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Der Israelit · 1921-04-07 · Heft 14 (7.4.1921) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 14 (7.4.1921)
Date
1921-04-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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62 Jahrgang. ssa SranMurt a- IN.. Sen 7. April 1921 28 'War II 5681 M 1« Adounement pro Bierteljah» t Deutsch! and bei den Postämtern sowie Ri direkt. Bestellung u. Rechnvngsertetl. durch d.Berlag M.7.S0 Viertels, f. Lehrern. Kultusbeamte (u. direkt) M. 8.60 vierteljährlich, Deutsch-Oesterreich Kr.50.- viertenöhrlich: rsckecho'Slowakei Kr. IS.— Ungarn Kr. 60.— vierteljährlich, Polen (mir in deutscher Reichs«?.) M. 10. vierteljährl., RumSnie» 10 Lei. Holland fl. 1, Gkandinav. Kr. 8, Schtveizfs.l L0,Frankreich » Belgien Fr L.50, England i «d. 6 p., Amerika 0.50 Doll, vierteljährl. Einzel» uummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Israelit erscheint jeder Donnerstag I Anserate: Mk^S.^für die sechSgefpaltene Colonel-Zeile einschl. TeverunaSzuschl.:AuSland»Jns.Mk.4.—pro Zeile l Rab. nach Tarii Bei lausenden Jnserataustr. tarifm. I Preiserhöhung jederz. vordeh. Anferatenannahwe 1 durch den Verlag des Israelit m. D H., Frankfurts. 37?.,Gr. Eschenheimerstr. 88 Del. 584«, «mtHansa, sowie sämtl. «nnoncen-Exped. der In- und «uslands. PtatzvorschrMr» »hur iktbUibiiJbJutt. 1 Zahlvnaen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a M. No. IS 80» — erfolgen au: Postsparkasse «Mm Wo. W*"« Postsvnrkastenamt Budapest Wo. 181 <4 Postscheckamt Zürich Jfr. TIII 7*54 fö W Postscheckamt Amsterdam «o. 8486» J & Böhmische Nnionbank in Prag Banco Ifarmaroach Blank A Co. in Boeareit Filiale des Wiener Bankvereinin Agram. Der Nackdruck der Drittlet und £orrefponderi?en des „Israelit“ ttf nur unter oenauer Quellenangabe, und, soweit es fidi um größere fiuffäfee handelt, nur nach vorheriger Genehmigung gestattet. Jnhaltsüberstcht. 1. Leitartikel: Dr. M. L. Bamverger: Givheits' frsut. S. Alein es Feutlleton: Gin KnteroieV Kabbt Vhalm Konnenfeld. — Jüdischer Humor. — (Nathan Eamuelh gestorben.) — (Mumm und Mumpitz.) — (Die Bibel in der Hand der Missionare.) — 8. Wochenrund s ch a u: Der nicht auSgeplünderte Goldstein . . . — Dom ÄriegSäntisemitiSmuS in Am>rika. — 4. Aufsätze: Fortschritt oder Rückschritt? — Eine frohe Botschaft an PalSsttna-Keiseude. — 5. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin. — Hamburg, (Orthodoxe Versammlung). — Lemberg, (Auflösung des „Joint" für Ostgülizien). — Lemberg, (Wie Petljura die Juden verhöhnt). — Warschau, (Die Frage des Rabbtnates). — Warschau, (Die jüd schen Flüchtlinge in Polen). — Warschau, (Rabbi Josur Maimon y'ns). — London, (Jüdischer Selbst!chutz in Rußland). — New Aork, (Die Amerika-Hilfe für Rußland). — Warschau. — Budapest, (Die Amlage gegen Oberrabbiner Immanuel Löw). — London, (Wnston Churchill in Palästina). — Belgrad, (Die jüdischen Gemeinden in Jugvsiab en). Smhrna, (Eine Vergewaltigung des jüdischen Rechtes). — Jerusalem, (Die Organisierung der Gemeinden in Palästina). — Jerusalem, (Allerlei aus Jerusalem). — Jerusalem, (Der Untergang eines jüdischen Schiffes). — Jerusalem, (Die Bestallung Grünebaums). — Jerusalem, (Verfolgungen im Jemen). — Jerusalem. — 6. Personalien. — 7. Frankfurter Berichte. — Beratungsstelle für jüdische Kinder. — Das große Verhör. — Vaterland urb deutsche Juden. — Pijulim-Vortrag. — Famtliennachrichten. — Bereinskalender. — Gebetzetten. 8. Feuilleton Beilage: Kon Cordowa «ach Ghasartr«. — (In der Berliner Straß,nbahn.) — S. Kinderecke: Heinrich Einstädter: Zu «euer Htüte. — 10. B e r m i scht e S. Einheitsfront. Bon Rabbiner Dr. M. L. Bamberget in Schönlanke. „Einheitsfront", das Losungswort unserer Zeit will so nach und nach auch im Judentum Bürgerrecht sich verschaffen. Herrlicher Gedanke, der geeignet erscheint, als Ideal hinge stellt zu werden! Die Meinungsverschiedenheiten im Osten und im Westen, in GrezIsrael und in Chuzoloorez, sie alle sollen verschwinden, und nur ein einiges einziges Gebäude soll es geben, in besten Räumen alle Platz finden sollen. Die Ganzen, die Halben und die Vtertelsjuden, alle Richtungen und Schattierungen sollen darin geborgen sein, von der Frankfurter Religionsgesellschaft abwärts über die Konservativen, Mittelstarteiler, Liberalen hinunter bis zur Hamburger Tempelgemeinde und zur Berliner Sonntigsgrmeinde! Der Bund gesetzestreuer Gemeinden, die Freie Vereinigung für das orthodoxe Judentum, die Liberale Bereinigung für Deutschland, dte Zionistische Vereinigung, der