Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 16-17 (24.4.1921)
- Date
- 1921-04-24
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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©eite 4. Nr. 14. M t ä 11 e r." 21. April IM. Muß veranlaßt haben, nicht zutreffen. uber nicht kann, hilft er sich in seiner T-a er die» _ v , . , Verlegenheit damit, 1. den Zentralrat ein „undemokratisches bilde" zu nennen, „da die Mitglieder der Aguda keinen Einfluß auf seine Zusammensetzung nehmen konnten", 2, den Persönlichkeiten der Rabbeirn von Gor, Czortkow, Radsin, Sokolow, der Rabbiner von Buczacz, Brody, Preßburg und andere, als „einige Polnische Rabbeim" abzutun .und ihnen die Persönlichkeit Professor Picks gegenübcrzustelien, der als Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod schon die Gewähr dafür gebe, daß die Interessen des religiösen Judentums bei der Verwaltung der Gelder nicht im geringsten verletzt werden. 3. erklärt das misrachistische Organ, daß. ohne Keren Hajessod der Aufbau von Erez-Jisroel nicht möalick sei. Im übrigen gesteht es zu, daß von den Eingängen des Keren Hajessod der jüdische Nationalsonds 20°/o für den Bodenankanf zu beanspruchen habe. ad. 1. Bemerken wir, daß die Zusammensetzung des Zentralrates den Anforderungen der Demokratie wesentlich mehr entspricht, als die Zusammensetzung des zionistischen Aktionskomitees, da sämtliche Wahlen durch die Vorstände der agudistischen Landesorganisationen getätigt wurden. ad. 2. Dürfte es auch, ohne Herrn Pr. Pick zu nahe zu treten, von misrachistischen Zirpen eigentlich zu erwarten sein, daß das Votum der obengenannten Gdaule Hatauro inbezug auf den Keren Hajessod für diese von umso größerer Bedeutung ist, als es selbstverständlich mit Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Momente in einer speziellen Sitzung der gesamten rabbinischen Mitglieder des Zentralrates ausgesprochen wurde. ad. 3. Ist es selbstverständlich, daß Agudas Jisroel ihren Mitgliedern die Wege aufweisen wird, sich am Aufbau von Erez-Jisroel zu beteiligen, ohne den zionistischen Nationalfonds zu stärlen, denn jede Stärkung dieses Nationalfonds bedeutet auch eine Stärkung der Fiktion, als ob in der Tat die zionistische Organisation die bevollmächtigte Vertretung des jüdischen Volkes darstelle. Im übrigere dürste dasjj fettige, was die „Jüdische Presse" in ihrer Polemik - über die Stellungnahme der Agudas Jisroel gnm Keren Hajessod zu saget: hat, nicket so bemerkenswert sein als dasjenige, worüber sie tchweigt; näntlich über die oberste Verwaltung des Keren Hajessod, über das endgültige Statut und über den Universitätsfonds. Wir uwchten daher diese drei Punkte nochinals mit aller Deutlichkeit präzisieren. 1. Ist die oberste Verwaltung des Keren Hajessod nicht ausschließlich eine zionistische? (Auch Professor Pick gehört selbstredend zur zionistischen Partei als orthodoxen Kontzessionsschulze). Obwohl der Leitartikelschreiber der „Jüdischen Presse" der jüdische Militarist Wladimir Jabottnsky wünscht, daß dis Lokalen nrmitss dos Keren Hajessod unparteiische Zufammenjetzung tragen, um somit erst recht die große Masse über den rein zionistischen Charakter hinwegzutäuschen. 2. Ist das endgültige Statut des „Keren Hajessod", welches sogar die „Jüdische Presse" noch für verbesserungsfähig hält, nicht bereits von der zionistischen Organisationsleitung ausgearbeitct und von den englischen Behörden genehmigt worden." 