Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1921)
- Date
- 1921-02-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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.VlStter" 9tt. 9. «eite 8, heiauskvmmrn fuut«; sondern im Gegenteil, wir hcauwen «n» nicht nach dem zu richten wie andere «Jugendbewegungen" definieren, r» gehöce zur Jugendlichkeit, das, niemand, der phy'isch fich nicht mehr zur Auliend zählen könne, in einer Jugendbewegung mit- ^arbeiten habe. Definieren wir unsere „Bewegung'* vielmehr so, daß wir uns gemeinsam „bewegen" wollen in der Richtung, die unsere Lhauro unvorschretbt. Wegweiser für diese Richtung der Jugendg,uppen sollen die Ortsgruppen fein. Der Weg ist zum Teil schon in große« Abschnitte« zurückgeleg», teilmit, teilleider bisher ohne Wegweiser. Bor un» liegt manche ieiade Landstraße, doch auch manche unklare Gegend. )a »rauchen wir Wegweiser. Registriert in eure Herzen, registriert, wo unS die Wegweiser s Hirn. — Ich wünsche dem «ruppenver- Hand bet der angekündtgien Arbeit viel Ersoli, doch, an euch ist es, die ihr euch Mitglieder der Agudas At-roel nennt, ob dieser Erfolg einrreten wird. Grankfurt a. M., Chanukka 5681. Markus Seckbach-Halberstadt. Aus der Bewegung. Frankfurt a. M. Tie Ortsgruppe hat ein Programm für ihre Tätigkeit entworfen, das in einer Mitgliederversammlung besprochen werden soll. Ueber den Verlauf der Versammlung werden wir noch berichten. Zunächst bringen wir nachstehend den Ent-! wurf zum Abdruck: I. Ortsgruppe und Weltverband. Tie Ortsgruppe ist ein Glied des Weltosrbandes. Das Programm dark nur die Anwendung und Ausführung ves allgemeinen Programmes des WrltverbandeS unter besonderer Berücksicht,qu.rg der örtlichen Verhältnisse bedeuten. Das Programm b:s Weltverbanoes erhält seine endgültige Fassung durch die Kenessijoh Gedauloh. Jede Ortsgruppe wird berufen sein, hieran mitzuwirken. Bis daym soll daS Progamm der Ortsgruppe auch über Wesen und Auf- 5ade deS Weltverbandes, wie sie sie zu verstehen glaubt, lusschluß geben. 1. AgudaS JiSroel. AgudaS JiSroel will die Juden des Erdballs behufs gemeinsamer Lösung der jeweilig en GesamtbeuSaufgaben im Geiste der Thora umfassen. TieseS Ziel kann aber mit den rein praktischen Mitteln organisatorischer Wirksamkeit allein nicht erreicht werden. Es »bedarf zu seiner Verwirklichung brr Hervorhebung der Idee, aus der sich li> jeweiligen Gesamtheitsaufgaben ergeben und -ciner geistigen Bewegung, die für diese Idee opferfreudige Hingabe erwertt. Beides leistet der Agudismus. 2. Agudismus als Idee. &) Tie'Gesamtheitsaufgaben des jüdischen Volk.'s im Golus lassen sich nur durch nationale Selbstbesinnung im Geiste der Thora, die zugleich die Besinnung auf Ursache und Ziel des Golus bedeutet, einheitlich erfassen. So heißt Agudismus zunächst Selbstbesinnung des jüdischen Volkes im Golus aus Grundlage der Thora. T>iese Selbstbesinnung fordert der Agudismus von jedem seiner Bekenner, d) Auf dem Wege dieser Selbstbesinnung lehrt der Agudismus seine Bekenner sich als Glieder der Nation G'ttes begreifen. Die jüdische Nation ist die Nation G'ttes, Gattes unmittelbares Schöpferwerk, gleich Himmel und Erde. G'tt ist ihr Souverain, G'ttes Land ihr Land, G'ttes Recht ihr nationaler Wille. G'tt hat die jüdische Nation geschaffen, damit sie zusammen mit G'ttes Recht und G'ttes Land den G'ttesstaat bildet, in dessen Mtte G'ttes Herrlichkeit sichtbar weilen