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Der Israelit · 1920-12-02 · Heft 48 (2.12.1920) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 48 (2.12.1920)
Date
1920-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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e^awi- [ÜgXfaf >IUIWWTJ>llill-liL'JU.!mUBB Der Israeli \\ '11111 ■ IN«!ii Mn""" V) I H] Ein tentralorgan für das irfhitfoxe Jadentm fff MpJJJ p^sagg lejjoäef oio Or. Lebnano la ISaiiz esssi ul VK: il 61. Jahrgang? issssi Sranhfurf a Hl., Sen , 2. Dezember 1920 21. Kislew 5681 ffTBAttnetttetti p«s Vlerteljabrr DeutschlandLei den Postämtern sowie Sei direkt. Bestellung u. Rechnnngserteil. durch d.Berlag M.6.— vrertelj. f Lehrer u.Kultusbeamte (n. direkt)M. 3.— viertel)!.. monatl. 5 Pfg. Bestellgeld Deutsch-Oesterreich Kr.30.— Viertels.; Tschecho« Slowakei Kr. 12.—Ungarn Kr.36.— Viertels., Polentnur in deutsch. Reichsmk.) M. 9. vierteljährl., Rumänien 10 Lei. Holland fl. l, Skandinav. Kr. 2, Schweizfs.1.50,Frankreich u.Belgieu Fr.2.50, England 1 ad. 6 p.. Amerika 0.50 Doll, viertelsährl. Einzel- E^uumme^^P^Dmc^^en^uchhandcNvi^beiu^Verla^^ l Der Israelit, erscheint jede« Donnerstag [ Inserate: Mk. 1.50 fiirdiesechSgesvaltene Colonel-Zeile einschl. TenerungSz»schl.;Au8land-Jns.Mk.3.—pro Zeile Rav. nach Tarif Bei laufenden Jnferatauftr. tarifm. Preiserhöhung jederz. vorveh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b H., Arank. furt a. M.. Gr. Eschenheimerstt. 23 Del. 5843, Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. VlatzvorfchrtÜev ohne Verbindlichkeit. M *8 Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 1» «03 — erfolgen an: Postsparkaste Wien No« 78 Postspnrkastenamt Budapest ^o. 1*'' 4 Postscheckamt Zürich Nr. VIII 7354 Postscheckamt Amsterdam No. 34863 Böhmische Untonbank in Prag Banca Ifai'niaroNxh Blank & Co. in Bucareet Filiale des Wiener Bankvereins in Agram u. deren Filialen. Der llaäldmck der firfUie! und £orrefponden?en des „Israelit“ ifl nur unter genauer Quellenangabe, und, soweit es Rdi um gröbere fiuffäfee , handelt, nur nadi vorheriger Genehmigung gestattet. Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: ZtiUstanL und Fortschritt. — 2. Kleines Feuilleton: Gin Marranensproß. — Nicht »taftfrisondern „harzig^. — (Die Juden in der amerikanischen Armee während des Krieges.) — (Der Untergang des Pharao Necho.) — (Esra-Blätter.) — (Antisemitische Berichterstattung.) — 3. Wochenrundschau: Die inneren Gegensätze in Erez Jisroel. — Internierungen. — 4. Aufsätze: Dr. Simon Eppe»stein V'xt. 5. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, (Das neue Austrittsgesetz). — Berlin, (Die Notlage der jüdischen Lehrer aus den abgetretenen Gebieten). — Breslau, (Entspannung in der Lage der jüdischen Arbeiter in' Oberschlesten). — Kowno, (Die Wiederkehr der Jeschiwaus in Litauen). — Wien, (Palästina Rückwanderung). — Budapest, (Aus Ungarn). — Warschau, (Um den Sabbat). — Warschau, (Offener Brief). — Warschau. (Berzweiflungsschrei aus der Ukraine). — London. (Jüdische Einheitsfront). Kopenhagen, (Die Emigranten in Dänemark). - New-3)ork, (Hardtng und die Pogrome). — New-Aork. (Amerikanische Wünsche für Polen). — 6. Personalien. — 7. Vermischtes. — 8. Sprechsaal. — 9. Frankfurter Berichte: Die Trauerkundgebung für den Hanauer Raw. Probleme der Jugend. — Chanukafest der Agudas Jisroel Orts- und Jugendgruppe. — Jüdische Frauenvereinigung. — Blumen und Hunger. — Familiennachrtchten. - Beretnskalender. — Gebetzeiten. — 10. Feuilleton Beilage: Joseph Kastein: Der Brunnen. — Hermann Seckbach: Das Ghanukaglück im Wolkenkratzer. — 11. Ktnderecke: Ctzmmka-Scherze. Stillstand und Aottschritt. ILine Chanuhabefradifung) Bon H. S. m dki otd ök ,hr N2 dji 'n'2 m pin nnrr djt imn vnöwa :n2rrn pn dwhö.