3. Ist dem Keren Hajessod nicht ein Universitätsfonds angegliedert, welcher aus den Mitteln des Keren Hajessod i gespeist wird, zur Errichtung?iner Universität,! bei deren Grundsteinlegung Jakob Thon die blasphemische Aeußerung wagte, daß nunmehr die Zeit anbreche, welche nicht m e h r dem Gottesgei st, sondern den Menschengeist auf den Thron erhebe, j-mer Universität, die als geistige Hochburg einer voraussetzungslosen, paritätischen, sämtliche Auffassungen des Judentums vertretenden Anschauung gedacht ist, welche wie nichts anderes geeignet ist, die Einzigkeit der jüdischen VolMultur cmszuhöhlen und zu einer wesenlosen Schale zu degradieren? Es würde uns freilich nickt in Erstaunen versetzett, wenn die „Jüdische Presse" auch hieran keinen Anstoß nähme, sobald nur irgendwie eine misrachistische Kraft dem Lehrkörper einverlübt würde, ebensowenig, wie sie ein Wort des Bedauerns dafür findet, daß einer der Führer der deutschen Misrachisten, Herr Tr. Rabin, eine Berufung an das Breslauer Rabbinerscminar akzeptiert hat. Auch wir können — soweit Herr Dr. Rabin in Fragessommt — uns nicht sonderlich daxüb'r verwundern, daß unsere seinerzeit von der „Jüdischen Presse" beflritteue Vermutung sich als richtig erwiesen hat, wonach das Rabbinerseminar tu Odessa, in welchem Tr. Rabin ehemals wirkte, nur eine Vorstufe zu Breslau darstellt. Daß aber ein Organ, welches von Rabbiner Tr. E. Hildesheimer b"xr gegründet wurde, nunmehr auch die Dozentur am Breslauer Rabbinerseminar mit einer Führerrolle im Misrachi vereinbar findet, dürfte nicht so sehr die Wesensart des Breslauer Seminars als vielmehr diejenige des .Misrachi um ein bedeutsames Symptym bereichern. E. Aus derHegung. Frankfurt a. M. Tie rührige Jugendgruppe bet Agudas Jisroel in Men hat angesichts der ungeheuren Bücherpreise, die es namentlich jungen Leuten unmöglich machen, den für ihre jüdische Durchbildung notwendigen Lesestoff käuflich Zu erwerben, die Einrichtung einer größeren jüdischen Leihbibliothek beschlossen. Sie bittet uns, reichsdeutfche jüdische Kreise zu Bücherspenden für diesen Zweck aufzurufen. Gewünscht wird alle gute jüdische Literatur, die geeignet ist, im Sinne des gäsetzestreuen Judentums zu belehren, anzuregen und zu unterhalten. — Wir sind bereit, Büchersendungen entgegenzunehmen und weiter zu befördern. Frankfurt a. 39t. Am 29. Mär> sprach vor einer äußerst zahlreichen Hörerschaft in der hiesigen Mädchen gruppe Frau Ilse Feist über ihre Reise durch Erez Jisroel. Tie in der Mehrheit aus Jugendlichen zusammengesetzte Versammlung folgte mit angestrengter Aufmerksamkeit den lebendigen Schilderungen der Rednerin, die es verstand, im Herzen unserer Mädchen die Liebe für unser Land zu entfachen. Tarmstadt. Unsere Gruppe veranstaltete am 31. März in der Mathildenhöhe eins von etwa 600 Personen besuchte und äußerst wohlgelungene Purimjeier, deren Reingewinn zur Hitfe für oftjüdische Flüchtlinge verwandt wird. Hamburg. Tie neue Epoche, die sich für die gesamte Agudas Jisroel'dank der treuen Arbeit der Führer und Vertreter ihrer Ideen vorbereitet, verspricht auch auf unsere hiesige Ortsgruppe befruchtcnd zu wirket!. Während die hiesige Jugendgruppe sich auch unter den schwierigen Verhältnissen der letzten Jahre mit Eifer und Hingebung auf den mannigfachsten Gebieten (Abhalten von Kursen und Borträgen, FlMMngsfürsorge,, Ausgestaltung der Esragrnppen und dgl.) betätigt hat, schienen des Tages Sorgen das Wirken der Ortsgruppe ganz und gar gelähmt zu fm&.u. Das soll nun m. G. H. anders werden. Mit der Entfaltung einer der hl. Sache entsprechenden Propagandatätigkeit innerhalb der Gemeinden von Großhambnrg werden auch für die nächste Zukunft schon Veranstaltungen geplant, die das Interesse für die Idee von 7K-iU\ B77D förde' N, beleben sollen. In regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften sämtlicher Mitgliedersollen alle Gegenwartsfragen der Aguda besprochen und erörtert werden, ferner hofft man