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Der Israelit · 1921-03-24 · Heft 12 (24.3.1921) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 12 (24.3.1921)
Date
1921-03-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit Ein Eentralonan lir das orthodoxe Judentum ßffBBli pgasjgggiiifHBfei 9oo Or. behüBiD Id SBaioz csssass g %prnmmmJU(imm.... aiwHmrnmimmmmmMMmMWmmL 62 Mrganfl. s- M-, gen - 14 Adar ll^iM' M 12 0B0ttttf turnt pro TMrrtrlfnfi* t Dentschlandhei ben Postämtern 1 sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnungßerteil. durchd.Verlag M. 7-20 Viertels, f. Lehrer u. Knltukbeamte sn. direkt) M. 3,60 vierteljährlich, Deutsch-Oesterreich Kr.60.— vielte! äbrlich : Kiel eckie-GloN akri Kr. 18.— Ilnßnrn ftr. 60.— vierteiiöbrlich. Polen (mir in deutscher RelckSmk.) M. 10. viertelsöbrl.. Rumänien 10 Lei, Holland sl. 1,1 Skandinav. Kr.L, Tchmeizftz.1 bO.Frankreichu.Brlglen ffr.r.60,! England 1 «h. 6 p., 9lj»rrifn 0-0 Dal), vierielrährl. Einzel» i nummer 60 Big. Durch den Buchhandel wie beim Verlag. Der Israelit erscheint jeder Donnerstag Anserate : Mk. 2.— fiir die sekbSgesvaltene Ealanel-Zeile elnschl. TeuernuySzuichl. :AnSland-Ans.Ml.4.—pro Zeile Rad. nach Tarü Bei laufenden Jnseratauftr. tarifm. Preiserhöhung jederz. dorbeh. Jnseratenannatzmr durch oen Verlag des ^*raettt G. m. b H., Hrank' surr«. 27?.,«kt. Eichenheirnerstr. 83 «e!. 584«, «mi Hansa, sowie sömtk. Nnnouceu-Exped. des Innnd Austüttdr. rUadvorfchrtNeu ohne Prrbtvdlichkeit, Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a M. Wo. 1»80» - erfolgen an: Postsparkasse Wien »io. 7V«"»' Postsparkastenamt Budapest v'o. 1H*V4 Postscheckamt Zürich *>. Vfll 7254 W W Postscheckamt Amsterdam No. S486S Böhmische llniondank in Prag Banca Kfarmarosoi! Itlanfc A Co. in üncareat Filiale deS Wiener Bankverein« in Agram. Der flarhörurfe der firfifeel und Corre[ponden?en des „Israeli!“ Id nur unter Qenauer Quellenangabe, und, loweil es {Ich um ordnete huffdfee ** bandelt, nur narb vorheriger 6enebm!gung gestattet Inhaltsüverstcht. 1. Leitartikel: Die Vorgänge in Palästina.- 2. Homiletik: Dr. Fclix Kanter: Klicke in die Kalle Esther. — 3. Kleines Fc utileton: (Ein altts Kulrurgebiet alS Wüste.) — (Ltatistisches aus der Schweiz.) - 4. Wochenrundschau: Ein Reichsgesetz über das Volksschulwesen,) — Die Amsterdamer Bermittlungs-Aktion. — 5. Aufsätze: Abraham Giünbaum — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Berim (Aus dem Reichstag). — Wien, (Erzesse der Antisemiten. — Der Rettgionsb hrerstreik). ~ Wien, (Das Palästina-B sum). — Krakau, (Ein grober Schwindel.) — Warschau, (Gegen Posnanski. — Kowno, (Paiästinaarbeit in Litauen). — Klaufenburg. — Jerusalem, (Herbert Samuel und Rabbi Chajim Sonnenschein). — Jeru alern, (Für die Ukraine). — 7. Personalien.— 8. Frankfurter Berichte: Das Jüdische Heim. — Mohltätigkeitskonzert. — Blumenablösung. — Familiennachrichten. — Vereinskalender. Gebetzeiten. — 9. Literatur. — 10. Feuilleton Beilage: Ron Gordülva nach Ghasarien. — Heinrich Einstädter: Durch Bruchstücke zur Verbindung. — 11. Kinderecke: Das Testament. — 13. Vermischtes. Sie Vorgänge in Palästina. Die große Rabbiner-Derlammlung zu Jerusalem. Jerusalem, 28. Februar. Ueber den bereits mitgcteilten Faststag, den die alten Rabbiner für den Tag der Rabbinerkonferenz ansetzten, wird noch weiter berichtet: Eine Flut von Gegenproklamai Ionen ergoß sich gegen die Ankündigung des Faststages, die in Form vcn Pioka en alle Wände ter öfsintlichen Gebäude bedeckten. Die meisten wollten Nachweisen, daß man am 30. Adar I nicht fasten dürfe, andrre begannen mit den Worten, aus der Ansprache des Herrn Rabbiner Kuk: D’TUT!? "121 nnöwi mi« nmi« Es fehlt aber auch nicht an Aufreizungen und auch unerhörten Beleidigungen an die Adresse der altehrwürdigen Rabbiner Sonnenfeld und Diskin. £ £ £ Jerusalem, 27. Februar. Aus Anlaß der großen Rabbinerkonferenz sind fast alle Rabbiner aus der Provinz in Jerusalem anwesend. Am Montag nachmittag hielt in der dichtgefüllten großen Synagoge Herr Rabbiner Kuk eine glühende Ansprache, in der er den jetzigen Augenblick als „Anfang der Geulah" schilderte und sich bitter beklagte über diejenigen, die die Arbeiten der Rabbiner zu stören suchten. Es sprachen noch andere Rabbiner und die Feier endete mit dem üblichen Mischeberach für den Oberkommissar. .