Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1921)
- Date
- 1921-02-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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10. Februar MigSalomvundKömginSaba.*) Auf David folgte sein Sohn Salomoihn setzte der Heilige, gelobt sei er, zum König über das Wild des Waides, die Bögel am Himmel, das Gewürm der Erde, über Dämonen, Geister und Liliths *) ein. Er verstand die Sprache aller, und sie verstanden seine Sprache, denn so heißt es: Er redete über die Bäume usw. (1. Kön. 4,13). Als Salomos Hsrz fröhlich war beim Weinelud er die Fürsten aller benachbarten Völker im Osten und Westen zu sich zum Mahle ein und wies ihnen ein großes Zelt in dem Königspalaft zum Gelage an. Als des Königs Herz wiederum de? Weines froh war, befahl er, die Schalmeien, Zimbeln, Pauken und Harfen herbeizubringen, auf.denen fein Vater gespielt hatte. Und als wiederum des Königs Herz beim Weine froh wurde, befahl er, daß das Wild des Waldes, die Vögel des Himmels, das Gewürm der Erde, die Dämonen, Geister und Liliths vor ihm erscheinen und einen Reigen aufführm sollten, um deu Königen, die bei ihm zu Gaste warm, seine Größe zu zeigen. Die Schreiber des Königs riefen ste mit Namen, und alle kamen sie herbei, ohne Zwang, ohne daß einer sie herführte. Nur einer fehlte, der Auerhahn, man suchte ihn unter den Anwesenden und konnte ihn nicht finden. Da befahl der König, daß man ihn herbeibringe und war so erzürnt über ihn, daß er ihn strafen wollte. Doch dieser sprach: „Höre, mein Herr, König der Welt! Laß mein Wort in dein Ohr dringen und höre! Siehe, drei Monate, seitdem ich einen Plan in meinem Herzen ersonnen habe, habe ich keine Speise zu mir genommen und kein Wasser getrunken. Denn da ich ln der ganzen Welt umherfirege und mich umsehe, ob es irgend ein Land oder ein Reich gibt, das meinem Herrn noch nicht gehorcht, danahm ich eine große Stadt wahr, Kitor ist ihr Name, in einem Lande im Osten, dessen Staub kostbarer als Silber und Gold auf den Straßen wie Mist umheriisgt, Bäume so alt sind wie die Welt und von den Wassern aus dem Garten Eden ihre Nahrung erhalten. Menfchenmassen mit Kränzen, die aus Eden stammen, geschmückt sieht man dort beisammen. Krieg zu führen aber verstehen ste nicht - doch habe ich fürwahr eine Frau dort gesehen, öie über alle herrscht und Königin Saba heißt. Wenn es dir gefällt, o König, wM ich meine Lenden wie ein Held gürten, will nach dem Lande Saba gehen, will ihre Fürsten in Ketten, ihre Helden in eiserne Fesseln legen und sie zu meinem Herrn und König dringen." Dies gefiel dem König, und seine Schreiber wurden herbetgeruserr, die erneu Brief abfaßten, den mau cm einen Flügel des Auerhahns knüpfte. Dieser erhob sich ln die Lüfte und flog hinweg, und wo cr auf Vogeischaren traf, folgten sie ihru. Zur Morgen- *) Aus dem btl I. Kauffmanu, Frauksurt a. M., erschienenen neuesten Werke: „Targum Scheut" zum Buche Esther, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Prof. Dr. I. Sutzbach, bringen wir hier mit Erlaubnis des Verfassers und des Verlages einen kleinen Auszug. Das ganze Buch, das den Text des in schwieriger aramäischer Sprache gehaltenen w flwin vermittelt, wird die Freude von Alt und Jung bilden und mit seinen wissenschaftlichen Anmertungen auch -em Gelehrten und Freunde des alten GchrisijUmS viel bringen- D. Red. 