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Der Israelit · 1921-03-24 · Heft 12 (24.3.1921) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 12 (24.3.1921)
Date
1921-03-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Blätter fh e r k nK» z e z e b e n » » m Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Ägudas Iisroel für Deutschland. ss Wummer 12 sss 24. Al ä r , 1921 sss VII.. Jahrgang ss 14. Adar II. 56*1 TnhattrNerstcht 1. »MtzschreiSen der V»isr»tton»trntt,lr der Slguda» KiSreel. — 9. Mitteilung des Vruppenverdtmde». — ». «rgistratur. — 4. Abraham «rünbaum r'ST. — 1. Sitzung de» Zentralkomitees der Schlaume Emuneh JiSroel. — 6. vmanuei ^Tarlebach-KSln r «ege»»artSaufga»en Ser thoratreuen Judenoelt. — 7. Mitteilungen der N.-A. Augend.Organtfgtion. — I. Au» der Bewegung. — ». Spendenliste. — 1». Auszug aus dem „$afccT($*. Rundslhrelben der -ml-ratlons- Zentrale der Arudar Wroel. Art di» •# und AugrnAgnMen der AgudasIisroet in Deutschland. Infolge deL Krieges uufl seiner Mrkungen, fvlvie der schrecklichen Pogrome und Verfolgungen in fast allen Ländern des europäischen Ostens hat sich ein jüdischer Wantzersturm erhoben, der von Tag zu Tag immer mehr anwächst, und sobald auch aus der Ukraine die den Metzeleien entkommenen Inden herausströmen werden, noch nie dagewesene Dimensionen annehmen wird. Me Weltkonserenz der Agndas Iisroel, die im August in Preßbürg tagte, hat sich der Erkenntnis nicht verschlossen, daß diese gewaltige Wanderbewegung einer Regulierung bedarf, wenn nicht durch das planlose Wandern von Hunderttausenden Menschen das größte Unheil über diese selbst, sowie über unser, ganzes Volk gebracht, vor Allem aber auch die Jüdrschkeit schwer bedroht werden soll. Sie hat demgemäß beschlossen, die Regulierung der jüdischen Emigration in ihr Tätigkeitsprogramm aufzunehmen, für diese Tätigkeit innerhalb der Agudah eine eigene Organisation zu gründen und als deren oberste Leitung eine Emigrationszentrale in Wien einzurichten. Natürlich können wir unsere Aufgabe als Emigrationszentrale nur dann erfüllen, wenn uns unsere Brüder in allen Gruppen der Agudas tisroel unterstützen, wenn jede Gruppe das Stück rbeit übernimmt, das sie im Interesse von Klal- Iisroel übernehmen muß! Auf Grund des Beschlusses der Preßburger Konferenz hat die Leitung per Agudas Iisroel ausgesprochen, daß jede Gruppe der Agudas Iisroel, die an einem Orte sich besindet, wo aus-, wandernde, durchwandernde und einwandernde Juden jn Frage kommen, verpflichtet ist, einen besonderen Emigrationsdienst zu organisieren. Und zwar soll dies Ln der Weise geschehen, daß der Vorstand der.Ortsgruppe Ms deren Mtglieddrschaft einen Mann, der sich durch besonderes Interesse für die Auswanderungssache, durch Hgtkraft und Ansehen auszeichnet, zum WArrgrmvio Ns re feventen bestellt, in größeren Orten ihn beauftragt, Ms Mitgliedern der Ortsgruppe .eine Ernigra tio u s - Ko iwm i ssion i/u bildenderen Vorsitzender er wird, und mit dieser zusammen Pas, Emigrationsbüro . zu errichten. Wenn Ihnen das Wohl'und Wehe unserer Brüder und ihre Erhaltung für ein frommes jüdisches Leben am Herzen liegt, werden Bi», so hoffen wir, nicht zögern — sobald die Agudoleitung Ihres Landes die etwa erforderm* bechördAM AtzkvWitzunU Mr M tionsdienst erhalten haben wird — den Emigrationsreferenten in Ihrem Orte zu bestellen, eventl. durch diesen samt Emigrationskommission das Emiarationsbüro zu begründen. Dem Enrigrationsreferenten, bezw. -Büro werden folgende Tätigkeiten obliegen: 1. Fortlaufende Berichterstattung über den Stand und den voraussichtlichen weiteren Verlauf der jüdischen Auswanderung, bezw. Durchwanderung oder Einwanderung an Ihrem Orte. 2. Fürsorge für die materiellen und religiös-sittlichen Bedürfnisse der Wanderer an Ihrem Orte. 3. Beratung der Wanderer in Bezug auf ' ihren weiteren Weg (später auch in Bezug auf Berufswahl und Wauderziel) und diesbezügliche Interventionen. Wenn bei der Berichterstattung eine förmliche Statistik geliefert wird, ist dies gewiß von Vorteil. Mer wo sie jetzt nur mit größtem Zeitverlust gemacht werden kann, soll nicht darauf gewartet werden. Hauptsache ist, daß auf Grund von Erfahrungen und Beobachtungen ein gewissenhaftes Urteil abgegeben.wird. Die Berichte, die sich namentlich über die gegenwärtige und voraussichtliche Zahl der Wanderer, über ihre soziale Schichtung, Berufs- und Vermögensverhältnisse, Geschlecht, Familienstand (ob ledig, verheiratet oder verwitwet), Alter, sowie über die Ergebnisse der Fürsorge, Beratungs- und Jnterventionstättgkeit usw. zu verbreiten haben, sind zu