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Der Israelit · 1920-09-02 · Heft 35 (2.9.1920) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 35 (2.9.1920)
Date
1920-09-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Annoncen-Exped. des In- und Auslands. VtabvorhtzrMen ohne Uerdtndlichheit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 18 802 — erfolgen an: Conto bet der Postsparkasse Wien No. 7960S Conto bei dem Vottsparkassenamt Budapest No. 181^4, Conto beim Postscheckamt Zürich Mr. VIII 7S84 Conto heim Postscheckamt Amsterdam No. 84869 Conto bei der Böhmischen Untonvank, Prag und deren Filialen. Der NsckiSruck 9er Artikel und CorrefponOenjen 9es „Israelin in nur unter genauer Quellenangabe, un9, soweit es lick um größere lMsöbe handelt, nur nach vorheriger Genehmigung gestattet. KntzallsÄvrrstchl. 1. Leitartikel: Israels Ueberrrst. — 2. Homie t i I:Uott der Gottesfurcht. — 3. Kleine SFeuilleton: '(Ausgrabungen in Palästina.) — (Die Juden in Zypern.) — Dis Einstein-Hetze. — 4. Wochenrundschau: Zu den Vorgängen in Polen und Oberschlesien.' — „Im Golus bet Juden". — 5.Aufsätze: DiePreßburgerKonferenz. — 6. Korrespondenz en und Nachrichten: Berlin, (Die Judenausweisungen in Kattowitz). — Breslau, Antisemitische Ausschreitungen). — Warschau, (Eine staatliche Untersuchungskommission gegen die Judenverleumdung in Polen). — Lodz, (Gemeinde-Vermögen beschlagnahmt). — Berlin, (Jüdische Opfer des polnischen Feldzuges). — Warschau, (Eine jüdische. Tragödie in Schiedlez). — Bukarest, (Das neue Rumänien). — London, (Ein Rabbiner für Changhat). — New Aork, (Emigratiönsfrage). — New Nork, (Die Tore von Kanada den jüdischen Waisen geöffnet. — Jerusalem, (Wiederkehr der Thorarollen). — 8. Personalien. — 9. Vermischtes. — 10. Sprechsaal. — 11.Frankfurter Berichte. — Vereinskalender. — Gebetzeiten. — 12. FeutlletonBetlage: Ea vorr Carlberg : Kabbi Tagaras Gnde. — Heinrich Einstädter: Uaters King. — Liebe junge Freunde! Glückwunsch - Anzeigen zu n"i müssen, um vor n'1 Aufnahme zu finden, spätestens Dienslas Müb £7- In unser-m Besein. Später eingehende erscheinen in der Nummer yom 16. September zwischen fi"1 und 1133 21' Aertag des „Israelit", H. m. ö. K. MM Aeberrefl. (Su 9en Sticfiaus ) „Hüter Israels, hüte den Ueberrest Israels daß nicht zugrunde gehe Israel, das spricht: Höre Israel!" Täglich zweimal, uwrgens und nachmittags, schreien wir es mit von der Welt, ihren Lasten und Lüsten abgewandtem Gesichte, mit für das Leben, seine Freuden und Widerstände geschlossenem Auge zu Gott hinauf. Doch wie anders lautet doch dieser Ruf mit dem Granen des Herbstmorgens in den Tagen der Gitchaus ... Wir haben gefleht und bekannt und mit unseren Gebeten den Morgen geweckt, haben die „Erbarmenbringer" angerufen und die „Tränenträger" und die „Notschreiüberbringer", daß sie Erbarmenerheischend unsere Tränen, unseren Schrei weiterleiten. Und nun: 3X110’ ‘12112; — Hüter Israels, hüte Israel, hüte das geeinte Volk, hüte das heilige Volk.... Israels Rest — Wenn von den Söhnen einer zahlreichen Familie, denen allen der Vater die Wahrung des Familtengutes aufgetragen, nur noch ein kleiner Teil übrig istwährend die Anderen weitweg von Vaters Haus in der Welt herumirren, so obliegt diesem kleinen Rest die doppelte Pflicht, das Erbe mit Anspannung aller Kraft, auch für diejenigen zu wahren und zu