Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1920)
- Date
- 1920-07-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Eis Ceutralorgan für das orthodoxe Judentum Lehmana Io nninz - (t!T lahMann « m J»«„ 3*^ 1920 29. Tamrnus 5680 --. Abonnement pro Vierteljahr r Deutschlandbei den Postämtern sowie bei direkt. Bestellung u. Rechnungserteil, durch d.Verlag M. 6.— viertel!, f. Lehrer u.Kultusöeamte (n. direkt)M. 3.—viertelst., monatl. 5 Pfg. Bestellgeld. Deutsch-Oesterreich Kr.30.— Viertels.; Tschecho- Slowakei Kr.i2—Ungarn Kr.3b.— viertelj., Polenlnur in deutsch. Retchsmk.)M.9.viertelj.,Holland fl.l,SkandinavienKr.2, Schweiz, Frankreich u. Belgien Fr. 1.50, England 1 od. 6 p., AMerika0.50 Doll, viertelj. Einzelnumm.60 Pfg. Durch d. Buchhandel wie b. Verl. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag Inserate: Mk. 1.50 silrdtesechsgesvaltene Colonel-Zeile eittschl. Teuermraszuschl. :Ausland-Jns.Mk. 3.—pro Zeile Rab. naL Tarif Bei lausenden Jnseratanftr. tarifm. Preiserhöhung jederz. vorveh. Jnseratenannahrne durch oen Verlag des Israelit G. m. b H., Frankfurt a. m., Gr. Eschenheimerstr. 23 Del. 584», Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. VlatzvorkchrMeu ohne Verbindlichkeit. Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 18 86» - ersolgen an: Conto bet der Postsparkasse Wien No. 79 «tt? Conto bei dem Postsparkastenamt Budapest Na. 18424 Conto beim Postscheckamt Zürich Xi* VIII 7254 Conto beim Postscheckamt Amsterdam No. »4868 C0nto Sei der Böhmischen Unionbank, Prag und deren Filialen. 0er HadiSrucb 3er firfiftel unö CorrefponSenjen Ses «Israelit“ M nur unter genauer Quellenangabe, unS, soweit es fleh um größere ftuffttöe handelt, nur naeft vorheriger Senekimlgung gehaftet. ItthalLsirlrevstcht. '1. Lettartikel: Dr. Moses Auerbach: Agudas Klsrorl in Grrz Jisroel — 2. Homiletik: Israels Schuld und Schicksal. — 3. K l e t n e s Feuilleton: M. Sremberger: Der Schülergarten 'der Israelitischen Volksschule in Frankfurt a. M. — 4. W o ch e n r u n ds ch n u: Der Kampf um die Gesamtorganisation in Preußen. — Bemerkenswerte zionistische Selbsterkenntnis. — 5. Aufsätze: Der Terror unserer Gegner. — Kgudas Iisroel in Ost und West. 6. Korrespondenzen un d Nachrichten: Frankfurt n. M. — Berlin, (Ostjüdische Einwanderung). — Berlin, (Die neue Repräsentantenbersammlung). — Wien, (Im dunklen Ungarn). — Kogeuhagen, (Das Hülfswerk für die ukrainischen Juden). — Warschau, (Ein Ueberfall auf Abgeordneten Rabbiner Perlniutter). — Warschau, (Rabbi Sch. B. Schneersohn — London, (Die Zionistenkonferenz). — London, (Stuart Samuels Bericht über Polen). — London, (Herbert Samuel auf den: Wege). — New Z)ork, (Die jüdischen Kriegsopfer in Sowjetrußland. — New 8)vrk, (Eine Mtllionen-Stiftung) — New Work, (Das Ende des amerikanisch-jüdischen Kongresses. — Buenos Aires. — Kairo, (Herbert Samuel in Palästina). — Jerusalem. - Zürich, (Die Notlage der Jeschiwaus). — 7. Personalien. — 8. Vermischtes. — Famtliennachrichten — Vereinskalender. — Feuilleton Beilage: Im Iudenstaat der Gtzafaren. — PädagogischeBeilage: Warnung.—Au alle Kollegen! — Protokoll der Sitzung des erweiterten Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft bom 16. Mat in der Frankfurtloge. — Sitzungsbericht des Bundes gesetzestreuer Lehrer Deutschlands. Zwetgverein Rheinland. — Zwei Kapitel shnagogaler Aesthetik. — Aus dem Musterländle Baden. Agudas Zisroel in Erez Jisroel. Von Dr. Moses Auerbach in Pethach-Dikwa. II. Elite Ehrenpflicht der jüdischen Gesamtheit ist es, sich in Jerusalem wieder eine aro'flö" rr^HJ, eine Akademie des Thorawtfsens, zu schaffen, eine Stätte, an welcher die Fürsten der Thora aus dem heiligen Lande wie aus der Diaspora in gemeinsamem Forschen und Lehren die Früchte ihrer Geistestätigkeit sich selbst und dem ganzen jüdischen Volke nutzbar machen. Diese Akademie wird züm Mittelpunkt aller jüdischen Kultur werden. Wie einst die Lehrhäuser der Geonim die Werkstätte jüdischen Geistes waren, so soll es diese «ro'/lü werden. Alle Fragen des jüdischen Lebens sollen hier von, den anerkannten Führern unseres Volkes entschieden werden. Geistesfürsten werden hier zusammen arbeiten, und neue Thoragrößen heranretfen. Auf Vorschlag der Führer der Diaspora sollen die ersten Akademiker ernannt werden. In Zukunft sollen sie nach eigner Wahl ihre feststehende Zahl ergänzen. Ehrenpflicht der jüdischen Gesamtheit ist