sollte, v) Auf dem Wege dieser Selbstbesinnung lrhrt der Agudismus seine Bekenner Ursache und Ziel des Golus erkennen. Ter Staat G'ttes ist untergegangen, weil G'ttes Nation das Land G'ttes ■rat Untreue gegen G'ttes Recht mißbrauchte, weil G'tteS Ration, nach der Weise poittljcver Nationen, an Stelle G'ttes selber herrschen wollte. G'tteS Herrlichkeit ist auf Erden heimatlos geworden. Ten G'ttesstaat wieder herzustellen, ist das Ziel des Golus. DaS GoluS ist der Weg oer jüdischen Nation vom G'tteSstaat zum G'ttesstaat. Ter Agudismus fordert von seinen Bekennen,, daß sie diesen Weg bewußt gehen, ü) Auf dem Wege dieser Selbstbesinnung gelangt der Agudismus zu einer alle Aufgaben der jüdischen Nation im Golus zusammenfassenden obersten Zorr: Ter Agudismus fordert die Bereitstellung d:r Nation G'ttes und des Landes G'tteS für ihre Wiedervereinigung unter der Herrschaft des Rechtes G'tteS zum G'ttesstaat. 3. Agudismus als geistige Bewegung. T-ie Idee deS AgudtSmuS soll den Ausgangspunkt *te«r geistigen Bewegung bilden. *) Ter AgudiSmuS lenkt den Blick seiner Bekenner auf die fürchterliche Gefahr, in der die jüdische Nation der Gegenwart schwebt, eine Gefahr, die ihresgleichen kaum hätte/ Kit E'tteS Staat in Trümmer sank. Ob die jüdische Nation aus eigener Kraft deS Golusendes sich würdig macht »der G'ttes Recht in G'ttes Nation in Serie tragen die Verantwortung, ttelt die zsrstreuttn Glieder wsch «** ****** Sesftrcheit gerät tw *) »«r Agudismus rü einem jeden von ihnen dir volle Bvrantrvortung Mr die Fortdauer deS Golus ans. o) Tie Idee der Bereitstellung zwingt ihrr Bekenner zur Gewinnung neuer Bekenner. Denn nicht der einzelne, sondern die Gesamtheit muß ' bereit sein. d) Tie Idee der Bereitstellung stärkt Mut und Ausdauer im Golus, . indem sie das unendlich erhabene Ziel des Golus zu ständigen: Bewußtsein bringt. e) Tie Idee deS AgudtSmuS weist G'tteS Land den ihm gebührenden Platz zu: den: nicht nur G'tteS Nation, auch G'tteS Land soll G'ttes Weckruf bereit finden. ' II. Aufgaben der Ortsgruppe. Tie Ortsgruppe steht im Dienst; der Idee des Agudismus. Sie bat diese Idee zu verbreiten und an ihrer Verwirklichung zu arbeiten. A. Verbreitung des AgudiSmuS. 1. Persönliche Einwirkung. ») Ter Vorstand der Ortsgruppe soll grundsätzlich nur aus Personen bestehen, die überzeugte Anhänger deS Agudismus sind, b) Ter Vorstand hat unter den zahlreichen Mitgliedern der Ortsgruppe diejenigen zusammenzubringen, die überzeugte Anhänger deS Agudismus sind. Sie bilden den Kern der Ortsgruppe. Sie betteiben die Propaganda von Person zu Person. Ihnen wird die Gewinnung weiterer Agudisten zur tflicht gemacht. er Vorstand soll die Verbindung zwischen den Agudisten der verschiedenen Ortsgruppen Erstellen und pflegen. 3. Oeffentliche Vorbereitung, a) Tie Ortsgruppe hat die Idee des Agudismus durch Veranstaltung agudistijcher Vorträge zu verbreiten. Oeffentliche Veranstaltungen der Ortsgruppe sollen ein agudistischeS Gepräge tragen, b) Tie Einrichtung von Lehrgängen ist in Angriff zu nehmen, in der die Idee des AgudtSmuS als Weltanschauung systematisch nach eü^m Lehrplan gelehrt wird. L. Verwirklichung des Agudismus. 