Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 41 (14.10.1920)
- Date
- 1920-10-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Bigriioltf dod Dr. belnano Io mainz :_„ .« , - 14. Oktober 1920 61. Jahrgang. Bssssa Sranhfurf a. m, Sen z,-Marcheschwan 5681 BSSS M* 1 tWotutemetit pro Vierteljahr r Dentschlandöet den. Postämtern sowie M direkt. Bestellung u. Rechnungrerteil. durch d.Verlag M.6.— Viertels, f. Lehrer u.KultuSbeamte (n. direkt)M. 8.—vierteljl., monatl. 8 Pfg. Bestellgeld. Deutsch-Oesterreich Kr.S0.— Viertels.; Tschechoslowakei Kr. 12.—Ungarn Kr.86.— viertel)., Polen(nur in deutsch. ReichSmk.M.9.Viertels..Holland fl.1,DkaudinavienKr.8, Schweiz, Frankreich u. Belgien Fr. 1.80, England 1 sh. 6 p., SlmcrifoO.BO Doll. Viertels. Etnzelnumm.SO Pfg. Durch d. Buchhandel wie S. Verl. Ker Israelit erscheint jede« Donnerstag Anlerate: Mk. 1.3» für die sechSgefpaltene Tolonel-Feile einschl. TeuerungSzuichl. rAurland-Jns.Mk.S.—pro Keile Rav. nach Tarif Bei laufende« Jnferataustr. tarism. Preiserhöhung jederz. vorveh. Jnferatenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b H., Frank« furta. M., Gr. Efchenheimerstr. 23 Del. 884», Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. der In« und Auslands. Vtatzvorfchrlften ohne VerdiudUckkelt. Aahl« « ge « außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Aranksurt a. *». No. 1980» - ettolgen an: Conto bei der Postsparkasse Wien No. 7» «08 «onto bei dem »oftfparkastenamt Budapest No. 181^4 «onto beim Postscheckamt Zürich M*. VIII 7*54 Skonto beim Postscheckamt Amsterdam No. »4809 Konto vei der Böhmischen Unionbank» Prag und deren Filialen. Der nadidruth Der Artikel und Correfponden?en des „Israelit“ iff nur unter genauer Quellenangabe, und, loroelf es fleh um gröbere fiuffäfce handelt, nur nadi norheriger Genehmigung geRaffet. flirfch Pentateuch 6. Auflage Die unseren Abonnenten als Prämie?ur Verfügung geflehte neue Auflage son Kirsch Pentateuch liegt minmehrabgefchlonenjjor.undeshönnen [Amtliche fünf Bände brofchlerf und gebunden 3U den bereits ln nr. 32 Dom 12. Augulf ö. J. bekannt gegebenen preifen bezogen «erden. für Abonnenten des „Israelit" kolfet demnach das ganze Merk in fünf Bänden; broschiert Mb. 4S.— gebunden Mk. VS.- mährend der buchhändlerlfche Ladenpreis für fllditabonnenfen allgemein - Broschiert Mk. 79— und 107o Ceuerungsjufchlag — Mk. SS.9V , gebundenfflh. 06,—und 107o Teuerungs?ufchlagmh. 105.60 beträgt, roo?u an Dielen Orten noch Beforgungsgebüfir bis 107» triff, für Porto und Derpachung der fünf Bände?ufammen berechnen wir Mk. B.»o Die Lieferung kann grundsätzlich nur nach Vorauszahlung des öegenroerfes erfolgen, jedoch find wir bereit, uns bekannten BefleUern auch monatlich einen Band gegen jeweilige Vorauszahlung des Betrages zu liefern. K wir werden den BeRellern, soweit sie uns die entfallenden Beträge nicht ohnedies auf pöRfchech-Konto Ar. 19802 einsenden, im Laufe der nächsten Wochen Rechnung übermitteln. Der Versand erfolgt allmählich mit tunlichster Beschleunigung. Sämtliche Abonnenten des „Israelit“, auch neu hinzutretende, können von diesem Vorzugsangebot, solange der verfügbare kleine Vorrat reicht, noch 6ebrauch machen Verlag des „Israeli!“, 6 m b k. Frankfurt am Main. JnHattsübevstchr. .1. £etta-ttileI: Der rusfifch-psinische Frir-ensfchiuß. — 2, Homiletik: Selbst verschuldet! — 3. Kleines Fe uilleton: Km heutigen Mttuu. — (Antisemitische Geulahverkündung.) — (Die Vorfahren der edlen Pans.) — 4. Wochenrundschau: —. Die Einwanderung nach Erez Jisroel. — Etwas wild. — 5. Aufsätz.e: KgudasZtsrselundMksrachi. — 6.Korresp ondeyz en und. N ach richten: Frankfurt a. M>,! — Berlin, (Prof. Hoffmänus Stellung zum „Msracht". Berlin, (Ein Willkommengruß). — Berlin, (Ein Asyl -für; ostjüdrfche Flüchtlinge). —^ München, (Zwei Versammlungen.)