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Der Israelit · 1921-02-17 · Heft 7 (17.2.1921) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 7 (17.2.1921)
Date
1921-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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JBflW El» Centralnrmn IQr das orthodoxe Judenfiim gä&BtsoB Bepolef dod Or. linn!o lüaini GiBilmlüi m ' mw\ ll 02. Jahrgang« Sranhfurt a. M.. Sen 17. Februar 1921 Adar 8681 9- M * UbtimtMtnt pro Vierteljahr r Leutfchlandvei den Postämtern sowie -ei direkt. Bestellung n. RechunngSertetl. drtrckd.Verlag 9R.T.IO viertelt, f. Lehrer v. Kultusbeamte (n. direkt) M. 3.60 vierteljährlich, iventsch-Oesterreich tkr.50.— vierteljährlich: rschecho-Glotvakei Kr.lL.—UngarnKr. 50.— vierteljährlich, Pole« (nur in deutscher Reichem!.) M. 10. vierteljährl., Rumänien 10 Lei, Holland fl. 1, Gkandinav. Kr. L, AchweizfS.1.50,Frankreich ».Belgien Fr.L.50, «ngland i «d. s p„ Amerika 0.50 Doll. Vierteljahr!. Einzelnummer 60 Pfg. Durch den Buchhandel wie Seim Verlag. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate: Mk. S.— für die sechsgespaltene Colonel-Zeile einschl. TeuerungSzuschl. rAuSland-Jns.Mk. 4.—pro Zeile Rav. nach Tarif Bei laufenden Jnseratauftr. tarifm. Preiserhöhung jederz. vorveh. Jnferatenauuahme durch den Verlag des Israelit G. m. b H.. Frankfurt a. M., Gr. Eschenheimerstr. 83 Del. 5842, Amt Hansa, sowie sümtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. PladvorfchrMrn ohnr UerdindUchkrtt. liZahlunge« außer direkt an den Verlag — PostsHsikkonto Frankfurt a. m. No. 10 80» - erfolgen an: Postsparkasse Wien No. 78 Postfparkaffenamt Budapest No. 181^4 Postscheckamt Zürich Nr. VIII T254 Postscheckamt Amsterdam No. 84 860 Böhmische Unionbank in Prag I Banen Marmaroscli Blank & Co. in Bucarevt " Filiale deS Wiener Bankverein» in Agram. ver nsckSruck Ser nrllkel unö Corretoonderven des „Israelit“ IR nur unter genauer Quellenangabe, und, soweit es fidi um größere fiutfäfce handelt, nur nach vorheriger Genehmigung geffattet» Inhatt»Sb<rst^r. 1. Leitartikel: Die Kedeu üg des Patäftina- Maadatrs. — 2. Homiletik: Schr Gliche und mündliche Kehre. — 3. KleinesFeuilletor.: — Ein Brief Rabbi Israel Hildesheimers. — 4. Lochen rund sch au: Daß Wandersturm-Problem. — Jugendliche Politiker. — Die „Rote Fahne" weiß es nicht ... — 5. Aufsätze: Dr. Mojes Auerbach: Der englische Mandatentwurf für Palästina. — 6. Korrespondenzen und Nachrichten: Cöln, (Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands). — Allenstein, (Aus Ostpreußen). — Wien, (Die Oftjudenfrage vor dem Völkerbund). — Warschau, (Ein Brief des RabbiPerlmutter.) — Warschau,(DteKonstitution). — Warschau, (Ein Emigrantenheim). — Warschau, (Der Mörder Balachowitsch). — Lodz, (Aus der Gemeinde Lodz). — Lodz, (Ein antisemitischer Stadtrat). — Mga, (Brief aus Riga.) — Helstngfors, (Trostloses aus Sowjet-Rußland.) — New-Gork, (Die litauische Anleihe und die Juden). — Zürich. ~ London, (Gegen jüdischen Seelenfang). — Paris, (Polnische Versprechungen). — Madrid. — New-Aork, (Die Ablehnung der amerikanischen Einwanderungsbill). — 7. Personalien.. — 8. Vermisch t e s. — v. Frankfurter Berichte: Eduard Feist n"y. — Milchkühe. — Generalversammlung der AgudaS Jtsroel-Jugendgruppe. — Blumen und Hunger. — Mittelstandsküche. — Ortsgruppe des jüdischen Frauenbundes. — Famtlietinachrichten. — Bereinskalenöer. — Gebetzetten. — lo.FeuilletonBeilage: Heinrich Einstädler; A»f Treu und Glauben. — Iom Aippur Kolon. — D Mische Porste. — U. Kinderecke: Die Kampe ohne Gel. Sie Vedeutung des paWma-Randates. Sine krltWe Ztimme aus knglsnö. Wir haben unseren Lesern in der letzten Nummer unseres Blattes den Wortlaut der wichtigstenBestimmungen des Mandat-Entwurfes übermittelt, wie er von der englischen Regierung dem Völkerbundrat voraussichtlich vorgelegt werden dürste. Bevor wir zu dem Aktenstück unsererseits Stellung nehmen, möchten wir einer englichen Stimme das Wort geben, die im dem führenden zionistischen Blatte Englands, dem „Jewish Chronic l e" die Einzelheiten des Entwurfs einer zwar etwas temperamentvollen, aber objektiv doch um deswillen wertvollen Betrachtung unterzieht, weil dadurch die Aufmerksamkeit auf die entscheidenden Punkte hingelenkt wird. „Das Mandat hat seinen geheimnisvollen Schleier endlich gelüstet und ein neuer Akt im zionistischen Drama hat begonnen. Artikel 4 des Mandates lädt das. jüdische Volk zur Tat