's Nachtgrister, Dämonen. _ __Der Israelin zeit kam er «ach Kitor dem Lande^atza^ebm" war die Königin von Saba in Freie getreten, um demjungen Tage zu huldigen, als Vogelschwärmr den Himmel verdunkelten, die erschreckte Königin ergriff ihr Gewand und zerriß es (vor Schmerz).2) Und wie sie noch so erschrocken dastand, ließ sich der Auerhahn vor ihr nieder, und sie bemerkte nun den Br'^f, der an seinem Flügel an geknüpft war. Sie öffnete ihn und las folgendes: „Von mir, dem König Salomo, Friede dir, Friede deinen Großen! Du mögest wissen, daß der Heilige, gelobt sei er, mich zum Herrscher über^das Wild des Waldes, die Vögel anr Himmel, über Dämonen, Geister unb Liliths eingesetzt har - und alle Könige des Ostens und Westens, des Nordens und Südens, alle kommen sie herbei, mich zu begrüßen. Wirst du auch konlmen und mich begrüßen, so werde ich dich mit Ehren mehr als alle Könige, die bei mir zu Gaste sind, auszelchnen. Willst du aber nicht, wirst du nicht kommen und mich begrüßen, so werde ich gegen dich Feldherren, Legionen und Reiter senden. Und fragst du: welche Feldherrn, Legionen und Reiter Hai der König Salomo? so wiffe: das Wild des Waldes sind meine Feldherren, die Bögel anr Himmel meine Reiter, die Geister, Dämonen und Liliths meine Legionen, die euch in euren Betten erwürgendas Wild des Waldes tötet euch auf dem Felde, die Vögel des Himmels verzehren euer Fleisch". Als die Königin Saba den Inhalt des Briefes erfahren hatte, machte sie abermals einen Riß in ihr Kleid und ließ die Alten und Großen des Reiches holen und sagte zu ihnen: „Wisset ihr nicht, welche Botschaft der König Salomo au mich geschickt har?" Sie aber antworteten: „Wir kennen den König Salomo nicht und achten nicht seiner Herrschaft"' Ste aber kümmerte sich um ihre Reden nicht und ließ alle Schiffer rufen, denen sie dem König Salomo zu bringen, Ringe, Perlen und Edelsteine zum Verladen gab, und sie schickte sechstausend Knaben und Mädchen, die olle im gleichen Jahre, gleichen Monat, gleichen Tage, zu gleicher Stunde geboren, gleich groß und gleichen Wuchses warenalle waren sie in Purpuraewänder gekleidet, und durch sie schickte sie dem König Salomo folgenden Brief: „Von der Stadt Kitor nach de«! sieben Jahresreisen entfernten Lande Israel werde ich nach Verlauf von drei Jahren zu dir kommen, um Fragen an dich zu stellen". Nach Verlaus von drei Jahren kam die Königin von Saba zum König Salomo. Als der König hört.', daß sie komme, schickte er ihr den Benajahu bar Jehojada entgegen, der schön war wie die Morgenröte, der dem Gestirne Venus glich, das hervorleuchtet unter den Sternen, der Rose gleich am Wassertelche. Als die Königin Saba den Benajahu sah, stieg sie von ihrem Wagen. Aus dessen Frage, warum sie dies getan, sagte sie: „Bist du denn nicht der König Salomo?" er antwortete: „Ich Lin nicht der König Salomo, ich bin einer der Diener, die vor seinem Angesicht stehen." Sogleich w and te-sie sich zu ihren Großen um mit dem Gleichnis: „Nicht den Löwen sehet ihr, ihr sehet seine Klaue, ihr sehet hier nicht den König Salomo, ihr sehet den schönen Mann, der vor ihm dienend steht." Benajahu geleitete sie nun zum König. Als dieser hörte, daß die Königin Saba nahe, nahm er seinen Sitz in seinem Glassaale. Die