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Der Israelit · 1920-08-26 · Heft 34 (26.8.1920) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 34 (26.8.1920)
Date
1920-08-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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•- ‘'.' ’t-<V.;?^ .y'"--:v‘ •••-/;y.\■■’ ':•.-••••.> . <\ r' -. rs«us«ftir» *>*■* Asmew. Die Ausstattung endlich hätte in alten Teilen, Band, Papier und. Druck, auch vor dem Kriege nicht an Schönheit übertroffen werden können. Es ist bezeichnend für die Leistungsfähigkeit des Kauffmann'schen Verlags, daß er unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine so wunderbare Ausgabe zu veranstalten in der Lage ist, und daß er eine Jugendschrift einer solchen Auszeichnung würdigt, verdient besondere Anerkennung. Für unsere Kinder ist nur das Beste gut genug, und dieses Buch gehört zum Besten. #. <£. Wie steht e# mit den naturwissenschaftlichen Beweisen für die tierische Abstammung des Menschen? Bon Anton Ruf. Karl Ohlinger, Mergentheim a. d.Tauber. 63 Seiten. Die vorliegende Schrift beleuchtet unter Beibringung reichen Materials die besonders von Darwin und Haeckel nach dem Vorgänge Lamarkes propagierte These von der Abstammung des Menschen vom Asten in gründlicher und umfassender Weise. Was alles an Beweisen für diese Theorie herhalten mußte aus Morphologie, Anatomie, Paläontologie, olles wird unter Berufung auf hervorragende Autoritäten auf dem Gebiete der Naturwissenschaft glänzend widerlegt, sodaß nicht eine Faser von dem ganzen Gewebe übrig bleibt, das die Herren Monisten nach schwerer und saurer Arbeit uuter Ausschaltung des gesunden Menschenverstandes fertiggestellt haben. Mögen sie. nun au? ihn Verzicht leisten, so ist es doch eine gewaltige Zumutung, dieses Opfer des Intellekts auch von andern zu verlangen. Der einfache Menschenverstand kann es nun einmal nicht kleinkriegen, daß die planmäßige Ordnung, die wir in der Natur wahrnehmen, einem Zufall entsprossen sein sollte und kann cs nicht einsehen, daß das Dogma' Darwins und Haeckels vernunftgemäßer sein sollte als dasi der Bibel. Diese entaotten die Welt und sagen: „Im Anfang war die Zelle", ein Dogma, das nichts beweist und nichts erklärt, das die Frage, was dann die Kraft, was das Bewegende sei, unbeantwortet läßt. Wem könnte man da einreden, raß dies ver- -nuustgemäßer und aufklärender sei, als der kurze Satz: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde!" Freilich gelangen wir hier nicht zur Astentheorie und werden nicht vor eine neue Frage gestelltwie der Intellekt des Menschen zu erklären sei. Denn daß dieser eine sichtbare Scheidung zwischen diesem und dem Tiere in ihrer ganzen Schärfe uns zeigt und sich nicht mit dein all- und nichtssagenden Worte .„EntMcklung" erklären läßt, liegt auf der Hand. Und in der Tat, die Monisten haben ubgewirtsrbasr'.t, Männer wie Reinke und Tennert Laben bereu Wortführer ad absurdum geführt. Mehr aber hat die Zeit getan. Unsere Kultur ist zufammenarbrochen: die Menschheit steht verzweifelnd da, der Monismus kann ihr den Halt nicht geben, der das Schrecklichste überdauern läßt, und was bietet sich nns bar; vir Welt schreit nach einem Gott! Wahrlich, das vernichtendste Urteil, das über die „Entwicklungslehre" gefällt ist. Nichtsdestoweniger ist die vorliegende