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Der Israelit · 1920-07-01 · Heft 26 (1.7.1920) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 26 (1.7.1920)
Date
1920-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Rr. 26. Der „Frankfurter JSraeSt". r cr n K s n r t er Me richte. Die Woche. Modernismus und Jugend. Ueber „Ten Modernismus und die Jugend" sprach Herr Tr. Nathan Birnbaum am Sonntag, den 27. Juni auf Einladung der A. J.-Jugenogruppe Ln der Römerhalle vor einem zahlreich erschienenen Publikum. Herr Dr. Birnbaum wandte sich Mit scharfen Worten gegen den Gerst der Ungebnndenheit, der jetzt in Ost und West in erschreckender Weise überhand nimmt und zu dem alten Geist und den überlieferten Lehren des Judentums in starkem Widerspruch steht. Die. Sucht nach dem Gelde, das schrankenlose..Errafsenwollen von irdischen Gütern, was er mit dem Worte ,^)ekonomismus" bezeichnete, vertrage sich nicht mit dem Gottesgedanken. Auch auf sittlichem Gebiete äußert sich der Geist der Ungebundenhut in geradezu verhängnisvollem Maße. Ta müssen unbedingt wieder Hemmungen geschaffen werden. Man solle sich jedoch ja nicht auf die sogenannten Hemmungen, die vom freien Willen diktiert werden, verlassen. Hier hat vielmehr nur das heilige jüdische GotteSgesetz maßgebend zu sein. Eine scharfe Abrechnung hielt Herr Dr. Birnbaum mit dem „P o l i t i z i s m u s ", der ebenfalls eine Ausgeburt der sogenannten Kultur rst und ihre Nebel noch vermehrt, statt sie zu beseitigen. Man gibt dem Menschen ein sogenanntes Ideal und nimmt ihm dafür die I d c e. Der PolitizismuZ bat auch von unserer Palästinabewegung leider Besitz ergriffen. Statd Palästina als Erez-Jisroel, als das Land der Propheten für da§ jüdische Volk zurttckzufordern. arbeite man da mit rein spekulativen Argumenten, mit dem Geist der Ungcbundenheit, die nnier hei-' liges Bestreben nur entwürdigen. Wir sollen nicht immer darauf versessen sein, den anderen Völkern alles blindlings nachzuäffen. Wir mußten es vielmehr vorziehen, mit unserem Geiste die anderen zu befruchten. Trotz vielfacher Störungen von gegnerischer Sekte verfehlten die Ausführungen ihre Wirkung nicht. Ar. Wutha« Mrnvanm irr Mainz. Bor einer annähernd 400 Köpfe zählenden Zuhörerschaft sprach Dr. Nathan Birnbaum am 24. Juni auf Einladung der Orts- und Jugendgruppen der Mainzer Aguda über „trennende jüdische Fragen". Der Redner behandelte in umfassender Weise das Problem des Auswandererstroms, sie Palästtnafrage und. mit diesen beiden im Zusammenhänge die Notwendigkeit der Erhaltung und Stärkung des gesetzestreuen Judentums in den Ländern der Diaspora. Birnbaum betonte vor allem, daß nur in gemeinsamer Arbeit sämtlicher jüdischer Parteien unter Hintansetzung ihrer Parteiinterefsen insbesondere des Glaubens, daß Palästina allein zur Aufnahme der Wanderbewegung genüge, der Wanderstucm zu bewältigen sei. Ein großes Emigrationsamt mit Zweigämtern und Büros in allen Ländern und zur Fundierung der materiellen Mittel: eine weltumfassende Emtgrationsbank, seien die Forderungen des Tages. Besonders hinreißende und begeisternde Worte fand Birnbaum bei der Würdigung der Geschichte des Gottesvoikes, seiner durch das Göttesgesetz bedingten Eigenart und bei der Würdigung von Israels Aufgabe, durch