Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1921)
- Date
- 1921-05-05
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Z. Mai mi. Lette A, Lr. 16. vatinitiattve nicht entbehren können/ daß wir dielinchr freibe dringend nötig haben, tvissen auch wir. Gelegenheit. sech zu betätigen, und das mit Gewinnchancen, ist für beide genügend vorhanden, wenn es auch kein arbeitsloses Einkommen mehr geben wird und soll. Die Persvnensrage, von der im Weseimich.m das Gedeihen der Kolonie abhängt und die wohl nicht leicht jvit lösen ist, könnte nur ein weltfremder Idealist unberücksichtigt lassen. Und doch wäre es wahrlich traurig und trostlos genug, wenn daran unsere Pläne scheitern sollten, wenn es unter unseren Gesinnungsgenossen in Ost und West nicht Leute gäbe, die mit heiliger Begeisterung die Gelegenheit ergriffen, heraus ans diesem'sozialen Chaos zu kommen und im Lande unserer Väter an der geistigen und sozraw-r Wiedergeburt unseres Volkes mitzuarbeiten. Man geht nicht nach Erez Jisroel, wie man früher nach Amerika gegangen ist, um dort Reichtümer zu erwerben, womöglich durch arbeitsloses Einkommen. Das ist gewiß nicht der Endzweck des Wiederaufbaus Palästinas. Nicht um nur Geld zu verdienen, um nur materieller Interessen willen sollen wir nach Erez Jisroel gehen, sondern um dort als Juden die alten Thoraideale zu verwirklichen und um innerlich glücklich und zufrieden zu leben. Unsere Meinung ist, Erez Jisroel wird religiös orientiert oder es wird nicht sein, es wird, sozial aufgebaut oder ohne Tauer sein, ein anderes gibt es nicht. Damit sind uns unsere Wege vorgeschrieoen. Dr. E. Chasgall-Frankfnrt a.M. Sine Schweizer Stimme über Men. Ter Vertreter der Schweiz im Zentralrat, M. Botschko-Basel schreibt n. a. im „Jsr. Wochenblatt" für die Schweiz: 6 Monate sind verflossen seit der großen Konferenz in Preßburg und neuerdings traten die Führer des orthodoxen Judentums zusammen, um üler d'e wichtigsten Interessen Klall-Jisroels zu leraten. Trefflich bemerkte der „Israelit" in seiner l.'tzreu Nummer „von Zürich über Preßburg nach Wien". Zürich war also der Grundstein rnd Ausgangspunkt der, neuen Aera der Agudas-Jisroel. Während die Preßburger Konferenz, bestrebt war (laut rgadecech), die Agnda von den, Geist, der in Zürich herrschte, zu befreien, hat die Konferenz in Wien die rrtty zurückgegöbeir, und alle diejenigen Gedunk.'», die an der Konferenz in Zürich zu Tage tratet!, wieder wnchgcrnsen; sie war bemüht, oieielben nach Möglichteit zu verwirklichen und all die Lücken, die die Konferenz in Preßburg zurückgelassen hat, hat die Wiener Versammlung anSgufüllen gesucht. Eine riesige Begeisterung, erfüllt oom Willen zur einheitlichetl friedlichen Arbeit für die heiligst'n und lebensiwtwendigsten Interessen des jüdischm Volkes, herrschte lückenlos bei allen Kvnsvrenzttilnehiiieru. Ein jeder war sich des großen Ernstes d^r Stunde und der großen Ausgaben, die unser harren, vollauf bewußt. 