Schrift nicht überflüssig, sie kann jedem bildungsucherroen Leser empfohlen werden. S. Toledoth Jacob. Biographh of Rabbi Koppel Charis (1766—1835). Bh C. Tuschinskh. London 1918. F. Mazin u. Eo. 55 S. 4°. Diese vom Urenkel dem Urgroßvrter gewidmete Biographie enthält eine überreiche Mlle statistischer! und genealogischen Materials, sodaß es besonders den Stammbaumfreunden eine sehr willkommene Gabe sein wird. Freilich wird die Persönlichkeit, deren Biographie das Buch uns bieten will, sehr in den Hintergrund gedrängt, sodaß wir von den Leistungen und der Tätigkeit R. Koppels nicht allzuviel erfahren. Wir lernen seine Familie und seine Nachkommenschaft bis auf die letzten Ausläufer in der Gegenwart kennen, aber von der Lenkung seiner Gemeinde Werben, von seiner Teilnahme .an ihrer 'Entwicklung hören wir fast nichts; aus. seiner Jugendr geschichte und Lehrzeit erfahren wir, daß er bei z R. Jecheskel Landau in Prag, bei R. Joseph Steini Hardt in Fürth, beim Maheram Barbh in Preßburg i lernte und überall glänzte er als hervorragender Schüz ler. TaS find alles Einzelheiten; ein Lebensbild vermissen wir. Dies soll aber kein Vorwurf sein, denn der Verfasser weiß jede Gelegenheit zu benutzen, uns Wissenswertes zu liefern. Die Tatsache, daß der Schwiegervater R. Koppels aus Stampfen war, veranlaßt den Verfasser, eine Reihe von Männern, die als Rabbiner in dieser Stadt fungieren., vorzuführen, was allerdings durch Herzogs Koroth Bothenu überholt ist. Die Bezeichnung des R. Koppel als?pn bietet ihm Gelegenheit, alle die Männer, denen man diesen Ehrennamen gab, aufznzählen. So ist diese in gutem Hebräisch abgefaßte Schrift eine lehrreiche, die man gerne den Forschern jüdischer Literatur empfiehlt. Bon Interests dürfte es für große Kreise sein, aus diesem Buche zu erfahren, daß auch die Dichterin Karoline Deutsch der Nachkommenschaft des R. Koppel ungehörig. S. Berlin, 21. August. Am 1. September X1-n '3 TQW feiert hier der in weiten Kreisen bekannte und allbeliebte Oberkantor der Adotz JiSroel in Berlin, Herr Eimon DubowSki, fein 25jä«rlgeS Jubiläum. Ein Kenner des jüdischen Schrifttums und Meister dealten innigen, bis in die Seele zündenden ChafonuS, hat sich Herr DubowSki auch alS Mensch und Freund die Herzen aller erworben, die mit ihm in Berührung kamen. AlS Mohel hat er eine unzählige Schaar von Kindern in den Bund Gottes eingrführt und ist in Berlin als solcher bereits zu einer gewissen Popularität gelangt Auch schriftstellerisch betätigte sich der Jubelar in früheren Jahren, besonders, wenn es galt, BerufSfragen zu erörtern oder Interessen des Kantorcnstande« wahrzunehmen. Die früher in Berlin bezw. Brombcrg erscheinende „Israelitische Wochenschrift" und die „Kantorenzeitung" brachten deS öfteren Artikel auS feiner Feder. Auch mit synagogalen Kom- Positionen trat Herr DubowSki mit Erfolg an die jüdische Oeffentlichteit. Dem noch rüstigen und berussfreudigen Jubilar der aufrichtge Wunsch nnirjn rwü I n:p! Würzburg, 18. August. Im nahen Höchberg hat man vorigen Sonntag einen Mann zu Grave gelragen, der fast ein volles Jahrhundert irdischen Daseins besessen und einen mächtigen Ausschnitt altehrwürdigen, echten, kernhaften JudentutnS in sich verkörpert hatte. Der Name Samuel Etdod allein genügt schon, um in den Herzen unzählger Bekannter, Freunde und Verehrer, zu