im Rahmen des Agudaprogramms der Stärkung des konservativen Elements innerhalb der hiesigen Gemeind; und besseren Wahrung seiner Interessen dienen zu köuneu. Tie, Herausgabe eines periodisch erscheinenden Blattes 'ist gleichfalls geplant, sodaß wir mit besten Hoffnungen der Entwicklung unserer Ortsgruppe entgegensehen können. Fürth. Am 8. März sprach in den hiesigen Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppeii Herr cand. Phil. Martin Friedmann aus Würzburg über „Kowno und seine Juden". Nach Begrüßung der zahlreich besuchten Versammlung und Einführung des Redners durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe -Herrn Prof. Tr. Fcilchenseld ergriff Herr F., dem schon von Würzburg her ein guter Ruf vorausging, das Wort. Ausgehend von der historischen Entwicklung der Tinge in Litauen und Polen zeichnete, er den Unterschied zwischen litauischen und polnischen Juden, die Verschiedenheit ihrer Sprache und das Selbstbewußtfern der litauischen gegenüber den polnischen Juden. Sodann führte der Referetrt seine Hörer bildhaft eindrucksvoll in die 40 000 Seelen zählende litauische Hauptstadt Kowno, deren Gepräge durch die überwiegend jüdische Bevölkerung bestimmt wird. Man sah sich in das Straßenbild dieser lebhaften und verkehrsreichen Stadt mit ihrchn hauptsächlich durch die Juden geförderten Handel, der am rar vollkommen stillruht — ein Abbild sehnlichst erhoffter Zeiten — förmlich versetzt. Und schließlich konnte man hineinblicken in die Werkstätten jüdischen Geistes, die jvon?' wo Jung und Alt, Handwerker und Kaufmann sich um ihren Lehrer scharend „lernen" und in angeregter, scharfsinniger Debatte, bemVEVö den talmudischen Stoff zu ergründen trachten. Auch in das dortige Gymnasium, das zu Kriegszeiten von der deutschen Heeresverwaltung ins Leben aerufeit, eine segensreiche Tätigkeit entfaltet, führte uns der Redner, der dort selbst längere Zeit als Lehrer tätig war. Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen, die allen Anwesenden ein lebendiges Bild jüdischen Lebens im Osten anschaulich vor Augen brachte und die einigende, allumfassende Kraft des Agudas Jisroel-Gedankens erneut ins Bewußtsein dringen ließ. Wien. Ing. Stricker dementiert in einer Zuschrift an den Agnda-Vorstand die Behauptung des „Hazefira", als ob er die Wiener Aguda-Lfttung beschuldigt hätte, daß diese von der Regierung die Ausweisung der Ostjuden verlangt hätte. Wien. Tie „Siloah" teilt mit: Die ^nächste Abfahrt findet gleich nach Psssach, am 6. Mai, nach Venedig statt. Tie SeparatwaggonZ werden den Passagieren Tienstag, den 3. Mai, zur Verfügung gestellt und wird gleichzeitig ein Beamter beigestellt, der die Passagiere bis nach Venedig begleitet. London. Am 20. März hat in London die erste Jahreskonserenz der englischen Aguda stattgesunden. Tie Tagesordnung bestand u. a. aus: Tätigkeitsbericht, Statutenentwurs für die englische Aguda, Verwirklichung der Ziele der Aguda in England, Thorasonds und religiöse Erziehung, Palästina-Arbeit der Aguda, Kriegswaisenhäuser und rekonstrrktwr Arbeit und Wahl der Delegierten in den Zentcätrat der Aguda-Weltorganisation. Spendenliste- Aguda-Hauptfond. Alsfeld: Hugo Rothschild 10, Frau Rosa Roth-' schild 10. Ballenstedt: Hermann Eohn 50. Berlin: Gesammelt 585. Braunsbach: Salomon Pfeiffer 50. Bückeburg: A. Herzberg 20. ErmetzHofen: Zum 1. April von A. W. und Frau, E. M. 10. Freiburg i. Br.: Bezirksältester Heinrich Epstein 10, Ueberschuß bei einem Spielabend im Hotel Tannhäuser Baden-Baden gesammelt von Krau Simon Epstein 15. Guxhagen: Juaendgruppe 50. Halberstadt: Moritz Reichenbach zum hundertsten Geburtstag seines Vaters s. A. 50, Ortsgruppe 4000, Fanny Bühler zur Iabrzeit 7, Max Seckbach zum 3. Nissan 20, Tr. nred. Auerbach 10, Beso zum Scheiden Beko 5. Hamburg: Selig A. Auerbach leerte Sammelbüchsen bei Mendel 2,80, Agudoheim 2.20, A. Auerbach 165, I. Auerbach 23,45 Grünüerg 13,25, Jsr. Lhceum 13.55, Fischbein 4.95, Siegfried Halberstadt 2,10, H. Hir.ch (Meier) 28,05, Wolf Levh 10,80, H. Bauer 11,15 zu,. 