Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1921)
- Date
- 1921-03-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit HU Ein Centratoroan 10t Jas orthodroce Jmlentam fffUI 1 Ul isajggfifrlaiefmDr.KkmIdmaioz sasssss >" > mm 62. Mraanasaa Sranfcfurtfl. M-. Den 81. März 1921 21. Adar II 6681 M 13 Biatntewetii pro Vierteljahr r «eutschlandbei den Postämtern sowie Sei direkt. Bestellung u. Rechnungsertett. durch d.Berlag M. 7.20 »iertelj. f. Lehrer rr. Kultusbeamte (n. direkt) M. 3.60 vierteljährlich, Deutsch'Oesterrrich Lr.60.— vierteljährlich: Lschecho-SIowakei Kr. 18.— Ungar« Kr. BO.— vierteljährlich, Pole« (nur in deutscher «eichsmk.) M. 10. vierteljährl., RnmSnien 10 Lei, HoUand fl.1, Gkandinav. Kr.S, SchweizfS.1.50,Frankreich «.Belgien Fr.2.50, England 1 sd. 8 p., Sltttetifa 0.50 Doll, vierteljährl. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. »er Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate: Ml. 2.—für die sechSgesvaltene Colonel-Ze le einschl. TeuerungSzuschl. :Ansland-Jns.Mk. 4.-pro Zeile Rav. nach Tarif Bel laufenden Jnseratauftr. tarifm. Preiserhöhung jeder», vorbeh. Jnseratenannahme durch den Verlag der Israelit G. m. b H., grantfurt a. M., Gr. Eschenheimerstr. 83 Del. 884S, Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. > PtatzvorlchriMn ohne UrrdindUchkrtt. Zahlungen außer direkt an den «erlag — Postsche«or*« Frankfurt a. 9Jt. 91a. 19803 — erfolgen «.* Postsparkasse Wien Ro. 7S«"r> Postsparkassenamt Budapest No. tntJl Postscheckamt Zürich Ufr. YIII 7854 Postscheckamt Amsterdam No. 21868 Böhmische Unionbank in Prag Banca Barmaroscli Blank A Co. in Bneavalt ' Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. v« nadröruft der Brtiftel und CorrelponRenjen Bes »Israeli!“ IR nur unter genauer Quellenangabe, unS. foroeif es lieft um größere fiulläbe AanBelf, nur nscki norAerlger OeneAmlguno geflalfef. JtthaLtsüvrvstcht.!. Leitartikel: Der Nationalrat und dir Orthodorke i» jitauen. — 3. Homiletik: Dr. M. Lewin: Gesetz und -reiheil. - 3. Klein es Feuilleton: Settgemäße Literatur. — (Daß alte Testament im Film.) — (Neue Reproduktionen von Werken jüdischer Künstler.) — 4. Wochenrundschau: Der Friedensschluß in Riga. - Die Enthüllung der „Geheimnisse". — 5. Aufsätze. Lrhrerrtrud. — Die Kot der Waisenkinder. - 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Gchweinfurt, (Die Gemeinbetagswahlen). — Budapest. (Eine Pogram- Znternattonale). — Warschau, (Die jüdischen Internierten). Warschau, (Eine orthodoxe Protest-Aktion). — Warschau, jAllerlei auS Polen). — KownoZ (Massenpogrome im Homeler Gouvernement). — Warschau, (Ukrainisch-jüdische «Migranten an Präsident Harding). — Bukarest, Jüdischer «tudent-nkongreß). - Kischinew, mn Wunschzettel). - New-Aork, (Der grüßte katholische Orden Amerikas gegen die Hetze FordS). — New-Kork, (Von der Emigration.) — Jerusalem, (Nach der Rabbinrrkonferenz). — Jerusalem, JabotinSkh freigesprochen). — 7. Personalien.- S. Vermischtes. — 9. Frankfurter Berichte: Zum Derkauf der alten Synagoge. — Moses Sußmann — Wohltätigkeitskonzert der Jüdischen Frauenvereinigung. — Vereinskalender. — Gehetzetten. —'Familiennachrichten. — Literatur. 