Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1920)
- Date
- 1920-04-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2450088-2450104--68199-2525302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
29. April 1920, Der „Frankfurter Israelit". Sette»6 Nr. 17. In Heft 2/4 der „Neuen jüdischen Monatshefte" veröffentlicht Oskar Lehmann, Main;, eine sehr interessante Entwicklung des jüdischen Buchgewerbes und Buchhandels, Sesonvsrs das Werben und die Bsdenlnng der Frankfurter Verlagsfirma I. K a u s s m a n « würdigende kulturhistorische Skizze. Wie Frankfurt unmittelbar nach der Erfindung des Buchdrucks ein Zentrum des deutschen Buchhandels wurde, so schwang es sich um die Mitte des 17. Jahrhunderts zum Hauptort des jüdischen Buchhandels, das soll heißen: des von Juden betriebenen Handels in hebräischen Werken, auf, nachdem bisher der Buchvertrieb im wesentlichen im Umherziehen und zwar derart erfolgt war, daß jüdische Händler die hebräischen Werke an den damaligen hauptsächlichsten Druckorten. in Venedig, in Mantua, Padua, Cremona, erngekauft hatten, um sie dann in. Deutschland von Ort zu Ort, wo ihre Glaubensgenossen wohnten, reifend, abzusetzen. Seine beherrschende Stellung im jüdischen Buchverlags- und BuchhandelSgeschäft vermochte Frankfurt aber nicht länger als etwa hundert Jahre zu behauptsn. Amsterdam, später Rußland und Polen, wurden die Haupiproduktionsstätten des hebräischen Buches. Dps sollte anders und Frankfurt auch hinsichtlich des jüdischen Buchgewerbes in feinen früheren Rang wieder eingesetzt werden, als Jsaae Kauffmann, ein jüdischer Schriftgelehrter alten Schlages, aus seiner Heimat, dem Etsaß, nach der freien Reichsstadt Frankfurt kam und hier am 18. November 1832 hinter dem „Judenbrückchen" einen kleinen Handel mit hebräischen Büchern erüffnete. Im Besitze eines reichen Wissens und von edlem Streben erfüllt, war es ihm weniger um einen materiellen Gewinn, der bei den billigen Preisen, die er forderte, auch schwerlich zu erzielen war, als vielmehr darum zu tun, seine Glaubensgenvffen geistig zu fördern und sie mit dem Wertvollsten aus der rabbinischen Literatur bekannt zu machen. Er trat selbst schriftstellerisch, mir Borträgen und Vorlesungen und als Bibelexeget hervor, fand in Freiherrn Wilhelm von Rothschild einen Freund und Gönner und in dem Rabbiner Samson Raphael Hirsch, dem Begründer und Führer der jüdischen neuen Orthodoxie in Deutschland, einen gleichgesinnten Helfer und Förderer. Hirschs Werke, deren Verlag er übernahm, machten auch Kauffmanns Namen bekannt. Auch mit dem jungen Rabbiner Dr. Markus Lehmann im benachbarten Mainz, trat Kauffmann in Verbindung, zum Vorteil der zahlreichen Schriften Lehmanns, die dank des selbstlosen Eifers ihres Verlegers eine weite Verbreitung fanden. Es bekundete nicht nur geschäftlichen Wagemut, sondern auch einen hohen Idealismus, zu einer Zeit, in der bei den breiten Massen der deutschen Judenschaft kein sonderliches Interesse an spezifi'ch-j irdischer Wissenschaft bestand, Werke streng wissenschaftlichen Charakrers in Verlag zu nehmen. Das Wagnis aber glückte. In das nach und nach zu Ansehen gelangende Verlagsgeschäst trat der Sohn, Ignaz Kauffmann (geb. 1849 zu Frankfurt), im Jahre 1875 vorerst als Prokurist, 1877 als Teilhaber ein, um es 1894 — der Vater war inzwischen gestorben — als Alleintnhaber tm Geiste des Gründers weiterzusühren. Er gliederte dem Geschäfte einen hebräischen