mehren, die eines Tages kommen werden, um mit Teil zu haben an Vaters Gut. Israel . als Ganzes ist ja nur ein „Rest", ein Grundstock für die neue Menschheit von morgen und ein heiliges Erbe ist ihm für die Welt in die Hand gelegt. Allein auch von Israels Söhnen haben Viele das Stammhaus verlassen, irren wegeverloren auf fremden Feldern und fremden Weinbergen herum, zu ihrem und unserem Schaden ... Der Rest der Treugebliebenen gibt sie nicht auf und wartet ihrer auf dem ererbten heiligen Boden, daß sie wiederkommen und sich mit uns in Vaters Haus vereinen: örrrvDiix dii'31 nrswi aw rm’a „Wie Wolken schnell, wie Tauben fliegen sie ihrem Neste zu . . ." *]'33 1X3 123,1) 233 'xll 3'2v X10 n:2xn 12 bv tapm)3i 1X13' pini2 „Erhebe Deine Augen und schau, wie sich alles sammelt und zu Dir kommt. Deine Söhne kommen von weiter Ferne und Deine Töchter werden auf den Armen herbeigeführt". Der '3X110' 12110 hat es uns verbrieft und verbürgt, daß nie und nimmer Israel verloren geht, das sich findet im Rufe: „Höre Israel!" Geeint ist ferner Israels Rest, geeint im- Leiden, aber auch geeint im Leisten sollte er sein. Unsere Einheit ist der Gotteseinhett ein Teil. 1 fix fi fi x preisen wir, und ^203 '2 ifiX 1) 3X110' ruft Gott uns zu. Darum kann es nicht Zweifel fein, wie und wo sich Israel einen soll : in Gott, in Erfüllung seiner Pflicht, in Wahrung seines Gesetzes in Haus und Gemeinschaft, in der Durchdringung unseres gefangen Leberrs mit dem „Geiste, der in uns wohnt, den Worten, die uns in den Mund gelegt werden". In diesem Zeichen müssen wir uns alle, ob Ost oder West, finden und Hand anlegen am Bau. der Zukunft, daß wir vor den Kommenden und Rückkehrenden nicht beschämt das Gesicht abwenden muffen, im Schuldbewußtsein, ihr Erbe nicht nach Pflicht und Gebühr verwaltet zu haben. Unvergänglich bleibt das geeinte Volk, *Tix i) 13X' 3X1, solange es sich seine Einheit aus dem lichten Quell der Gotteseinheit holt, 'fi li'jrtx 'n *J2!0 2'1fi'2fi ifix- Aber auch heilig ist Israels Rest. Merkt euch das alle, die ihr an Israels Zukunft die Maßstäbe der Welt anlegt, die ihr ewige Werte nach den Gesetzen von Werden und Vergehen umwertet, die ihr glaubt, Israels Haus mit den Ziegeln und Steinen aus den Hochöfen der Völkerschlachten, getrocknet an der Sonne von Friedensltguen und Völkerräten, bauen und es im Innern mit den abgelegten Requisiten einer morschen, bankerotten Euröpakultur ausstatten zu könnenheilig ist Israel, ohne Präzedenzfall in der Geschichte seines Leides wie in der Erwartung seiner Erlösung und über ihm wachend und schützend „der Hüter des heiligen Volkes, daß nicht verloren gehe das heilige Volk, das dreifach in drei Heiligungen huldigt dem Heiligen." Ein Lied steigt mit dem Morgen auf, Lied des Golus, auch Hymnus der Geulah, und rauscht über Welten und Meere, überallhin, wo Juden weinen und warten, Brüder beten und bauen, und zwingt sie zum Ausblick zum!^X110' 12110 'IfiX 1) 12110!10HP 'D 12110 Wochenmildschau. Zu den Äorgangen tn polen und Oberschlesien. Nichts spiegelt die Komik und Tragik des jüdischen Golusdaseins so deutlich wieder, als das, was wir jetzt in Polen und Oberschlesien erleben. In Kattowitz benutzt die deutsche Sicherheitspolizei die infolge der Straßenkämpfe zwischen Deutschen .und Polen entstandene Verwirrung,

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