Königin, in der Meinung, Salomos Thron stände mitten im Wasser, hob ihre Gewänder hoch, daß sie nicht naß werden. Da sprach sie: „MeinHerr und König! Ich werde dir drei Rätsel aufgeben, löst du sie, so werde Ich erkennen, daß du ein weiser Mann bist, wenn aber nicht, so bist du wie jeder andere Mensch." Nun fragte sie: „Ein Brunnen aus Holz, der Eimer aus E.sen, er schöpft Stein und bringt Wasser hervor?" Er antwortete: „Das SchminkbüchSchen". Da fragte sie ihn dann weiter: „Staub aus der Erde hervorgrgangen, fi) Verdunkelungen anr Himmel, Sonnen- oder Mondfinsternis gaben als böse Vorzeichen, die ein kommendes Unglück ansaglen Nr. 6' Seit« 9 seine Speise Staub von der Erde, wird ausgegossen wie Wasser und bescheint das Haus! Was ist das?^ Er antwortete: „Naphta". Da legte sie ihm ein Rätsel vor, das an Dunkelheit alle übertraf : „Es schreit laut und jämmerlich, sein Haupt ist wie Schilf, eine Zier für die Freien, eine Schande für die Armen, eine Zier für die Toten, Schande für die Lebenden, Wonne für die Vögel, Verderben den Fischen?" Er antwortete: „DaS ist der Hanf". Darauf sagte sie: „Nicht habe ich den Gerüchten geglaubt, bis ich hierher gekommen und meine Augen es gesehen. Nicht die Hälfte ist es, waS mir von deiner großen Weisheit erzählt worden ist, heil deinen Männern, heil diesen deinen Dienern!" Er führte ste dann in seinen königlichen Palast, und als sie die Größe und seine Pracht sah, pries sie seinen Schöpfer und sprach: „Gesegnet sei der Ewige dein G:tt, der an dir Wohlgefallen gefunden, dich auf den Königsthron zu setzen, Wohltat und Gerechtigkeit zu üben!" Sie beschenkte den König mit Gold und feinem Silber, und der König gab ihr, was sie verlangte. Und als die 'Könige des Ostens und des Westens, des Nordens und des Südens seinen Ruf vernahmen, erzitterten sie und kamen au» ihren Ländern mit kostbaren Schätzen an Gold und Silber und Edelsteinen und Perlen. Jüdische Sprichwörter. Angeregt durch die Uebersetzung klassischer Sprichwörter ins Hebräische in einer der jüngsten Kinderecken, möchte auch ich hiermit einige Uevertragungen von Worten deutscher Klassiker versuchen : DTiy K2 SBÖttW Nvv' 27>121 '121 ’ifcl Schiller: Die Weltgeschichte, ist das Weltgericht. .DW1»? KTTD'Ül N1'2K ,rfDK PDirHöö 1122 r6; inn w ni2x nvc'ifi in Göthe: Gut verloren — etwas verloren, Ehre verloren — viel verloren, Mut verloren — alles verloren. Jsak Lubinski, Lehrer. Herr Erich Hildesheimer, Berlin, weist auf die hochpoertsche Uebertragung des Satzes vom Feuer in der „Glocke" von Jehuda Leb. Gordon (Band I, S. 90) htm „Wohltätig ist des Feuers Macht Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht." rnrnn 1-Q-1 rpsiK wk KM rown iiv -?2 diki -p .12 biblisches Zchlenratsel. 1 2 3 4 3 Bedeutender Prophet. 5 0 3 5 7 2 8 Sohn Davids. » 5 10 4 S Stadt im Süden Kanan». 9 5 7 4 6 Ein Kundschafter. 5 11 5 6 Sündhafter König. 6 5 6 12 7 '2 8 Ehemals mächtiges Reich. 5 7 4 13 11 Jüdischer Buchstabe. 4 3 14 5 Großer Gelehrte. 14 5 11 4 7 Stammmutter. Die Anfangsbuchstaben der deutschgeschriebeneu Namen ergeben eine jüdische Pricstersamnie. Msetlüsung. Zu den Rätseliösungen in der jüngsten Nummer find noch nachzutragen: Emil Feuchtwanger, Emil Ofsenbacher, Ludwig Forchheimer aus Wltrzburg; Alexander Arad, Rost Lange, in Krabksurt a. M.