Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 51 (23.12.1920)
- Date
- 1920-12-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 51 Der ASraettr I' 3 t. Dezember 1930 f «■; bilden solle. Der Antrag wurde von Lyrd Ceeil unterstützt und vom Plenum an die fünfte Kommission verwiesen, welcher das Komitee der jüdischen Delegation ein diesbezügliches Memorandum überreichte. Ualastina. Hebräifch als flmfsfpradie in palsliina- Berlin, 12. Dezember. Auf eine Anfrage im Hause der Lords erteilte der Earl of Cramford für den Staatssekretär des Aeußern die Antwort, daß die Annahme des Hebräischen als einer amtlichen Sprache in Palästina einer der ersten Schritte zur Verwirklichung der Balfour-Deklaration gewesen sei, d. h. zur Schaffung eines nationalen Heims für die Juden in Palästina. Die hebräische Sprache welche anerkannt wurde, ist das klassische Hebräisch mit den Neubildungen, wie sie die modernen Notwendigkeiten erfordern. Die Nvlögrenze Palästinas. London, 17. Dez. lieber die Nord grenze Palästinas ist folgendes Uebereinkommen zwischen der englischen und französischen Regierung getroffen worden: Alle zur Zeit bestehenden Kolonien im Norden Palästinas, einschließlich Metulahs, sowie ferner die Stadt Banias sollen innerhalb der Grenzen Palästinas verbleiben. In Bezug auf die Gewässer des Jarmuks, sowie seiner Nebenflüsse und des obersten Jordanlaufes haben die beiden Regierungen beschlossen, daß die Frage einer Nutzbarmachung für Palästina und der für ihre Regulierung und Nutzbarmachung erforderlichen technischen Anlagen an Ort und Stelle durch eine Kommission geprüft werden soll, welche aus Vertretern der französischen und britischen Regierungen und zionistischen Ingenieuren besteht. Wew Hsorff, 1. Dezember. Einer Einladung des Rechtsanwaltes Abraham Schomer folgend, hat eine Gruppe von Einzelpersonen in New- Aork beschlossen, im Mai 1921 einen jüdischen Weltkongreß nach dem Haag einzuberufen. Der Einzige, der im Laufe der Diskussion gegen diesen Beschluß opponierte, war Neuben B r a j n i n, der darauf hinwtes, daß man erst den für August 1921 bestimmten zionistischen Kongreß abwarten möge, der ja die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses beschließen soll. Die Einwanderung nach ümerifta. Washington, 14. Dez. Das Repräsentantenhaus hat den Gesetzentwurf über die Einwanderung mit gewissen Abänderungen angenommen. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes ist jede Einwanderung nach den Vereinigten Staaten während eines Jahres verboten. Die Führer der verschiedenen Parlamentsgruppen des Senats glauben, daß der Senat die Bill verwerfen wird. Jda Ehrentreu München, 20. Dez. Wenn Worte es vermögen, das tatenreiche Leben der Dahingeschiedenen zu kennzeichnen, dürften die Worte des Sängers mVrm nbyz rwa tfsp hierzu angetan fei«: Frau Rabbiner Ehrentreu. ist zwar niemals persönlich in den Vordergrund' getreten, doch ist sie eine Persönlichkeit in des Wortes vollster Bedeutung gewesenin der stillen Zurückgezogenheit ihres Hauses lag die Stätte ihres Wirkens und Schaffens und was sie in ihrem leider zu kurzem Leben geleistet, davon legen ihr Gatte und ihre Kinder Zeugnis ab.' Sie hat es verstanden, dis reichen Gaben ihres Herzens wie Ihres Geistes auf ihre Kinder