die herrlichen Lehren der Thora einst alle Völker der Erde zur Erkenntnis des einzigen Gottes zu führen. Stürmisch rr, nicht endenwollender Beifall lohnte die von feurigem Schwung getragenen Ausführungen deS Redners. Die an den Bort rag sich anschließende Diskussion, in der sachliche und persönliche Gegner des Redners zu Wort kamen, war infolge der vorgerückten Zelt nur kurz und löste als Antwort auf die persönlichen Angriffe gegen den Redner, eine begeisterte Kundgebung für Nathan Birnbaum und seine segensreiche Tätigkeit aus. fällt, auf Sonntag verlegt wird, im Gegensätze zum Fasttage am 27. Elul, den man in ähnlichem Falle immer aus Freitag zurückverlegt. Rabbi Salomon Geiger V'xt behandelt in seinem Buche '"Qi'auf Seire 150 die Frage, warum man den Fasttag am 27. Elul nicht lieber auf Donnerstag verlegt und wundert sich überhaupt über die Früherlegung, die gegen die Mischna verstoße: rn:jn:£6 psnpö p». Er meint, daß man von vornherein keinen Vovhaamith auf Freitag legen kann, dagegen wohl einen Halbfasttäg. Diese Auffassung des Halbfafttages im Sinne von rarvnv ist meines Erachtens nicht stichhallig, .Das gilt nur für solche Fasttage, die als Gedenktage für Leiden gelten, die das gesamte JSrael betrasen, auch das Estecsasten betrifft in seiner Ursache nur einen Teil des Volkes und arf daher, ohne gegen die Mischna zu verstoßen, falls' Purim auf Sonntag fällt, auf Donnerstag zurückverlegt werden. Es bleibt somit die Frage offen, warum in der Verlegung ein Unterschied zwischen dem Tanith im Tamus und dem im Elul gemacht wird, und wäre ich für eine Aufklärung hierüber sehr dankbar. Vielleicht ist auch jemand noch im Besitze eirres Luach aus den ersten Jahrzehnten nach dem Vorgänge 1720—70, wo Randbemerkungen über die Zurückverlegung sich möglicherweise vor finden 7 Isaak M. Mainz. Familiennachnchten. Geburten. Ein Sohn und eine Tochter: Eugen Levy Ladenburg. Barmizwrh-Keler. Franz, Sohn des Herrn Leon Mainz, Sandweg 3. Der Safttag am 10. Fawus. Die Frankfurter wissen, daß außer am 17. Tamus auch noch am 10. Tamus myn, freilich nur ein Halbfasttag für uns besteht. Am vergangenen Samstag waren es gerade 200 Jahre her, daß aus Anlaß eines großen Brandes, der in der Innenstadt 420 Häuser einäscherte, um an den Toren des Judenviertels Halt zu machen. Für den 10. Tamus ist der Halbfasttag vom Nabbinat eingerichtet worden, mit der Anordnung der Abgabe von 18 Pfg. Fastsngeld (im Gegensätze zu den andern Fasttagen, an denen die Taxe nur ü Pfg., der damalige Preis einer MlttagSmahlzeit, betrug) und der Absolvierung des ganzen TtllimbucheS in zwei Abteilungen. Zur Austeilung mutzten an diesem Tage 199 Thater gelangen. Auffällig ist, daß dieser Fasttag, wenn er wie dieses Jahr auf Samstag Vereinskalender. Bereit, Mekor Chajim. SamStag morgen nach Schul: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — 12 Uhr: „Melochim"; Herr Prof. Weyl. — Nachm. 4l/4 Uhr, Langestr. 18: „Mikro",' Herr Samuel Weit. — Abends 8% Uhr: „Midrasch",- Herr Dr. J»s. Breuer. Sonntag morgen, 9l/4 Uhr und Dienstag vor im Vereinslokale: „Gemorv"; Herr R. A. Posen. Montag und Mittwoch, abends 7Uhr:„Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Jahrzeitsstiftungslernen. Samstag, Lehmrnn W eil-Stiftung. Montag, Loeb Schwab-Stiftung. D i e n s t a g, Adolf Dann -Stiftung. Jeden Morgen nach Schluß der Synagoge, „Mischnalernen". Agudas Jisroel-Jrrgeudgruppe. Sonntag, den 4. Juli (17. Tamus), 5 Uhr nachm Hanauerlandstr. 