liberale, der konservative, der mittelparteiliche und der orthodoxe Rabbinerverband sollen einen gemeinschaftlichen Reigen aufführen, der von einem Transparmt mit der Inschrift beleuchtet wird: „Einheitsfront". Der Kampf nach außen, die Ordnung der religiösen Verhältniffe im Innern soll nicht mehr Sache des Einzelnen oder einer einzelnen Gruppe sein, in die Hand Aller ist die Reglung jeder das Judentum betreffenden Frage gelegt. Piivateiger.tum gibt es nach dieser Richtung hin nicht mehr, man hat vielmehr an so eine Art Sozialisierung oder Kommunalisierung zu denken. Zwei Ereignisse der allerjüngsten Zeit lassen wenigstens die Annahme zu, daß solch hochfllegende Pläne von einer Einheitsfront gehegt werden. Man wird glauben, daß ich an der Gesamt- Organisation, die auch kürzlich ins Leben gerufen wurde, Kritik üben will. Doch daran denke ich im Avgenblicke nicht, obwohl ich auch da manches zu kritisieren hätte. Zwei andere Dinge sind es, die mich zur Feder greifen lassen! Die Rabbinerkonferenz in Jerusalem und der geplante jüdische Weltkongreß. In der mir vorliegenden „Jüdischen Rundschau" wird über beide berichtet. In dem Berichte über die Jerusalemer Rabbinerkonferenz „die als ein mißlungener Versuch" bezeichnet wird, meldet man, daß Dr. Klausner, der Führer der Liberalen, im Namen der gemäßigten Linken Verwahrung einlegte gegen die Machtgelüste der Rabbiner: „Wir, Vertreter der Städte und Kolonien sind zur Rabbinerkonferenz gekommen, um das Rabbinat zu stärken, nicht um es zu schwächen. Wir waren daher za jedem Kompromiß geneigt. Leider haben wir bet der Gegenseite keine Neigung zu Kompromissen gefunden. Infolgedessen sind wir gezwungen, die Konferenz zu verlassen und jede Verantwortung für ihre Beschlüsse abzulehnen". „Rabbiner Kuk spricht äußerst erregt über das Bestreben der Laien, das jüdische Gesetz zu reformieren, wozu die Rabbiner sich niemals hergeben würden". Weil die Rabbiner erklären, daß sie nicht die Macht und die Berechtigung baben, an der göttlichen Tbora irgend etwas zu ändern, wirft man ihnen Machtgelüste vor, weil sie keine Neigung zu Kompromissen zeigen wirft man ihnen vordaß sie die Einheitsfront stören, weil sie Laien nicht rin Recht einräumen, das sie sich selbst auch nicht einräumen können, nämlich die Tbora zu reformieren, v«!8ßt man entrüstet den Saal. In derselben Nummer der Rundschau schreibt Jacob Hakohen über den „Alljüdischen Weltkongreß: „Diejenige Voraussetzung, auf deren Erfüllung das gesetzestreue Judentum berechtigterweise bestehen muß, ist, daß bei allen Maßnahmen, für die der Weltkongreß verantwortlich ist, das Thoragesetz in seiner vollen Ausdehnung beachtet werden muß". Schön gesagt, Rebb Jacob Hakohen! Ihre Union wird und muß die Billigung aller Gcsetzestreuen von Haudu bis Kusch finden, wenn nicht einige Zeilen später Ihre Erläuterung käme, die sich mit den Ausführungen des Herrn Dr. Klausner auf der Rabbinerkonferenz in Jerusalem ganz und voll d^ckt. „Besteht somit über die prinzipielle Seite der Frage keine Meinungsverschiedenheit, so wird sich in der Praxis doch sehr bald zeigen, daß der Inhalt des Begriffes „Thoragefey" noch viel weniger klar ist, als der Begriff Nationalismus. Unmöglich ist, daß noch länger jeder beliebige Rabbiner in Frankfurt oder sonstwo in der Lage bleiben darf, sei es aus ehrlicher Ueberzeugung oder — wie so oft — aus psäfsischem Machtgelüste unter Berufung auf das Thoragesetz wichtige Interessen der jüdischen Gesamtheit zu schädigen. DieSchaffung einer autoritativen Stelle für d e Entscheidung religiöser Streitfragen tst sowohl für Palästina als auch für das Galuth geradezu eine Staatsnotwendtgkrtt. Und es ist zu hoffen, daß das oberste Beth-Dtn in Jerusalem, dessen Konstituierung soeben gemeldet wird, in der Zukunft in der Lage ist, der in reltgionSgesetzitcher Beziehung herrschenden Anarchie ein Lnde zu machen." Damit sind wir vollkommen einverstanden, daß nicht ein Rabbiner, er sei in Frankfurt oder in Jerusalem oder sonstwo, beliebige Gesetze macht, die nicht in der Thora begründet sind, das wiro auch kein Rabbiner, der die Thora kennt und beachtet, sich in den Sinn kommen lassen. Auch damit sind wir einverstanden, daß „von Ziaün ausgeht die Lehre und das Wort Gottes von Jeruscholaim", aber damit sind wir nicht einverstanden, daß man den Pesak des Rabbiners oder des Beth-Din nur * dann anerkennt, wenn er dem Fragesteller paßt! Wie wäre es z. B., wenn jemand eine. N7>rw über koscher oder trepho dem Rabbiner vvrlegt und dessen Ent.

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