279,35. Haßfurt: Flora Lonncrstädter im Auftr. v. Selma Pulfer zu deren Bermähtnttg mit Edmund Schloß 30. Heilbronn: Firma Jacob D. R-'.lS 200. Hersfeld: Büchse bei Jos. Vachrach 100. Homburg (Saar): Heinrich Leoy 150. Kettwig: Felix Müller 10. Langenschwalbach: Sal. Hamburger 50. Mannheim: Durch Sigmund Würzburger von Tavid Beermann 10. Nürnberg: Durch Julius Sichel. fünfte Rate 415. Schwab ach: Durch Nbr. Dr. Mannes aus Schiwo Frau Js. Herz 12,20. - Schönlanke: Rabb. Tr. Bamberger 60. Wolfenbüttel: Lehrer S. Hirlchbcrg 20. Thora-Fond: Guxhagen: Jugendgruppe 50, Halle (Saale): Ludi Halberstadt dankt Münchner Verwandten' für schönen Ferienaufenth ilt 10. annheim: Frau L. Jakobsohn-Mannheim wünschen viele Menschen Refuo schlemo 250. Für den Osten: Guxhagen: Jugendgruppe 30. . Agudas Jisroel-Jngendorgantsation. Brückenau: Mädchengruppe 83,10. Köln: Frl. Minni Goldschmidtt, Fulda, sagt allen Füldern, bei denen sie sich nickt verabschieden konnte,, ein herzliches Lebewohl 5 dankt Familie Löwenstein und Carl Goldschmidt für die frohen Stunden, die sie dort verlebt hat 6 gratuliert Tr. Max Löwenstein zum Examen 5, für Beis Jaakauw-Schule 40, Frau Betty Groß gelegentlich des Bestehens des Examens ihres Sohnes 10, Erna Oppenheimer, Rhina gefunden 2, Leo Katzenstein, Hamburg 5, Victor Victor, Cassel 2, gesammelt durch Jonas Katzenstein, Hersfeld 150, N. N. Hersfeld 60, Herr Goldschmidt, Vacha 60, Spende der jrüheren Gruppe Mainstockheim-Tettelbach 110, Minna Nußvaum, Rhina, Purim-Svende 5. Leo Katzenftein, Rhina, dto. 10, Karotin' Katz, Rhina, dto. 5, N. Nußbaum II, Rhina, dto. 5, Moritz Victor, Rhina, dto. 5, Lydia Vicror, Rhina, dto. 5, Simon Katz, Rhina, oto. 5, Feist Katz, Rhina, dto. 5, Beruh. Katz. Rhina, dto. 5, Alb. Bacharach, Rhina, dto. 5 D Pfifferling, Rhina, dto. 5, Sally Hamburger, Zürich 200, Gruppe Fischach, Purimspenoe 80, Jenny Katz, Rhina, gratuliert ihrer Mutter zum Geburtstag 20, N. Nußbaum,' Rhina 10. Berta Levh, Nhina, gesammelt von Sisgfr. Ritter. Hamburg, anläßlich der Hochzeit Lippstadt-Listlnter 81, Rhina 605, zur Hälfte für die hessische Bezirks- Brbliothek für Rhina,?ur Helfte für den Agudoh-Hauptfond und zwar: ^os. Katz, Rhina 45, Selig-Bacharach, Rhina 20, Simon Nußbaum 15, Victor Victor, Rhina 20, Levh Bacharach, Nhina 30, M. Bacharach II, Nhina 15 S. Katzenstein II, Rhina 20, M. H. Katzen st ein II ■ 50, Anscher Kiebe, Rhina, 10, Trift u. Beruh. Katz, Rhina 20, Samuel Kleb?, Rhina 20, Josef Klebe III, Rhina 10, Sekel Klebe 10 Simon Katz, Rhina 50, Meier Wetterhahn Rhina 20, N. Nußbaum II, Rhina 50, E. Nußbaum II, Rhina 10,. M. Bacharach III Rhina 10, Jettchen Bacharach III, Rhina 5 Jos. Nußbauw, Rhina 10. N. N., Rhina 20 Moses Blumenthal, Rhina, 10, Emanuel Blnmenthal, Rhina 20, ^ritz Cahen, Kolik, dankt den ostfriesrschen Agudisten für die freundl. Hilfe bei seiner Arbeit 15, und wünscht der neuen Emdener Esragruppe ein herzl. Chasak 5, Emma Psifferling, Rhina 10, N. Nußbaum Nhina 20, Karoline Katz, Rhina 10 Isaak Katzenstein, Bebra 10, Moritz Katzenstein, Berlin 25, Simon Katzenstein, Halb-rstadt 50, Salomon Pfeifer, BraunsÜach 60. W. G., .Berlin 200, gesammelt im Töchterpensionat Maria Marcus, Baden-Baden bis 5. April 21: Purimsammlung 50, desgl. 30. Berantwortliche Reaktion: Rabbiner vr. P. Kohn, Dr. S. Ehrm«an, Zl. Süngsr. - »xrrS Am Vanmbach, Frankfurt am Main.