*]? virui nrr „So spricht der Ewige der Heerschaaren: Wenn du meine Wege wandelst, und meine Vorschrift beobachtest und du auch mein Haus verwaltest und auch wahrest meine Höfeso mache ich dich zum Leiter und Führer, zu Wandelnden unter denen, die da stehen." Nach diesem Urteile Gottes sind wir also, wenn wir Seine Gebote erfüllen, Seine Verbote beobachten, nach innen sowohl wie nach außen Fortschreitende unter den Stehenden, sind wir Führer und Leiter. - Anders lautet das Urteil der Welt, anders urteilt hie^jetzt lebende jüdische Welt. Wer heute noch Gottes Gesetz strenge beobachtet und an ihm festhält, der wird von der Welt des Stillstandes geziehen, des starren Festhaltens in unserer Zeit der ewigen Bewegung, des steten Fortschritts. Es gibt ja bekanntlich Sinnestäuschungen. Wer in einem Etsenbahnzuge mit rasender Schnelligkeit dahinfliegt und seine Blicke auf außerhalb stehende Dinge richtet, der meint, nicht er bewege sich, sondern die Bäume und Felder, Hügel und Berge. Wer auf einem Schiffe fährt und einem andern in entgegengesetzter Richtung sich bewegenden begegnet und seine Blicke nach jenem sich entfernenden Schiffe rtchiet, der glaubt, das andere fahre mit doppelter Schnelligkeit. Daß diese Täuschung gerade dadurch hervorgerufen wird, daß das eigene Sch ff mit gleicher oder größerer Geschwindigkeit sich vom andern entfernt, weiß Jeder. Vielleicht beruht das Urteil unserer Zeit über den. Stillstand des alten Judentums auf einer ähnlichen Täuschung. Man hat sich in den Gedanken oder in das Vorurteil hineingelebt, das Judentum bestehe aus starren, unbeweglichen Gesetzen und Formen, und richtet von diesem Standpunkte aus seine Blicke auf die sich lebhaft bewegende Welt, auf die ewig wechselnden Verhältnisse, Sitten, Gewohnheiten und Anschauungen anderer Völker. Man meint dann, das Judentum stehe still, bewege sich nicht, nehme keinen Anteil daran, während jene sich rasch vorwärtsbewegen und eine um so größere Entfernung zwischen sich und dem Judentume Hervorrufen. Würde man aber ein klein wenig auf das Judentum achten, die Täuschung müßte schwinden. Das Judentum mit seinem Fortschreiten gleicht der ewiaen Bewegung des Gesamtweltkörpers. Alle Körper bewegen sich nach bestimmten Gesetzen, in bestimmten Bahnen, dadurch Gesetzmäßigkeit und Ordnung aufrecht erhaltend, dadurch allein sich erhaltend und fortbestehend. Die Bahnen bleiben sich ewig gleich, welche ein jeder einzelne Körper in gewisser Zeit zu durchlaufen hat, um dann aufs Neue dieselbe Bahn zu wandeln. Wer. wollte nun behaupten, diese sich ewig gleichbleibende Bewegung, dieses ewige Einerlei wäre monoton, langweilig, veraltet, hätte sich überlebt, sei gar keine Bewegung, sei Stillstand, weil ohne Veränderung!? Sind wir nicht Alle auf Grund der wiffen- 1 schaftlichen Ergebnisse der Ansicht, so nur können und müssen sich die vielen Weltkörper bewegen, um sich gegenseitig zu erhalten? Sind wir nicht des Glaubens, daß jede Veränderung eine Störung der Weltordnung herbeiführen und das ganze System gefährden würde? Anzlehungs- und Abstoßungkkraft erhalten die Weltkörper in ihren Bahnen, sind die Gesetze ihrer Bewegung. Doch auch am Himmelsraume treten zuweilen neue Erscheinungen auf) noch nie dagewesene, noch nie gesehene Gäste, glanzvolle Sterne — Kometen nennt man sie — kommen plötzlich mit großer Schnelligkeit in unseren Gesichtskreis, in unsere Näh?, funkelnd und strahlend, mit einem herrlichen Schweife, ganz anders, wie all jene bekannten Sterne unseres Sonnensystems — scheinbar frei und ungehindert ihre Bahn einherwandelnd, ohne Rücksicht auf die schon längst daseienden festen Sterne. Z)ie ganze Welt richtet staunend und aufmerksam ihre Blicke auf diese fremden, glanzvollen Gäste, und man glaubt, daß sie in ihrem kühnen Lause bald da, bald dort auf einen Weltkörper stoßen und ihn zertrümmern. Doch nichts von all dem geschieht. Der fremde Gast entfernt sich wie er gekommen, sein Glanz entschwindet und er scheidet vielleicht auf Nimmerwiedersehen, scheinbar ohne Wirkung, ohne Aenderung und ohne Störung in der bestehenden Weltordnung hervorgerufen zu haben' Es war eine vorübergehende Erscheinung - wir wissen nicht, von wannen sie gekommen, wohin sie gegangenkennen nicht ihren Weg, wiffen nicht, was sie bezweckt, und bald wird sie wieder vergessen. Die Welt geht ruhig ihren Weg weiter. Unser Volk mit seinem festen Gottesgesetze,' das in seinem Wesen keiner Veränderung unterworfen, ist ein zum Weltganzen gehörender Körper, der mitbeiträgt zur Erhaltung des Ganzen. Nach ewigen Gesetzen ist seine Bewegung geregelt, die es nicht ohne die größte Gefahr für sich und andere verlassen darf. Und so bewegt es sich gleichmäßig unter den.anderen Völkern seit uralter Zeit, seitdem es ein Volk, einen Teil des Weltganzen bildet. In seinem Gesetze blieb es unveränderlich, aber den Weltlauf hat es mitgemacht, war dauernder und beständiger, als alle anderen. Unter den Völkern traten zuweilen glanzvolle, strahlende Erscheinungen auf, die alle üb-;-r ,r Ä 3 t ■I

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