8 Tage, vom frühen Morgen bis spät in die Nacht, tagten die Delegierten und widmeten ihre ganze Energie Israel und feiner Thora. Wien, die österreichische Melrvpme und Gebnrtöstndt des moderne» Zionismus, hat nun dieses Mal d-.e Lioke ,T27 gehabt, die Großen Israels im Dienste Klall Iiöroels und Erez Jisrvels iit wahrem Thorageiste zu sehen. Schwungvolle Reden zürn Fenst'r hinaus, wie man es gewöhnlich ans Konferenzen sieht, die, um die Leidenschaften des Volkes zu wecken, mehr demonstrativen Charakter tragen, waren hier nicht zu hören. Natürlich tauchten bei der einen oder anderen Frage verschiedene Meinungen auf; doch beugten sich alle der Entscheidung der Gedole Hatora. Ganz eigenartig war bei dieser Konferenz, daß die allergrößten geistigen Autoritäten Israels, worunter die Rabbis von Ger, Tschorttow, Sokolvw, Radsin, Sndigora und Genonim wie der Bitschutscher, Broder, Altstntter, Lodser, Preßburger, Kirchdranser, Ptschauer, Amsterdamer und viele andere bekannte Oberrabbinei-, einen besonderen rabbinischen Rat bildeten. Sie nahmen zuerst an allen Plenarsitzungen teil, niri dei: *rnpn ryi zu vernehmen und sich über die Stimmung, die im Volke herrscht, vorerst einen Begriff zu machen. Alsdann trat der Rabbinische Rat unter Vorsitz des Wiener Oberrabbiners Fürst zusammen, um den 7>yi mit dem mirn ryn in Einklang zu bringen. Schreiber dieser Zeilen tmttc Gelegenheit, auch bieten Beratungen bcizuwohnen und gewann den Eindruck, als wären dies die ehemaligen Sanhedrin, die mit Ihrem Scharfsinn über rurr'-r: beraten. Und diese Großen Israels Halen gezeigt, daß sie nicht außer oder über, sondern in und mit dem Volke leben. Ihre erhabenen Seelen sind mit der Seele des Volkes eng verknüpft. Als die Rebbcs von Sokolow und Radsin über die protze materielle, vielmehr noch üler die geistige wragik der Inden des Ostens sprachen, konnte ein jeder instinktiv fühlen, wie das große jüdische Herz dieser RnlbiS zusammengebrocken ist. Die göttliche Stimme, die jeden Tag über die Welt erschallt: iki niTi brr» ma^yta cnS ik sn^K snbw füllte während der erschütternden Schil- JBI . deningen dieser treuen Vvhae Gotkrb daß Auditorium. Für die westlichen Delegierte!: waren die Weisen des Ostens une eine seltsame metrologische Erscheinung. Tausende drängten sich, um den allbekannten Gerrer Rabbi zic sehen, der in seinen greisen Tagen zur Konferenz der Thoragrößen herbeigeeilt und von dort ans im Dienste des orthodoxen Judentums mit einer Anzahl Industriellen sich nach Erez Jisroel begeben wird. Als die lwc,eist.>rte,i Stimmen der Gedole hadvr am großen Meetuig im Talinud-Thorasaäl erschallten 'brr "w 'v war die Wiener Judenheit ganz in die höchste Ertast ihrer Begeisterung gelangt. Ganz besonders stand d'e Wiener Jugend hypnotisiert unter dem fesselnden Eindruck der beherzten Beden, ihrer große» Lehret!,id Meister. Unvergeßlich dürfte dieser große Moment bei denjenigen bleiben, die das Glück hntteu, solche'» beizinvohnen. Freilich zeigte sich die Wiener orthodoxe Judenheit dieser Ehre durchaus würdig. Bankette wurden von dein Vorsteher der großen Sch''sgein.und?, H. S. Bondi, und von der Schiissgemciiidc selbst veranstaltet. Doch nicht bloß dekorative Begeisterung rv-ar der Inhalt und Zweck der Konferenz, sondern höchst wichtige Angelegenheiten wurden durckweraten, so daß die Verhandlungen Beschlüsse zeitigen konnten, die die bisherige Passivität in eine intensive Aktivität nmwandeln. Die polnischen Delegierten, die am schwersten von den Leiden und Qualen des Krieges betroffen waren und dessen Folgen miterlebten, brachten neuen Lebensstrom in die Tagung hinein. Tie Reden und energischen Forderungen der Herren Rosenhetm, Tr. Auerbach und Weeschner konnte ein jeder echter Iehndi, gleich welcher Parttt oder Organisation er zuneigt, anis wärmste kegrützuc. „Bon schrecklichen Fenersbrünsten ist das gesamte Diaspora-Judentum umgeben, für das nur Erez-Jisroel die einzige