1. Bereitstellung des jüdischen Volkes. Tie Ortsgruppe soll an der Beseitigung der Hemmnisse arbeiten, dre sich der Verwirklichung des Agudismus an ihrem Orte entzegenstellen. a) Geistige Bereitstellung. T-er größte Feind des Agudismus ist der Am Häaretz. «j Die Ortsgruppe hat eine Verbindung der Männer zu gründen, die sich gegenseitig verpflichten, niemals einen Tag vorübergehen zu lassen, ohne gelernt zu haben. Sie veranstaltet einmal im Jahre ein geselliges Zusammentreffen, ß) Tie Ortsgruppe soll eine Verbindung der Minner Herstellen, die selbständig lernen können. Sie treten um Pessach und Sukkaus zusammen zur gemeinsamen Besprechung einer Suggjoh. 7) Tie Ortsgruppe hat eine Vereinigung derjenigen Eltern anzustreben, die sich zun: Ziele setzen, ihre Söhne zu Lomdim zu erziehen. Trese Bereinigung tritt regelmäßig zusammen behuks gemeinsamer Besprechung von Erziehungssragen. Tie Ausarbeitung eines agudistischen ErziehungsplaneS soll in Angriff genommen werden. Ziel der agudistischen Erziehung ist: aa) Ausbau einer in der jüdischen Geistes- und Gemütswelt wurzelnden jüdischen llebeczeugung, die von den Ergebnissen der nichtjüdischen Wissenschaften, insbesondere der Bwilkritik, unabhängig ist. ßß) Abkehr von der materialistisch-kapitalistischen Auffassung unserer Zeit, wie sre vor allem in der Ueberschätzung der Bedeutung des Brotberufes gegenüber der Bestimmung deS jüdischen Menschen zur Gottesdienerschaft äußert. , 77) Entflammung der jüdischen Seele für das Weh des Silluk Schechinah. und das Hochziel des Kiruw Schechinah. ä) Tie Ortsgruppe hat ihr besonderes Augenmerk aus die am Ort» vorhandenen Thorastätten zu richten. «) Tie Ortsgruppe hat den Gegensatz zwischeu Ost- und Westjuden am Platze zu bekämpfen. Ter östliche Am Haavetz und der westliche Am Haaretz werden sich selten, der östliche Ben Thauro und der westliche Ben Thauro werden sich immer verstchen. d) Sittliche Bereitstellung. Tie Gegenwart ist eine Zeit tiefsten sittlichen Verfalles. Ter Abfall von G'tt ist in zahllosen Fällen die Folge der Sittenverderbnis. Die jüdische Jugend des Ortes davor zu schützen, ist Aufgabe der Ortsgruppe. «) Tie Ortsgruppe hat die Agudajuge.id zum Kampf gegen den außerehelichen Geschlechtsverkehr aufzuruken. ß) Tie Ortsgruppe hat für die allgemeine Verbreitung der Kenntnis der einschlägigen Vorschriften d»S jüdischen RechtiS zu sorgen. c) Vereitswllung des Gefühlsleben-. W itz Pflicht mit tat ganPsn Kraft feines Sehnentagtäglich auf die Wtchecherstellung des G'tteSstaates zu harren. Diese Gchnsucht neu zu beleben, ist Aufgabe der OrtSguppe. •) Die Ortsgruppe hat ständige Lehrgänge zur Verbreitung des Verständnisses für die Kinoth z» Unterbalten. ß) Für die Erkenntnis der Bedeutung und die verständnisvolle Begehung der dem Zusammenbruch des G'ttesstaateS geweihten nationale,, Traurrtag» hat die Ortsgruppe durch Wort und Schrift Sorge zu tragen. T) Tie Ortsgruppe soll einen fortlaufeuden Lehrgang in Traktat Sewochim einrichten. d) Organisatorische Bereitstellung G'ttes Recht bildet aus den zerstreuten Gliedern der jüdischen Nation auch ohne das Land «ne Einheit G'ttes Recht ist niemals Parteisache. B'tteS Recht ist Herrscher in Jeschurun. Durch geeignete Lehrgänge hat die Ortsgruppe Verständnis für die Herrfcherstelluna des Rechtes G'ttes zu wecken. Sie hat dieses Recht als geltenteS Recht der jüdischen Nation zu erweisen, daS die unumstößliche Konstttuante jeder jüdischen Gemetnschaftsbildung ist. ß) Tie Ortsgruppe hat geeignete Schritte zu ergreifen, um das Prinzip des Tin Thorah zur Anerkennung zu bringen. Sie soll eine Verbindung derer erstreben, die ihre Rechtsstreitigkeiten tunlichst einem jüdischen Schiedsgericht (Tin Thauro) unterwerfen. Sie soll auf die Organisation eines ständigen Schiedsgerichtes hinwirken. 