denen die Trauerbotschaft dringen wird, stille Wehmut und warme Teilnahme «uSzulöserr. Im Bilde der Höchbcrgcr Talmud-Thora- Anstalt ist Samuel Cldod unentbehrlich, seine markante, bis ins höchste Alter rüstige Gestalt nicht wegdenkbar. Was er für Erhaltung, Hebung und Förderung der Schule geleistet hat, sichert ihm ewigen Dank und Ruhm. Schon in den ganz allen Zeiten, wo der Reiseverkehr noch sehr umständlich, mit viel Unbequemlichkeiten und Entbehrungen verbunden war, wandcrte er dem biblischen Sevulun gleich freudig hinaus in die Lande, ging von Ort zu Ort, von Haus zu HauS, nm für den materiellen Bestand der Anstalt zu sorgen. Nur sein Sammeleifer ermöglichte eS, daß der Gründer der Schule, Rabbi Elosor und seine Lehrer als Jssochvr in ihrem Ohel -Thora lernen und kehren konnten. Neben dem zeitraubenden Kassteramle versah Eldod n"j> auch Jahrzehnte hindmch den Dienst eines Schölisch Zibbur und Baal Kore. Welche Innigkeit und Jiroh ihn hierbei erfüllte und beseelte, ist wohl jedem einzelnen der Hunderten von Schülern bekannt und unvergeßlich. Line unveeglefchliche ranbv loderte in seinem Wesen und begeisterte ihn zu der staunenswerten Energie, mit der er Hidur MizwoS betätigte. Die Höchberger Suckoh und Eldods Lulof und ESroa waren sprichwörtlich geworden. Ueberlegt man, daß dieser Mann dochauch noch in seinem geschäftlichen Berufe emsig arbeitete und für seine Familie treu sorgte, so fragt, man sich, woher derselbe. die nötige Kraft zu all diesen Anstrengungen genommen. Nur daS unbedingte Gottvertrauen konnte die Quellen zu solcher rastlosen Tätigkeit abgeben. Die Beerdigung vollzog sich unter zahlreichster allgemeiner Beteiligung. Im Trauerhause beklagte der älteste Sohn, Lehrer der Anstalt, mit rührenden Worten den schweren Verlust deS geliebten Vaters. Am Grabe zeichnete zunächst Herr Distriktsrabbiner Dr. Hanover, das tatenreiche Leben des Hingeschiedenen in wirkungsvollen Farben. Die Herren Steinhäuser alS Schulvorstand und Beauftragter der KultuSgemeinde, Pfeufer als Vorsitzender des Kuratoriums, Mannheimer und Hirnheimer, als einstige Schüler, sprachen dem Entschlafenen innige Worte deS DankeS aus und Herr Altmann, Karlsruhe, nah»! als Neffe namens aller Verwandten, bewegten Abschied von der nun leider gefallenen Krone der Familie. Hierauf senkte man die irdische Hülle dieses allbekannten Jehudi und Menschen in die kühle Gruft. Auch viele christiiche Mitbürger waren auf dem Friedhöfe erschienen, um ihre Achtung und ihr Beileid zu bekunden. Man verlseß Höchberg mit dem Gedanken, daß Eldods Namen mit der Geschichte der Talmud- Thoraschule auf ewig wird verbunden bleiben. n"35ttn. Wien» IS. August. Eine große Lücke ist in den Reihen der orthodoxen Juden Wiens durch das plötzliche Hinscheiden von D. B. Stern entstanden. Ein Mann von tiefster Frömmigkeit, durchdrungen von innigem Gottvertrauen, strenger Rechtlichkeit, erfüllt von Liebe zu seinen Mitmenschen, ist mit ihm leider früh — im 63 Lebensjahre dahingegangen. Alles was er beim Besuch der täglichen Schiurtm gelernt, hat er auch gewissenhaft ausgefühet und war fo sein ganzes Leben und Wirken eine ununterbrochene 'n Tn)2V. Sein Haus war dem Bedürftigen stets offen und durch tatkräftige Hilfe und inniger Anteilnahme hat er Bedrückte aufgerichtet. Die Achtung und Wertschätzung, die er im