Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1921)
- Date
- 1921-01-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Stet ASrürtti. Nr. 4 Sette 7 S7 Januar _ Erklärung veranlaßt haben: „Während des Krieges vis auf die jüngste Zeit habe ich auf an llnch gerichtete Anfragen den Genuß der Butte-r gestaltet, die ,richt unter Aufsicht hergestMt war. Nach den jüngsten Erfahrungen möge der von mir gegebene vph «w nicht mehr bestehend betrachtet -werden. Es ist nur Pflicht jedes Einzelnen, sich die Gewißheit tfu verschaffen, daß die von ihm zu beziehende Butter rein und ohne Beimischung von Margarine ist. ' Drum wer sich vor dem Genüsse von Chelew mit all seinen chweren Konsequenzen schützen will, der kaufe nur olche Butter, die unter Aufsicht hergestellt worden ist. S. Freudenberger. Aamiliennachrichten. Barmizwoh-Feier. Erwin, Sohn des Herrn Oberrabbtner Dr. Altmann, Trier. — Heinrich, Sohn des Herrn Ignaz Lamm, München, Bruderstr. 12. Frankfurter Berichte. Israelitische Gemeinde. Auf der Sitzung der Gemeindevertretung vom 19. Januar, nachmittags 6 Uhr, stand u. et. „Die Gesamtorganisation der deutschen Juden" auf der Tagesordnung. Sämtliche Redner, mit Ausnahme der Herren Dr. Auerbach und Geiger, betonten die Notwendigkeit der Schaffung einer Gesamtorganisation, uw der deutschen Judenheit eine öffentlich anerkannte Vertretung nach außen und intensivere Tätigkeit nach innen zu er> möglichen. Der Not der kleinen Landgemeinden, die immer mehr um sich greift, könnte nur durch staatliche Mittel wirksam gesteuert werden, die aber nur von einer gesetzlichen öffentlich anerkannten Gesamtorganifation zu erlangen sein werden. Die Redner, der konservativen Richtung, die Herren Fromm, Werner usw., forderten das weiteste Entgegenkommen der Orthodoxie gegenüber, damit das Hinelnbezlehen sämtlicher Parteien in die zu schaffende Gesamtorganisation ermöglicht wird und kein sogen. Rumpfparlament entsteht. Dr. Katzen st ein verlangte die Festlegung bestimmter Kauteln, die die Majori, fierung einer Minderheit unter allen Umständen, ausschließen. Für die Gleichberechtigung, bezw. das aktive und passive Wahlrecht der in Deutschland ansässigen Ostjuden innerhalb der zu schaffenden Gesamtorganisation, traten besonders warm die Herren I. Wolfs und Goitein von der zionistischen Fraktion ein. Die Frankfurter Gemeindevertretung dürfe kein anderes Wahlrecht für die Gesamtorganisation dulden, als es bei der hiesigen Gemeindekörperschaft eingeführt würde. Die Argumente die Herr Dr. Auerbach und .j Geiger gegen die Gesamtorganisation, die darin gipfelten, daß eine solche von den Antisemiten als Waffe tm Sinne ihres bekannten SchlagworteS des „Staates im Staate" ausgeschlachtet werden könnte, wurden von dem Vorsitzenden, Herrn Dr. Merz buch, als unbegründete übertriebene Aengstlichkeit zurückgewiesen. Nach dreistündiger Debatte wurde der von dem Vorstände der Gemeindevertretung als Richtschnur für die Debatte an der Tagung vom 23. Januar in Berlin gestellte Antrag: a) Die Notwendigkeit zur Schaffung einer Gesamtorganisation wird beschlossen, b) der in den Mitteilungen des Gemetndebundes veröffentlichte Entwurf ist als geeignete Grundlage anzusehen, mit zehn Stimmen gegen drei abgelehnt. Dagegen ist folgender Antrag Geiger und Katzenstein angenommen worden: s) Die Schaffung einer GesaMtorgantfation ist grundsätzlich erstrebenswert, d) einer definitiven Aenderung und Umgestaltung des Gemeindebundes in eine Gesamtorganifation, darf auf der Tagung vom 23. Januar in Berlin nicht zugestimmt werden. Ferner wurde der Antrag angenommen, daß im Falle des Ausschluffes der Ostjuden nur eine geringe Karenzzeit für die Gesamtorganisation beschlossen wird. Zum Delegierten der Frankfurter Gemeindevertretung für die Tagung in Berlin wurde Herr Dr. EmMerich gewählt. Arbeitsgemeinschaft jüdischer Studenten- Die „Arbeitsgemeinschaft" schreibt uns zu der in voriger Nummer veröffentlichten Notiz: Die A. I. St. ist nicht Mitglied'.des Freien jüdischen Lehrhauses, und dessen Programm wäre nicht versandt worden, wenn die A. I. St. gewußt härte, daß das Versenden des