^— Wien, (Die Greuel der Petljura-Soidateska in Ostgalizten). — Wien, (Konstituierung des neuen Kultusvorstandes). — Wien, (Chaluzim untcrwegs). — Budapest, (Der numerus clausus). — Budapest, (Der Fürstprimas Ungarns an die Juden). — Prag, (Aus der galizischen Hölle. — Warschau, (Die Lage in Polen). — Warschau,-(Die polnischen Feldgerichte). — Lemberg, (Jüdische Heldinnen). — Paris, (Zionisten und J.C. A.) — Paris, (Die französische Regierung und die polnischen; Judenverfolgungen.—London, (Zionistische Reorganisation).' London- (Des Ehief-Räbbi Weltreise). — London, Hülfe für die ukrainischen Juden). — Chigago, (Gegen den Antisemitismus in Amerika). — New-Iork, (Jakob Schiffs Bestattung).— London, (BomJoint Distribution-Kommitee). Jaffa, (Brief aus Jaffa). 7.Personalien. — 8. Vermisch t e S. — 9. Frankfurter Berichte. — Vereinskalender. — Gebetzeiten. 10. Feuilleton Beilage: Land. — (Wandernde Kinder). — Kinderecke: Heinrich Einstädter: Gtne Bekehrung. — Liebe junge Freunde. — Der russisch-polnische Krieg geht seinem Ende entgegen, Der Waffenstillstandsvertrag tst von Joffe auf sowjet-russischer undD omb o w s.ki auf polnischer Seite unterschrieben und der Abschluß des Friedens ttst nur noch eine Frage von Tagend — Wir Juden haben auch zu diesem jüngsten europäischen Kriege unsere reich bemessene Blutsteuer beigetragen. Tausende vernichtete jüdische Existenzen in Polen bezeichnen den ersten Triumphzug der Bolschewisten, und über jüdische Leichen und Trümmer alter Gemeinden ging der darauffolgende Giegesmarsch der Polen. Indes/ es ist gewiß nicht allein die durch unerhörte leidvolle Erfahrung gesteigerte jüdische Nervosität, die sogar dem nun ertönenden Worte „Frieden!" mißtraut und neue schwere Gefahren dahinter wittert. Man braucht ke'neSwegS Schwarzseher zu sein, um den Möglichkeiten der kommenden „Friedenstage" in Rußland mit tiefem Bangen entgegen zu schauen. Rußland hungert und leidet unter dem Drucke der alles gleichtretenden Rkvellterungsmaschine „Bolschewismus" wie vielleicht noch kein Land in der Geschichte gelitten hat (wir verweisen nochmals auf die in jüngster Nummer des „Israelit" zum Abschluß gekommene Artikelserie aus der Feder eines Besteingeweihten). Lange ist dieser Zustand nicht wehr haltbar, und es ist zu befürchten,— oder zu hoffen? — daß der für Rußland nicht gerade günstig ausfallende Friedenöschluß dem Zarismus des Proletariats den letzten Stoß gibt, was sich nach den neuesten Berichten aus Moskau und Petersburg bereits anzukündigen scheint. Man könnte es hoffen, wenn nicht zu befürchten stände, daß dieses ein Signal bedeuten würde für alle, die dort und hier mit der Synthese „Jüdtfcher^Bolschewismus" nur noch auf den gegebenen Moment warten, dem ganzen angesammelten Volkshaß die Richtung nach der Judengasse zu geben. Zu allem Unglücke kommt noch, daß der Friedensunterhäntler und -Unterzeichner Joffe heißt. Wie angenehm für alle braven Patrioten, die ja für ihre Person zur Stunde gewiß auch nichts Besseres wüßten, als den Vertrag unbesehen zu unterschreiben, nun emphatisch in die Gassen hinauszuschreien : „Die Juden haben unserarmes Rußland wiedereinmal verkauft und verraten!" Was dann bei dem Kulturzustande, bet dem Maße der Verelendung und Verärgerung der russischen Massen folgen kann, das auszudenken, vermagunsere menschliche Phantasie nicht. Wie es in Wahrheit um den „jüdischen Bolschewismus" in Rußland steht, darüber hat uns das genannte, bei uns zur Veröffentlichung gelangte Dokument erschöpfend belehrt. Der Bolschewismus hält in Rußland das gesamte Leben mit eiserner Hand umklammert. Wer der Klammer entschlüpft, kann, wenn er nicht als kontrarevoluttonär dem Henker verfällt, verhungern. Der Bauer findet Schutz und Nahrung bet seiner Scholle. Der Städter aber ~~ in 90 von hundert Fällen der Jude — muß ohne Rücksicht auf