weitesten Kreise genoß, offenbarte sich in der Zahl derer, die ihm am Freitage n"i 3-iy die letzte Ehre erwiesen. Obwohl die Trauerkunde nicht überallhin bekannt gegeben ^werden konnte, sammelte sich dennoch eine große Menschenmenge im Vorhof der Schiffschül, wohin das tik getragen wurde. Zuerst sprach fein Bruder Herr Josef Stern tiefempfundene Worte deS Abschiedes. Im Namen seiner Kinder sprach sein Schwiegersohn Rabbiner S. Reuwirth, in be- Nr. 84 «eite 7 «egten Worten Dank auS. I« Namen der weiteren Familie sprach sein Schwager, Herr Abraham Kvhn. Am offnen Grabe hielt Herr Rabbiner M. Kramer eine zu Herzen gehende Gedenkrede. nratir» Krakau. 18. August. Am Donnerstag starb nach kurzer Krankheit der erste Dojan und stellvertretender Sberrabbiner Rabbi PinchaS EiiaDembitzer. Hochverehrt von allen Schichten der jüdischen Bevölkerung lebte der Robbt der min und der Hebung von auf Leiden Gebieten ein Meister. An der 'n? beteiligten sich Tausende. Er verbat sich letzlwiiNg Grabreden wie sonstige Ehrungen. Familiennachrichteri. Varrnizwohfeicr. Fritz Mayer in Frank, furt a. Di., Sohn vvn Ferdinand Mayer, Harxheim, am 28. August '3, Synagoge EberSyelm. Vermischtes. Nürnberg, 14. August. Der politi'che Redakteur Schumann des hier erscheinenden „Fränkischen Kurier-", eines der übelsten reaktionären Hetzblätter, wurde gestern verhaftet, La er noch zwei Jahre Gefängnis wegen Betrügeübzusitzen hat. Ein solches Blatt mit einem solchen Redakteur konnte monatelang eine wüste antisemitische Hetze betreiben. Siiitfe, (Schweden) 17. August. Nach einem Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Winkler-Kopenhagen über die Ziele der Aguda Jröroel wurde hier eine Ortsgruppe der Agüda gegründet. Das profeiorische Kommitee vestcht auS Leu Herren Schein köpf A. AlexanSki und I. N. Fricdmann. Wien, 20. August. Der Präsident der jüdischen Gemeinde in Gollipoli, Jizchok Abelapia, wandte sich an das Joint Distribution Committee in New Aork mit der telegraphischen Bitte um Versorgung der in Gallipoli lebenden 89 jüdischen FamNirn (znka^400 Personen) für den kotz enden Winter, da sie tonst obdachlos bleiben und dem Hunger preiSgegrben sind. Frankfurter Kerrchte. I. Wädchcngi'irppe. Die N. I. Mädchengruppe weist ans ihr erweitertes Programm hin, das, wie aus dem Vereinskalcnder ersichtlich, auch den BW.ü c*b» Rechnung trägt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Die Bürostunden der 11. I. Jugend- und Mädchengruppe sind auf Montag abend von 8-0 Uhr angesetzt. VminMendrr. Verein Mekor Chajim. SamStag morgen nach Schul: „Dinim^; Herr Rektor Falk. — 12 Uhr: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nachm. 4*/, Uhr, Langestr. 18: „Mikro"/ Herr Josef Bamberger. Sonntag morgen, und Dienstag vor nraü, im Vereinslokale: „Gernoro"; Herr R. Ä. Posen. Sonntag bis Donnerstag abend,' v Uhr: v"rr»-Schiur- Herr H. Holpern. Roniag und Mittwoch, 7 Uhr abends: „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Mittwoch, JahrzeitSstiftungSlernen, Jacob Marburger-Stiftung. Jeden Morgen nach Schluß der Synagoge: .Misckinalernen". I ßross-Sriiiii I am Eschenheimer Turm. § Witter. Merlhal und Mrttabare«. U»rrrni>»«»»g 6 >/, UM, Hnf. VI, kl-r abends. Ne« eröffnet: W eim»Klausi ©. Eingang «nt Stiftstratze 32. 88425333

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