zu vererben und nur Wenigen ist es vergönnt, mit solcher Befriedigung auf ihr Lebenswerk zurückzuschauen, wie sie eS durste. Sie wgr Ihrem Garten stets Ansporn und Stütze in feinem reichen Wirken und nicht alle, die die Früchte des Schaffens von Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu genießen, können ahnen, wieviel sie hiervon feiner Gattin verdanken. Es mangeli an Raum und Zeit, um hier ein umfassendes Lebensbild Jda Ehrentreus zn schaffen. Vorstehende Federstriche werden gewiß genügen, um ihr Bild bei allen denen wachzurufen, denen es einmal vergönnt war, in dem gastfreien, für jedermann offenen Münchner Rabbinerhaus die Dahingeschledene an der Stätte ihrer Wirksamkeit kennen zu lernen. Möge der Allmächtige die Wunde heilen, die ihr Tod in unserer Mitte gerissen hat und Trost spenden ihren Kindern und vor allem dem am schwersten betroffenen Gatten 21L2 1’8’ *n. Nentershausen, Bz. Cassel, 14. Dez. Hier verstarb im Alter von ca. 68 Jahren Frau Johanna Oppenheim, eine jener jüdischen Frauen, wie sie heute leider immer seltener werden. In Gemeinschaft mit ihrem gleichstrebenden Gatten führte sie ein echt jüdisches Haus. Anderen wohlzutun, da3 war ihre Freude und war ihr ein Herzensbedürfnis. Am pW führte man ihre sterbliche Hülle zur ewigen Ruhe. Von ihrer Beliebtheit zeugte die große Beteiligung am Leichenbegängnis auch seitens der nichtjüdischen Bevölkerung. Herr Lehrer Katz, Nentershausen, rief der Entschlafenen Worte ehrenden Gedenkens nach. Möge ’Pn dem trauernden Gatten und den sieben Kindern, die um die Mutier weinen, seinen Trost senden. Aurich, 12. Dezember. Am 1. Dezember d. Js. konnte unser erster Vorsteher, Herr A. v. Dyk,, der sich in allen Kreiser» tier seiner z Bücher«, Zeitschriften und Geldmittel zu unterstützen' .Ferner wären Angaben von Namen diverser Redner welche bereit wären, hier Vorträge, ju halten, sehr erwünscht. Etwaige Geldsendungen sind an Firma Strauß u. Co., Hardhetm, Postscheckkonto Nr. 24099, Karlsruhe erberen. Bärrnizwoh-Feier. Semi, Sohndes Herrn Benzion Wechsler, Alzenau. Verlobte. Paula Stern, mit Julius Weingarten, Lehrer, Gelnhausen. reichte. Die Generalverfammtung der Israelitischen Hlekigionsgeseklschaft Der diesen Sonntag, nachmittags 5 Uhr, in der Stadthalle, Dominikanerstraße, statifindenden Generalversammlung der Israelitischen Religionsgeseüschasi kommt eine ganz besonders erhöhte Bedeutung zu, auf die ein vom Vorstand versandtes Rundschreiben i« klaren, eindringlichen Worten hinweist. Aus der Tagesordnung stehen, anßer der Berichterstattung und den Vorstandes und Ausschusses - . , „ Wahlen Anträge des , , sich in allen Kreisen der Bevölkerung wegen seiner | dahtnlautend: a) Die Generalversammlung beschließt: Kenntnisse und seiner seltenen Eigenschaften einer hohen g Jedes Mitglied der Synagogengemeinde Israelitische Wertschätzung erfreut, aus eine 25jährige Wirksamkeit als Leiter unserer Gemeindeangelegenheiten zurückblicken. Aus diesem Anlässe ließ ihm der Gesamtvorstand am Donnerstag Abend ein künstlerisches, prachtvoll angefertigtes Diplom mit einer Ansprache durch den Prediger der Gemeinde, Herrn Lehrer Wolff, überreichen. Am Sabbat, dem Hnuvtsetertage, war die Synagoge wie an den höchsten Feiertagen äusgestattet und mit