Vorlesungsverzeichnisses des Freien jüdischen LehrhaufeS auf prtnzivielle Bedenken vonfeiten der „Vereinigung jüdischer Akademiker jV. I. A.) gestoßen wäre, da die A. I. St. laut ihrer Verfassung keine Beschlüsse fassen kann, mit denen eine der ihr angehörenden Korporationen aus prinzipiellen Gründen nicht einverstanden ist. Der Versand des erwähnten Zirkulars konnte lediglich dadurch zustande kommen, daß der Vertreter der B. JA. bei der betr. Sitzung wegen eines formalen Irrtums bet der Einladung nicht anwesend war, Die übrigen Vertreter der A. I. St. sind der Ansicht, daß in der Ueber. mitllung eines Programmes irgend einer Institution — ganz gleich welcher Richtung — eine Festlegung der A. I. St. auf dies Programm nicht besteht. Der ganze Vorgang beruht also auf e!nem Mißverständnis. Die Arbeitsgemeinschaft jüd. Studenten (A. I. St.) gez. Erich Fromm. Ferner schreibt die „V. I. A." selbst zu dem Vorfall folgendes: In Nr. 3 des „Israelit" wird uns der Vorwurf des Stellungswechsels betr. des Freien jüdischen Lehr- Hauses gemacht. Es dürste in der Oeffentlichkeit — also auch der Redaktion des „Israelit" — zur Genüge bekannt sein, welche Stellung die V. I. A. der Religtonswiffenschaft gegenüber einntmmt, daß die V. I. A. als Vertreterin, der gesetzestreuen Akademiker jede Beteiligung an bibelkritischen Vorträgen oder Veranstaltungen, wie es im Freien jüdischen Lehrhaufe gefchietzt, ablehnen muß. Wir nehmen Bezug auf die dem „Israelit" von der A. I. St. zugesandte Aufklärung, autz der hervorgeht, daß die Unterschrift der V. I. A. unter das betr. Zirkular, in dem außerdem auch nur auf das Programm'des Lehrhauses hingewiesen wird, lediglich durch einen Irrtum erfolgte. Bedauerlicherweise-hat unser Vertreter m der A. I. St. die Einladung zu der betr. Sitzung nicht erhalten. WäreMe B. I. A. zugegen gewesen, so hätte sie auch gegen diesen Hinweis protestiert und wie die übrigen Korporationen uns versichern, wären dann unsere prinzipiellen Gründe gewürdigt worden. Da man also von keiner Seite Widerspruch erhob, wurde das betr. Zirkular von der Arbeitsgemeinschaft, der auch die B. I. A. angehört, nmerzelchnet. Durch diese Aufklärung dürfte unsere Stellung rehabilitiert sein. Wir können es uns jedoch nicht versagen, an dieser Stelle das Borgehen des „Israelit" außerordentlich zu bedauern. Da es auch der verehrlichen Redaktion des „Israelit" bekaant sein dürste, daß die V. I. A. in religiösen Fragen die gleiche Anschauung wie der „Israelit" vertritt, d. h. ven Standpunkt des gesetzestreuen Judentums, so lag die Anrrahme des VorliegenS eines Irrtums sehr nahe. Wenn die Redaktion des „Israelit" sich keine andere Erklärung für unfern „SleüungSwechsel" hätte geben können, so wäre es zum mindesten angängig gewesen, wenn man zuerst an uns eine diesbezügliche Anfrage gerichtet hätte. Statt dessen hat man unserer Sache, der Förderung des Zusammenschlusses aller thorarreuen Akademiker, nur geschadet durch einen Artikel, der in der Oefsenrltchkcit Anlaß zu Mißverständnissen und Vorurteilen zu geben geeignet ist. Auch ohne diesen Artikel hätten wir der Oeffentlichkeit eine Aufklärung über den Irrtum gegeben, Wir bitten unsere Freunde und Gesinnungsgenossen, in Zukunft sich bei irgendwelchen Vorkommnissen zuerst bet uns direkt zu informieren, ehe man Kritik in der Oeffentlichkeit übt. Die Bereinigung jüdischer Akademiker (B. I. A. tm B. I. A.) gez. Markus Seckbach. Wir freuen uns, daß die Angelegenheit nach diesen Erklärungen befriedigend erledigt ist und möchten daher auch darauf verzichten die Gründe auseinanderzusetzen, die uns veranlaßten, unserer Notiz die von der B. I. A. bedauerte Fassung zu geben. Sie hat der Sache der B. I. A., die auch die, unsere ist, jedenfalls nur genützt, nicht geschadet. Die „Arbeitsgemeinschaft" durfte unseres Erachtens ein so wichtiges, grundlegendes Rundschreiben mit der Ei nz etil rit er s.chrift aller Korporationen überhaupt nicht der Oeffentlichkeit übergeben, ohne sich der ausdrück l t ch e u Zustimmung jeder einzelnen Korporation zu dem ganzen Wortlaute zu versichern. Niemand konnte vermuten, daß von dieser elementaren Regel politischen Zusammenwirkens in diesem Falle abgewichen worden sei. Jüdische Uiötiotßek und Lesehalle. Vom 19. Januar ab ist die jüdische Bibliothek und Lesehalle, Langestr. 