Schulbücherverlag und ein Antiquariat jüdischer Werke an. Um 1870 erschien der erste Antiquariatskatalog der Firma, dem bis heute fast 100 Kataloge nachgefolgt sind. Unter ihrem neuen Inhaber find bei der Berlagsfirma die Arbeiten von Moritz Steinschneider und Leopold Zunz erschienen. Eine weitere wichtige Etappe auf hem erfolgreichen Wege der Firma I. Kauffmann war die Erwerbung des alten jüdischen BerlagsgeschästeS von Lehrberger n. Co., Ignaz Kauffmann ist am 1. Juli 1908 ausgefchreden Und überließ die Leitung des Geschäfts seinem Sohne Dr. Felix Kauffmann. KM Eschenheimer Turm. pesiatifOfen NsrrenMnung 6 v* ülm Kn? 27s M aSerras. Neu eröffnet: M.Thyssen Stets Eingang üeuheüeäa in Tapeten MW 29 Neue Mainzerstrasse 20 Ü Ecke Weissfrauenstrasse. Telefon: Hansa 1784. Ging srrg nur Sttst st ratze 82. 3unoer Hsuimonn »>« «l.3im«KW Offert, mit Preisangebot unter 20301 an die Erped. ds. Blattes. Streng solides, bernftätigeS v. Lande wünscht in religiös. Hanse in Frankfurt a. Main. Off. unt. 20320 an die Exped. VS. Blatter. VOLKS-SCHAUSPIELE Samstag, 1. Mai, Sonntag, 2. Mai: 3 Uhr u. 7 Vs Uhr, Montag, 3. Mai, Dienstag, 4. Mai, Mittwoch, 5. Mai je abends 7% Uhr: „v [ E EHR E“ Schauspiel in 4Aktenv.Hermann Sudermann Mittwoch, 5. Mai, Samstag, 8. Mai, Sonntag, 9, Mai je nachmittags 3 Uhr: „Minna von Barnhelm“ Außerdem täglich geöffnet: „SCHUMANN - WINTERGARTEN“ mit vollständ. neuem erstklass. Künstlerprogramm. „SCHUMANN- BIERKELLER“ Dir.WillyLeyendeckers Possen-Gesellschaft. Warum zäßserr wh? Nächsten Mittwoch ism abends 7a8 Uhr, bejpxbfyt Herr Redakteur Schach nowttz in den j Räumen der Aguda, Hanauerlandstraße 17, unter j obigem Thema die Symbolik des Om er zähle ns nach dem Buche des Sohar. .,MK Kgrrdah KurnkkrrL. Der TnrnUils für Damen beginnt Dienstag, den 4. Mai, abends 7 Uhr, unter Leitung von Frl. E. Bück, der Kurs für Herren, Mittwoch, den 5. Mai, abends 8% Uhr, unter Leitung des Herrn Jacob Nothschild, beides im Turnsaal der Realschule, Am Tiergarten 8. Serrririrs-Kurs. Dem Sommerprogramm der ' Agudas JiSroel- Jugendgruppe ist noch nachzutragen, daß der Kursus über die flWEt des Herrn M. Golde erstmalig am 'tp begonnen habe und allwöchentlich am jiib^ Nachmiltt.g von 6—7 Uhr fortgesetzt wird. Berlin, 16. April. Das Leben in der Bereinigung Jüdischer Akademiker war im Wintersemester 1919-20 ein recht reges. ,Bor allem die vornehmste Aufgabe der Vereinigang Jüdischer Akademiker mm HD'*?, wurde eifrig gepflegt. Gelernt wurde -pn bei Rabbiner Dr. Munkpp'» bei Rabbiner Dr. Viberfeld,- als Mitglieder-Schiur; me: wurde, um aus diesem Gebiets eine besonders gründliche Ausbildung zu ermöglichen, in einer Reihe von kleineren Gruppen mit je vier bis fünf Teilnehmern gelernt. Der wissenschaftlichen Durchbildung diente ein naturwissenschaftlich-medizinisches Kolloquium unter Leitung von Herrn Dr. I. Levy, ein Einführungskursus irr die neuhebräische Literatur unrer Leitung von Bbr. Refr. R a u, sowie folgende Vorträge (mit anschließender Diskussion), die im Lause des Semesters an den allwöchentlichen Vereinsabenden stattfanden: Dr. Rom, „Jüdische Emigrationsnagen" - Dr. Halberstadt, „Opfer und Gebet im jüdischen Ritus"; Leiser, „Die Schächtsrage"- Goldschmidt, „Die Stellung der Propheten zum Religionsgesetz"- Ehren treu, „Boraussetzungslose Wissenschaft"; Dx. I. Levy, „Die Bewertung der Naturgesetze",' S- Munk, „Die mündliche Lehre im Lichte der Ueberlieferung"- L. Stein, „Das