17, Fortsetzung der am 24. Juni stattgefundenen Mitqliederoersammlung: „Vorbereitungen zum Delegiertentag". Montag, */a Stunde vor Maariw: „D^nn": Herr Frankenthal. Montag und Mittwoch, 9—10 Uhr abends^; „Gemoro"; Herr Zahnarzt Ehr mann. Dienstag, 8—9 Uhr abends: „tat?". — 31/,,—41/* Uhr nachm.: „Gemoro"; Herr Dr. Hofmann. Dienstag, */, Stunde vor Maariw: Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend, 8 Uhr: „Tefillo"; Herr Oberlehrer Jos. Kaufmann. — 88/4 Uhr: „Newiim"; Herr Lehrer Unna (in der Wohnung des Dozenten, Kleine Obermainstr. 30). — *Ja9 bis 10 Uhr: Turnen. — % Stunde vor Maariw.' „7N2N Herr Zahnarzt Ehrmann. Donnerstag, 9—10 Uhr abends: „Ausspracheabend"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — % @t&. vor Maariw: „o»n pen"; Herr Leop. Oppenheimer. Samstag vorm., */, 10 Uh r: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen. — ll3/i Uhr.: „MWna"; Herr Lehrer A. Hirschberg. Agudas Jisroel-M adchengruppe. Dienstag abend, 7 Uhr: „Jiob"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — 7—9 Uhr: Turnen. Donnerstag abend, 6 Uhr: „HebräischeSprache"; Herr Lehrer Jelen. SamStag, nach Schluß der Synagoge: „Sidravorirag". — 11—13 Uhr: „Hirschlektüre"; Frl. Bertha Ehren treu. — */*4 Uhr: „Thauro"> Herr Lehrer Hirschberg. — 5 Uhr nachm.: „Tesilloh^r Herr Dr. H o s m a n n. Brshamidrasch, Osterrdfiraffe 18- SamStag nachm., */, 6 - >/,7 Uhr, Sonntag früh 8-9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abend, 9—10 Uhr: „Gemoro-Schtur" k&p km; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. S am Stag mittag 12t/i Uhr: „Vv",n mit ntn" und sonstigen Erklärungen; Herr Rosenzweig. Hierauf um 1 Uhr: nwö. Samstag abend, Vs Stunde vor Nacht: Herr Halpern. Alltäglich V, Stunde vor Nacht: Dtnim; Herr Rosen zweig. _ VV dN-N, Ostenhftratze 18. , Täglich nachm. 7—8 Uhr, STffie rne:; SamStag nachm. 4V,—v Uhr: Herr Rabbiner S. Weber. Heöetzette«. rat?* Freitag abend 7.50. Samstag morgen 7.45. Samstag nachm. 5.—-. . Samstag abend 9.40. Sonntag nachm. 8 Uhr. . Wo ch engottes dienst: Morgens 6.15. Nachmittags 7.15» Im Gebäude des B ü r g e r v e r e i n S am Eschenheimer Tor, hat dec Ulora-Palast seine Pforten er öffner. Es ist dies ein im feinsten Stile gehaltenes Cafä in äußerst vornehmer gediegener Ausstattung (kein Käbaret, Variete- oder Tanz.Dielest Zur Unterhaltung spielt eine erstklassige Künstlerkapelle und ist Jedermann, der Wert auf einen anaenehmen Aufenthalt legt, der Besuch des Jlora-PalasteS nur zu empfehlen. (Siehe Inserat). am Eschenheimer Turm. E== ZDktbal und Vierlabami. KatttnMfntmg 6 lj2 Uvr. Jfnf.7V2 Ahr abenüS. Ne« eröffnet: Wein^Klause« Gi«s««g «ur Stjftstrahe SS. I Seliumanii»Tlteatep Samstag, den 3. Juli 1920 Abends 7% Uhr „LA TR AVI ATA“ Sonntag, 4. Juli, 3l/a Uhr : „Der Wildschütz“ Montag, 5. Dienstag, 6. Mittwoch, 7. Donnerstag, 8. Freitag, 9. „La Travlata“ „La Travlata“ „Freischütz“ „Freischütz“ „Der Wildschütz“ „La Traviata“ (K.P.) Außerdem täglich geöffnet: „SCHUMANN - WINTERGARTEN“ „SCHUMANN-BIERTUNNEL“

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