien, (Arierparagraph). — Warschau, (Große orthodoxe Versammlung). — Wilna, (Berständigungsaktitzn in Wilna). — Basel, (Delegiertenversammlung des Israelitischen Gemeindebundes der Schweiz. — Amsterdam, (Zwethundertfünfzigjährige Jubelfeier der großen Synagoge). ~ Paris, (Im französischen Senat). — London, (Neue Pogrome in der Ukraine). — London, (Antijüdische Krawalle in Jaffa). — Jaffa. — Jerusalem, (Der Gerer Rebbe inJerusalem). — Jerusalem, (Das große Svnhedrion. — Jerusalem, (Gegen die Sabbatentwe hung. — 7. Personalien. — 8. Vermischtes.— 0. Frankfurter Berichte. — Verein skatender. — Gebetzeiten. — Familiennachrichten. — 10. Feuilleton Beilage: Bon Cordova nach Chasarien. — Thvrafrühling. — Heinrich Emstädtrr: Von Pesach bis Schowuauk. — Napoleon i. und die Juden. öum 5. mal. Es gibt kein Ereignis von Bedeutung tu der Weltgeschichte, das nicht in irgend einer Weise seine Spuren in der Entwicklung des jüdischen Lebens hintcrlasftn hätte. Und Napoleon war ein Weltereiqnis. Als sich Napoleon I. am 20. März 1804 die Kaiserkrone aufs Haupt fetzte, war die Lage der Juden in der Welt nichts weniger als geklärt. In ganz Europa, einschließlich Frankreichs, das etwa 50000 jüdische Seelen zählte, (von denen über die Hälfte in Elsaß-Lothringen wohnten) war von einem Rechte der Juden noch nicht die Rede. Juden waren hier und dort, j; nach Temperament und Geistesverfassung des Wütsvolkes, mehr oder weniger geduldet, aber überall gleich der'Laune und Willkür der Herrschenden und des Volkes ausgefetzt. Volle Emanzipation hatten die Juden nur in Amerika, das bereits seit 1786 seine Verfassung auf dem Grundsatz des „gleichen Rechts für alle Bürger des Staates ohne Uuterschied des Glaubens und der Herkunft" aufgebaut hatte. Alle Toleranzedikte des gutmütigen Königs Ludwig XVI. waren nur schlechte Pfläfterchen auf die offene Wunde des Judenleides, die sich in Elsaß-Lothringen, wo der traditionelle Haß fester saß und mächtiger wirkte als aller Freiheitsdrang, am schmerzlichsten erwies. Selbst der gewaltige Aderlaß der großen Revolution brachte hier keine Linderung. Bet dem Sturm auf die Baftille floß auch jüdisches Blut, auf beiden Seiten. Im Elsaß wurde die Revolution mit Ausplünderung der Judeuhäufer, mit regelrechten Pogrome», zu denen das niedere Volk von der bedrohten Geistlichkeit aufgestachelt wurde, eingeleitet. Es war das alte, ewig neue Lied, die bekannte Wechselmelodie, die mit untergelegtem Texte heute noch gesungen wird. Die Jakobiner' machten gewiß keinen Halt vor dem jüdischen Kapital, obwohl dieses Snrnals noch gar keine Rolle in der Wett spielte, während die bedrohte Gesellschaft den Vollszorn gern nach den jüdischen Häusern abgelenkt hätte und, tn Elsaß-Lothringen zumal, die ganze Bewegung tm jüdischen Blute ertrinken zu lassen suchte. Damals setzte die große Auswanderung über den Rhein ein, aus der die ersten Gemeinden im Aargan entstanden. Es muß verzeichnet werden, daß auch nach der denkwürdigen Nacht vom 4. August 1789, aus der Frankreich als freier Staat „mit gleichen Rechten für alle" erwachte, die Juden noch schwer um ihr Bürgerrecht zu kämpfen hatten. Isaak Beer, Abraham Furt ad o, der Straßburger Rabbiner David Sinzheim und andere, mußten die Nationalversammlung, die Pariser Kommune, sogar den Konvent mit Ausbutung ihrer ganzen sittlichen Kraft und Redegcwalt erst davon überzeugen, daß die Juden nicht minder Anspruch hätten ans die Trikolore der Freiheit, Gleichheit,und Brüderlichkeit. Es muß bei Nennung dieser 'Namen gleich betont werden, daß die Männer, die in Frankreich im Namen der Aufklärung für Aufklärung und Freiheit kämpften, nicht nach dem Beispiel drr Berliner „Aufgeklärten" die Emanzipation mit dem Preise ihrer religiösen Heiligtümer zu erkaufen gedachten. Dte Genannten zogen vielmehr aus der Liebe zu ihrem Volke und feilten heiligen Gütern ihre sittliche Kraft, die zündend wirkte. Und nicht zuletzt diesem inneren Konnex mit den jüdischen Massen, deren geistigen und materiellen Lebensfragen war der Erfolg vom 28. September 1791, der alle Beschränkungen der Inden formell über den Haufen warf, zuzuschreiben. Damit war die Emanzipation, auf dem Papiere wenigstens, vollzogen.' Für Elsaß- Lothringen blieb aber dieser Vertrag ein Fetzen Papier. Die Hetzer blieben auf der Wacht und am Werke, um die Erbitterung — ganz ein Bild der Gegenwart —, dte sich nach der Ernüchterung bald genug gegen die Jakobinerherrschaft geltend macht?, in ihren Dienst zu nehmen. So lag die Sache, als im Mai 1804 die Reaktion mit der Ausrufung Napoleons zum Kaiser von Frankreich ihren höchsten Triumph feierte. Napoleon kannte die Juden nicht und kam bet deren Bewertung über die Vorurteile feiner Zeit nicht hinaus. Die Elsässer Feinds ruhten nicht, und es gelang ihnen wiederholt, das Ohr bsß Kaisers zu erreichen. Es lag aber nicht in seiner großzügigen Art und paßte nicht In bk 6^9831

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