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Der Israelit · 1920-11-18 · Heft 46 (18.11.1920) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 46 (18.11.1920)
Date
1920-11-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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■■ TOPP »i~enu»nwriiim -na»».,Tj.jttu , ■ IJUMUWMMMaWaWIMICilWIlJIlWinWIllBBirWWIWIWIIWIIlirtAU« Ein Cenlralorgan für das orthodoxe Jodeotui 61. Jahrgang. ^S> Sranhfurt a M-. den 18. November 1920 7. Kislew 6681 «vonnement pro Vierteljahr r Deutschlandbei den Postämtern sowie Bei direkt. Bestellung u. Rechnungserteil, durch d.Berlag M.6.— Viertels, f. Lehrer.u.Kultusöeamte (n. direkt)M. 3.—Viertels!., monatl. VPfg. Bestellgelds Deutsch-Oesterreich Kr.30.— Viertels.; Dschecho« Slowakei Kr. 12.—Ungarn Kr.36.— Viertels., Polentnur in deutsch. Reichsmk.) M. 9. Vierteljahr!.» Rumänien 10 Lei, Holland fl. 1» Skandinav. Kr. 2. TchweizfS.1.80,Frankreich u.Belgien Fr.2.50, England 1 ah. 6 p., Amerika 0.60 Doll. Viertelsährl. Einzel- ^ummer^o^P^^urch^ei^Buchhandei^ie^beimÄerl^ Der ASraelit l erscheint jede« Donnerötag Anserate: Mk. 1.60 fürdiesechsgesvaltene Tolonel-Zeile einschl. LeuerungSzuschl.;Ausland.Jns.Mk.3.—pro Zeile Rav. naS Täicif Bei laufenden Jnseratanftr. tarifm. Preiserhöhung jeberz. vorveh. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit ®. m. b H., grankfurt a.M.', Er. Eschenheimerstr.23 Del. 884», Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und. Auslands. DttahvorlchriUru ohne vrrbiudUchkrtt. «SSO M <a Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. «I. Ro. 1» 80» — erfolgen an: Postsparkasse Wien Ro. Postsparkaffenamt Budapest Wo. 18 Postscheckamt Zürich Hr, VIII 7284 Postscheckamt Amsterdam No. »488» Böhmische Unionbank in Prag Baues larnaroach Blank 4k Co. in Bnearaft Filiale des »teuer Bankverein» in «gram u. deren Mlialeu. ver NackiSruck öer RrllKel unö LorrefponSenzen Ses «Israelit“ IR nur unter aenauer Quellenanaabe, unö, foroelt es fldi um größere IluRSße hanöelf, nur nach vvrlierlaer Genehminuno oeRaffef- Inssaltsüveestcht. 1. Leitartikel: Dir Geister, die sie riefen .. . 2. Kleines Feuilleton:Jüdische Jugendliteralur. — Klumen nnd Dünger. — (Chanaka-Pakete au» Amerika in Oesterreich.) — (Die kultivierten Philister.) — (Ist er schon Wahnsinn . . .)— (Eine national-jüdische Geschmacklogstgkeit.) — 3. Wochenrundschau: Der Völkerbund. — Warum die Judenfrage zur Gefahr wird für Europa? — 4. Aufsätze: Rabbiner Löwh: „Unser Kernen". — Das palästinensische Gesetz über die Kodentransaktionen. — 5. Korrespondenzen und Nachrichten: Leipzig, (Die Vertretung der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig). — München, (Tin Erlaß der bayerischen Regierung). — Wien, (Der Kampf um Wien und die Juden). — Budapest, (Untröstliche» aus Ungarn). — Budapest, (Der Widerhall im Parlamente). — Budapest (Die ungarischen Juden meiden überall die Theater). — Warschau, (Das Recht der Minderheit). — Warschau. — Warschau, (Die Mörderbande deS Balachowitsch). — Krakau, (Rabbi Meir Rappaport V'lft). — Krakau, (Die Juden flüchten vor Petljura). — Zürich, (Die Not der Chaluzim). — 6. Personalien. — 7. Vermischtes. — 8. Frankfurter Berichte: Von der Israelitischen Gemeinde. — Die Gefahr antisemitischer Richter. — Familiennachrtchten. — Bereinskalender. — Geöetzetten. — S. Feuilleton Beilage: Josef Kastein: DerDrmmen. — Mit der Eisenbahn durch die Wüste. — Die Familiennamen der deutschen Juden. — 10. Kind er ecke: Die Rätsel des Jehuda Dalroi. Sie Geister, die sie riefen... (vas 6nSe Ser „6rwackenSen Ungarn" ) Der Hyrthy-Regierung in Ungarn schienen die offiziellen Machtmittel zur Unterdrückung der Juden durch jahrhundertealte Traditionen der Toleranz doch ein wenig begrenzt, darum schuf sie die inoffiziellen Instanzen des „Weißen Terror", die, Sammel- und Tummelplatz arbeitsloser Militär-, ehrgeiziger Demagogen und allerhand gewerbsmäßiger Mordbuben, ganze Arbeit machten und da- Land in Schrecken setzten, wovon insbesondere Ungarns Juden noch in späteren Generationen ein Lied, ein Klagelied, zu singen haben werden. In der heutigen Nummer noch zeigt uns ein kurzer Bericht über die Vorgänge in den Straßen Budapests am vorletzten Sonntag, wessen die sogenannten „Erwachenden Ungarn" fähig sind. Diese „Erwachenden Ungarn" bildeten jedenfalls eines der vornehmlichen Instrumente, deren sich die Regierung, ohne sich selbst allzusehr zu engagieren und zu exponieren, gelegentlich zu bedienen pflegte. Aber nun ist doch die Sache so weit gedteyen, daß es den Offiziellen etwas bange wurde um die Geister, die sie riefen. Ein Telegramm aus Budapest unter dem 11. November meldet: Angesichts der durch die terroristischen Ausschreitungen der letzten Tage und der dadurch hervorgerufenen Erregung hat sich die ungarische Negierung endlich zum Vorgehen gegen die Anarchie aufgerafft. Nach einem außerordeetlichen Aufgebot von Militär und Poltzeitruppen und unter persönlicher Leitung des Ministerpräsidenten, des Ministers des Innern und des KrtegSministers, wurde gestern die im Hotel Britannia versammelte Bande des berüchtigten Leutnants Hojas, bestehend aus diesem selber mit 42 Offizieren und 12 Zivilisten, ausgehoben und in Gewahrsam geschafft. Zugleich wurde gegen einzelne Gruppen deS „Vereins der erwachenden Ungarn" vorgegangen, wobei es in einem Falle zu einer förmlichen Schlacht kam, bei der es vier Tote und eine Anzahl Verwundete gab. Der Verein wurde für aufgelöst erklärt. Skin Präsident ist von seinem Posten als Vizepräsident der Nationalversammlung zurückgetreten. Warum dieser plötzliche Energieanfall, dieses endliche Eingreifen gegen die Banditen? Hat vielleicht die Stimme des jüdischen Blutes aus den Gefängnissen, den Internierungslagern, den Straßen Budapests das Ohr der Regierenden erreicht, hat die Sorge um Leben und Zukunft des jüdischen Bevölkerungsteils, gegen den die abgedankte Soldateska mit Feuer und Schwert vorgeht, ihr Herz beschlichen? Nein. Der unmittelbare Anlaß war, die Ermordung eines Polizisten, der bei den Unruhen seine Pflicht als Hüter der Ordnung auch gegen die „Erwachenden" tun zu müssen glaubte. Dann kam eine äußerst scharfe Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten Haszar im Parlament, dessen Mehrheit sich diesmal entschlossen zeigte, die Regierung keinen Tag länger zu dulden, wenn nicht unverzüglich eingegrtfsen werde. Besonders starken Eindruck machte in Huszars Ausführungen der von ihm verlesene Polizeibericht über die Ermordung des Polizisten, aus de« die unge. heure Rohheit der als Spitzen des sogenannten christlichen Regimes auftretenden Banditen in Uniform hervorging. Der Ministerpräfident mußte daraufhin zusichern, daß man innerhalb von vierundzwanzig Stunden gegen die Verbrecher Vorgehen werde. Die Tatsache, baß dieses Versprechen sogleich ausgeführt werden konnte, läßt die Schuld des Ministeriums Telekj, das die Dinge soweit kommen ließ, umso schärfer hervortreten. Sein Rücktritt wird daher von einem großen Teil der Politiker als eine notwendige Voraussetzung für die vollkommene Wiederherstellung der Rechtssicherheit betrachtet. Aber auch, mit diesem Rücktritt ist es noch wenig getan, solange mit dem Personenwechsel nicht auch ein gründlicher Systemwechsel vor sich geht. So sehr man eS begrüßen muß, daß endlich dem Terror der „Erwachenden" ein Damm gesetzt wird, so ist doch besonders für den Juden bedrückend, daß blutrünstige Hetze, Aufruf zu Mord und Plünderung an Juden in einem Zeiträume von bald zwei Jahren nicht so viel auSrichten und die Gewissen der Parlamentarier, auch derer von der Art Husar'S, nicht in dem Maße wecken konnten, wie der an sich tragische Tod eines Polizisten. Und dann: solange die Regierung selbst mit Ausschluß aus Schule und Wirtschaftsleben unb anderen Ausnahmegesetzen gegen die Juden vorgeht, wird beim denkfaulen Volke, zumal auf dem platten Lande, immer der Eindruck bestehen bleiben, daß der Jude vogelfrei sei und daß man an ihm zu jeder Zeit nach Belieben daS Mütchen kühlen könne. Nötig ist es, daß Ungarn mit der Abschüttelung der „Erwachenden Ungarn" endlich sebst erwacht, zur Vernunft und zur Gerechtigkeit. Wochennmdschaii. Ser Völkrrbnn». In Genf finden diese Woche die ersten Sitzungen deS Völkerbundes statt. Das Weltparlament, in der Idee seit den Zeiten unserer Propheten die Menschheit beherrschend, tritt in Kraft. Nirgendwo hat das von dem jetzt scheidenden Wilson zuerst in die aus tausend Wunden

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