Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1921)
- Date
- 1921-03-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Kette 6 Nr. 9 Stet A-rtttM aber die nationalisierte Orthodoxie von hier hat ihm daS auch zu bequem gemacht. Typisch ist auch das: Bei allen Einrichtungen die Wetzmann und Mond besuchten, war nicht eine orthodoxe. Keine Schule. Ketn Krankenhaus. Kein Waisenhaus. Nichts." gvanhvtldj. Von 9er Hrifls in 9en Jitöifdien velegsllmien. Aaris, 26. Februar. "Rechtsanwalt Schlößberg, der, wie in jüngster Nummer berichtet, aus dem Komitee de* Delegation ausgetreten ist, hat sich, auf ein Schre»"^ Nachum Sokolows, wieder zur Mitarbeit S erklärt. Sokolow verspricht die chwg neuen Organes, welches sich mit mr ' ar& Bevollmächtigter des ga.izen jüdt^ wird nennen können. Solange die J C)töan nickt aebildet ist, würde 'das Ko^^.^ j,er Delegationen ^ejen Aufgaben erfülle (> Herr Schloßberg hat sich daraufhin, ohn öon seinem prinzipiellen ^^^L- ^^uweichen, bereit erklärt, als juristischer Bei j,en formct(cn Arbeiten der Delegation -^zuwirken. . <&U£h\t\h. London, 25. Febr. In der dieswöchentltchen Sitzung des Board of Deputies wurde beschloffen, zusammen mit den anderen großen englischen Organisationen einschließlich der League of British Jews ein gemeinsames Presse-Komitee zur journalistischen Abwehr des Antisemitismus zu gründen. Damit hat man die genannte Liga, die von zionistischer Seite mit einer Art Bann belegt worden war, zum ersten Mal als salon- . fähig wieder anerkannt. Im übrigen lagen dem Board eine Reihe von Berichten seiner Kommissionen vor, die debattenlos genehmigt wurden. — „Jewish Guardian" läßt sich aus Kairo berichten, daß der Emir F eis ul, der z, Zt. hier in London weilt, zum König von Mesopotamien ausersehen sei. — - Der neue Leiter des Kolonialamtes, in dessen Ressort die Palästinaverwaltung nunmehr fällt, Churchill, beabsichtigt sich in Kürze nach Aegypten zu begeben, um dort insbesondere die Finanzsragen mit der palästinensischen Verwaltung zu erörtern. Im Parlament stellt Churchill ausführliche Auskunft über die finanziellen Erfordernisse des Mandates für die Zeit nach Ostern in Aussicht. Die Berufung des Palästina-Mandates im Völkerbund wurde aus dem gleichen Grunde verschoben. China. Der Oberrsbbiner von China. London, 27. Februar. Vor kurzem traf in Peking der neugewählte Oberrabbiner Dr. Hirsch mit seiner Familie ein und wurde von seiner Gemeinde und Vertretern anderer Gemeinden in China mit großer Herzlichkeit empfangen. Man erhofft von dem neu gegründeten Oberrabbinate eine Erstarkung der tzudenheit in China. Druckfehlerberichtiguug In dem Artikel „Schauwowimtat" von Rabbiner Dr. Bamberger mutz eS gegen Schluß statt „vierter Minhag", „Fürther M i n h a 6" richtig heitzen. Personalien. .. Dürnberg, 37. Febr. Einen schwer'«? Verlust hat me Adaß JiSroel in Nürnberg erlitten^ Bor einigen Wochen schied Herr Julius Klugmann nach kurzem ^an«Iö0cr üirs dem Leben. Mit ihm verlor die gesetzestreue JudenheiL Bayerns eine Persönlichkeit, £ t'tC m i?.rp-tt besten Traditionen verkörperte. Lange re«? A" sikndSuritgliLd Abaß JiSroel, strebte er m Ehrlt^keit und Treue, in nimmermüdem Eifer mit ^eich^estnnten. die Adaß JiSroel zum Mittelpunkte kHVMtschen Lebens in Nürnberg zu machen. Er selbst verstand eS in wundervoller Weise, unterstützt von einer flleichgesinnten Gattin, in die Tat umzusetzen. Den Armen ist ein Wohltäter genommen worden, der in Wahrheit Jahrzehnte ohne Aufsehen und ohne viel darüber zu sprechen, viele Tränen getrocknet, und manches Leid gelindert hat. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wurde er, der in Wiesenbron geboren war, bei fernen Ahnen auf dem alten ehrwürdigen p"n*a zu Rödelsee zur letzten Ruhe gebeitet- Rabbiner Dr. Wohlgemuth, Kitzingen und Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, beklagten in tiefempfundenen Worten den Heimgang des echten Jehudi und wahren Menschenfreundes. Während der njDP sprach im Trauerhause Rabbiner Dr. B r a d e r, Ansbach, als langjähriger Freund des Hauses, Worte herzlichen Gedenkens. Kopeutzage«, 27. Febr. Ein sehr geschätztes Mitglied unserer Gemeinde, Frau Sara Eichel, geb. Goldschmidt aus Hamburg, ist nach kurzer Krankheit vorige Woche gestorben. Sie war eine hochangesehene, echtjüdische Frau, die allen unseren Traditionen treu lebte und auch wohltätig überall wo Not herrschte, wirkte. Bis zum letzten Augenblicke stand sie ihrem Geschäfte vor und erwarb sich hier viele Freunde. Noch eine Woche vor ihrem Hinscheidsn hatte sie froh und munter ihren großen Familienkreis in Hamburg besucht; ein Bruder ist mit des früheren Altonaer Rabbiners Löb, Tochter verheiratet. Sie hinterläßt drei Kinder, von denen die älteste Tochter die Gattin des auch im Auslande bekannten Bibliothekar Joseph Fischer ist. n"am Sprechsaal. Koscher-Artikel. Aus Bayern wird uns geschrieben: Geehrte Redaktion! „Während des Krieges mußte sich das Publikum von seinen Lieferanten sehr viel gefallen lassen. Die Kolonialwarenhandluugen mußten aus^. erklärlichen Gründen allerlei Artikel führen, die dem ReligionSgesetze widersprachen. Jetzt ist der Krieg vorbei und man sucht sich neue Lieferanten. Aber man ist erstaunt, welche Artikel heute noch von den Kolonialwarenfirmen mit und ohne Aufsicht geführt werden. Da gibt es alle Sorten Chokoladen, alle möglichen Obst- und Gemüsekonserven, Konfitüren, deutsche und französische Kognaks. Von Geschäften, die unter Aufsicht stehen, könnte man doch beanspruchen, daß alle Artikel, die nicht unter Aufsicht hergestellt und nicht gegessen werden dürfen: 1. durch Plakate kenntlich gemacht werden; 2. in Offerten und Rechnungen als nicht >«>2 bezeichnet werden; 3. vom Berkaufsperfonal, vorausgesetzt, baß jüdisches Personal tätig ist, an die Kunden als nicht bezeichnet werden. Wenn auch jüdische einzelne Familien am Platze deS Geschäftes von den - Artikeln unterrichtet sind, der weitaus größte Teil des Publikums weiß es nicht. Ein viel größerer tost: ist eS für die Fremden, die am Platze einkaufen oder für auswärtige Familien, die mit Recht annehmen, daß sämtliche Waren von einem Geschäft „unter Aufsicht" anstandslos gegessen werden dürfen". P. A. Literatur. Targum Scheni zum Buche Esther. Uebersetzt und mit Anmerkungen versehen von Prof. Dr. A. Sulzbach. I. Kauffmann, Frankfurt a.M., Sadvat-Anfaug und Ausgang. ^>np'i na er- 0 R Ti Anfang Datum AuSgang UhrlMm. 192l| 5681 Mr Nttn. Frankfurt«. M. Berlin .... Muttchen . . Ftrahburs . - Stuttgart. . . Pose» .... srsruSrrL. . . Hamburg. . . 5! 40 5 43 5 00 S 40 <! — 4. März 24.Adarl. 7 6 « $ C 31 43 43 SS Zu den prächtigsten, bilderreichsten Midraschim gehören die in vv bhw zu den Kapiteln des Estherbuches und anderen Sätzen der Schrift. Einiges davon ist, wie „Königin Saba", „Salomos Thron", durch Uebersetzungen und Nachbildungen zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangt. „Targum Scheni" als Ganzes ist aber den weiteren Kreisen schon wegen seines schwierigen aramäischen Idioms ein verschlossenes Buch geblieben. Sulzbach macht mit vorliegender kompleier Uebersetzung dieses Kabinettstück der Midraschliteratur in seiner bunten Fülle und Mannigfaltigkeit zum Volksgut. Es ist in der Uebertragung der schlichte Ton der Erzählung überall beivehalten. Die wissenschaftlichen Bemerkungen beschränken sich auf die notwendigsten Fest- und Richtigstellungen. So