ein. Er nimmt an, daß die Stunde der Erlösung geschlagen hat. Die zionistische Organisation soll „in Beratung mit seiner britischen Majestät Regierung" das „Zusammenwirken aller Juden sichern, die gewillt sind, bei der Errichtung des jüdischen nationalen Heimes mitzuhelfen." Als einer der Juden, die hierzu gewillt sind, habe ich eine Bitte auszusprechen: Ich möchte klarer, als mir bis jetzt gesagt worden ist, wissen, was es ist, wozu ich mtthelfen soll. Das Mandat fordert das jüdische Volk auf, sich um die Flagge der Mandatarmacht zu sammeln. Das jüdische Volk ist berechtigt, etwas über das große Unternehmen zu erfahren, das beginnen ^oll, zu erfahren, wohin die Reise geht und welcher Lohn an ihrem Ende seiner wartet. Sagt das Mandat darüber etwas? Gewiß nicht. Betrachten wir seine Bedingungen. Nach Art. 2 soll die Mandatarmacht dafür verantwortlich sein, das Land „unter solche politische, administrative und ökonomische Bedingungen zu stellen, welche dir Errichtung des jüdischen nationalen Heimes sichern." Auch an anderen Stellen des Dokuments tritt uns dieselbe geheimnisvolle, quälende Phrase „jüdisch nationales Heim" entgegen. Es ist die Phrase der Balfour-Erklärung. Es ist die Phrase, die den Verstand verdunkelt und die Judenheit verwirrt hat, seitdem die Zionisten sie als die Befriedigung ihrer Ansprüche proklamiert haben. Drei Jahre lang hat sich das jüdische Volk den Kopf zerbrochen über die genaue Bedeutung dieser Phrasen. Manche von ihnen, die robusten Optimisten,' betrachteten sie als das Versprechen eines wirklichen jüdischen Gemeinwesens (Commonwealth), und in diesem Glauben schritten sie vorwärts. Andere, weniger hoffnungsvoll, fürchteten, daß sie aufgefaßt werden könnte lediglich als das Angebot eines Zufluchtslandes, in das die Juden Zutritt erhalten könnten kraft „ihrer historischen Verbindung" mit dem Lande; nur das und nichts mehr. Mit anderen Worten: die einen legten den Hauptton auf das Wort national, die anderen auf das Wort Heim. Die Regierung wies den Weg nicht. Man ließ den Nebel sich verdichten und die Optimisten ihren Glauben hegen und pflegen. Viele von uns hofften und erwarteten, daß das Mandat, wenn es käme, die Lage ein für allemal klären und auf diese Weise den anfänglichen Fehler, von vornherein keine genauen Definitionen zu fordern, gutmachen würde. Und nun ist das Mandat veröffentlicht —- aber ein Licht ist nicht aufgegangen. Dieselben alten, unbestimmten, zweifelhaften Worte, die alles oder nichts bedeuten können. Dieselbe Atmosphäre des Zweifels, der Verwirrung und der sich widersprechenden Ideen. Dasselbe ärgerliche Geheimnis, dasselbe alte politische Blindekuh-Spiel. Glaubt die Regierung wirklich, daß ein intelligentes Volk unter solchen Bedingungen enthusiastisch dem Ruf nach Hilfe entsprechen wird? Offen gesagt, das ist nicht ehrlich, ist kein klares Spiel. Die jüdische Nation ist gewaltiger Opfer fähig für ein großes Ideal. Aber sie muß wissen, was das Ideal ist und muß nicht in Angst vergehen müssen, daß ihr Leah zugesptelt wird, nachdem sie sich gemüht hat in dem Glauben, Rahe! sei die Braut. Gewiß, Mr. Lloyd George mag kein moderner Laban sein, aber wenn dem so ist, warum die Wahrheit nicht klar heraus sagen? Das jüdische Volk erbt unter diesem Mandat keineswegs das Land, sondern den Nebel — den Nebel der letzten 3 Jahre — und es ist seine Pflicht es abzulehnen, noch länger genarrt zu werden, zu verlangen daß die Balfour-Phrase „jüdisch-nationales Heim" es nicht immer weiter mystifiziert, daß man ihm ein einfaches Programm gibt, das einfache Männer verstehen.können, für das man leben und für das man, wenn nöttA sterben kann. Ist uns keine Erleuchtung über den Sinn der zweideutigen Phrase „jüdisch-nationales Heim" geworden, so können wir vielleicht einen Schlüssel zu den Absichten der Regierung in den Artikeln des Mandates selbst finden. Was ist der wesentliche Inhalt der darin gemachten Konzessionen? 1) Die neue Verwaltung von Palästina soll die jüdische Einwanderung erleichtern, aber das soll geschehen „unter angemessenen Bedingungen." -Was muß in diesen Vorbehalt hineingelegt werden und was nicht? Und noch schlimmer: diese Erleichterung der jüdischen Einwanderung soll davon abhängig sein, daß die Rechte und die Lage anderer Teile der Bevölkerung nicht „ungünstig beeinflußt" werden (prejuäio<Ä). An welch«» Punkte wird die Lage der Araber als

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