Blumen geschmückt. Herr Landrabbiner Dr. Hossmann war aus Emden herbeigesilt und feierte in einer Predigt die Tugenden eines rechten Führers in Israel. Am Abende dieses Tages versammelten sich die Gemeidemirglieder zu einem festlichen Kommers in Brems Gurten, wo Herr Lehrer Wolff die Festrede hielt und die Glückwünsche der Gemeinde unter Ueberreichung eines Geschenks, gestiftet vom Gefamtvorstande, überreichte. Für den Talmud Thora-Verein, die jüngste Schöpfung unseres Herrn Vorstehers, sprach in zu Herzen gehenden Worten Herr S'wori Josef Samson, und für die Schule Herr Lehrer Goldschmidt. Bis tief in die Nacht hinein hielt der Frohsinn die Teilnehmer zusammen. Möge es unserem verehrten Religionsgesellichast ist religionsgesetzlich verpflichtet, für das Geschäftsjahr 1920/21 .von seinem Jahresein-H kommen in» Kalenderjahr 1920 einen entsprechenden Prozentsatz und zwar mindestens 1 pCt. bei einem Jahreseinkommen bis zu. 30,000 Mark, mindestens 1»,. pCt. bei einem Jahreseinkommen bis zu 50,000 Mk. und mindestens 2 pCt. bei einem Jahreseinkommen über 50,000 Mk. als PfliÄtsteuer im Sinne des § 163 des ö'Ti v"i5? zu leisten. In besonderen Fällen — hohe Kinderzahl, Krankheit rc. — kann die Gemeindeverwaltung auf Amrag Steuerermäßigung gewähren, b) Die Generalversammlung beauftragt Vorstand und Ausschuß, bis spätcstens 30. Juni 1921 eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, in der 1. über das Ergebnis der Finanzgebähcung, insbesondere über das Steueraufkommen zu berichten ist, 2. der Entwurf einer neuen Satzung vorzulegen ist. Der . Entwurf soll neben dem zu einer Körperschaft zu vereinigenden Bo-.stand und Ausschuß die Schaffung eines zweiten Gemeindeorgans vorsehen. Sämtliche Anträge werden in der Generalversammlung seitens d.s Vorstandes ausführlich begründet Jubilar vergönnt sein, bis -ins tiefste Greisenalter I werden. Nach § 39 der Satzungen kann die vorgehinein in Rüstigkeit an der Spitze unseres Gemeinz schlagene Satzungsänderung, die für die Weiterent wesevs zu stehen .' i»ax. Berlin, 7. Dezember. Die Israelitische Union, ein 1913 gegründeter Wohlsahrtsverein, ver- ' anstaltete in der Knabenschule, Große Humburgerstratze, eine stimmungsvolle Chanuka-Feier. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Dänisch schilderlein seiner Begrüßungsansprache die mühevolle Tätigkeit des Vereins, der bilfsbedürstigen Glaubensgenossen, nicht zuletzt den ostjüdischen Flüchtlingen, mit Rat und Tat zur Seite steht. Rabbiner Dr. Heinrich Cohn hielt die Festrede, Professor Dr. Löwe eine hebräische Ansprache. Von den reichhaltigen Darbietungen fanden namentlich die liturgischen Gesänge des Oberkanwrs Davidsohn sowie die eindrucksvollen Rezitationen der Schauspielerin Rose Liechtenstein vom Neuen Bolkstheater reichen Beifall. Heilbronn, 19. Dez. Die Religionsgesellschaft „Adas Jeschurun" wählte an Stelle des Herrn Rabbiner Ansbacher, einstimmig Herrn Dr. Feinberg, bisher am Lehrerseminar zu Würzburg, zum Rabbiner der Gemeinde. Es ist zu hoffen, daß die aufstrebende Gemeinde unter dem neuen Führer noch weiter blühen und gedeihen wird. Bad Homburg v d. G°öhe, 37. Kislew. Zu einer kleinen Feier echt jüdischen Charakters gestaltete sich die am Dienstag Nachmittag ftattgefundene Chanukafeier