33, wie folgt geöffnet: Samstag und Mittwoch von 101/jj—1 Uhr vormittags und von 3—9 Uhr abends,' Sonntag von 10'/»—:1 Uhr vormittags und von 3—7 Uhr abends; Montag, Dienstag und Donnerstag von 5—9 Uhe abends; Freitag nach Schluß des Abendgottesdienstcs bis 8% Uhr. Im Inseratenteil finden unsere Leser ein Inserat über die vier Bmche des ,,Doroth Horischonim" von Jsak Halevy. Eine nähere Erläuterung über die Bedeutung dieses allgemein anerkannten epochalen Geschtchtswerkes erübrigt sich ganz. Halevy hat durch seinen phänomenalen Forschergeist und seine meisterhafte kritische Kraft die jüdische Geschichtswissenschaft neu begründet und die jüdische Geschichte neu aufgebaut, nachdem er mit der subjektiven und tendenziösen Geschichtsschreibung feiner Vorgänger völlig aufgeräumt hatte. Die unvergleichlich geniale Art seiner Beweisführung hat unter anderem auch den großen Vorteil, daß wir die historischen Ereignisse nicht allein lesen, sondern sie gleichsam neu mtterleben. Die vier Bände, die uns bis jetzt vorliegen, umfaffen im Wesentlichen beinahe die ganze Geschichte von den Männern der großen Versammlung bis zur spanischen Periode. Es wäre sehr zu wünschen, daß alle Freunde der jüdischen Wissenschaft dieses Werk nicht nur besitzen, sondern es auch in -er Hauptsache gründlich studieren sollten. Heöehetterr. m» 7QV. Freitag abend 4.50. Samstag morgen 8.—. Samstag nachm. 4.—. Samstag abend 6.05. Wochengottrsdienst: Morgens 6.45. Nachmittags S.—. Familiennachrichten. Geburten. Einen Sohn: Meler'Eisemann (Dreyfuß), Königswarterstr. 7. — Zwillinge (zwei Söhne), Max Wimpfheimer, Mauerweg. Gestorben. Frau Berta KlibanSky, Herderstr. 36. Verelnskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge „Mikro"; Herr Leop. Oppenheimer. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor B. Falk. — Mittags 12 Uhr, im Hörsaal Friedberger Anlage: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nachm. 3'/, Uhr: „En Iakauw"; Herr Redakteur Schachno witz. Sonntag vorm. 93/4 Uhr und Dienstag abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. Sonntag nachm., 6 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Jrsef Breuer über „Jecheskel". Montag und Mittwoch abend 7 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Donnerstag: Jahrzeitsstiftungsleruen; Lina Altmann-Sttftung. Donnerstag abend, 7 Uhr: „Mischna"; Herr Rekror Falk. Allabendlich 8*/* Uhr: >,Gemoro"; Herr H. Holpern. Jeden Morgen Mischnalernen. Agudas Jisröel-Jugendgruppe. Sonntag vorm. 8 Uhr: „Chumisch mit Raschi" Herr Leopold Oppenheimer. — Nachm? 21/* Uhr: „Tehillim"; Herr Herm. Frankenthal' — 5 Uhr: „Hebräische Sprache"; Herr Lehrer I. Je len. Herren und Damen. — Abends r Uhr: „Jüdische Geschichte". Montag abend 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Dienstag abend 8 Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. — 8*/4 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend 8 Uhr: „Dinim"; Herr Oberlehrer Munk. — 8^ Uhr: „Newtim"; Herr Lehrer Unna, Kleine Obermainstr. 30. — 9 Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt Ehrmann. Freitag abend nach Schul: „Gemoro" für Anfänger; Herr Leop. Oppenheimer. — 8 Uhr: Gemütliche Zusammenkunft. SamStag vorm., %10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen, Tiergarten 42. — ll1/* Uhr: „Gemoro"; Herr H. Halpern. — ll3/* Uhr: „Mtfchrra"; Herr A. Hirschberg. - 3'/, Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. Agudas Jisroel-Madcherrgruppe. Montag abend 81/» Uhr: „Dinim"; Herr Red. Schachnowttz. Mittwoch abend 8 Uhr: „Chumisch"; Frl. Edith Joel. Freitag abend nach Schul: „Sidrahyortrag". Samstag nachm. 4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer . Htrschberg. — Abends8Uhr: „Heimabend". Graß-Frankfurt am Eschenheimer Turm Spezialitäfen- Theater Zillertal und Bierkabarett Rassenöffnung 61/» Uhr, Anfang 7*/, Uhr abends M e inklause Eingapg nur StiftstraBe 82