Rettung sein kann und ,ein muß", rief Wreschner begeistert aus. Was blieb noch dann den andern zu sagen übrig? Alle schwermütigen Herzen lösten sich und blickten vertrauensvoll 'in die weiteren Beratungen. Wie. vvranszusehen,' bildete auch die Besdin-Frag: in Erez-Jisroel einen wichtigen Teil der Konstrenzberatungen, ebenso der Entwurf des englisch:» Palästina-Mandats über die nächste Palästina rröett. lieber all diese Fragen wurden Beschlüsse von weitgehender Tragweite gefaßt, dir einstw.i;n noch nicht ganz veröffentlicht werden können. . Aus der Sewesung. Berlin. Letzten Sonntag hat Herr vr. msä. E a l - Vary in der Synagoge Jefchuas Jacob, Metzer-- straße 29, als Vorsitzender der Ortsgruppe Groß- Berün einen Vortrag über die augenblicklichen Ausgaben und Ziele der Agudas Jisroel gehalten. Die zu Herzen gehenden Ausführungen des Redn'rs hatten einen überraschenden Erfolg. Es wurde eine besondere Ortsgruppe Nordost Berlin tegrüüdet, eine besondere Jugendgruppe ins Leben gerufen und freiwillige Kräfte für den Bahnhofsdienst geworben. Um den Erfolg des Abends haben sich besonders verdient gemacht die Vertrauens Gute Mendel Schmerling, Ehaini, Rößler und Leisten. Marburg a. d. £* Nach längerer Unterbrechung begann unsere Jngendgruppe im Marschescywan wieder eine geregelte Tätigkeit. Zunächst fanden einige geschäftli che Sitz nn ge u statt, in denen eine Neuwahl des Vorstandes stattsand und neue. Statuten (von einer dazu bestellten Kommiftioa vorbereitet) angenvlnmen wurden. Herr Tr. Herz besuchte unsere Gruppe und besprach mit uns in einer Mitgliederversammlung das Winterprogramm. Wir nahmen unsere beiden Schiuvrm wieder ann Tin im bei S.r. . Ehrw. Herrn Rabbiner Tr. C'ohn und Tnach bei Herrn Oberlehrer Berget. Beide Herren, ebenso wie die Herren Lehrer und die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe standen uns stets mit Tat und Tat zur Seite. Im Laufe des Winters fanden folgende Vortrüge statt: „Einiges über das Verhältnis des Glaubens zum Wissen" (zwei Abende) von Herrn cand. phil, Arthur Spier, „Was bedeutet uns' Erez Jisroel?" von Herrn Dr. Sal. Ehemann-Frankfurt a. M., „Von den Gegenwurtsaufgaben der jüd'schen Jugend" vo» Herr» cand. jnr. Paul Kulp. Sämtliche Vorträge, an die sich lebhafte und anregende Diskussionen anschlossen, erftcnten sich eines zahlreichen Besuches und regen Interesses, auch Von NWjtMitgliedern. Anfangs Nifan durften wir Herrn Dr. Herz nochmals hier begrüßen und mit ihm über verschiedene Fragen eine unsere Arbeit fördernde Aussprache pflegen. Ter Geselligkeit wurde durch gemütliche Freitagabendznsammenkünfte für die auswärtigen jungen Leute und durch zwei recht gemütliche Feiern ' am Ehanukah und Purim Rechnung getragen. Ter Mitgliederbestand unftrer Gruppe hat sich wesentlich vergrößert. An den Vortrag über Erez Jisroel schloß sich eine Hanssammlung für das Schulwerk irn hiesigen Lande und eine Werbetätigkeit für die Rausch Ehandeschspende an. P. K. Zürich. In der am 16. April von dem provst sorischeu Arbeitßkomitee der Agudas Jisroel Jugendgrnppe einberusenen Generalversammlung erstattete der Vorsitzende Bericht über das' Arbeitsprvgramm deSL vergangenen Quartals. — Äs wurde großes Gewicht gelegt, die chorattene Jugend für die Ideale der Agndoh zu begeistern. Reben den gemuinsam mit dem Talmud-Thora-Berein abgehaltenen Schiurim fanden verschiedene Vortragsabende statt. Unter anderen» sprach Herr cand. phil. Vogelmann iiber „Älls ob im Talmud". Der Referent verstand es, den Stoff so anregend zu gestalte»!, daß ftir d'.e Diskussion ein weiterer Abend in Anspruch genommen werdm mußte. Herr Dr. Robert Gugaenheim sprach über das Thewa „Der Arzt im jüdischen AlterVi'm". Herr Rabbiner Tr. Lewenstein referierte über „Neue Forschnngscrocbnisse zur Geschichte der Megilvh", wobei er die Jugend meisterhaft zu..fesjeln verstand. Ein weiterer Vortragsabend war dein Kapitel „Milob" geividmet, das Herr Joseph Rotschild vom Standpunkt des MohelS, Herr Dr. Robert GuggenhSm, vom Standpunkt des Arztes beleuchtete unter spezieller Berücksichtigung der Mezizohsragen. Daneben wurde verschiedentlich über Agudohfragen referirrt und diskutiert. Bei dem- Traktandum ^leuwahlen wurde von der Versammlung lestimmt, daß ein Präsident gewählt werden solle, der daS Recht habe, durch Cooption vier weitere Vorstandsmitglieder heranzuziehen. Herr Hermann Cohn wurde zum Präsidenten gewählt. Spendenliste» Agudas Jisrsel-Jugendorganisation. K ö l n: Für Beis Jaakauw-Schule von Gruppe Fürth 50, für Beis Jaakauw-Schub: von Gruppe Burgpreppach 100, N. N. ftir Beis Jaakauw- Schule 100, für Bahnhofshilse Köln a. Rhi Gruppe Hanau 520, für Jugend-Orgauisation Gruppe Zürich 500, Tr. Dzialowski danktt Simon Würzburger Mannheim ftir Ucbersendüng eines Buches 10, Jugend-Gruppe Rhina ratnlicrt ihrem verehrten Lehrer Oppenheim erzl. zum Geburtstage 20, Gruppe Berlin 800. Markew-ErlSs: Breslau: H. Sichel 120, El ly Ephraim 145. C ö l n: Jugendorganisation 2. Guxhagen: David Pfifferling II 2. 7. I, ch e n h a u s e n: Frau Klara Lüwenstei.i 10. Mannheim: Sigmund Würzburger 50. Ai aßbach: Lehrer Gustav Neustädter 15. Mergentheim: Rabb. Dr. Kahn 5.; . Nürnberg: Esras Noschim Mädcheiigrupp? durch Rosi Rathaus 150. Rhin a : Leo Katzenstein (Jugendaruvpe) 45. S ch w a b a ch: Rabb. Dr. Mannes 42. Erez-Jisroel-F-nds: Berlin: Dr. Jacob Levh u. Frau danken Aron Kober und Sarah Kohn für nachträgliche Berlobungsgrakulation 20. B i s ch o f s w e r d e r: Frieda Lichtense! d 48. , Braunsbach: Durch Lehrer Wißmann aus der Genieinde 149. Breslau: Durch H. Sichel von Frau Bruno Mtmann-Kattowitz 40. Fr e i b u r g i. Br.: Pros. Tr. Loewh 30, Rechtsanwalt Kassewitz 30, Isidor Drehsuß 20, Jos. Bloch-Trehsuß 10, Jost Bloch 50, Jul. Zrwi 20, Salom. Weil 10, Samson Maier 5, Jacob Picard 20, Purimsammlnnq durch Eli und Marie Picard 10. Halber stabt: durch H. Eichelberg 50. Halle (Saale): Lndi, Ruth und VM Halberftadt gratulieren der l. Großmama ntm Geburtstag 10. Homburg (Saar): Heinrich Levh 50. L o u i s e n t h a l: Durch Lehrer Wiestu.jelder-Corbach 65. M a n n h e i »n: Dicrch Sigmund 'Würzburger von N. N. 100. Nürnberg: Don Sichel (Nachtrag) 510. Wolfen b ü t t e l: Lehrer S. Hirschderg 10. D i e S p e n b e it l i ft. e d? r P a l äst i na - Zentrale kann q u 'S technischen Gründe »c erst in der nächsten Nr. der „Blätter" erfolge n. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt a. M. Montag, den 23, Mai abends 8 ^4 Uhr im grossen Saale der Frankfurt Loge, Eschenbeimerlandstrafie 2T Oeffentiiche Jugend - Versammlung. Redner: 1. Herr Max Cdtaen-COln: Das» foziale Problem des jttdileiten Volkes und liniere «fugend. 2. HerrRechtsanw.Dr.IsaakBreuer-Frankfwt-M. Dieldee desAgndismns und untere Jugend. Gäste — Damen und Herren — willkommen. N,r»r,tt,,Eche «chglttpgr Rabbi,cer vr. P. Kohn, vr. G. Ehrmann, I, ««ng,». — Druck von R«p«Vt Vaumbach, m Kain.