der hiesigen Esragruppe. Nicht weniger als 55 Esraknaben und -Mädchen hatten sich in den Räumen des Hotel Braunschweig, die der Besitzer Herr Leo Schönvach in liebenswürdiger Weife zur Verfügung gestellt hatte, eingefunden. Nach den einleitenden Worten der Führerschafisleiterin Frl. Recha Kottek, die die zahlreich erschienenen Gäste begrüßte und auf die Bedeutung der Esraaraeit hinwies, dankte Frau Richard Rothschild im Namen der Mütter der Führe« rin für ihre selbstlose Arbeit. Gesang, Borträge und lustige Spiele hielten Alt und Jung mehrere Stunde» gemütlich beisammen. Hardheim (Baden), 6. Dez. Am 28. November wurde hier unter Beteiligung der Gemeinden Buchen, Bödtgheim, Hainstadt und Königheim ein jüdischer Jugendbund „Odenwald" zur Beschaffung jüdischer und deutscher Literatur für Lern- und Lefebeglerige gegründet. Alle interessierten Kreise werden hösi. gebeten, den Jugendbund, durch tteberfendung ,»n Wicklung der Gemeinde unerläßlich ist, nur in einer Generalversammlung erfolgen, in der die Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder erscheint. Der Vorstand richtet daher die dringende Bitte an alle diejenigen, denen das Wohl und Wehe der „Kehal Adaß Jeschurun" in einem ernsten Augenblicke ihrer Geschichte wahrhaft am Herzen liegt, in der ordentlichen Generalversammlung am 26. Dezember pünktlich zu erscheine» und ihre Rechte und Pflichten als Bürger unseres religiösen Gemerndewesens auszuüben. KHarmkafeier im Wädchenßort. Die sonst so ernste, kahle Turnhalle der Israel. Volksschule prangte iuc Schmuck bunter Guirlandeu und zeigte ihr freundlichstes Gesicht. Mit Recht, galt es doch dem Fest unserer Kleinen, dem Chanukasest unserer Hortkinder. An den Wänden reihte sich Tisch an Tisch, reiche Geschenke waren aufgestapelr, Nützliches und Erfreuliches. Die emsigen Bemühungen einiger unserer Damen waren erfolgreich gewesen. Und es wurde ein richtiges, echtes Kinderfest, froh und heiter, wie es nur bei Kindern sein kann. In kurzen herz.ichen Worten begrüßte Frau Besthoff die Anwesenden, bedauernd, daß durch Raummangel die Einladungen beschränkt werden mußten. Dann zeigten unsere Kleinen, was sie können, Deklamationen, kleine Aufführungen, Reigen in buntem Wechsel und reicher Fülle. Sie machten ihre Sache sehr gut. Einen Ton ins Künstlerische erhielt die Feier durch den seelenoollen Bortrag einiger Lieder zur Laute, womit eine junge Dame erfreute. Zum Schluß spendete Frau Bestßoff warme DankeSworte allen denen, die sich um den Hort bemühen, de« jungen Leiterinnen, dem Vorstand der Volksschule, allen, die an dem guten Werke mithalfen. — Ja, alle« Dank, aber gewiß nicht zum geringsten der Seele doS ganzen, unserer rührigen, tatkräftigen Präsidentin! — Nun wurden Chanukalichter angesteckt, MoauS Zur gesungen, und endlich kamen unsere Kleinen zu de« für sie nicht unwichtigsten Teil, zu ihrer Chokoladtz zu ihrem Kuchen. Es gab gute Sache«, eS gab vi« gute Sachen und schöne Geschenke. Kinderjubel, lachende Kinderauge» waren der herrlichste Lohn! Per Vorstand der Israelitischen Gemeinde. Die Wahle« in den Vorstand der Israelitischen Gemeinde ergaben fglgerihe Resultate r Justizrat Kr. Blau, Julius Holdschwidt, Dr. Baerntalot, Älbevl Cahn, Ganftätsrat Dr. Sttlinger, M. Feibel, A. Horch-