richten an die Unterzentrale des betreffenden Gebietes, deren Sitz Ihnen bekannt gegeben iverden wird und die auf Grund der bei ihr einlangenden Berichte aller 'Ortsbüros Gesamtberichte an die Hauptzentrale abgibt. Was die Fürsorge betrifft, so besteht die notwendige Mindestleistung darin, daß den Wanderern die Möglichkeit verschafft wird, sich zu mäßigen Preisen koschere Kost und saubere Unterkunft zu verschaffen. Eine erwünschte und erstrebenswerte Mehrleistung ist, ivenn den Wanderern, 8ie es nötig haben, Kost und Unterkunft kostenlos geboten, in den schlimmsten Fällen auch eine Geldunterstützung gewährt wird. Wer die hierzu nötigen Gelder müssen, solange und soweit der Emigrationsregulierung keine entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen, bei Privaten oder Korporationen aufgebracht werden. Der wichtigste Dienst, den Sie den Wanderern leisten können, ist, sie richtig zu beraten und für schnellste Vermittlung zwischen ihnen einerseits und Behörden, Verkehrsinstituten und Verwandten im Auslande andererseits zu sorgen. Jedes Emigrationsbüro muh jedem Wanderer verläßliche Weisungen über die Dinge geben können, von denen seine weitere Existenz, ja oft sein Leben abhängt, also über den einzuschlagenden kürzesten W>eg zur nächsten Rast, zur Grenze, zum Hafen, über die Paß- und Visa- Verhältnisse, über Billetbeschafftmg, später auch überdie wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes, nach dem er strebt/ oder über die in Betracht kommenden Wanderziele überhaupt. Und * es muß ihm in Paß- und Visaangelegenheiten, bei Billetsbesorgung und GeVberweisung, sowie in vielen anderen Hinsichten .in 8er Weise an die Hand gegangen werden, daß er vor Schaden und Ausbeutung behütet wird und nicht mehr Ausgaben zu machen braucht, M im~ umyäntzlich nötig ist. Damit Sie aber in der Lage sirck, diese eben geschilderte dreifache Tätigkeit, namentlich die letztgenannte oder Beratung und Interventionen, in befriedigender Weise auszuüben, werden tvir Ihnen von Zeit zu Zeit durch die Unterzentrale Ihres Gebietes weitere Instruktionen, die Ihnen Fingerzeige für die Berichterstattung, Fürsorge und namentlich für die Beratung der Wanderer geben sollen, zugehen lassen. Wir bitten Sie auch, uns bei der Abfassung dieser Instruktionen dadurch behilflich zu sein, daß Sie uns baldigst einen ersten und dann lveiteren regelmäßigen Bericht über die dortigen speziellen Verhältnisse in Bezug auf öie Auswanderung erstatten und uns Fragen darüber stellen, was Jerade bei Ihnen wissenswert ist. Auch wenn Sie in einzelnen Fällen im Zweifel sindwelchen Bescheid Sie geben sollen oder sich zu wenig orientiert glauben, uni dies tun zu können, wollen Sie sich sofort mit besonderer Anfrage an uns wenden, «eventuell Ratbedürftige an uns direkt verweisen. Es.empfiehlt sich auch silr Sie, auf Grund der von uns erlangten Instruktionen, zum Deik auch auf Grund der an Ort und Stelle von Ihnen eingeholten Informationen, für den Bedarf der Wanderer kurze Anweisungen drucken zu lassen, welche die wichtigsten Angaben über die Erlangung und die Kosten vor» Pässen und Visen, über den nächsten Weg nach den Orten, wo die Pässe und Bisen zu erlangen sind, über den nächsten Weg nach den Häfen, über die Beschaffung und die Preise von Bahn- und Schiffbillets, über Fahrzeiten der Züge und Ab- -gange der Schiffe enthalten. Im Uebeigen ist es nötig, den Wanderern immer unbimmer wieder einzuschärfen, daß sie sich von der Emigrations a rbeit keine wirtschaftliche u n d sonstige Erlösung, kein Ende ihrer Not, sondern nichts als eine Erleichterung ihrer schweren Wanderung versprechen dürfen. Me Oeffentlichkeit dark keinen Augenblick iin Zweifel darüber gelassen werden, daß wir weit davon entfernt sind, die Emigration hervor- 5 urufen und zu begünstigen, f o ttfle. t n daß es s i ch nur darum Handelt, die bestehende und immer mehr anwachsende Emigration in möglichst geordnete Bahnen zu lenken. Bei denjenigen Interventionen, die, wie Billetbesorgung, Geldüberweisung usw. mit Geld- Operationen verbunden sind, werden diese in absehbarer Zeit von der zu gründenden Emigrationsbank vollzogen werden. Bis dahin wollen Sie sich diesbezüglich an uns wenden. Auch Bor Beginn des Schillsemesters wird erneut darauf.hingewiesen, daß nach den bestehenden Vorschriften jüdische Schüler auf Antrag vom Schulbesuch am Sabvath zu befreien sind nutz auf keinen Fall gezwungen Mrden dürfentm Sabbath zu schreiben. Näher« Auskünfte erteilt gern . Gruppenverband 8er Agudas Iisroek . in Deutschland, Halberstadt.

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