goldene Kalb und das Judentum"- Refr. Rau, „Die Hebraisierung des jüdischen Volkes"- S. Epp enstein, „Der Reisebericht des Rabbi Benjamin aus Tudela" - Melchior, „Die Midrasch-Meratur"- 35. Cohen, „Beurteilung des Polytheismus in der Bibel"- Dr. Woifsberg, „Ein wissenschastlicher Bundestag"- A. Merz buch, „Das Problem der Theodice in de» Psalmen"- F. Levy, „Entwicklungstheorien in der jüdischen Literatur". Für weitere Kreise bestimmt waren einige Veranstaltungen größeren Stils, wie die Vorträge von Bbr. Dr. Deutsch lande r, „Die religiösen und politischen Verhältnisse der Juden in Litauen", Bbr. Dr. Nathan Birnbaum, „Die Lebensbedingungen und das Judentum", und ein Propaganda - Vortrag von Bbr. Dr. Wolfs, berg, „Der jüdische Akademiker und die Zellkultur" die der Werbetätigkeit nach außen hin dienten und uns zahlreiche Freunde und Gönner zuführten. Der Erfolg zeigte sich namentlich darin, daß im Laufe des Semesters acht neue Mitglieder der Vereinigung Jüdischer Akademiker vertraten. Interne gesellige Zusammenkünfte vereinten die Vundesbrüder in der Chanukawoche, am 15. Schewat und an einigen Freitag-Abenden in den gastfreien Häusern unserer A. H. A. H., denen hierfür besonderer Dank gebührt. Der Vorstand bestand tm Wintersemester aus den Vundesbrüdern eand. med. Wieuer, 1. Vorsitzender- Dr. M. Birnbaum, steüv. Vorsitzender, sind. med. W. Osterwell (später sind. jnr. P. GalewSki), 1. Schriftführerstud. med. Leiser sstud. jur. Lehmann), 2. Schriftführer, ennd. phil. Melchior, Kassierer. Die Ansbildung der Füchse lag in derl Händen von Bbr. Dr. I. Levy. Bersm Mekor Chartm Sa ui Stag morgen: „Dinim" - Herr Rektor Falk. — Nachm. 41/+ Uhr, Langestr. 18: „Mikro" - Herr Julius Schwabacher. Sonntag morgen, 9^ Uhr und Dienstag vor nn:v im Vereinslökale: „Gemoro"- Herr R. A. Posen. — Abends Stunde vor Nacht, Hanauerlandstr. 17: ,ppr py"; Herr Redakteur Schachno witz. Montag u. Mittwoch abend, 7 Uhr, im Vereinslokale: „Gemoro"- Herr Dr. Jos. Breuer. Agudas Jisroel-Jugeudgruppe. Sonntag morgen, 8 Uhr: „Chumisch mit Rafchi" Herr Leopold Dppenheimer. Montag und Donnerstag abend, 3/49 Uhr: „Gemoro"- Herr Zahnarzt Ehr mann. Dienstag, 7 Uhr und Samstag nachm., 3*/» Uhr: „Gemoro" - Herr Dr. Hofmann. Mittwoch abend, ^8Uhr: „Warum zählen wirk"- Herr Redakteur Schachnowitz. (Herren und Damen). Donnerstag abend, %9 Uhr: „Ausspracheabend"- (Herren und Damen). Samstag vorm., */*10 Uhr: „Gemoro"- Herr Dr I. Posen. — lls/4 Uhr: „Mischna" - Herr Lehrer A. Hirsch berg. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Dieustag abend, 7 Uhr: „Jiob"- Herr Zahnarzt Ehrm ann. Donnerstag abend, 6 Uhr: „Hebräische Sprache"- Herr Lehrer Je len. Samstag, nach Schluß der Synagoge: „Sidravortrag". — 11 Vs Uhr: „Hirschlektüre". — V»4 Uhr: „Thauro" - Herr Lehrer Hirsch berg. — 6 Uhr nachm.: „Tesilloh"- Herr Dr. Hofmann. Beshamidrasch, Ostendstratze 18. Samstag mittag, 5 Uhr: Vortrag des Herrn Eh. M. Drasuin. Sonntag früh, 8-9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends l/t9 bis Vs 10 Uhr: „Gemoro-Schiur"; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag mittag 12V* Uhr: „trem mit nn" und sonstigen Erklärungen; Herr Rosenzwetg. Hierauf um 1 Uhr: nniv. Barmrzwoh-Aeier. Alfred, Sohn der B. Blurnenthal, Kleine Obermainstraße 13. Frau GeZeLzeiteu. '-m rotir- Freitag ciheuD 7.10 Samstag morgen 8.— Samstag nachm. 5.—. Samstag abend 8.35. WochenggLtesdlenst.' Morgens 6.15 Nachmittags 7.