7) Tie jüdische Gemeinde, die unterste DerwaltungSkörperfchaft des G'ttesstaateS, ist der teure Rest, den die jüdische Nation aus den Trümmern deS G ttes- * ftaates gerettet hat. Sie ist Abbild von ftlotl Zisroel. Ihrem Gedeihen hat die Ortsgruppe ihre ganze Kraft zuzuwenden. Letztes organiiatoc'.scheS Ziel der AgudaS JiSroel ist die Ei»,heit der Ortsgruppe und der jüdischen Gem^nde. Dtt Ortsgruppe hat dahin zu wirken, daß in die Gemeindeleitung agudistische Männer aewäblt werden. Die Stärkung der rabbinischen Autorität, die zugleich die Stärmna der Autorität deS Rechtes G'tteS bedeutet, ist e,n Anliegen der Ortsgruppe, e) Physiche Bereitstellung. Die Ortsgruppe hat sich ihresteilS die körperllchs Gesunderhaltung oer jüdischen Nation zur Aufgabe zu machen. Nur ein gesunder Körper kann au» die Tauer den hohen Anforderungen deS AgudtSmuS gerecht werden. «) Ter materiellen Not, in der sich die Judenhrtt des Ostens gegenwärtig befindet, hat die Ortsgruppe volle Aufmerksamkeit zu widuven. Sie hat sich der am Platze befindliche Flüchtlinge anzunehmen. Bei von G'tt zu verhütenden Katastrophen hat sie das Ihre zur Aufbrinung v»n Gelomitteln voll und ganz zu tun. ß) Körperliche Hebungen (Schwimmen, SpaztergLngs und Aehnliches) sind zu empfehlen, ohne daß sie zu sportlichen Auswüchsen führen. 1) Polittsche Bereitstellung»: Ter Agudismus bringt volle Klarheit in das. Verhältnis der Glieder der jüdischen Nation im Golus zu den Völkern, in deren Mitte sie als Bürger weilen. Tie Weltanschauung deS Agudismus soll zu allgemeinem Bewußtsein gebracht werd»n. Jeder Jude hat die unabweisbare Pflicht, b:n menschheitlichen Beruf der Nation G'ttes auch nach außer zu verwirklichen und nach abrahamitischem Vorbild zur Heiligung des Namens G'ttes unter den Völkern beizuttagen. 2. Bereitstellung des Landes G'ttes. In all den veUangener Jahrhunbrrten M Golus hat die jüdische Nation an der Bereitstellung des Landes G'ttes für die einstige Erlösung gearbeitet. Nie waren die Fäden gelöst, die jeden Ort der Diaspora mit G'ttes Land verknüpften. Diese Fäden fester zu knüpfen, ist Aufgabe der Ortsgruppe. Ziü der gesamten Tätigkeit besteht ^arin, aus dem Lande G'ttes wieder ein Zentrum deS Rechtes G'tteS zu machen. a) Tie Ortsgruppe hat dafür Sorge zu tragen, daß keine Festlichkeit in jüdischem Kreis gefeiert wird, ohne daß dem Lande G'tteS gespendet werde, d) Für die Besiedelung hat die Ortsgruppe eine« Fond zu schaffen und für feine ständige Mehrung zu sorgen. o) Tie Ortsgruppe hat für die Ansiedelung von Progromwaisen tätig zu sein, d) Tie Ortsgruppe soll d,e Uebersiedelung greignUter Personen nach dem Lande anregen und fördern. III. UebergangSbestimmungen. Tiefes Programm dient bis zur endgültigen yest>- fetzung deS Programmes der Agudas Zisroel durch die Kenessijoh Gedauloh. Bis dahin hat die Ortsgruppe zu erstreben, daß dieses Programm unter Borücksichttgung der' örtlichen Verhältnisse das Programm aller deutschen Ortsgruppen werde und auch in der Leitung der Weltorganisation Berücksichtigung finde. Frankfurt a. SR. Einem unS zur Verfügung aestellten Privatbriefe aus Jerusalem entnehmen wir: ^Wer nicht gewillt ist, im würllichen Sinns dH» Wortes Steine m klopfen und zu tragen und n»ne Straß«, harzustellm, und bei der ärgst«. Hält» vßov fc ■