* * *: Jerusalem, 28. Februar. Im Zusammenhang mit der großen Rabbiner" konsirenz fand eine Volksversammlung statt, in der fünf Redner über das Frauenrecht und die Reform des jüdischen Eherechtes sprachen. Die angenommenen Beschlüsse zeigen die Verwirrung, die die Vorgänge in vielen Köpfen bereits angertchtet, in markantester Weise. „Mit Rücksicht", so heißt es in dem Beschluß der Volksversammlung, „auf das in Palästina zum Grundprinzips gewordene gleiche Recht Her Frau, könne man die jüdische Gerichtstarkeit nicht einzig in die Hände von Rabbinen legen, die insbesondere in Dingen des Fronenrechtes nach alten Gesetzen entscheiden, die mit dem modernen Rechtsbkgr.ffs nicht im Einklänge stehen". Auch gegen Uebertassung der jüdischen Ehe-Angelegenheiten an die Regierungsbehörden sträubt sich die Versammlung. Sie wünscht vielmehr die Etnsetzungs von jüdischen Latengerichten, die moderneres Recht tu. Ehedingen sprechen. Diese Beschlüsse wurden einstimmig angenommen. Soweit ist man hier bereits gekommen. Hie Ätzungen Ser Rabbinkr-Ronterenz. Jerusatem, 1. März. Vierte Sitzung. In der vierten Sitzung referiert Herr I. Pantsel über das Rabbtnat und seineAufgaben in der Zukunft. Folgende Punkte drängen auf Zentralisierung: Die Vollzrhung von Trauungen, das Schechitawesen, die Notwendigkeit eines Berufungsgerichts und die Durchführung der rabblnischen Gerichtsbarkeit in Fällen, ht denen nicht beide Parteien erschienen sind. Das Oberrabbinat muß außerdem den Herzpunkc bilden, von dem das geistige Leben der ganzen Judenheit genährt wird. Rabbiner Fischmann teilt mit, daß Gerüchte in der Stadt umliefen, Herrn Rabbiner Sonnenfeld sei in einem Schreiben des Oberkommissars das Recht zugestanden worden, seine eigene Kehtlla mit eigenem Besdtn und unabhängigen Institutionen aufrecht zu erhalten/ der Justizsekretär möge darüber Aufklärung geben. Herr Bentwich erklärte, er halte es nicht für opportun, Dinge in der Oeffentlichkeit bekannt zu geben, die zur Erregung der öffentlichen Meinung führen könnten. Seine dann abgegebenen Erklärungen bittet er, nicht in denZeitungen zu veröffentlichen. Nichts desto weniger entwickelt sich eine lebhafte Debatte üb?r die Aufklärungen des Herrn Bentwich. Herr Milikowski ist darüber entrüstet, daß man auch in Erez Jisroel das Bestehen einer Sondergemeinde gestatte. Auf wertere F agen, mit denen Herr Bent vich bestürmt wird, antwortet er kurz, daß oll diese Dinge im Rate des Ober kommissars mit dem gebotenen Ernst behandelt weiden. MitGewalt und mit demZwang des Gesetzes sei keine Einigkeit zu erzwingen. Es sei besser, an den guten Willen zu appellieren, als an Macht und Gewalt. Herr Bentwich verläßt darauf den Sitzungssaal. Die weiteren Verhandlungen über diesen Punkt finden hinter geschlossenen Türen statt, nachdem die Galerie geräumt worden und die Berichtenstarter gebeten worden sind, über Einzelheiten nicht zu berichten. Es wird endlich beschlossen, eine dretgliedrlge Delegation zum Oberkommissar zu entsenden, offenbar um gegen die halsstarrigen „Orthodoxen" Stimmung zu machen. Auf Antrag Fischmann wird eine Wahlkommission gewählt, bestehend aus 9 Mitgliedern, und zwar 6 Rabbinern und 3 Laien. Die Rabbiner bestehen zu gleichen Teilen aus Sefardim und Aschkenastm. Ueber die Aufträge, die die Versammlung der Wahlkommission zu erteilen hat, entwickelt sich eine rege Diskussion. Herr Dr. Klausner teilt den Beschluß der Laienversammlung mit, dahingehend, daß es der Wahlkommission zunääst obliegt, die Mandate der Delegierten zu prüfen, und so die Stimmberechtigten festzustelleu. Dann solle fürs erste nur die Wahl des Oberrabbiuats vorbereitet werden, der erst später die anderen Wahlen in den Gemeinden folgen sollen. Die Wahi-Periode solle sich vorläufig nur ouf ein Jahr erstrecken und erst spater gesetz'ich festgesetzt werden. Auch könne das Budget vorest nur provisorischen

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