10. Feuilleton BeilagerKon Cordswa «ach Eyasarlen. — Sin Erlebnis tn jaftd. — 11. Kinde recke: Rabbi Schimon, Sohn Jachais. — »lebe junge Freunde.. Ser Aallonalr«1 und die Orthodoxie ln Litauen. Wi<werden vom Jüdischen Nationalrat in Kowno um die Veröffentlichung der nach, stehenden Erklärung ersucht: Kowno, den S. Februar 1821. Gehr geehrte Redaktion! An Nummer 3 Ihrer Zeitschrift erschien ein Artikel Ihres Korrespondenten, betitelt >,Dsr Nativnalrat und die Orthodoxie in Litauen", in welchem' schwere Anschuldigungen gegen den jüdischen Nationaltat erhoben und ihm sogar Drohungen gemckckt wurden. »rete Korrespondenz enthält zum Teil eine eleuchtung der Tatsachen, zum T-it aber - ich kann mir leider das Wort nicht ersparen direkte Unwahrheiten. Ich sehe mich daher gezwungen, im Interesse der Wahrheit einiges richtigzuswllsn. Schon die Darstellung, als wenn Dr. Rachmilewitz gewissermaßen der alleinige Schöpfer der jüdischen Autonomie-in Litauen sei, entspricht nicht der Wahr-- yeit. Ich möchte nicht gerne die sonstigen Verdienste meines Freundes Dr. Rachmilewitz verkleinern, aber gerade in dieser Beziehung hat er Seins. Tie Festlegung der Grundsteine dieser Autonomie ist di» Folg« einer großen Reihe von Verhandlungen, vor allem in Wilna, an denen Herr Oberrabbiner Rubinstein, Tr. Wigodskh, Dr' Schabad und meine Wenig- «M «AVißch« «BE nah«M. W» tf*; sultat wurde durch direKe Verhandlung err zwischen dein damaligen litauischen Ministerpräsidenten und -mir erreicht. Ganz abgesehen von den Vorarbeiten in Berlin, an denen Tr. Rachmilewitz nicht den geringsten Anteil hatte, kann auch die Tatsache nicht unerwähnt bleiben, daß die jüdische „Magna Charta libertatum", das heißt der bekannte Brief, den di: litauische Delegation bei der Friedenskonferenz tn Paris an das „Comite des Telegations Juives" gerichtet und in Abschrift an die Großmächte zugesandt hatte, und in dem die Grundrechte der Juden, darunter die religiösen, festgelegt worden sind, eben in. Paris abgesandt wurde, ohne jede Anteilnahme des Herrn Dr. Rachmilewitz. Die weitere Arbeit in Kowno wurde vom Minister sür jüdische. Angelegenheiten, vom Präsidenten des Jüdischen National, rates und einigen anderen geführt. Tie Durchführung der jüdischen Rechte im Leben und ihr Schutz ist hauptsächlich das Verdienst deS Ministers sür jüdische Angelegenheiten und der Mitglieder der jüdischen Fraktion im Sejm (Nationalversammlung). Ich glaube, niemand wird über die ihm zugeschriebene Rolle mehr überrascht sein, als Dr. Nachmilewitz selbst. Ebenso unrichtig ist es, daß Dr. Soloweitschik auf Tr. Rachmilewitz Empfehlung hin, zum Minister für jüdische Angelegenheiten ernannt wurde. Tr. Soloweitschik ist eine so eminente Persönlichkeit, daß er keiner Empfehlung bedarf. Er war früher von einer Konferenz, und dann vom Kchilloth-Kongreß für diesen Posten gewählt. Unrichtig ist eS ferner, daß die Orthodoxie in „bei weitem überwiegender" Majorität auf dem Kehilloth-Kongreß vertreten wa«. Tatsächlich hielten sich die Zionisteu und die Orthodoxen das Gleichgewicht, dazu kamen die Demokraten und Handwerker, sodaß keine Gruppe die Majorität hatte. Wenn ich zum Präsidenten gewählt wurde, und nicht Tr. Rachmilewitz, so kommt es vor allem daher, daß Tr. Rachmilewitz bei seiner bekannten Bescheidenheit einen so verantwortungsvollen Posten nicht übernommen hätte. Uebrigens wurde weder seine Kandidatur noch die irgend eines anderen Orthodoxen von irgend einer anderen Seite vorgeschlagen, ich wurde einstimmig gewählt. Es ist auch noch unrichtig, daß Dr. Rachmilewitz als erster, und Tr. Mukelstein als zweiter Vize- Präsident gewählt wurden? beide waren'von Anfang gleichberechtigte Vize-Präsidenten. Unrichtig ist auch, daß bei Anstellung von Leitern Zionisten bevorzugt werden? wir fragen nämlich bei der.Anstellung von Sektions- und Abteilungsleitern nicht "stach der Parteizugehörigkeit, sondern nach der Tüchtigkeit. So wurde auch %v. Deutschländec nicht von seiner Partei gestellt, sondern vom Präsidium ernannt, und nicht als Parwimann, sondern als ""'dagog. Nun aber zu den Unbilligkeiten des Nationalrates gegenüber der Orthodoxie. Um Ihre O.