ist eS ein Buch für Jedermann, aus dem Gelehrte wie Ungelehrte auch Hoffnung, Mut und Kraft in schwerer Zeit schöpfen werden. Stz. % März 1934 Frankfurter Berichte. Die Ieschiivo-kmcfe. Die Jefchiwohkurse für noch schulpflichtige Knaben, die unter Leitung erfahrener Dozenten sich s» vortrefflich bewährt haben, werden im nächsten Semester im verstärkten Umfang fortgesetzt. Schriftliche Anmeldungen find heute schon, aber nicht später als bis an den Vorsitzenden deS Jeschiwohkurntoriums, Herrn Rabbiner Dr. S. Breuer zu richten. Pimttt&ut«. In der AgudaS Jisroel-Mädchengruppe behandelt der je am Montag abend 7,9 Uhr stattfindende „DirrimkurS" zur Zeit Purim und M egt Haß. Im Anschluß daran werden die besonders für Damen «»* gemein wichtigen Vorschriften über die Pessachvorbereitungen burchgenommen. Neue Tennehmertnvrn können sich jetzt anschließen. Agudas Iisroek-HrLsgruppe. In der von etwa 300 Personen besuchten, am letzten Samstag stattgefundenen Mitgliederversammlung der Ortsgruppe, legte R.-A. Dr. Jsaac Breuer in längeren Ausführungen dar, aus welchen Gründe« die Ortsgruppe sich nicht mit dem allgemeinen Satt«- witzer Programm begnügt habe und ein neuer Programm über die Idee deS AgudiSmuS ausstelle. Wir werden noch einmal ausführlich auf den Portrag rückkommen. Hstjüdischer Krmstaöend. Der Montefiore-Berein veranstaltete a« Mittwoch einen ostjüdischen Kunstabend. Um eS gleich vorwegzunehmen, man kam voll und ganz auf seine Kosten. ES kamen Rezitationen von EhroS, Btalik und Perez zum Vortrag, die alle — gut norgetragen — viel Beifall fanden. Zwischendurch spielte Frl. Bär (Klavier), Frl. R 0 s e n t h a l (Violine) einige kurze, aber wirkungsvolle Piecen. Den Hauptanteit am Erfolg des Abends hatte Herr M. G e r l i ch (Gesang) und Herr Max Neu mann am Klavier. Herr Gerlich sang oft jüdische Lieder mit schöner Tongebung und solch innerer Wärme, daß er bald alle Zuhörer mit sich geriffen hatte. Allerdings hatte er in Herrn Neumann am Klavier einen solch feinfühligen Begleiter, wie man sich ihn idealer nicht vorstellen kau«. In stürmischem Beifall stattete das zahlreiche Publikum seinen Sank für diesen herrlichen, wahrlich kunstreichen und jüdischen Abend ab. Generakversammkung des Irankfurter Hefänguisvereius. Die Gründung eines Finanz-Komitees war die Absicht, welche der Verein hegte und wozu er a« 28. Februar nachmittags 6 Uhr im Plenarsaal des VberlandeSgerichtS (Neues Gebäude) alle jene einludt, welche in richtiger Erkenntnis unserer gegrowKrtige» Lage zur Mithilfe bereit sind. Einzelfürsorge und Familienfürsorge ist in einem Zeitraum von SO Jahre» vom Gefängnisverein in ausgiebigster Weife geleistet wor.den, beide sich wechselseitig ergänzend. Während den schuldlosen Familien bestrafter Angehöriger als Ergänzung der öffentUcken Armenpflege Unterstützung für ihre leibliche Not zu Teil wurde, war eS immer die schöne Aufgabe der dem Frankfurter GefängniSveret« angehörenden Mitglieder konfessioneller .Vereine, die seelische Not, der ihre Strafe Verbüßenden zu milder«. Die Not der Zeit hat aber die Mittel des GefängntSvereinS stark in Anspruch genommen, Geldgeber bedarf der Verein, wie auch Männer die tätige Mithilfe zu leiste« bereit find. Aamiliennachnchten. Geburten. Einen Sohn: Max Adler und Frau Bertha, geb. Heymann, Königswarterstr. 29. Barmizwohfeier. Isaak, Sohn des Herrn Rüben Lange, Schützenbrunnen 8, 2. St., Synagoge Friedberger Anlage. — Jakob Tschtsik, Obermainflr. 1«, Synagoge Frtedberger Anlage. Graß-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäten- Theater Zillertal und Bierkabarett ltassenflffnung fl1/t Uhr, Anfang 71/, Uhr abemlt feinklause . Eingang nun Stfft«traBe 32