es, die Männer der vor allen wirtschaftlichen Sorgen zu schützen. Nur solche Männer sollen Mitglieder d?r KfiS'rifc werden, deren Getsteseigenschaften eine Bürgschaft bieten, daß sie zu Geonim heranwachsen können. Je nach der Eignung fofectt die Akademiker literarisch und lehrend tätig sein. In engster Verbindung mit der soll eine Jeschiwo stehen, an welcher die Akademiker als Lehrer wirken. Diese Jeschiwo sei die höchste Bildungsstätte für die zukünftigen Rabbonim des Landes und der Diaspora. — An anderer Stelle ist noch auszuführen, wie die der geistige Mittelpunkt, der Gesamtjudenheit zu werden hat. In ihr laufen alle Fäden des jüdischen Geisteslebens zusammen. Mit der schafft sich das jüdische Volk den Kristallisationspunkt seines Kulturlebens. Durch die Versammlungen der Thoragrößen aus der ganzen Welt, die in regelmäßiger Wiederkehr in der KroTiö stattfinden sollen, wird sie zur Stätte, von welcher die Belehrung ausgeht für Jisroel. wn mm aan 's Mehr der religiösen Praxis soll eine Organisation dienen zur Sicherung aller Bedürfnisse des religiösen Lebens sowie zum moralischen und materielle.! Schutz der Rabbonim, Dajonim und Schochtim. Eine solche Organisation muß natürlich in einheitlicher Weise das ganze Land umfassen. Eine gedeihliche Entwicklung des religiösen Lebens ist nur dann möglich, wenn die Männer, die sich ihm ganz widmen, materiell und moralisch unabhängig daftehen. Bor allem gilt dieses für die Rabbonim und Dajonom. Wirtschaftliche Sorgen dürfen nicht die Tatkraft der Führer der Gemeinden lähmen. Noch viel weniger darf die Rechtspflege unter irgend welchen Rücksichten leiden, für welche die Notlage des Dajon zwar niemals eine Entschuldigung, nur zu oft aber eine Erklärung bilden könnte. Manche Klagen, die über die bisherige Praxis leider teils mit Recht, teils in tendenziöser Uebertreibung vorgebracht werden, würden durch die Sicherstellung der Rabbonim und Dajonim wegfallen. Es ist menschlich nur zu begreiflich, wenn Männer, die in bitterster Not und ganz unsicherer Stellung leben, nicht immer die notwendige Furchtlosigkeit gegenüber einflußreichen Männern beweisend Der Vorwurf hierfür trifft in erster Linie die Gesamtheit, welche ihre geistigen Führer in wirtschaftlicher Abhängigkeit läßt. Das darf im künftigen Erez Jisroel nicht mehr sein. Dir Gesamtheit sei sich ihrer Pflichten gegen ihre Führer bewußt, und diese werden dafür sich ganz der» Gemeinwohl widmen können. Im Anschluß an diese Organisation soll eine Stelle geschaffen werden zur Förderung einer Literatur, die sich Verbreitung des Thoragetstes zum Ziele setzt. Ein großer Fehler ist es, daß auf dem Gebiete der schöneu Literatur von thoratreuer Seite bisher so wenig geschaffen ist. Die Heranwachsende Jugend dürftet nach Lektüre. Ein einziges Buch kann ausschlaggebend für die Entwicklung eines jungen Menschen werden. Jedes Erziehungswerk muß mit der Lektüre rechnen, zum Guten wie zum Schaden. Auch in unseren Kreisen gibt es Kräfte genug zur Schaffung einer thoratreuen Literatur, aber sie müssen angeregt und gefördert werden. Eine ganz besondere Aufmerksamkeit ist der Schabbosheiligung im öffentlichen Leben zu widmen. Mit aller Energie muß darauf hirrgearbeitet werden, daß zumindest alle öffentlichen jüdischen Institutionen vor -Entweihung deS Schabbos geschützt werden. Es ist traurig, das; man dieses betonen muß. Aber die augenblicklichen Verhältnisse in Palästina machen es notwendig. Es muß selbstverständlich sein, daß bei allen öffentlichen Arbeiten die vollkommenste Schabbosruhe gewahrt wird. Verkehrsmittel, die in der Hauptsache der jüdischen Bevölkerung dienen, müssen am Schabbos ruhen. Wir denken hierbei besonders an Lokalbahnen zwischen den jüdischen Siedelungen sowie Straßenbahnen in jüdischen Städten und Stadtvierteln. Es muß vertan t werden, daß die jüdischen Beamten und Arbeiter, welche auch an nicht ausschließlich jüdischen öffentlichen Institutionen tätig sind, den Schabbos und die jüdischen Feiertage halten können, ohne Schädigungen in ihren Einnahmen und ihrem Fortkommen ausgesetzt zu sein. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Durch zweckmäßige Arbeitsteilung ist es möglich, daß selbst die Beamten und Arbeiter der inlernationalen Verkehrsetnrichtungen, welche Palästina durchziehen und berühren, den Schabbos heiligen können. In einem jüdischen Palästina muß es möglich sein, daß Juden in allen Verkehrsetn-