-fer nicht mit Kleinigkeiten zu beschäftigen, gestatte ick mir nur eine Bemerkung, wÄche aber genügt: alle govlmmtfi* tm Qrchodopi», mit Ifaa*tfjm «irt# einzigen, die aus politisch-juristischen Motiven nicht gebilligt werden konnte, wurden bei der letzten Plenarsitzung des Nationalrates einstimmig angenommen. Es ist hier nicht der Platz, über die Friedensliebe der litauischen Orthodoxen zu diskutieren, ich muß aber im Interesse der Orthodoxie nrein Bedauern darüber ausdrücken, daß Ihr Korrespondent es für notwendig fand, seinen Artikel mit Drohungen zu schließen. Ich sage im Interesse cer Orthodoxie, denn es herrscht leider eine Meinung - ob mit Recht oder Unrecht, mag dahingestellt bleiben — daß die Orthodoxie die jüdische Autonomie in Litauen zu untergraben sucht? leider haben ihre Führer nicht selten zu einer solchen Meinung Veranlassung ge- ' Leben. » # , Dazu bemerkt der Verfasser des beanstandeten Artikels Folgendes: * In der Einleitung zu meiner Auseinandersetzung über die jüdische Autonomie sagte ich unter anderem: „Diese rätselhafte Erscheinung hat ihre tieft Begründung einerseits im Charakter des? litauischen Judenheit, andererseits im historsichen Verhalten der Polen zu den Litauern und Juden", worauf eine Schilderung dieses Verhaltens unter gegenftMgen Beziehungen der Juden und Litauer erfolgt, welche schließt mit dem Reiume: „So entstanden intun« Beziehungen zwischen den Leitern der litauischen Politik und den jüdischen Politikern, vornehmlich zu Herrn Tr. Rachmilewitz. Tiefe Zeilen, glaube ich, sagen zur Genüge, daß die jüdische Autonomie in Litauen nicht ausschließlich das Werk einer einzelnen Person ist, sondern daß die hundertjährige Geschichte der Juden in Litauen den Boden sür eine gerechte Stellung der litauischen Juden im Lande urbar gemacht hat, auf welchem die jüdischen Politiker und das sympathische Entgegenkommen der litauischen Politiker zusammen gearbeitet haben, un, die jüdische Autonomie zu schaffen. Wenn ich dennoch die unschätzbaren Verdienste des Herrn Tr. Rachmilewitz hervorgehoben habe, so geschah es nicht bloß, ivejl die Zionisten dieselben in ihrer Presse geflissentlich verschweig?,,, oder wie ihr Führer, Herr Rosenbanm, mit zweiselhasp.m Mute ganz in Abrede stellt, sondern hauptsächlich, weil ich, auf verbürgte Tatsachen gestützt, vollen Grund dazu hatte. Denn. als die Litauer Wilna haben räumen müssen und die Tarhba nach Kowno verlegt haben, find fast alle maßgebenden jüdischen Politiker, wie Rabbiner Rubinstciu, Tr. WhgodSki und Dr. Schabad in Wilna zurückgeblieben nno Herr Rwenbaum hat sich für längere Zeit nach Paris begeben und dev >rinzrge, welcher „,it der litauischen Regierung nach Kowno gezogen ist, war Tr. Rachmilewitz, wo er m,t aller Energie und politischem Takte, die ihm m hohem Grade eigen sind, seine bisherige politische Tätrgkett im Interesse seines Vaterlandes und seiner Glaubenöbruder, einzig und allein sortsetzte, da T-r. Soloweitschik zu jener Zeit, unlängst auS den, Rußlands zurückgekehrt, mit den litauischen Politikern und Politik und in Regierungskreifm wenig ***** wm. «vwd» |« i*m 3** ***», wi« oft.